Der Streit um den Wert des Zeichnens ist heutzutage zum Absc

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Buches.

[Illustration: Cover]

Die Sammlung

»Aus Natur und Geisteswelt«

nunmehr schon über 600 Bändchen umfassend, sucht seit ihrem

Entstehen dem Gedanken zu dienen, der heute in das Wort: »+Freie

Bahn dem Tüchtigen!+« geprägt ist. Sie will die Errungenschaften

von Wissenschaft, Kunst und Technik einem jeden zugänglich machen,

ihn dabei zugleich unmittelbar im +Beruf fördern, den Gesichtskreis

erweiternd, die Einsicht+ in die Bedingungen der Berufsarbeit

+vertiefend+.

Sie bietet wirkliche »+Einführungen+« in die Hauptwissensgebiete für

den Unterricht oder Selbstunterricht, wie sie den heutigen methodischen

Anforderungen entsprechen. So erfüllt sie ein Bedürfnis, dem Skizzen,

die den Charakter von »Auszügen« aus großen Lehrbüchern tragen, nie

entsprechen können; denn sie setzen vielmehr eine Vertrautheit mit dem

Stoffe schon voraus.

Sie bietet aber auch dem +Fachmann+ eine +rasche zuverlässige

Übersicht+ über die sich heute von Tag zu Tag weitenden Gebiete des

geistigen Lebens in weitestem Umfang und vermag so vor allem auch dem

immer stärker werdenden Bedürfnis des +Forschers+ zu dienen, sich +auf

den Nachbargebieten+ auf dem laufenden zu erhalten.

In den Dienst dieser Aufgabe haben sich darum auch in dankenswerter

Weise von Anfang an die besten Namen gestellt, gern die Gelegenheit

benutzend, sich an weiteste Kreise zu wenden, der Gefahr der

»Spezialisierung« unserer Kultur entgegenzuarbeiten an ihrem Teil

bestrebt.

Damit sie stets auf die Höhe der Forschung gebracht werden können, sind

die Bändchen nicht, wie die anderer Sammlungen, stereotypiert, sondern

werden -- was freilich die Aufwendungen sehr wesentlich erhöht -- bei

jeder Auflage durchaus neu bearbeitet und völlig neu gesetzt. So konnte

der Sammlung auch der Erfolg nicht fehlen. Mehr als die Hälfte der

Bändchen liegen bereits in 2. bis 6. Auflage vor, insgesamt hat sie bis

jetzt eine Verbreitung von weit über 3 Millionen Exemplaren gefunden.

Alles in allem sind die schmucken, gehaltvollen Bände, denen Professor

+Tiemann+ ein neues künstlerisches Gewand gegeben, durchaus geeignet,

die Freude am Buche zu wecken und daran zu gewöhnen, einen kleinen

Betrag, den man für Erfüllung körperlicher Bedürfnisse nicht anzusehen

pflegt, auch für die Befriedigung geistiger anzuwenden. Durch den

billigen Preis ermöglichen sie es tatsächlich jedem, auch dem wenig

Begüterten, sich eine Bibliothek zu schaffen, die das für ihn

Wertvollste »Aus Natur und Geisteswelt« vereinigt.

+Jedes der meist reich illustrierten Bändchen

ist in sich abgeschlossen und einzeln käuflich+

+Jedes Bändchen geheftet M. 1.20, gebunden M. 1.50 Werke, die mehrere

Bändchen umfassen, auch in +einem+ Band gebunden+

Leipzig, im Januar 1917 B. G. Teubner

Jedes Bändchen geheftet M. 1.20, gebunden M. 1.50

Zum Staat und Recht

sind bisher erschienen:

[Zur Bürgerkunde]

=*Der deutsche Staat.= Von Geh. Justizrat Prof. ~Dr.~ Fr. +v. Liszt+.

(Bd. 600.)

=Grundzüge der Verfassung des Deutschen Reiches.= Von Geheimrat

Professor ~Dr.~ +E. Loening+. 4. Auflage. (Bd. 34.)

=Deutsches Verfassungsrecht in geschichtlicher Entwicklung.= Von

Professor ~Dr.~ Ed. Hubrich. 2. Auflage. (Bd. 80.)

=Das Wahlrecht.= Von Reg.-Rat ~Dr.~ +O. Poensgen+. (Bd. 249.)

=Verfassung und Verwaltung der deutschen Städte.= Von ~Dr.~ M.

+Schmid+. (Bd. 466.)

[Politik und ihre Hauptprobleme]

=*Politik.= Von ~Dr.~ +A. Grabowsky+. (Bd. 537.)

=Umrisse der Weltpolitik.= Von Prof. ~Dr.~ J. +Hashagen+. 3 Bde. I.

1871 bis 1907. II. 1908 bis 1914. *III. Die politischen Ereignisse

während des Krieges. (Bde. 553/55.)

=Politische Hauptströmungen in Europa im 19. Jahrh.= Von weil. Prof.

~Dr.~ K. Th. +v. Heigel+. 3. Aufl. (Bd. 129.)

=Staat und Kirche= in ihrem gegenseitigen Verhältnis seit der

Reformation. Von Pfarrer ~Dr. phil.~ +A. Pfannkuche+ (Bd. 485.)

=Innere Kolonisation.= Von +A. Brenning+ (Bd. 261.)

=Die Ostmark.= Eine Einführung in die Probleme ihrer

Wirtschaftsgeschichte. Von Professor ~Dr.~ +W. Mitscherlich+. (Bd. 351.)

=Das Deutschtum im Ausland.= Von Professor ~Dr.~ +R. Hoeniger+. (Bd.

402.)

[Heer und Marine]

=Vom Kriegswesen im 19. Jahrhundert.= Von Major +O. v. Sothen+. Mit 9

Übersichtskarten. (Bd. 59.)

=Der Krieg im Zeitalter des Verkehrs und der Technik.= Von Major +A.

Meyer+. Mit 3 Abbildungen. (Bd. 271.)

=Der Seekrieg.= Seine geschichtliche Entwickelung vom Zeitalter der

Entdeckungen bis zur Gegenwart. Von K. Freiherrn +v. Maltzahn+,

Vize-Admiral a. D. (Bd. 99.)

[Soziale Theorien und Sozialpolitik]

=Soziale Bewegungen= und Theorien bis zur modernen Arbeiterbewegung.

Von +G. Maier+. 4. Auflage. (Bd. 2.)

=Geschichte der sozialistischen Ideen= im 19. Jahrhundert. Von

Privatdozent ~Dr.~ +Fr. Muckle+. 2 Bände. 2. Aufl. (Bd. 269, 270.)

Band I: Der rationale Sozialismus.

Band II: Proudhon und der entwicklungsgeschichtliche Sozialismus.

=*Marx.= Von Prof. ~Dr.~ +R. Wilbrandt+ (Bd. 572.)

=*Gesundheitspolitik und Gesundheitsgesetzgebung.= Von Obermedizinalrat

Prof. ~Dr.~ +M. v. Gruber+. (Bd. 534.)

=*Kriegsbeschädigtenfürsorge.= Von Medizinalrat ~Dr.~ +Rebentisch+,

Direktor des Städt. Arbeitsamts ~Dr.~ +Schlotter+, Gewerbeschuldirektor

+Back+ und Prof. ~Dr.~ +S. Kraus+. (Bd. 523.)

[Soziale Theorien und Sozialpolitik]

=Arbeiterschutz und Arbeiterversicherung.= Von Professor +O. v.

Zwiedineck-Südenhorst+. 2. Auflage. (Bd. 78.)

=Die Reichsversicherung.= Die Kranken-, Invaliden-,

Hinterbliebenen-, Unfall- und Angestelltenversicherung nach der

Reichsversicherungsordnung und dem Versicherungsgesetz für Angestellte.

Von Landesversicherungsassessor +H. Seelmann+. (Bd. 380.)

=Grundzüge des Versicherungswesens.= Von Professor ~Dr.~ +A. Manes+. 2.

Auflage. (Bd. 105.)

=Die moderne Mittelstandsbewegung.= Von ~Dr.~ +L. Müffelmann+. (Bd.

417.)

=Die wirtschaftlichen Organisationen.= Von Privatdozent ~Dr.~ +E.

Lederer+. (Bd. 428.)

=Die Konsumgenossenschaft.= Von Professor ~Dr.~ +F. Staudinger+. (Bd.

222.)

[Frauenfrage]

=Die moderne Frauenbewegung.= Ein geschichtlicher Überblick. Von ~Dr.~

+K. Schirmacher+. 2. Auflage. (Bd. 67.)

=Die Frauenarbeit.= Ein Problem des Kapitalismus. Von Professor +R.

Wilbrandt+ (Bd. 106.)

[Einführung in die Rechtskunde]

=Moderne Rechtsprobleme.= Von Geh. Justizrat Professor ~Dr.~ +J.

Kohler+. 3. Auflage. (Bd. 128.)

=Die Jurisprudenz im häuslichen Leben.= Für Familie und Haushalt

dargestellt. Von Rechtsanwalt +P. Bienengräber+. (Bd. 219, 220.)

[Strafrecht]

=Strafe und Verbrechen.= Geschichte u. Organisation des

Gefängniswesens. Von Kgl. Strafanstaltsdirektor ~Dr. med.~ +P.

Pollitz+. (Bd. 323.)

=Die Psychologie des Verbrechers= (Kriminalpsychologie). Von Kgl.

Strafanstaltsdirektor ~Dr. med.~ +P. Pollitz+. 2. Aufl. Mit 5

Diagrammen. (Bd. 248.)

=Verbrechen und Aberglaube.= Skizzen aus der volkskundlichen

Kriminalistik. Von Amtsrichter ~Dr.~ +A. Hellwig+. (Bd. 212.)

=Moderne Kriminalistik.= V. Amtsr. ~Dr.~ +A. Hellwig+. (Bd. 476.)

[Bürgerliches Recht]

=Das deutsche Zivilprozeßrecht.= Von Justizrat ~Dr.~ +M. Strauß+. (Bd.

315.)

=Testamentserrichtung und Erbrecht.= Von Professor ~Dr.~ +F. Leonhard+.

(Bd. 429.)

=Der gewerbliche Rechtsschutz in Deutschland.= Von Patentanwalt +B.

Tolksdorf+. (Bd. 138.)

=Das Recht an Schrift- und Kunstwerken.= Von Rechtsanwalt ~Dr.~ +R.

Mothes+. (Bd. 435.)

=Das Recht des Kaufmanns.= Von Justizrat ~Dr.~ +M. Strauß+. (Bd. 409.)

=Das Recht der kaufmännischen Angestellten.= Von Justizrat ~Dr.~ +M.

Strauß+. (Bd. 361.)

=Die Miete nach dem BGB.= Ein Handbüchlein für Juristen, Mieter und

Vermieter. Von Justizrat ~Dr.~ +M. Strauß+. (Bd. 194.)

+Die mit * bezeichneten und weitere Bände befinden sich in Vorbereitung

bezw. unter der Presse.+

Aus Natur und Geisteswelt

Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen

430. Bändchen

Der Weg zur Zeichenkunst

Ein Büchlein für theoretische

und praktische Selbstbildung

von

~Dr.~ Ernst Weber

München

Mit 82 Abbildungen

und einer Farbtafel

[Illustration: Signet]

Druck und Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1913

~Copyright 1913 by B. G. Teubner in Leipzig~

Alle Rechte, einschließlich des Übersetzungsrechts, vorbehalten

Vorwort.

Dies Büchlein ist kein Methodenwerk, das dem Zeichenunterricht in

irgendeiner Schule Richtlinien und Beispiele geben möchte. Es ist für

den +Selbstunterricht des einzelnen gedacht+. Gerade hierfür besteht

nach meiner Erfahrung ein Bedürfnis. Schon öfters bin ich darum ersucht

worden, einmal zu sagen und zu zeigen, wie ich mir die Fertigkeit

erworben habe, mit wenig Strichen zeichnerisch auszudrücken, was sich

mündlich und schriftlich gar nicht in solcher Kürze und Eigenart zum

Ausdruck bringen läßt. Diesem Wunsche suche ich in diesem Büchlein

zu entsprechen. »+Weg zur Zeichenkunst+« nennt es sich, weil es in

einem schrittweisen Nach-und-nach jenem Zeichnenkönnen -- in diesem

schlichten Sinne bitte ich das Wort »Zeichenkunst« zu verstehen --

zuführt. Und »+der+ Weg zur Zeichenkunst« soll es heißen dürfen,

weil nicht nur mein Pfad bezeichnet wird, sondern weil auf Grund

psychologischer und geschichtlicher Erwägungen die heute geltenden

Grundsätze des Zeichnenlernens überhaupt mit dargestellt wurden.

Das Büchlein ist in erster Linie für jene Lehrer gedacht, die während

ihrer Bildungszeit und später in Amt und Würden keine Gelegenheit

fanden, sich zeichnerisch zu schulen, und die doch den neuzeitlichen

Anforderungen gern entsprechen möchten. Dann aber auch für alle jene

-- wes Standes und Alters sie auch sein mögen --, die keine andere

Hilfe erreichen können, sich künstlerisch zu vervollkommnen, als einen

literarischen Wegweiser. Ihnen möchte mein Büchlein mit Rat und Tat zur

Seite stehen.

München, im August +1913+.

=Ernst Weber.=

Inhaltsverzeichnis.

I. Theorie. Seite

1. Abschnitt: +Der Bildungswert des Zeichnens+ 1

2. Abschnitt: +Der Zeichenunterricht einst und jetzt+ 6

~A.~ Der alte Kurs 6

~B.~ Der neue Kurs 12

3. Abschnitt: +Die zeichnerischen Darstellungsweisen+ 15

4. Abschnitt: +Der rechte Weg+ 21

5. Abschnitt: +Der rechte Stoff+ 27

II. Praxis.

6. Abschnitt: +Die Vorstufe+ 29

7. Abschnitt: +Die anschauungsgemäße Darstellung+ 36

~A.~ Flächenhafte Darstellung 36

Schmückendes Zeichnen 43

~B.~ Körperhafte Darstellung 48

1. Linienperspektive 48

Die wissenschaftliche Darstellung 54

2. Licht und Schatten 57

~C.~ Farbige Darstellung 66

8. Abschnitt: +Das künstlerische Vorbild+ 74

Bücherschau 79

I. Theorie.

Erster Abschnitt.

Der Bildungswert des Zeichnens.

Wer heutzutage den Blick auf die Fülle von zeichenmethodischer

Literatur richtet, die alljährlich auf den Markt geworfen wird, der

fragt sich unwillkürlich, ob es denn überhaupt der Mühe wert ist, sich

so ausgiebig mit einem Fache zu befassen, das jahrhundertelang gar

nicht zu den regulären Unterrichtsfächern zählte. Ob zeichnerische

Betätigung wirklich den Nutzen bringen kann, den man sich davon

erwartet? Ob es nicht Zeit- und Kraftverschwendung ist, eine Tätigkeit,

ohne die man früher recht wohl auskommen konnte, so stark zu betonen

und zu kultivieren? Und unwillkürlich fragt man nach den eigentlichen

Gründen, die unsere Zeit zu ihrer Stellungnahme geführt haben.

Es war zunächst ein mehr außerhalb der eigentlichen Bildungsziele

gelegener Zweck: Der heimischen Industrie, dem Kunstgewerbe, sollte

aufgeholfen werden. Deutschland wollte im Wettbewerb mit den übrigen

Nationen erfolgreich bestehen können. Indem man jedoch daran ging,

gleich den Engländern und Amerikanern, den Zeichenunterricht in den

Dienst des wirtschaftlichen und nationalen Zwecks zu stellen, mußte man

einsehen, daß ein rechter Erfolg nur dann erzielt werden konnte, wenn

die Reform von Grund aus vorgenommen wurde. Wenn nicht nur gewerbliche,

nicht nur wirtschaftliche Ziele und Zwecke angestrebt, sondern wenn

die eigentlichen künstlerischen und pädagogischen Aufgaben in den

Vordergrund gerückt würden. Von jeher hatte sich auf dem Gebiete der

Erziehung und des Unterrichts der Grundsatz bewährt: +Außerpädagogische

Nebenziele finden ihre Verwirklichung da am besten, wo die Hauptkraft

den innerpädagogischen, den Bildungs- und Erziehungsfragen zugewandt

wird+. Das gilt auch vom Zeichenunterricht. Verfolgt man mit ihm in

erster Linie gewerblich-technische Ziele, so gerät das Fach in Gefahr

isoliert zu werden und zu veröden.

Wer unterrichtlich etwas leisten möchte, muß vor allem zweierlei

beachten: die +Natur des Menschen+, der gebildet und erzogen werden

soll, und die +Natur des Unterrichtsfaches+, in dessen Sphäre er sich

Wissen und Können aneignen möchte.

Fragen wir in unserem Falle zunächst, was die Natur des Menschen

fordert, so werden wir finden, daß zwar nicht jeder, der zeichnen

lernt, ein Kunstschreiner, ein Dekorationsmaler oder ein Gewerbler im

allgemeinen Sinn werden möchte, wohl aber ein ganzer, voller Mensch.

Körper und Geist sollen gebildet werden, und es fragt sich zunächst, ob

der Zeichenunterricht diese Aufgabe zu leisten vermag.

Kann der Zeichenunterricht +körperlich+ bilden? Zeichnerische Tätigkeit

setzt ohne Zweifel eine Menge von Muskeln in Bewegung, wenn auch

nicht in dem Maße wie Turnen, wie Klavier- oder Violinspiel, wie

Schreinern und Schlossern, Rudern und Schlittschuhlaufen. Zeichnen

ist in besonderem Maße +Hand- und Fingergymnastik+. Höher jedoch ist

sein Wert für die körperliche Erziehung als +Bildungsmittel der Sinne+

einzuschätzen. Zeichnen ist eines der vornehmsten Mittel zur +Bildung

des Gesichtssinnes+. Auge und Hand, beide erfahren durch zeichnerische

Tätigkeit eine eigenartige Schulung.

Und zwar käme wieder ein Doppeltes in Frage: Die Welt des Sichtbaren

als +Ein-+ und als +Ausdruck+. Dem künstlerisch geschulten Auge schenkt

die Welt eine Menge von Erlebnissen, die dem ungeschulten Blick

unerlebbar bleiben. Linien und Farben, das Reich des Lichtes und der

Schatten, die eigenartigen malerischen Schönheiten einer Landschaft,

einer Straße: auch dem Laien fallen die Bilder auf die Netzhaut seines

Auges; aber was ihm ein Neben- und Durcheinander von Farben bleibt, die

weder Gedanken noch Gefühle künstlerischer Art auszulösen vermögen, das

wird für den Betrachter mit geschulten Augen ein Quell fortwährender

Freuden und Entdeckungen. Wer mit Künstleraugen in die Welt schaut,

dem offenbart sie sich in einem neuen, eigenartigen Lichte. Das naive

Sehen wird ein Sehen mit Bewußtsein, ein künstlerisches Fühlen und

Schauen. Die Phantasie entfaltet ihre Schwingen, und die Seele fühlt

sich erfrischt und gestärkt wie in einem Jungbrunn neuen Lebens.

Künstlerische Schulung bedeutet Daseinsbereicherung, Lebensergänzung.

Darin aber liegt der eigentliche Bildungswert, den ein rechter

Zeichenunterricht vermittelt: in der +geistigen+ Wirkung, in der

+seelischen+ Förderung, die nirgends ausbleiben kann, wo jenes

sensualistische Unterziel, die Schulung von Auge und Hand, in rechter

Weise angestrebt wird. Der innere Mensch, das Ich, die Persönlichkeit

erfährt eine Steigerung, eine eigentümliche Lebenserhöhung. Der

Verstand wird geschärft; denn es gehört eine nicht geringe Menge

intellektueller Schulung dazu, die einzelnen Gesetze richtig zu

erfassen. Der Geschmack erfährt seine Bildung und Verfeinerung.

Die Freude am Wahren und Echten, der Haß gegen alles Falsche und

Gekünstelte werden rege. Und mit ihnen das rechte Wollen und Streben.

Es ist eine Willensleistung ersten Ranges gewesen, als ein Meister wie

Dürer, dem die Seele voll war von gewaltigen Ideen, bei Herstellung

seiner Kupferstiche Tausende von Strichen und Strichlein, Punkten und

Pünktchen mühsam einritzte und eingrub, und es wirkt läuternd und

aneifernd, diese Arbeit im kleinen zu beobachten, wie es erhebend und

läuternd wirken kann, den Gedanken- und Gefühlsreichtum unserer großen

Kunst in sich aufzunehmen.

Ist das +Auge+ vornehmlich Werkzeug für den sichtbaren +Eindruck+, so

spielt hinwiederum die +Hand+ als Organ des sichtbaren +Ausdrucks+ in

der Bildungsarbeit eine hervorragende Rolle. Es ist heute, nachdem die

Arbeitsschulbewegung sich dieser Aufgabe in einer Weise angenommen

hat, die zuweilen übers Ziel hinausschoß, nicht mehr in dem Maße wie

früher nötig, auf den Wert manueller Bildung hinzuweisen. Es war

ein Unrecht, jahrzehntelang einem einseitigen Intellektualismus,

einem ausgesprochenen Gedächtnisdrill zu huldigen und die Arbeit am

Konkreten, vor allem die zeichnerische und plastische Darstellungs- und

Gestaltungslust des Kindes zu vergessen. Die Gegenwart denkt anders

darüber. Sie würdigt auch hier die starke +geistige+ Förderung, die

manuelle, besonders zeichnerische Ausdruckstätigkeit zu bieten vermag.

Sie weiß, es ist nicht bloß Fingerübung oder Handgeschicklichkeit, wenn

ein einfaches Baumblatt charakteristisch gezeichnet werden soll. Sie

weiß, es gehört auch +denkende+ Überlegung zur ersten Anlage, es gehört

ein Sinn für die Schönheit der Form, es gehört künstlerisches Empfinden

für die Akkuratesse der Berippung, es gehört ein starkes Maß von

Energie für Bewältigung der ganzen Aufgabe. Verstand, Gefühl und Wille

-- auch im zeichnerischen +Ausdruck+ finden sie ihre Schulung. Die

gewissenhafte Durchführung der zeichnerischen Darstellung verspricht

einen fleißigen Arbeiter. Wie im Stil des Aufsatzes, so offenbart sich

auch im Stil der Zeichnung der Entschlossene und der Verzagte, der

Ordentliche und der Schlumper, der peinlich Saubere und der Schmierer.

Beides -- Kultur des Auges und der Hand, zeichnerischer Eindruck und

zeichnerischer Ausdruck -- dienen jedoch nicht nur dem eigenen Ich; sie

werden gleichzeitig Mittel zur Eroberung der +Umwelt+: der +Natur+ wie

der +Kultur+.

Der Natur im weitesten Sinn: Wer ein künstlerisch geschultes Auge,

eine zeichnerisch geschickte Hand sein eigen nennt, der wird die

Außenwelt nicht nur mit anderen Augen betrachten als der künstlerisch

ungeschulte Laie, er wird sie auch +genauer+ beobachten. Er wird Dinge

sehen, die dem andern einfach unsichtbar bleiben. Er wird sich einen

Schatz von Form- und Farbenvorstellungen im Gedächtnis aufspeichern,

von denen der Laie nichts weiß. Diese genaue Beobachtung wird ihn

nicht nur zeichnerisch, nicht nur künstlerisch fördern, sondern auch

+wissenschaftlich+. Es ist eine lebendigere Art von +Naturkunde+, als

sie die Wissenschaft durch systematische Übersichten, durch Begriffe

und Zahlen allein vermitteln könnte. Diese Art der Naturbeobachtung

ist in der Regel stark gefühlsbetont. Sie ist das rechte Mittel,

+Liebe zur Natur+ in dem Beobachter zu wecken. Der Künstler malt --

wie Schwind es einmal ausdrückt -- all seine Liebe mit in das Bäumchen

hinein, das er im Bilde darstellt. Die ganze Umwelt gewinnt für die

künstlerische Betrachtung einen eigenen Schimmer, eine Art poetischer

Verklärung. Dadurch weckt sie das Interesse für die Erscheinung in

einem weit stärkeren Grade, als es die abstrakt wissenschaftliche

Betrachtungsweise ohne bildhafte Anschaulichkeit zu leisten vermöchte.

Aber auch in +kultureller+, in wirtschaftlich-sozialer Hinsicht hat in

einer Zeit der Technik, wie es die unsere ist, zeichnerische Schulung

von Auge und Hand hervorragende Bedeutung. Es sei nur darauf verwiesen,

daß ein rechter Zeichenunterricht manches künstlerische Talent, das

ohne Anleitung leicht verkümmern würde, erst entdecken hilft. Die

Schule hat freilich nicht die Aufgabe, künftige Künstler zu erziehen.

Wichtig aber erscheint die Tatsache, daß mancher Schüler, der in

wissenschaftlicher Hinsicht nichts Nennenswertes zu leisten vermag,

zuweilen als Zeichner hervorragendes Talent verrät und durch diese

Erkenntnis vor verfehlter Berufswahl bewahrt bleibt.

Die Künstler selbst aber dürfen sich von einem künstlerisch gerichteten

Zeichenunterricht ein urteilsfähigeres Publikum erwarten. Ein

geschultes Auge begnügt sich nicht mit schlechter Fabrikware. Es hat

nur Freude am Gediegenen, Ursprünglichen. Der künstlerisch Gebildete

wird bei seinen Möbeln die Schönheit nicht in verlogenem Prunk, sondern

in ihrer Zweckmäßigkeit und Brauchbarkeit suchen. Die Nachfrage nach

dem Guten wird sich mehren; die Kauflust der Masse wird wachsen.

Bei Bildern wird man nach wirklichen Meistern greifen; den Wert der

Originale wird man würdigen lernen. Der Kunstmarkt, der mit dieser

Nachfrage, mit dieser Kauflust rechnen muß, wird seinen Einfluß auch

auf das künstlerische Schaffen selbst ausüben. Echte, bodenständige

Kunst wird häufiger zu finden sein. Das gleiche gilt für Industrie und

Gewerbe.

Die künftige Generation soll jedoch nicht nur in ihrer Eigenschaft

als Reproduzentin von einer künstlerischen Bildung Förderung erhoffen

dürfen; auch die Schaffenden und Arbeitenden, die Handwerker und

die Gewerbetreibenden, die Beamten und die Studenten -- kurzum,

alle Berufe, deren Angehörige eine Schulung des Auges und der Hand

nötig haben, werden durch einen richtigen Zeichenunterricht neue

Möglichkeiten gewinnen, ihre Berufsarbeit wirksam zu unterstützen,

und neue Ideen für Ausgestaltung dieser und jener Leistung gewinnen.

Es gibt kaum einen Beruf, der nicht einmal in die Lage käme, mit

zeichnerischen Darstellungsmitteln ausdrücken zu müssen, was sich

mit Worten eben nicht ganz verdeutlichen läßt. Ganz abgesehen vom

Handwerker, vom Schneider z. B., der zur Kreide greift, bevor er den

Anzug zuschneidet; vom Zimmermann und Maurer, die des gezeichneten

Planes bedürfen -- auch der einfache Bauer, der an seinem Wagen oder

an seinem Schweinestall etwas ändern lassen will oder der seinem

Knechte verdeutlichen möchte, wo im Walde er die Klafter Holz zu suchen

hat, tut sich leichter, wenn er mit ein paar Strichen das Nötige

erklären kann. Es ist in der Tat viel Wahrheit in der Äußerung, die

der blinde Maler Gérard de Lairesse gegen Ende des 17. Jahrhunderts

seinen Schülern in die Feder diktierte: »Es ist das Zeichnen zu allen

Professionen, die durch das Urtheil oder Vernunfft und mit dem Gesichte

verrichtet werden, dienlich: ja, ich dürfte fast sagen, daß keine

Kunst und Wissenschaft in der Welt seye, oder die Zeichnung sei ihr so

nötig, als die Hand zum essen.« Das kommt besonders in der Großstadt

dem Lehrer einer Abschlußklasse zum Bewußtsein, sobald es sich darum

handelt, für die austretenden Schüler die rechten Lehrstellen ausfindig

zu machen. Neben guter Schulung im Lesen, Schreiben und Rechnen ist

es in erster Linie zeichnerische Fähigkeit und Fertigkeit, was viele

Handwerksmeister von ihren künftigen Lehrlingen verlangen.

Der Streit um den Wert des Zeichnens ist heutzutage zum Abschluß

gekommen und zwar im bejahenden Sinn. Wenn da und dort in reaktionären

Kreisen außer der »bewährten Trias Lesen, Schreiben und Rechnen«

alles Darüberhinausgehende als unnötige Spielerei erklärt und aus dem

Unterrichtsplane gestrichen werden soll, so braucht man sich nicht

weiter dadurch beirren zu lassen. Mit derartigen Rückschrittlern

rechnet unsere Zeit nicht mehr. Sie hilft dem Gesunden und

Lebensfähigen zum Durchbruch, wie sie seinerzeit auch der »bewährten

Trias« Geltung verschaffte in einer Umgebung, der es unerhört schien,

daß ein Bauernbub außer Lesen auch Schreiben oder gar Rechnen lernen

sollte. Der Kultur- und Bildungswert des Zeichnens gilt uns heute

als unleugbar erwiesen, und es fragt sich nur, auf welchem Wege der

Lernende am sichersten und besten zum rechten Ziele gelangt. Bevor ich

mich zur Beantwortung dieser Frage wende, soll uns ein kurzer Rückblick

auf die geschichtliche Entwicklung des Zeichenunterrichts vor Um- und

Irrwegen bewahren.

Zweiter Abschnitt.

Der Zeichenunterricht einst und jetzt.

~A.~ Der alte Kurs.

Wer es heutzutage unternimmt, eine Arbeit über den Zeichenunterricht zu

veröffentlichen, gerät leicht in Gefahr, Oftgehörtes zu wiederholen.

Man könnte getrost die Hälfte der vielen Lehrgänge und Vorlagewerke,

die alljährlich neu erscheinen, ausschalten, ohne dem literarischen

Bestand in seinem +inneren+ Reichtum nennenswerten Abbruch zugefügt zu

haben.

Dieser Gefahr aber steht ein nicht zu unterschätzender Vorteil

gegenüber. Der Vorteil nämlich, daß vieles von dem, was der Reformdrang

der neunziger Jahre als maßgebend erklärte, heute -- nachdem eine

fast zwei Jahrzehnte lange Arbeit hinter uns liegt -- als übers Ziel

hinausschießend befunden wurde, während andererseits manches, was

der Umsturz über Bord gefegt glaubte, sich bei der Überprüfung als

brauchbar, ja als notwendig erwies und wieder Aufnahme fand im Rahmen

der Gesamtarbeit.

Psychologische Forschungen, die sich eingehend mit der Entwicklung

des einzelnen wie des ganzen Volkes befaßten, haben die Grundfragen

geklärt, den Fundamenten Festigkeit verliehen und falsche oder

überspannte Forderungen ausgemerzt. Die Zeit des nervösen Suchens und

Hastens ist vorüber. Die im Anfang alles überstürzende und überflutende

Bewegung ist ruhiger geworden. Wer es heute unternimmt, über Zeichnen

und Zeichenunterricht zu schreiben, der kommt nicht mehr in Gefahr, mit

fortgerissen zu werden und in irgendeinem Strudel zu enden oder abseits

im verebbenden Altwasser zu versanden oder zu versumpfen. Wer heute

unserer Frage nähertritt, der vermag sich eher einen +Überblick über

das Ganze+ der treibenden und drängenden Kräfte zu verschaffen; der

kennt die hemmenden und schützenden Dämme und Deiche, die gefährlichen

Wirbel, die Klippen und Untiefen; der wird alle Einzelheiten im

+Hinblick auf das große Oberziel+ zu erledigen suchen -- die beste

Bürgschaft für den Dauerwert eines literarischen Erzeugnisses auf dem

Gebiete der Pädagogik.

Soll jedoch jene eingangs erwähnte Gefahr, nur Oftgesagtes und

Oftgehörtes zu wiederholen, vermieden werden, so muß vor allem eines

geklärt sein: +die geschichtliche Entwicklung des Zeichenunterrichts+.

Man muß die mannigfachen Formen kennen, die dieser Zweig der Didaktik

im Laufe der Jahrzehnte oder Jahrhunderte angenommen hat. Ich habe mich

der eingehenden Erörterung dieser Frage bereits an anderer Stelle

unterzogen[1] und begnüge mich hier mit einer kurzen Charakterisierung

der grundlegenden Ideen und Geschehnisse.

Wie die meisten Fächer des Volksschulunterrichts hat auch das

Zeichnen erst spät seine offizielle Anerkennung gefunden. Zuerst als

gelegentliches Ausdrucksmittel, dann als getrennt zu betreibendes Fach,

und erst in unseren Tagen macht man Ernst mit der Forderung, Zeichnen

nicht nur als technische Unterrichtsdisziplin gelten zu lassen,

sondern als eine Art Sprache in den Dienst des Gesamtunterrichts zu

stellen. Diese Entwicklung hat eine lange Geschichte hinter sich,

und es ist interessant zu beobachten, wie bereits vor 150, ja vor

200 und vor 250 Jahren die ersten Pfadfinder, die zumeist über eine

geringe zeichnerische Fertigkeit verfügten, doch im wesentlichen schon

Forderungen erhoben, die erst in unserer Zeit Verwirklichung finden

konnten.

Was 1658 Amon +Comenius+ mit seinem »~Orbis pictus~« versuchte, was

er in seinem »~Informatorium~« und in seiner »~Didactica magna~«

verlangte; was 1693 John +Locke+ in den »Gedanken über Erziehung«;

was 70 Jahre später Jean Jacques +Rousseau+ im »Emil« geschrieben;

was +Francke+ und +Basedow+ in ihren Anstalten zu Halle und zu Dessau

praktisch durchzuführen suchten: das enthielt, wenn auch nur keimartig,

doch schon ein Großteil der Probleme und Lösungen, mit denen später

nach langer Erstarrung die modernen Reformer sich neu auseinandersetzen

mußten.

Schon jene ersten Fährtensucher haben das eigentliche +Ziel+

des Zeichenunterrichts in seiner Doppelaufgabe erblickt: in der

Bildung der +Sinne+ und ihrer Werkzeuge, in der damit bezweckten

+geistigen+ Schulung. So sahen besonders Comenius und Rousseau in der

zeichnerischen Betätigung ein vorzügliches Mittel, den Gesichtssinn

zu schärfen, die Hand geschickt und gewandt zu machen. Locke wies auf

die Unterstützung hin, die das Zeichnen dem Formengedächtnis erweisen

konnte. Comenius forderte Entwicklung des anschaulichen Denkens.

Rousseau sah im Zeichenunterricht ein Hilfsmittel der Erziehung zur

Selbsttätigkeit. Auch die praktische Verwendbarkeit zeichnerischer

Fähigkeiten und Fertigkeiten, der Nutzen dieser Kunst, wurde bereits

von Locke hervorgehoben.

Ähnliches gilt von den +methodischen Maßnahmen+, die jene Pioniere

auf dem Gebiete des Schulzeichnens anwandten, um zu ihren Zielen

zu gelangen. Auch die Elemente moderner Didaktik fanden bereits

ihre Vertreter: Rousseau forderte mit der Leidenschaft des extremen

Reformers das Zeichnen nach der Natur. Comenius, Francke und Basedow

ließen auch das Vorbild gelten. Comenius insbesondere wies auf den

Wert der Bildbetrachtung hin. Der Gang vom Leichten zum Schweren,

vom Einfachen zum Zusammengesetzten fand Berücksichtigung in den

Vorschlägen eines Francke und eines Basedow. Die modernsten unter den

Reformern -- ein Scharrelmann z. B. -- fanden ihren Vorgänger bereits

in Rousseau, der die absonderliche Forderung erhob, der Lehrer dürfte

-- wenigstens in den Augen der Schüler -- nicht besser zeichnen können

als der Lernende selbst: »Und wäre ich ein Apelles, so würde ich mich

ihm gegenüber doch als elender Farbenkleckser zeigen!« Ja, sogar

allerneueste Gepflogenheiten -- die Ausstellung der Schülerarbeiten --

hat bereits vor 1762 französischer Esprit zur Tat werden lassen -- wenn

auch nur im pädagogischen Roman.

Was jene ersten Pfadfinder, was u. a. auch die Philanthropisten

+Bahrdt+, +Salzmann+, +Trapp+ und +Blasche+ brachten, das war wohl

eine Fülle von Anregungen und wertvollen Elementen; als eine wirkliche

+Methodik des Zeichenunterrichts+ aber können jene Gedanken und

Versuche nicht angesprochen werden. Als erster Zeichenmethodiker für

den Schulunterricht dürfte der Schweizer Joh. Heinr. +Pestalozzi+

(1746--1827) gelten. Sonderbar: ein Mann, der selbst nicht zeichnen,

der -- nach seinem eignen Bekenntnis -- nicht einmal richtig schreiben

konnte, sollte doch aus gesundem +pädagogischem+ Instinkt heraus das

Rechte finden: Jenen Weg, den die Größten unter den Großen der Kunst,

den ein Leonardo +da Vinci+, den gleichzeitig ein Albrecht +Dürer+,

den unter den Modernen ein Hans +Thoma+ von künstlerischem Standpunkte

aus als den rechten Weg bezeichneten. Denselben Pfad, auf den auch der

denkende Philosoph -- es sei nur an Herbert +Spencer+ erinnert -- als

auf den einzig gangbaren hinwies.

Es ist für den Laien schwer, aus den Schriften Pestalozzis mit

ihrem eigenartig krausen Stil, aus seiner ungewohnten Terminologie

herauszulesen, was der große Reformator eigentlich meinte. Es würde

irreführen, wollte man seine eigenen praktischen Versuche oder gar

die seiner Jünger mit den Ideen im »ABC der Anschauung«, im »Bericht

an die Eltern«, und besonders in dem methodisch bedeutsamen Werk

»Wie Gertrud ihre Kinder lehrt« identifizieren. Pestalozzi war zwar

ein pädagogisches Genie, aber ein praktisch unbeholfener Mensch. Was

seinem Kopfe entsprang, das sollte fruchtbar werden für die Methodik

des folgenden Jahrhunderts. Was er selbst praktisch verwirklichte,

war zum großen Teil Stümperei -- auch in methodischer Hinsicht. Das

gilt besonders von den Theorien und Versuchen auf dem Gebiete des

Zeichenunterrichts.

Es hat für uns keine Bedeutung mehr, was und wie er zeichnen ließ.

Seine diesbezüglichen Maßnahmen zählen wir heute zu den Verirrungen,

ebenso die Methoden seiner Jünger. Was aber in seinen Gedankengängen

mühsam Ausdruck finden konnte, das hat Ewigkeitswert und kann auch

heute noch richtunggebend wirken. Ich will versuchen, mit eigenen

Worten kurz darzustellen, welchem der Pestalozzischen Grundgedanken ich

diese hohe Bedeutung zusprechen möchte.

Der große Schweizer schloß etwa folgendermaßen: Was an sichtbaren

Eindrücken auf den Menschen wirkt, das ist zunächst ein verwirrendes

Vielerlei. Soll Klarheit in dieses ungegliederte, undefinierbare Chaos

gebracht werden, so muß geordnet, isoliert, vereinfacht werden. Die Ur-

oder Grundformen müssen aus dem Formenwirrwarr der Außenwelt gelöst,

für sich betrachtet, für sich erfaßt und bis zur Geläufigkeit geübt

werden. Die Gesamtheit dieser Urformen nannte Pestalozzi das »+ABC

der Anschauung+«. Dieses zeichnerische Alphabet sollte das Fundament

einer Kunstsprache werden: Wie beim Schreiben aus Buchstaben Wörter,

aus Wörtern Sätze gebildet werden, so sollten durch Zusammenfügen aus

Linien und Bogen Winkel und in einem lückenlosen Unterrichtsgang die

»Urform aller Ausmessungsformen, das gleichseitige Viereck«, ferner der

Kreis, das Oval, das Dreieck u. a. konstruiert werden.

All diese Formen sollten die Kinder kennen und benennen lernen

und endlich durch Übung dahin gebracht werden, sie selbständig

nachzuzeichnen. Gleichzeitig sollten sie angehalten werden, die

gelernten Urformen an wirklichen Gegenständen nachzuweisen: »Sobald das

Kind die Horizontallinie, mit welcher das ABC der Anschauung anfängt,

richtig und fertig zeichnet, so sucht man ihm aus dem großen Chaos

der Anschauungen Figuren aus, deren Umriß nichts anderes ist, als die

Anwendung der ihm geläufigen Horizontallinie oder wenigstens nur eine

unmerkliche Abweichung derselben fordert.« Auf diese Weise entwickelte

sich nach Pestalozzi die »Anschauungskunst«, das Vermögen, jeden

Gegenstand der Natur nach seinen räumlichen Verhältnissen richtig zu

benennen, und die »Zeichnungskunst«, die Fähigkeit, jeden Gegenstand

der Natur nach seinen räumlichen Verhältnissen richtig darzustellen.

Pestalozzi wollte also ein Doppeltes: Zunächst gliedert er die

Mannigfaltigkeit der Eindrücke, greift einen Einzeleindruck -- Linien,

geometrische Figur -- heraus und übt sie bis zur Geläufigkeit --

nach ihren sachlichen, sprachlichen und zeichnerischen Verhältnissen.

Dann sucht er nach Verwendung der gewonnenen Formen innerhalb der

Mannigfaltigkeit der Außenwelt: nach Möglichkeiten für die wirkliche

Existenz der Grundform. Indem er so im Laufe des Unterrichts nach und

nach alle Urformen und ihre Zusammensetzungen vermittelt, hofft er das

sichtbare All begrifflich und zeichnerisch zu erobern.

Die »bestimmten Ausmessungsformen der Gegenstände« werden auf diese

Art »zu einer Geläufigkeit und zu einer Art Takt erhoben«, daß sogar

in den »verwickeltsten Gegenständen« »ohne Hilfe der eigentlichen

Ausmessungen« alle Teile in ihren gegenseitigen Verhältnissen

zueinander richtig vorgestellt und richtig bezeichnet werden können.

+Pestalozzi+ wollte die Natur, die Wirklichkeit begrifflich und

zeichnerisch erobern. Auch +Rousseau+ wollte es. Nur schlugen beide

verschiedene Wege ein. Rousseau wollte nur Natur zulassen: »Mit meinem

Willen soll er keinen anderen Lehrer als die Natur, keine anderen

Vorbilder als die Gegenstände selbst haben.« Pestalozzi bediente sich

eines Zwischengliedes, eben jenes zeichnerischen Alphabets, das er

ein »ABC der Anschauung« nannte. Rousseau stellte die Wirklichkeit

an den Anfang seiner methodischen Maßnahmen, Pestalozzi hingegen das

Elementare: die »Urform«, die Abstraktion -- Gedankendinge wie Linien,

Bogen, Winkel und geometrische Figuren.

Rousseaus Emil, der selbst nur eine Romanfigur ist, hat in Wirklichkeit

nie zeichnen gelernt. Pestalozzis Schüler hingegen lernten zeichnen.

Jene Urformen trieben sie bis zur Geläufigkeit, so daß selbst Herbart

noch in späteren Jahren mit einer Art Neid an die zeichnerische

Fertigkeit der kleinen Knaben und Mädchen zurückdachte, die er bei

seinem Besuche in der Schweiz unter Pestalozzis Leitung beobachten

konnte.

Pestalozzis Methode versprach praktischen Erfolg. Sie mutete zwar

weniger genialisch an als die des Franzosen. Sie sah mehr nach

deutscher Gründlichkeit, nach Systematik, ja nach einer Art Pedanterie

aus. Das war jedoch mit ein Grund, warum diese Richtung zunächst Schule

machen konnte. Zwei Gedanken waren es, die von Pestalozzis Jüngern

begierig aufgegriffen wurden. Der eine hieß: +Elementarformen!+ Der

andere: +Natur!+ Im Grunde genommen wollte der große Schweizer mit

seinen Elementarformen +Natureroberung+ und durch die Eroberung der

Außenwelt +Bildung der Innenwelt+, der menschlichen Kräfte. Aber wie

so oft -- besonders in der Pädagogik -- ein Ganzes nur in seinen

Einzelheiten erfaßt, in seinen Grundideen jedoch ins Gegenteil

verkehrt wird, so erging es auch Pestalozzi bei den Pestalozzianern.

Nicht das Oberziel hatte man im Auge, sondern jenes Mittel, das ABC,

die Elementarform. Den großen Schweizer hatte zunächst eigentlich

keiner ganz verstanden. Sie hatten alle aus jenem Gedankengang nur ein

Element herausgegriffen; denn was sie »Natur« nannten, war eigentlich

auch nur Elementarform -- körperhafte Elementarform -- nicht Natur im

Sinne Pestalozzis oder gar im Sinne Rousseaus.

Kein Wunder, wenn der Zeichenunterricht der folgenden Jahrzehnte der

Erstarrung anheimfiel. Es kam die Zeit der Kopiermethoden, die Zeit der

Zeichenhefte mit eingedruckten Vorlagen. Man zeichnete in Liniennetze,

nach Richtpunkten -- die Stigmographen gewannen Geltung.

In Preußen war durch die Allgemeinen Bestimmungen vom 15. Okt. 1872

der Zeichenunterricht obligatorisch geworden. Der Hamburger ~Dr.~

+Stuhlmann+ hatte einen eigenen Lehrplan und eine neue Methode

geschaffen, die überall den abstrahierenden Mathematiker, den

nüchternen Gewerbetechniker durchblicken ließ, die künstlerischen

Interessen jedoch vernachlässigte. Zu rechtem Leben konnte es der

Zeichenunterricht unter solcher Führung nicht bringen. Es war das

Charakteristische dieser Zeit, daß die eigentlichen Techniker, die

Fachmethodiker dem Zeichenunterricht mit Geschick und Konsequenz alles

Reizvolle und Lebenweckende nahmen und ihn abseits stellten von allen

übrigen Unterrichtsfächern, bis er zum langweiligsten, ödesten und

trostlosesten geworden war.

Die rechte Erneuerung konnte nur durch +die Kunst selbst+ kommen. Die

Fachmenschen hatten abgewirtschaftet. Als einen Vorgänger der kommenden

Bewegung darf man den Leipziger Zeicheninspektor Fedor +Flinger+ gelten

lassen, wenn er auch noch in vieler Hinsicht zu den Vertretern der

alten Schule zählt. Doch merkte man ihm, der sich auch als humorvoller

Illustrator einen Namen gemacht hatte, wohl an, daß er von der Kunst,

nicht von der Wissenschaft oder vom Gewerbe kam. Er ist -- dem Geiste

nach -- mehr Pestalozzianer gewesen als all die genannten Elementar-

und Naturformenzeichner der vorausgehenden Epoche zusammengenommen.

Gleich dem Schweizer Bahnbrecher strebte er nach »bewußtem Sehen«

und dachte sich darunter das Vermögen, aus der verwirrenden

Mannigfaltigkeit der Außenwelt die Urformen abzulesen. Was jedoch

als geometrische Form vermittelt wurde, das sollte nicht Abstraktion

bleiben, sondern -- ganz wie bei Pestalozzi -- in der Wirklichkeit

wieder erkannt und wieder verwendet werden. Gleich Pestalozzi sah

Flinger im Zeichnen ein Mittel zur +geistigen+ Bildung. Den Intellekt,

den Schönheitssinn, ja den ganzen Charakter des werdenden Menschen

glaubte Flinger durch einen richtig betriebenen Zeichenunterricht

entwickeln zu können. Gesunden pädagogischen Instinkt offenbarte im

Gegensatz zur Stuhlmannschen Methode besonders die Bevorzugung der

farbigen Darstellung.

So sehen wir denn in seinen Schriften wie in denen seines Landsmannes,

des sächsischen Seminarzeicheninspektors Prof. F. O. +Thieme+, eine

Reihe neuer, vorwärtstreibender Gedanken Ausdruck gewinnen. Die

eigentliche Umwandlung aber sollte nicht einem allmählichen Nach und

Nach überlassen bleiben, sondern erfolgte mit plötzlichem Ruck Ende der

achtziger oder anfangs der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts.

~B.~ Der neue Kurs.

Die neuzeitliche Reform des Zeichenunterrichts nahm ihren Anfang in

England und Amerika. John +Ruskin+, William +Morris+, Walter +Crane+

hatten dort seit Mitte des vorigen Jahrhunderts durch Wort und Tat auf

eine Erneuerung der nationalen Kunst und des nationalen Kunstgewerbes

hingewirkt. Man sah in der Umgestaltung des Zeichenunterrichts ein

Mittel, durch das die Nation und ihre Kultur einer höheren Entwicklung

zugeführt werden konnte.

In London hatte E. +Cooke+ seinen »~Syllabus of Instruction in

Drawing~« herausgegeben und einer Anzahl von Grundsätzen und

Gepflogenheiten, die bisher als unumstößliche Wahrheiten gegolten

hatten, den Krieg erklärt: Das historische Ornament sollte

ausgeschaltet werden. Nicht Abstraktion, sondern Leben müsse geboten

werden. Nicht darauf komme es an, irgendeine überkommene Form zu

kopieren, sondern darauf, die im Kinde schlummernden Kräfte zu wecken

und zu gestalten, nicht an den Stilgesetzen einer toten Vergangenheit,

sondern an den lebendigen Formen der heimatlichen Natur.

Jenseits des Atlantischen Ozeans, in Nordamerika, waren ähnliche

Gedanken wirksam geworden. Dort war ein Baustein, den die deutsche

Pädagogik hatte abseits liegen lassen, zum Grund- und Eckpfeiler

der neuen Bewegung geworden: Friedrich +Froebel+, der Schöpfer der

Kindergärten. Froebel hatte mit allem Nachdruck auf den Wert des

»Gestaltens an und durch Stoff« hingewiesen. »Selbsterziehung und

Selbstbelehrung« hatte er für das Kind gefordert. Die Amerikaner

suchten diese Forderungen in die Tat umzusetzen und zwar vor allem

auf dem Gebiete der zeichnerischen Darstellung und des plastischen

Gestaltens. Was Liberty +Tadd+ in Philadelphia, was +Prang+ in

Boston verlangten und durchführten, das war im wesentlichen vom

Geiste Froebels beeinflußt: Schöpferische Kräfte sollten geweckt und

gefördert werden. Nicht nach toten Stilformen, sondern nach der Natur

ließ man zeichnen. Zur zeichnerischen Darstellung kamen als Ergänzung

Modellieren und Holzschnitzen. Als Modelle dienten Gegenstände der

wirklichen Umgebung, Pflanzen, Tiere, Menschen, Landschaften. Oberstes

Ziel des Unterrichts war geistige Bildung: Liebe zur Natur, sittliche

Tüchtigkeit.

Es ist für den aufmerksamen Beobachter dieser Bewegung interessant,

wie trotz der scharfen Gegensätze zur vorausgehenden Richtung, trotz

mancher Sonderbarkeiten -- es sei nur an Tadds beidarmige Übungen

erinnert -- doch eine eigenartige Verwandtschaft mit den Ideen

Pestalozzis in Erscheinung tritt. Bevor das eigentliche Zeichnen

nach der Natur beginnt, wird eine Reihe von Farben-, Form- und

Figuren+typen+ vermittelt, also gewissermaßen auch ein »ABC der

Anschauung«, wie Pestalozzi es forderte. Die Kinder sollen -- wie beim

Erlernen der Schriftformen -- auch beim Erlernen der zeichnerischen

Grundformen so lange geübt werden, bis sich die Wiedergabe automatisch

vollzieht.

In Deutschland wäre der Einfluß der Engländer und Amerikaner

wahrscheinlich nicht in dem Maße geltend geworden, als es tatsächlich

der Fall war, wenn nicht andere Erscheinungen mitgeholfen hätten,

die seitherige Zeichenmethode in Verruf zu bringen. Vor allem

die Niederlagen der deutschen Produktion auf den verschiedenen

Weltausstellungen: 1851 und 1862 in London, 1855 und 1867 zu Paris,

1873 zu Wien und 1893 in Chicago. Die Deutschen hatten dabei erfahren

müssen, daß ihre Grossomaxime »Billig und schlecht!« den Weltmarkt

nicht auf die Dauer erobern konnte, und man sah in der Reform des

Zeichenunterrichts nach englischem und amerikanischem Muster eines der

Mittel, der kunstgewerblichen Misere zu steuern.

Es ist hier nicht der Raum gegeben, im einzelnen zu erörtern,

was die deutschen Reformer, was +Nietzsche+ und +Langbehn+ für

die Umgestaltung der Kulturwertung im allgemeinen, was ~Dr.~ Gg.

+Hirth+, was die Professoren Wilh. +Rein+, Adelbert +Matthäi+, Konrad

+Lange+, was C. +Götze+, Fritz +Kuhlmann+ und H. +Grothmann+ für

den Zeichenunterricht im besondern getan und erreicht haben. Nicht

der Platz, die Verdienste eines Alfred +Lichtwark+, eines Ferdinand

+Avenarius+, eines +Schultze-Naumburg+, Albert +Dresdner+, Ernst

+Linde+, Herm. +Muthesius+ oder die der Hamburger Lehrervereinigung

um die Kunsterziehung zu würdigen. Nicht die Stelle, eine

ausführliche Betrachtung und Kritik der +Kunsterziehungstage+ und der

+internationalen Zeichenkongresse+ zu geben. Nur die grundstürzenden

neuen Ideen, wie sie in der großen Bewegung Ausdruck fanden und

wie sie sich in dem vom Preußischen Ministerium am 12. Juni 1902

herausgegebenen Amtl. Lehrplan zum Siege durchrangen, sollen kurz

dargelegt werden.

Der frühere Zeichenunterricht war für den Schüler eine Geduldsprobe.

Phantasie und Gemütsleben gingen leer aus. Korrektheit, peinliche

Sauberkeit und Glätte der Ausführung verlangte man in erster Linie.

Dadurch wurde der ganze Zeichenunterricht für viele zur widerlichen

Last.

Demgegenüber sieht die Gegenwart im Zeichenunterricht ein allgemein

ästhetisches Bildungsmittel, wodurch künstlerische Genußfähigkeit und

Kunstsinn geweckt und entfaltet werden. Nicht manuelle Fertigkeit

gilt als Hauptsache, sondern Richtigkeit in der Erfassung eines

Eindruckes, Entschlossenheit und Frische in seiner Wiedergabe. Das

Beobachtungsvermögen, das Form- und Farbengedächtnis sollen entwickelt

werden. Zwar will man auch zur technischen Geschicklichkeit erziehen;

doch darf das technische Können nicht als ausschlaggebendes Kriterium

des Unterrichtserfolges gelten. Nicht um die Nachahmung überlieferter

Stilformen kann es sich handeln; nicht ein immer wiederkehrendes

Einerlei darf geboten werden; darum fordert die Reform Rückkehr zur

Natur, Freiheit von aller Schablone, Befreiung der schaffenden Kräfte,

Übung am Gegenständlichen, am Wirklichen, an heimischem Gerät, an

heimischer Kunst und Natur.

So stellt sich uns die moderne Umgestaltung im wesentlichen als

eine Reform nach künstlerischen und psychologischen, nicht nach

gewerblichen Gesichtspunkten dar. Nicht um die Herstellung tadelloser

Ausstellungsprodukte kann es sich handeln, sondern darum, die im

Menschen schlummernden Anlagen, sein Ich, seine Persönlichkeit zur

Entfaltung zu bringen. Zugleich gilt Zeichnen als eine Art Sprache,

als natürlichstes Ausdrucksmittel für die Welt des Sichtbaren, wo die

Lautsprache nicht ausreicht. Darum fordert die Gegenwart Befreiung des

Zeichenunterrichts aus der fachmännischen Umklammerung -- Zeichnen als

Prinzip.

Der Weg zur Zeichenkunst Ein Büchlein für theoretische und praktische Selbstbildung · 第 1 / 7 段