Wir haben einen Gott und Herrn,

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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1880 erschienenen Buchausgabe

so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische

Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und

altertümliche Schreibweisen, insbesondere bei Personen- und

Ortsnamen sowie regional gefärbte Ausdrücke bleiben gegenüber dem

Original unverändert, sofern die Verständlichkeit des Textes davon

nicht beeinträchtig wird; fremdsprachliche Zitate wurden nicht

korrigiert.

Das neunte Kapitel wird im Original erneut als ‚Siebentes Kapitel‘

aufgeführt; die korrekte Nummerierung wurde wiederhergestellt.

Fußnoten wurden an das Ende des jeweiligen Kapitels verschoben. Das

Inhaltsverzeichnis wurde vom Bearbeiter erstellt.

Umlaute in Großbuchstaben (Ä, Ü) werden im vorliegenden Buch als

Ae bzw. Ue umschrieben.

Besondere Schriftschnitte wurden in der vorliegenden Fassung mit

den folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet:

fett: =Gleichheitszeichen=

gesperrt: +Pluszeichen+

Antiqua: ~Tilden~

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[Illustration: Titelbild.

~F. S.~

Berg Maria.

]

Treu bis in den Tod.

Die Berg-Maria,

oder

Wer nur den lieben Gott läßt walten.

Eine

Geschichtliche Erzählung

aus

Pennsylvanien.

Von

L. A. Wollenweber.

[Der Alte vom Berge.]

Mit Illustrationen von F. Schlitte.

Philadelphia:

Verlag von +Ig. Kohler+, No. 911 Archstraße.

1880.

~Entered according to Act of Congress, in the year 1880, by

IG. KOHLER,

In the office of the Librarian of Congress, at Washington.~

Inhalt.

Seite

Erstes Kapitel. 5

Zweites Kapitel. 11

Drittes Kapitel. 19

Viertes Kapitel. 25

Fünftes Kapitel. 38

Sechstes Kapitel. 43

Siebentes Kapitel. 54

Achtes Kapitel. 61

Neuntes Kapitel. 64

Erstes Kapitel.

Wo Maria geboren. -- Ihre Eltern. -- Die Auswanderung nach

Pennsylvanien. -- Schreckliche Erlebnisse auf dem Weltmeere.

Wenn man jetzt mit dem Eisenbahnzuge thalwärts Stuttgart, die

Hauptstadt des Würtemberger Landes, verläßt, erreicht man in wenigen

Minuten an der ersten Station das schöne, an einem Abhange gelegene

Dörfchen +Feuerbach+, dessen Name schon in den ältesten Geschichten

des Schwabenlandes genannt wird. Hier wurde in der zweiten Hälfte des

vorigen Jahrhunderts unsere +Berg-Maria+ geboren; der Name ihrer Eltern

war +Jakob+ und +Maria Jung+, bemittelte Bauersleute, die ihren drei

Kindern +Jakob+, +Johann+ und +Maria+, so weit es in jener Zeit möglich

war, eine gute christliche Erziehung geben ließen.

Schlechte Ernten, hohe Steuern, die den Bauern damals von den

verschwenderischen Herzögen von Würtemberg auferlegt wurden, machten

den Vater unserer Maria muthlos, und er sah ein, daß er, trotz

allem Fleiß und Sparsamkeit, mit jedem Jahre ärmer wurde, worauf er

beschloß sein Gütchen zu verkaufen und nach Amerika auszuwandern, so

wehe es ihm auch that, seine schöne Heimath zu verlassen, wo seine

Eltern und Ureltern sich redlich ernährt, und in kühler Erde auf

dem schöngelegenen Gottesacker ruhten. Doch, von Amerika kam ja

ein so schöner Ruf, der Tausende bestimmte, das deutsche Vaterland

zu verlassen, so dachte auch Vater Jung, daß auch er mit Fleiß und

Beharrlichkeit sich dort eine neue Heimath gründen könne und seinen

Kindern eine bessere Zukunft bereiten, wie dieses in Heimbach möglich

sei.

Bald fand er auch einen Käufer für sein Gütchen und Weinberg und

rüstete sich für die weite, damals noch beschwerliche und gefährliche

Reise, und verließ bald mit Frau und Kindern wehmüthig seine Heimath.

Nach einer wochenlangen Reise erreichte die Familie die Seestadt

Amsterdam in Holland, von wo aus damals viele Schiffe nach der Stadt

Philadelphia in Amerika abgingen, und wo sie hofften bald eine passende

Reisegelegenheit zu finden. In jener Zeit hatten sich gar viele

Europamüde in Amsterdam eingefunden, und jedes Schiff, das von dort

nach Amerika ging, war mit Auswanderern überfüllt, die wie Schaafe

zusammen gedrängt und noch dazu auf das Schlechteste beköstigt wurden,

wodurch denn auch nach kurzer Reise schon bösartige Krankheiten unter

den Passagieren entstanden und der Tod reiche Ernten hielt.

Auch die Familie Jung kam, nachdem sie mehrere Wochen auf eine

Schiffsgelegenheit gewartet, auf ein solches Schiff, welches außer den

großen Unbequemlichkeiten auch einen gewissenlosen Capitän und eine

gar rohe Mannschaft hatte. So kam es denn auch, als die Auswanderer

kaum zwei Wochen auf hoher See waren, eine pestartige Krankheit auf dem

Schiff ausbrach und der Tod viele, ja sehr viele Opfer forderte. Kaum

war das Leben der Armen aus dem Körper gewichen, so kamen auch schon

die rohen Matrosen und warfen den Todten mit wahrer Lust in die Tiefe

des Meeres.

Unbeschreibliche Noth und Schrecken herrschten auf dem Schiffe und das

Jammern war Tag und Nacht herzzerreißend. -- Auch die Eltern und Brüder

unserer Maria wurden von der Pest weggerafft und noch an demselben Tage

in die Fluthen des Meeres versenkt. Einsam, trost- und hoffnungslos,

mit rothgeweinten Augen, saß das arme Mädchen auf dem Lager, wo der

Tod ihre Lieben heimgesucht hatte. Nachdem der große Schmerz etwas

nachgelassen und Maria wieder einige Ruhe in ihr Herz bekommen, nahm

sie das Gebetbuch ihrer Mutter und suchte Trost darin, sie betete sehr

andächtig zu dem allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde, und

bald wurde es ihr auch leichter. Trost und Hoffnung kam wieder in ihre

Seele und ruhiger wurde es in ihrem Gemüthe.

So saß sie eines Tages traurig auf dem Verdeck des Schiffes und blickte

hinaus in die Wellen die ihre Lieben begraben, und Thränen füllten

die Augen; da nahte sich ihr ein junger, wohlgekleideter Mann mit

aufrichtigem Gesicht, bot ihr freundlich einen guten Tag und versuchte

sie zu trösten. Da das Mädchen den Gruß und die Trostworte freundlich

aufnahm, so bot er der Verlassenen auch seinen Schutz an, den sie mit

Dank annahm.

+Theodor Benz+, so hieß der junge Mann, war in einem Dörfchen bei

der Stadt Lahr in Baden geboren, wo sein Vater Ackerbau betrieb, sich

aber leider nur kümmerlich ernähren konnte, denn er war reichlich mit

Kindern gesegnet. Als Theodor, der zweitälteste Sohn in der Familie,

erwachsen war und einsah, daß er seinen Eltern wenig nützen konnte,

nahm er sich vor, nach Amsterdam zu gehen, wo Agenten aus Amerika sich

aufhielten, welche kräftige junge Männer für den Ackerbau suchten und

freie Ueberfahrt versprachen, die aber von den Leuten in Amerika wieder

abverdient werden müßte.

Mit Bewilligung und dem Segen seiner Eltern trat er die Reise nach

Amsterdam an. Wie erwähnt, seine Eltern waren arm und konnten dem

jungen Manne nur wenig Geld zur weiten Reise mitgeben, doch Theodor war

zufrieden, er hatte ja der Eltern Segen und an dem war ihm am meisten

gelegen; er war religiös erzogen, ehrte, wie ein braves Kind es thun

muß, seine lieben Eltern und Geschwister, und somit dachte er sich

reich.

Nach einem zweiwöchentlichen Marsche, ein Ränzchen auf dem Rücken,

einen derben Stock in der Hand, aber ganz mittellos, erreichte er

die Seestadt Amsterdam, wo er glücklich bald einen amerikanischen

Agenten fand, der ihn, nachdem er sich verpflichtet, für die Kosten

der Ueberfahrt, dem Aufenthalt in Amsterdam, Farmarbeiten in Amerika

zu verrichten, aufnahm. Auf diese Weise wurden in jener Zeit viele

Personen beiderlei Geschlechts, sogar Kinder, nach Amerika befördert,

wo ihnen leider, nicht allein auf dem Schiffe, sondern auch bei ihrer

Ankunft in Amerika, besonders in Philadelphia, ein trauriges Loos

zufiel. Hören wir, was ein gewisser Gottlieb Miltenberger, der im Jahre

1750 von Würtemberg nach Philadelphia kam, darüber sagt:

„Der Menschenhandel auf dem Schiffsmarkt geschieht also: Alle Tage

kommen Engländer, Holländer und hochdeutsche Leute aus der Stadt

Philadelphia und sonst aller Orten, zum Theil sehr weit her, und gehen

auf das angekommene Schiff, welches Menschen von Europa gebracht,

feil hat und suchen sich unter den gesunden Personen, die zu ihrem

Geschäfte passen, heraus und handeln mit denselben, wie lange sie

für ihre, auf sie haftende Seefracht, welche sie gemeiniglich noch

ganz schuldig sind, dienen wollen. Wenn man dann des Handels eins

geworden, so geschieht es, daß erwachsene Personen für diese Summe,

nach Beschaffenheit ihrer Stärke und Alter, drei, fünf bis sechs Jahre

zu dienen sich verbinden. Die ganz jungen Leute aber von 10 bis 15

Jahren müssen dienen bis sie 21 Jahre alt sind. Viele Eltern müssen

ihre Kinder selbst verhandeln und verkaufen wie das Vieh, damit sie,

wenn die Kinder ihre Frachten auf sich nehmen, vom Schiffe frei und los

werden können. Da nun die Eltern oft nicht wissen, wohin ihre Kinder

kommen, so geschieht es oft, daß nach dem Abscheiden vom Schiffe manche

Eltern und Kinder viele Jahre oder gar Lebenslang einander nicht wieder

sehen. Ein Mann muß für sein Weib, wenn sie krank hinein kommt und so

ein Weib für ihren Mann stehen und die Fracht auf sich nehmen, und also

nicht allein für sich, sondern auch für den Kranken fünf bis sechs

Jahre dienen.“[1]

Kehren wir nun wieder zu unserer Erzählung zurück. Durch das öftere

Zusammensein der beiden jungen Leute Theodor und Maria fanden sich

bald ihre Herzen, und treue und aufrichtige Liebe fesselte die jungen

Leute. Sie schwuren, sich nie zu verlassen in Freud und Leid, und

baten in inständigem Gebet den allmächtigen Gott, daß er sie stets

beschützen möge. Eines Tages aber, als man das Festland sehen konnte

und Alles auf dem Schiffe in froher Stimmung war, trat Benz traurig und

niedergeschlagen zu Maria und sagte mit bebender Stimme: Meine liebe

Maria, nur noch einige Tage und wir müssen eine zeitlang von einander

scheiden, denn sobald das Schiff vor Philadelphia Anker wirft, wirst

du frei ans Land gehn können, ich aber darf das Schiff nicht eher

verlassen, bis sich Jemand findet, der meine Fracht bezahlt und dem ich

dann mehrere Jahre dienen muß. Ich bin ein „Verdungener.“

Theodor erwartete nun, daß Maria, von deren wahrer Liebe zu ihm er

überzeugt war, erschrecken werde, aber diese sprang freudig auf,

reichte ihm die Hand und sprach: „Gott dem lieben Gott sei Dank, daß

ich dir helfen kann, ich, ich will dich loskaufen, wie viel bist du

schuldig?“ „150 holländische Gulden,“ erwiederte Theodor. „Gut denn,“

nahm das gute Mädchen wieder das Wort; „durch den Tod der lieben

Meinigen ist mir von ihrer Hinterlassenschaft ein gutes Sümmchen

zugekommen, das ich sorgfältig aufbewahrt habe, komm mit mir hinab, du

sollst augenblicklich die erwähnte Summe haben.“ Mit unaussprechlichem

Dankgefühl drückte Theodor seiner Maria die Hand.

[1] Den obigen Bericht haben wir Herrn Professor Seidensticker

in Philadelphia zu verdanken, der ihn in alten Dokumenten

fand. Der Verfasser dieser Erzählung hat auch mehrere Deutsche

gekannt, welche die Ueberfahrt abverdienen mußten. Im Jahre

1818 hat der Congreß den Menschenhandel aufgehoben.

Zweites Kapitel.

Ankunft in Philadelphia. -- Der brave Pastor Mühlenberg. -- Frau

Kreuderin zum goldenen Schwan. -- Der Bauer aus Oley. -- Schwerer

Abschied.

Endlich hatte das Schiff nach einer Fahrt von 92 Tagen die Stadt

Philadelphia erreicht, und kaum seine Anker am Fuße der Highstraße

(jetzt Marktstraße) geworfen, so fanden sich auch schon mehrere

Personen auf demselben ein, um Arbeiter zu suchen und den erwähnten

Menschenhandel zu treiben. Maria, deren Vater in Amsterdam die

Schiffsfracht für seine ganze Familie bezahlt hatte, konnte ungehindert

ans Land gehen, und Benz beeilte sich den Capitän zu bezahlen, damit

er Maria begleiten könne. -- Als der junge Mann in die Cajüte getreten

war, dem Capitän bemerkt, daß er seine Schiffsschuld bezahlen wolle

und 150 Gulden auf den Tisch legte, gerieth dieser Mensch in eine

große Wuth, hieß ihn einen Betrüger, der schon in Amsterdam das Geld

gehabt, Armuth geheuchelt und sich als ~Serve~ habe eintragen

lassen. Solchen Schwindel lasse er sich nicht gefallen, und wenn er ihm

nicht ein Pfund Sterling mehr bezahle, so wolle er dafür sorgen, daß

er nicht vom Schiffe komme, bis sich ein Kaufmann für ihn gefunden.

Eingeschüchtert durch den so rohen Seemann, nahm Theodor Benz wieder

das Geld von dem Tische und eilte auf das Deck, um seiner Maria die

traurige Kundschaft zu bringen. Bald hatte er das Mädchen gefunden,

welche zum Abgang gerüstet war, und sich mit einem Herrn in geistlicher

Tracht eifrig unterhielt. Als sie ihren lieben Freund mit blassem

Gesichte und großer Niedergeschlagenheit auf sich zukommen sah, eilte

sie schnell demselben einige Schritte entgegen und frug ängstlich was

ihm begegnet sei. Er erzählte mit kurzen Worten wie ihn der Capitän

behandelt und was er von ihm jetzt noch verlange. Lächelnd zog Maria

ihre Geldbörse und wollte ihrem Freund das verlangte Geld reichen, als

plötzlich der Herr im Priestergewande, der die Klage des jungen Mannes

vernommen, die Hand, die das Geld reichen wollte, zurückwies, und den

jungen Mann bat, die 150 Gulden mitzunehmen und ihm in die Cajüte zu

folgen.

Die freundlichen Worte des so achtbar aussehenden Mannes bestimmten

Theodor, dem Verlangen desselben zu folgen, und als beide in die Cajüte

eingetreten waren, ersuchte der Geistliche den jungen Mann die 150

Gulden wieder auf den Tisch zu legen, und frug dann den Capitän in

ruhigem aber festem Tone, ob er das Geld dort auf dem Tische, welches

die Frachtschuld des Anwesenden betrage, nehmen wolle oder nicht.

Als der Capitän die festen Worte vernommen und in dem Sprecher einen in

Philadelphia hochstehenden Prediger erkannte, röthete sich sein Gesicht

mit Zornesgluth, doch ohne weiteres zu bemerken, strich er ruhig das

Geld ein, und gab Benz den in Amsterdam abgefaßten Contrakt zurück,

worauf sich die beiden Männer ohne weitere Bemerkungen entfernten.

[Illustration:

~F. S.~

Berg Maria. S. 12.

]

Nachdem die jungen Leute dem ehrwürdigen Herrn herzlich gedankt, rief

derselbe einen Mann herbei und befahl ihm diese beiden Leute mit

ihren Sachen in das Gasthaus der Frau Kreuderin zu bringen, die in

der Sassafraßstraße (jetzt Racestraße) das Hotel zum goldenen Schwan

hielt, und der guten Frau zu sagen, daß er ihr diese beiden jungen

Leute zusende. Zu Theodor und Maria gewandt, sagte er, zieht hin, seid

fleißig und ehrbar, der Herr sei mit euch. Nach diesen Worten begab er

sich unter die übrigen Einwanderer.

Dieser brave Geistliche war kein anderer, als der in jener Zeit so

hochgeachtete deutsch-lutherische Pastor

+Heinrich Melchior Mühlenberg+,

der sich in jenen so trüben Tagen der armen Einwanderer mit großer

Selbstausopferung so liebreich annahm. Nichts konnte ihn abhalten,

wenn ein Einwanderer-Schiff bei Philadelphia Anker warf, auf dasselbe

zu eilen, gleichviel ob auch auf demselben bösartige Krankheiten

herrschten. Er brachte den Armen, Kranken und Elenden Trost und Hülfe.

Er war ein treuer Befolger der Lehre des Weltheilandes, und wird sein

Andenken geehrt werden bis in die spätesten Zeiten. Mit dankbarem

Herzen blickten Theodor und Maria dem guten Manne nach, und verließen

das Schiff, auf dem sie so viel Noth und Elend erlebt, und dankten im

Stillen dem lieben Gott, daß er sie von demselben befreit.

Bald hatten sie das Hotel der Frau Kreuderin erreicht und wurden von

derselben auf das Freundlichste empfangen. Frau Kreuderin war eine sehr

ehrsame und fromme Wittwe, die sich, nachdem ihr Mann am gelben Fieber

gestorben, welche Krankheit der Zeit oft in Philadelphia herrschte,

mühsam durchbringen mußte, war stets wohlgemuth und thätig, und

obgleich ihre Mittel auch beschränkt, so half sie doch in freundlicher

Weise den bedürftigen Einwanderern, welche ihr zugesandt wurden,

und gar Mancher wurde von ihr gespeist und beherbergt, ohne dafür

entschädigt zu werden.

Als Theodor und Maria, welche mit Empfehlungen des ehrwürdigen Pastors

Mühlenberg in ihrem Hause aufgenommen waren, sich sehr anständig

betrugen, und Maria ihr trauriges Schicksal erzählt hatte, so fühlte

sie sich zu ihnen in wunderbarer Weise hingezogen. Sie küßte Maria, und

mit Thränen in den Augen sagte das gute Mütterlein: Tröste dich, liebes

Kind, du sollst an mir, wenn du brav bist, eine zweite Mutter finden.

Vorerst bleibst du bei mir, du kannst in der Küche und Stube helfen,

bis ich einen anständigen Platz für dich gefunden habe, und für den da,

sie reichte Theodor freundlich die Hand, werde ich bald einen Platz

bei einem Bauern finden, denn da ist er in seinem Element, und ist er

fleißig und ehrlich, wird er bald in unserm gesegneten Pennsylvanien

ein selbstständiger Bauer sein.

Nicht lange sollten Theodor und Maria unter einem Dache bleiben,

denn schon am dritten Tage nach ihrer Ankunft im goldenen Schwan

kam ein wohlhabender deutscher Bauer aus Oley, einer fruchtbaren

Landschaft in dem jetzigen Berks County gelegen, in das Gasthaus der

Frau Kreuderin, wo er immer einkehrte, wenn er nach Philadelpia kam,

denn bei der ehrbaren Frau war er stets gut aufgenommen. Nachdem

sich die alten Freunde herzlich begrüßt, sagte er, er sei gekommen,

um einen jungen deutschen Bauern zu suchen, der sich bei ihm gegen

guten Lohn und Behandlung verdingen wolle. Er verspreche auch, wenn er

ihm drei bis vier Jahre treulich diene, zu einem schönen Stück Land

zu verhelfen, auf welchem er sich dann häuslich niederlassen könne.

Freudig überrascht, reichte die gute Kreuderin, welche den Bauern als

einen sehr ehrbaren Mann kannte, die Hand und sagte: Meister Friedrich

Leinbach, so hieß der Bauer, ihr braucht nicht weit zu laufen, um den

rechten Mann zu finden, ich habe ihn im Hause, doch ehe ich ihn euch

zuführe, müßt ihr mir fest versprechen, daß ihr den jungen Mann gut

behandelt und ihr könnt euch dann darauf verlassen, daß er fleißig ist

und euch gute Dienste leisten wird, er ist ein Bauerssohn und scheint

mir ein gar williger und gutmüthiger Mensch zu sein, der sich vor

keiner Arbeit fürchtet.

Danke! danke! rief Leinbach, ich gebe euch, Frau Kreuderin, das

Versprechen, daß der junge Mann bei mir und bei meiner Familie gut

aufgehoben sein soll. Schnell eilte die gute Frau hinaus und kam bald

mit Theodor zurück, und stellte den schön gewachsenen und kräftigen

jungen Mann dem Bauern vor, welcher über die schöne Gestalt überrascht

war, dem jungen Manne freundlich die Hand reichte und erklärte, daß er

hierher gekommen sei, um einen Knecht für seine Bauerei zu suchen; er

habe eine schöne, große Bauerei in Oley, mit leichtem, gutem Boden, wo

die Arbeit nicht so schwer sei, als bei andern Farmen, und wenn er den

Dienst annehmen wolle und drei Jahre bei ihm bleiben, seine Pflicht

treulich erfüllen, so wolle er ihm für das erste Jahr 15 Pfund Sterling

nebst Kleidung und guter Kost geben und gut behandeln. Mutter Kreuderin

habe ihm ein gar gutes Zeugniß von ihm gegeben, und wenn er mit den

Bedingungen zufrieden sei, so solle er ihm dies jetzt sagen, ob er die

Stelle annehmen wolle. -- Gewiß! rief der junge Mann, und reichte dem

so gutmüthig aussehenden Bauern die Hand, ich will euch treulich dienen

nach meinen besten Kräften und hoffe, daß wir es beide niemals bereuen

werden, einander gefunden zu haben. Zu den ihm gestellten Bedingungen

müsse er aber noch hinzufügen, daß es ihm erlaubt werde, wenn die

Arbeiten auf der Farm nicht so dringend seien, jedes Jahr einmal nach

Philadelphia gehen zu dürfen, doch sollte die Abwesenheit nicht über

drei Tage dauern. Gern willigte Leinbach auch in diese Bedingung, zog

seine Börse und gab dem jungen Manne, wie es damals der Gebrauch war,

ein Handgeld, und erklärte, daß er morgen in der Frühe sein Wäglein

mitnehmen werde, er solle recht früh bei der Hand sein, denn die Wege

an manchen Stellen in der Wildniß, die sie durchfahren müßten, seien

noch rau, und, wenn ihnen kein Unglück zustoße, könnten sie in zwei

Tagen seine Heimath erreichen.

Da die Zeit zum Mittagessen herangekommen war, so lud Mutter Kreuderin

Leinbach ein, ihr Gast zu sein, was dieser auch nicht ausschlug, doch

sogleich in den Hof eilte, und aus seinem Wagen zwei Welschhühner,

einen Sack mit Aepfeln, eine Kanne mit Butter nahm und in die ihm

bekannte Küche trug, wo er die daselbst beschäftigte, einfach doch

reinlich gekleidete, Maria sah, die seine ganze Aufmerksamkeit erregte.

Bald saß man in heiterer Stimmung an der Mittagstafel, wobei Maria

nicht fehlen durfte, und als der Bauer das saubere, flinke Mädchen

beim Aufwarten beobachtet hatte, meinte er, zu der Wirthin gewandt,

wenn Maria wolle, so würde er auch sie mit auf die Farm nehmen, die

seinen beiden Töchtern von neun und zwölf Jahren gewiß nützlich wäre

und er wolle ihren Dienst gut belohnen; aber Frau Kreuderin fiel ihm

sogleich ins Wort und sagte, daß dieses unmöglich sei, denn Maria müsse

noch eine zeitlang bei ihr verweilen, denn sie passe jetzt nicht, da

sie so viel Unglück erlebt, auf eine einsame Bauerei. Begnügt euch

jetzt, Meister Leinbach, fuhr sie ruhig fort, mit dem jungen Manne, und

gefällt es ihm bei euch, so kann es auch noch geschehen, daß Maria zu

euch kommt. Der Bauer verstand den Wink und schwieg.

Daß der Abschied zwischen Maria und Theodor kein leichter war, kann man

sich wohl denken, denn die beiden jungen Leute liebten sich aufrichtig

und von ganzem Herzen. Theodor versprach seiner Maria, die beinahe

untröstlich war, daß er bei jeder Gelegenheit durch Bauern, welche

von Oley nach Philadelphia kämen, einen Brief senden werde und sie

sollte dieselbe Gelegenheit benutzen, ihm zu antworten, denn an eine

Postverbindung in das Innere von Pennsylvanien war damals nicht zu

denken. Nach der Erntezeit wolle er aber selbst kommen, wo sie sich

dann mündlich ihre Erlebnisse mittheilen könnten und sich über die

Zukunft berathen. Mit Thränen in den Augen und mit schwerem Herzen

schieden die beiden jungen Leute, in der frohen Hoffnung, sich bald

wieder zu sehen.

Am nächsten Morgen, als der Tag kaum graute, rollte Leinbach’s Wäglein

aus dem Hofe des Gasthauses zum Goldenen Schwan und fuhr vor das Haus,

wo Theodor mit seiner wenigen Habseligkeit schon bereit stand, neben

ihm die gute Mutter Kreuderin, von welcher er jetzt herzlichen Abschied

nahm. Darauf stieg er auf den Wagen auf welchem Leinbach bereits saß

und die Zügel hielt, und nun rasch fort ging’s aus der Stadt der

Bruderliebe, der neuen Heimath Oley zu.

Die Reise von Philadelphia, ohngefähr 60 Meilen, dauerte in jener Zeit

mit einem Fuhrwerk volle zwei Tage, das heißt, wenn demselben auf dem

rauhen Wege kein Unglück zustieß, oder sonstiger Aufenthalt vorkam,

denn man hatte nicht allein mit schlechten Wegen, sondern auch oft mit

wilden Thieren und den noch gefährlicheren herumstreifenden Indianern

zu kämpfen.

Unsere Reisenden hatten glücklicher Weise keinen Unfall, noch kamen

ihnen wilde Thiere und Indianer zu Gesicht, und erreichten am Abend

des zweiten Tages glücklich Leinbach’s Farm, wo sie von der Familie,

sowie von einigen benachbarten Bauern freundlichst empfangen wurden, so

daß sich Theodor schon in der ersten Stunde heimisch fühlte und sich’s

fest vornahm, durch Fleiß und gutes Betragen sich die Liebe und Achtung

seiner neuen Lebensgefährten zu erwerben und zu erhalten.

Als er in sein sauberes Kämmerlein geführt war, um sich zur Ruhe zu

begeben, senkte er sich vor seinem Bette auf die Knie, dankte seinem

ewig guten Schöpfer für alles Gute, was er an ihm gethan, bat auch, wie

es jedes gute Kind thun sollte, den lieben Gott, daß er seine lieben

Eltern und Geschwister in der alten Welt beschützen wolle, sowie Alle

die ihm Gutes gethan. Ermüdet stieg er in sein Bett und war bald in

tiefen Schlaf versunken, bis ihn die ersten Strahlen der aufgehenden

Sonne weckten.

Drittes Kapitel.

Die Pfarrers-Familie in Philadelphia und die Bauern-Familie in Oley.

Wir haben einen Gott und Herrn,

Sind eines Leibes Glieder;

Drum diene deinem Nächsten gern,

Denn wir sind alle Brüder,

Gott schuf die Welt nicht blos für mich,

Mein Nächster ist sein Kind wie ich.

Der nächste Tag, nachdem Theodor Benz Philadelphia verlassen, war ein

Sonntag, und schon in aller Frühe trat Frau Wittwe Kreuderin in die

Küche und frug Maria, ob sie mit ihr in die Kirche gehen wolle, wo der

junge Pastor Mühlenberg, an der Stelle seines würdigen Vaters, predigen

werde. Mit freudestrahlendem Gesichte eilte Maria zu der guten Mutter

und dankte ihr mit den herzlichsten Worten, ihr das große Vergnügen zu

gewähren, den Gottesdienst zu besuchen. Ihre Eltern wären fromme Leute

gewesen und hätten an keinem Sonntage versäumt in die Kirche zu gehen,

und kaum hätte sie laufen können, hätte ihre Mutter sie schon in die

Kirche geführt und andächtig beten gelernt. Nachdem Maria ihre Arbeiten

verrichtet, eilte sie in ihr Kämmerlein, um sich für den Kirchengang

anzukleiden, und stand bald bei Mutter Kreuderin, mit der sie zur

Kirche gehen wollte.

Mit großer Andacht lauschten die Frauen den Worten des jungen

Predigers, der seinen Text aus Jesus Sirach, Kapitel 14, Vers 14

genommen, der lautet: „Vergiß der Armen nicht, wenn du den fröhlichen

Tag hast; so wird dir auch Freude wiederfahren die du begehrest.“

Er sprach dann, daß wir nicht zu sehr an irdischen Gütern hängen

sollten, daß wir nach unsern Kräften den bedürftigen und kranken

Menschen helfen sollten, Habsucht und Geiz seien eine große Sünde; der

Habsüchtige und Geizige klammere sich an das Irdische, der Himmel sei

für ihn nicht offen u. s. w. -- Vollkommen erbaut, kehrten die Frauen

in ihre Wohnung zurück.

Zwei Wochen waren vergangen, nachdem Theodor von seiner Maria Abschied

genommen, als Frau Kreuderin mit freundlichem Gesicht in die Küche

kam, und ihr verkündete, daß der würdige Pastor Mühlenberg nach ihr

gesandt habe, sie möge in der Küche Alles gehn und stehn lassen und so

schnell als möglich in das Pfarrhaus eilen, und sie bezweifle nicht im

Geringsten, daß er ihr nur Gutes zu verkünden habe. Freudig überrascht

von dem, was ihr die gute Mutter verkündet, eilte Maria in ihr

Kämmerlein, kleidete sich einfach, aber höchst reinlich, und eilte nach

dem Pfarrhause.

Pastor +Heinrich Melchior Mühlenberg+ wohnte damals in einem

Bretterhause in der Mulberry-Straße, jetzt Arch-Straße, ohnweit seiner

Pfarrkirche in der Dritten Straße. Dort lebte er mit seiner treuen

Gattin und Kindern ganz einfach, ohne allen Prunk, verwaltete treu,

eifrig und mit großem Segen sein in jener Zeit so beschwerliches Amt.

Er war nicht allein ein Verkünder der Lehre des Weltheilandes, sondern

gab auch überall Zeugniß, daß er dieselbe auf das Gewissenhafteste

befolgte.

Als Maria in das Haus dieses ehrwürdigen Mannes trat, wurde sie

sehr freundlich begrüßt und Pastor Mühlenberg stellte seiner Frau,

der Tochter des so berühmten deutschen Indianer-Agenten +Conrad

Weiser+, das so bescheidene Mädchen vor, die ihr dann liebreich die

Hand reichte und sagte: Mein Mann hat mir dein Unglück und Leiden auf

der Reise nach Amerika erzählt, welches mich tief ergriffen, und da die

Frau Kreuderin ein so schönes Zeugniß giebt, so wollte ich dich fragen,

ob du nicht für einen passenden Lohn und gute Behandlung bei mir dienen

willst. Gewiß will ich, sagte Maria, ich will Euch nach meinen besten

Kräften treu und redlich dienen, bin ich doch dem Herrn Pastor so

vielen Dank schuldig, für das was er für mich gethan.

Pastor Mühlenberg erkundigte sich jetzt nach Theodor Benz, und als er

erfuhr, daß er im Dienst bei dem Bauern Friedrich Leinbach in Oley sei,

war er hoch erfreut und sagte, daß er Leinbach genau kenne, er sei

ein Mitglied seiner Gemeinde gewesen zur Zeit er das Predigeramt an

der Trappe-Kirche bediente. Leinbachs Farm sei über zwölf Meilen von

der Trappe gelegen, dessen ungeachtet habe Leinbach mit seiner Familie

keinen Sonntag versäumt seine Predigt zu hören.

Nun nahm Frau Mühlenberg wieder das Wort und sagte: Da du den Dienst

bei mir angenommen, so wäre es mir sehr lieb, wenn du denselben schon

morgen antreten würdest, denn wir haben gerade viele Arbeit, besonders

für die Nadel, die du, wie mir Frau Kreuderin versicherte, trefflich

zu führen verstehst. Mein Sohn Peter wird in kurzer Zeit heirathen,

und dann eine Pfarrei in Virginien antreten, da giebts Arbeit in

Menge. Frau Kreuderin, erwiederte Maria, wird mir wohl ein zu großes

Lob gegeben haben, doch will ich mich bemühen, Ihre Zufriedenheit zu

gewinnen, erlauben Sie mir aber, mit meiner guten Mutter Rücksprache zu

nehmen, denn ich habe dort noch Manches zu ordnen, und soll die gute

Frau keine Undankbare finden. Ich will schnell dahin eilen und mich

bemühen, daß ich morgen in rechter Zeit wieder bei Ihnen sein kann.

Geh, mein Kind, erwiederte die Pfarrerin, ich verlasse mich auf dich

und sage dazu, es ist recht schön von dir, daß du das Haus der Frau,

die du deine zweite Mutter nennen darfst, und welche dir so viel Gutes

gethan, in Ehren verläßt. Maria verließ das Haus des Pfarrers und eilte

nach dem Gasthause der Mutter Kreuderin, die bereits unter der Thüre

stand, und, wie es schien, neugierig auf die Zurückkunft des Mädchens

wartete. Als Maria die Frau vor der Thüre sah, eilte sie freudig auf

sie zu, umarmte sie mit ihren kräftigen Armen, drückte einen langen Kuß

auf ihren Mund, und mit Thränen in den Augen verkündete sie, daß sie

morgen das Haus verlassen müsse, wo sie so viel Gutes empfangen, doch

tröste sie sich damit, daß es ja der Wunsch der guten Mutter sei, daß

sie in den Dienst der Pfarrersleute gehe.

Am nächsten Morgen zur bestimmten Zeit, trat Maria ihren Dienst bei

Frau Mühlenberg an, und bald saß das Mädchen emsig nähend an dem

kleinen Fenster im Hinterstübchen des Pfarrhauses, damit ja das

Weißzeug für des Pfarrers Sohn rechtzeitig fertig werde, denn Peter,

der junge Pfarrer, konnte kaum den Zeitpunkt abwarten, bis Alles für

seinen Haushalt fertig war. Ueberhaupt war der junge Mühlenberg ein

unruhiger Geist, der schon von seiner frühesten Jugend an seinem Vater

viel zu schaffen machte.

Als Pastor Mühlenberg noch die deutsch-lutherische Gemeinde an der

Trappe, jetzt in Montgomery County gelegen, bediente, wurde Peter

Mühlenberg geboren. Kaum hatte Peter die Kinderschuhe ausgetreten, so

hatte er auch schon Bekanntschaft mit jungen Indianern gemacht, die

sich noch hie und da bei den Ansiedlungen umher trieben. Sie lernten

ihm die Irequois-Sprache der Wilden, nahmen ihn mit zur Jagd und

Fischfang, trotz daß ihm von seinem Vater die Wildnerei streng verboten

war. Von den Ansiedlern wurde er nur Mühlenberg’s wilder Peter genannt.

In reiferem Alter, als er sich ausgetobt, wurde er, wie uns die

Geschichte erzählt, ein tüchtiger Prediger, doch sein Patriotismus für

sein Vaterland und die Freiheit, ließ ihn seine Laufbahn als Prediger

verlassen, und sie mit dem eines Soldaten vertauschen. Seine edlen und

muthigen Thaten sind jedem Amerikaner bekannt, und genug ist es zu

sagen, daß er General Washington’s wärmster Freund war. Seine Gebeine

ruhen auf dem Kirchhofe bei der Trappe, neben denen seines edlen Vaters.

Während Maria in Philadelphia emsig beschäftigt war, und sich bei der

Familie Mühlenberg mit jedem Tage mehr Achtung und Liebe erwarb, war

auch unser Theodor Benz in Oley fleißig an der Arbeit, um das Feld

gehörig bestellen zu helfen und sich sonst auf der Farm nützlich zu

machen. Auch er hatte bald durch sein gutes Betragen, Fleiß und guten

Willen die Herzen der ganzen Familie Leinbach für sich gewonnen.

Leinbach hatte vier Kinder, zwei Knaben von 14 und 17 Jahren, +George+

und +Friedrich+, zwei Mädchen von 8 und 10 Jahren, +Anna+ und +Elisa+,

die bald den guten Theodor wie einen Bruder liebten. In der Familie

Leinbach’s herrschte große Ordnung und die Eltern vernachlässigten die

gute Erziehung ihrer Kinder nicht; sie waren streng gegen dieselben,

wo sie es für nothwendig fanden, jedoch in einer Weise, daß sie die

Liebe derselben nicht verscherzten. Früh lernten sie beten, und sobald

sie so weit erwachsen waren, daß sie Verstand genug besaßen, wurden

sie in der Religion unterrichtet, lernten die Güte des allmächtigen

Schöpfers erkennen, sowie die Lehren des Weltheilandes, welche die

Bahn zum ewigen Leben und Glückseligkeit bezeichnen. Damals hielten es

die Eltern für eine schwere Sünde, wenn man die Erziehung der Kinder

mißachtete. -- Wie anders ist es heute! --

Auf Leinbach’s Farm wurden die Befehle der Eltern von ihren Kindern mit

der größten Pünktlichkeit befolgt, keines wagte eine Einwendung, und so

kam auch der Segen über Leinbach’s Familie und Eigenthum. Noch heute

leben in Reading, Womelsdorf und andern Plätzen Urenkel von Friedrich

Leinbach, Kaufleute, Prediger, Farmer, die den besten Ruf haben, und so

kann man von dem Dahingeschiedenen sagen: „Der Herr hat dich gesegnet

bis ins dritte und vierte Glied.“

Viertes Kapitel.

Der erste Besuch in Philadelphia.

Sieh! wie lieblich und wie fein,

Ist’s für Menschen friedlich sein,

Wenn ihr Thun einträchtig ist,

Ohne Falschheit, Trug und List.

Der Spätherbst war herangekommen und die Arbeiten auf Leinbach’s

Farm nur noch gering und konnte leicht von Vater Leinbach und seinen

beiden Söhnen verrichtet werden, da nahm Theodor sich’s vor den Bauern

zu fragen, ob er es ihm jetzt erlauben wolle, nach Philadelphia zu

gehen, und einige Tage daselbst zu verweilen, er sei sehr neugierig zu

erfahren, ob Nachrichten von seinen lieben Eltern und Geschwistern,

für die er stets Liebe im Herzen hege, bei dem ehrwürdigen Pastor

Mühlenberg angekommen seien, denn da keine Postverbindung zwischen

Philadelphia und Oley bestehe, habe er seine Briefe an den Pfarrer

addressiren lassen.

Als er in die Wohnung des Farmers trat, um sein Gesuch anzubringen, saß

derselbe am Tisch und schrieb. Indem er Theodor gewahrte, erhob er sich

freundlich und frug nach des jungen Mannes Begehr. Ich will, erwiederte

dieser, Euch Vater Leinbach fragen, ob Ihr mir erlauben wollt, da

wenig Arbeit mehr auf der Farm zu verrichten ist, nach Philadelphia zu

gehen und daselbst einige Tage zu verweilen. Gewiß, mein Sohn, war die

Antwort des gutherzigen Mannes, du hast mir bis daher treulich gedient,

warst fleißig und geschickt, und noch mehr, du hast meine Buben, die

Neigung zum Müssiggang hatten, dazu gebracht, daß sie Freude an der

Arbeit haben, Alles geschickt angreifen, so daß ich sie loben muß, und

dir dazu zum Dank verpflichtet bin. Gehe mit Gott und verlasse dich

darauf, wenn du mir noch eine zeitlang so fort dienst, sollst du es

in deinem ganzen Leben nicht bereuen. Kannst nach Philadelphia gehen,

wann du willst und eine ganze Woche daselbst verweilen; wann willst

du dahin abgehen? Am Freitag Morgen, wenn es möglich ist, in aller

Frühe, denn ich möchte noch am Sonntag Abend Philadelphia erreichen,

bis zu meiner Abreise sind es noch zwei Tage, die ich noch benutzen

will, die gröbsten Arbeiten auf der Farm hinwegzuräumen, damit den

Buben die Arbeit, da sie noch jung sind, nicht zu schwer werde. Gut,

sagte Leinbach, komme am Donnerstag Abend in meine Stube, ich will

dir deinen vollen Lohn bis zum Tage deines Abgangs ausbezahlten, denn

wenn du nach Philadelphia kommst, wirst du allerlei Bedürfnisse haben,

dazu braucht man Geld und es soll mir Niemand nachsagen, daß ich meinen

Knecht wie einen Bettler nach Philadelphia gehen ließ. Gerührt nahm der

junge Mann Vater Leinbach’s Hand und dankte ihm mit den herzlichsten

Worten.

Der Morgen, den Theodor zu seiner Abreise bestimmt, war ein gar

herrlicher, wie er um diese Jahreszeit, Ende des Monats Oktober,

außer Ost-Pennsylvanien, wohl wenige in der Welt giebt, und werden

diese Tage, sowie der Beginn des Monats November, von dem Volke der

„Indianische Sommer“ genannt. Der junge Mann war schon, nachdem er am

Vorabend von allen seinen Lieben Abschied genommen, vor Tagesanbruch

reisefertig, denn er wollte noch an diesem Tage eine gute Strecke

Weges zurücklegen, da ihn die Sehnsucht nach Philadelphia trieb, wo

er freudig empfangen zu werden hoffte. Mit einem derben Hickorystock,

ein Bündlein unter dem Arm, trat er aus dem Hause und wollte eben den

Fußpfad betreten, der hinter dem Hause über einen Hügel führt, folgen,

als ihm eine Stimme Halt! und wohin so eilig? zurief. Erschrocken

wandte sich Theodor um, erkannte aber sogleich in dem Rufer, der seine

Stimme etwas verändert hatte, Friedrich, den ältesten Sohn des Farmers,

welcher ihm freundlich zuwinkte, zurückzukommen. Er folgte dem Winke

und trat zu Friedrich, welcher unter der Stallthüre stand. Dieser

drohte dem Herangekommenen mit dem Finger und sagte: Theodor, was

denkst du! glaubst du, daß der Vater, die Mutter und wir Alle zugeben

würden, daß du mit einem Ränzchen unter dem Arm, einen Hickorystock in

der Hand in Philadelphia einziehen sollst, wo Vater so viele Bekannte

hat? Nein, lieber Freund, das geht nicht, das wäre ja für uns eine

Schande. Indem er dies sagte, öffnete er die Stallthüre und zog eines

der schönsten und besten Pferde des Farmers heraus das schön gesattelt

und gut bepackt war. Vor Erstaunen wußte Theodor nicht was er sagen

sollte, aber Friedrich ließ ihn nicht zu Worte kommen, zog ihn zum

Pferde heran und auf dasselbe deutend, sagte er: Hier in dem Sack

befindet sich eine Kanne unserer besten Butter, die du der Mutter

Kreuderin zum Geschenk bringst, in diesem hier, sagte er, indem er

den Erstaunten auf die andere Seite des Pferdes führte, befinden sich

zwei unserer besten Schinken, die giebst du der Pfarrersfamilie, in

dem Packet am Sattelknopf befindet sich ein Stück Tuch, welches meine

beiden Schwestern aus Flachs gesponnen und sorgfältig gebleicht haben,

dies giebst du der braven Maria, und endlich hier neben dem Sattel

findest du in dem Säckchen Lebensmittel, die unsere Mutter für dich

eingebunden hat, damit du auf der Reise keinen Hunger leidest. Nun

sitz auf, Theodor, reite zu, möge der liebe Gott dich auf der Reise

begleiten.

Wie ein Träumender, mit Thränen in den Augen und keines Wortes fähig,

bestieg der junge Mann das Pferd und drückte seinem jungen Freunde

stumm die Hand und wollte eben aus dem Hof reiten, als die ganze

Familie Leinbach vor dem Thor erschien, ihm Abschied zuwinkte und

glückliche Reise wünschte.

[Illustration:

~F. S.~

Berg Maria. S. 28.

]

Mit gepreßtem Herzen ritt Theodor die Straße entlang und saß eine

geraume Zeit wie ein Träumender auf dem Pferde, das rüstig zuschritt,

aber plötzlich erschrocken stehen blieb. Theodor erwachte aus seiner

Träumerei, und sah sich in einem düstern Urwald und vernahm ein

furchtbares Geheul von wilden Thieren, die sich, wie es schien,

zerfleischten. Er hielt schnell besonnen das schöne Pferd fest am

Zügel, schmeichelte es, und so blieb es ruhig, doch zitternd, stehen.

Nach wenigen Minuten stürmte eine Rotte Wölfe aus dem dichten Gebüsch,

die einen Panther verfolgten, liefen keine zwei hundert Schritte von

ihm über die Straße und den Bergabhang hinab. Als das Getöse vorüber

war, wurde das Pferd wieder ruhig und Theodor ritt jetzt, ohne auf

weitere Gefahren zu stoßen, den ganzen Weg entlang, bis er, als es

bereits zu dunkeln anfing, ein Wirthshaus erreichte, das einladend

an der Straße stand, und wo er sich erinnerte mit Vater Leinbach

übernachtet zu haben. Das Wirthshaus, wie man mir vor einiger Zeit

versicherte, steht heute noch, aber nicht einsam an der stillen

Straße, sondern beinahe in der Mitte der schönen und volkreichen Stadt

+Norristown+.

Der Wirth nahm den Reisenden freundlich auf, denn er erkannte in ihm

sogleich den jungen Mann, der vor einem halben Jahre mit seinem Freunde

Leinbach bei ihm übernachtete. Sogleich nahm er seinem Pferde die

Bürde ab, führte es in den reinlichen Stall und ließ ihm gutes Futter

geben. Nachdem er sein Abendessen genommen und noch ein gutes Glas

Cider getrunken, begab er sich zur Ruhe, denn er war sehr ermüdet und

schlief bald ein, bis das Grauen des Tages begann. Schnell kleidete

er sich an, sah nach seinem treuen Pferde, ließ sich eine Tasse Kaffee

geben, sattelte sein Pferd und nahm Abschied von den freundlichen

Wirthsleuten. Heute trieb er sein Pferd nicht stark an, denn er hatte

ja weit über die Hälfte des Weges zurückgelegt und konnte leicht

Nachmittags Philadelphia erreichen, wohin er sich so sehr sehnte.

Die Glocke des Philadelphia Stadthauses schlug eben die dritte

Nachmittagsstunde, als Theodor schon vor dem goldenen Schwan in der

Sassafraß-Straße anhielt. Mutter Kreuderin stand zufällig vor der

Thüre und war ganz erstaunt den schönen Reiter auf dem stolzen Rosse

bei ihrem Hause halten zu sehen. Bald aber erkannte sie ihn, und rief

mit starker Stimme: Tausendmal willkommen mein lieber Sohn! eilte zu

ihm und reichte dem jungen Manne die Hand, und als dieser frug, ob

er einige Tage bei ihr verweilen könne, rief sie, ohne auf die Frage

zu antworten, den Hausknecht herbei und befahl ihm, das Pferd in den

Stall zu bringen und auf das Beste zu versorgen, aber Theodor wartete

auf diesen nicht, ritt in den Hof, denn er wollte vor Allem zuerst für

das ihm anvertraute so schöne und gute Thier sorgen. Mit Hülfe des

Knechtes war bald das Pferd abgesattelt und an einen saubern Platz

geführt, dann nahm er seine mitgebrachten Effekten und trug sie in das

Aufbewahrzimmer des Hotels.

Bis jetzt hatte der junge Mann keine Gelegenheit bei Mutter Kreuderin

nach seiner Maria zu fragen, da diese mit der Herrichtung des

Abendessens sehr beschäftigt war. Wohl hatte er von Maria Briefe

erhalten, die durch Gelegenheit mit Bauern aus Oley und der

Nachbarschaft zu ihm kamen, und auf gleiche Weise wieder geantwortet,

doch Mutter Kreuderin konnte ihm ja viel mehr sagen, als all die

Briefe. Sobald daher das Essen eingenommen und die gute Frau sich vom

Tisch erhob, folgte er ihr in die Sitzstube, wie man damals den Porlor

nannte, und frug mit ängstlicher Stimme wie es dem Mädchen ergehe. Ja!

ja! sagte die freundliche Schwäbin, dem Blitz Mädle goths guat, sie ist

schön wie der Frühling und ehrlich und fleißig wie die heilige Martha.

Die Mühlenbergs, besonders die Pfarrerin, sind ganz in das Mädle

vernarrt, und ist so geliebt wie ihre eigenen Kinder, und lassen sie

nicht von sich.

Als vor einiger Zeit der junge Pfarrer +Peter Mühlenberg+ mit

seiner schönen Frau +Anna+ nach Virginien ziehen mußte, wo eine

deutsche Gemeinde im Shenandoah Thal ihn zum Prediger berufen, da

bat er dringend seine Mutter ihm doch Maria mitzugeben, aber diese

erwiederte, daß dieses unmöglich sei, denn Maria sei ihr ein großes

Bedürfniß in ihren alten Tagen, wo ihr Körper sich zu schwächen

anfinge, sie sei ihr nicht allein eine treffliche Haushälterin, sondern

auch eine treue Freundin und Pflegerin geworden. Er möge sich sonstwo

unter den deutschen Mädchen in Philadelphia eine aussuchen, Maria ließe

sie nicht eher von ihrer Seite, bis sie es selbst verlange aus ihrem

Hause zu gehen, und nach Virginien! -- Peter wo denkst du hin? so weit

geht Maria nicht, denn wisse, unter uns gesagt, in Oley steckt ein

Magnet, der zieht so stark, daß ihre Wanderung von hier nur dorthin

geht. Peter mußte ohne Maria von dannen ziehen. Auch ich, fuhr die

gute Alte fort, habe so etwas von einem Magnet bemerkt, denn wenn Maria

mich von Zeit zu Zeit besucht, und wir auf dich zu sprechen kommen, da

strömen viele Seufzer aus ihrer Brust und alle fliehen Oley zu, wo sie

doch weiß, daß du dort so wohl versorgt bist. Nun, bist du mit meinem

Bericht zufrieden? Gewiß, erwiederte Theodor, drückte seiner treuen

alten Freundin die Hand und sagte ihr herzlichen Dank.

Jetzt packte der junge Mann die mitgebrachten Geschenke aus, und

reichte der Mutter Kreuderin die mit der besten Butter gefüllte Kanne,

bemerkte dabei, daß dieses ein Geschenk von der Familie Leinbach

sei, und hoch erfreut trug das Weible dasselbe in die Küche. Da es

schon spät war, wollte Theodor Benz die Familie Mühlenberg nicht mehr

besuchen, und wandelte, bis es Bettzeit war, in dem damals noch so

kleinen Philadelphia umher.

Der nächste Tag war ein Sonntag, und da Theodor im Lande so wenig

Gelegenheit hatte, die Kirche zu besuchen, so sollte sein erster Gang

heute zur Kirche sein. Er erinnerte sich an das seinen lieben Eltern

gegebene Versprechen, niemals, wenn sich ihm die Gelegenheit böte, den

Gottesdienst versäumen zu wollen und im Geiste sah er, wie heute am

Sabbath seine Eltern und Geschwister andächtig nach dem Gotteshause in

der alten Heimath wanderten und gewiß seiner im Gebet gedenken würden.

Er kleidete sich auf’s Beste für den Kirchengang, und als er aus seinem

Zimmer kam und in die Wirthsstube trat, fand er auch schon die Wittwe

Kreuderin zur Kirche gerüstet und beide wanderten neben einander nach

der St. Michaliskirche an der Cherry und Fünften Straße, wo Pastor

Mühlenberg den Gottesdienst hielt.

Peter Mühlenberg nahm heute seinen Text aus dem zweiten Buch Moses, 20.

Kapitel, Vers 12, welcher lautet: „Du sollst deinen Vater und deine

Mutter ehren, auf das du lange lebest im Lande, daß dir der Herr, dein

Gott, giebt.“ -- Dann sprach er von der großen Sünde, welche Eltern

begehen, wenn sie ihre Kinder nicht gut erziehen, sie vom Schul- und

Kirchengehen abhalten, und schon von frühester Jugend an nicht an

Arbeit und Reinlichkeit gewöhnen. Es sei meistens der Eltern Schuld,

wenn die Kinder ungehorsam und schlecht werden. Der Jugend rief aber

der Pastor zu: Ein Kind das nicht Vater und Mutter ehret, so lange sie

leben, ist ein Schandfleck der Menschheit, ihm steht der Himmel nicht

offen und schon auf dieser Welt wird der Fluch es treffen. Dann gab er

Beispiele von dem Glück, wenn Eltern und Kinder einig und friedlich mit

einander leben, wie die Allmacht über sie wache, und wie der Segen des

Himmels über sie herabströme. Nachdem die Predigt beendigt war, sang

die Gemeinde das herrliche Lied von Gellert:

Wie groß ist des Allmächt’gen Güte,

Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt?

Der mit verhärtetem Gemüthe

Den Dank erstickt, der ihm gebührt?

Nein, seine Liebe zu ermessen,

Sei ewig meine größte Pflicht,

Der Herr hat mein noch nicht vergessen,

Vergiß mein Herz auch seiner nicht.

Nachdem der Pastor den Segen über die Anwesenden gesprochen, wurden die

Thüren der Kirche geöffnet und Alle wanderten ihrer Heimath zu. Auch

Theodor ging mit der lieben Frau Kreuderin, still und in sich gekehrt,

nach ihrer Wohnung zum goldenen Schwan.

Da Nachmittags kein Gottesdienst gehalten wurde, rieth Frau Kreuderin

ihrem Theodor, die Familie Mühlenberg und seine Maria zu besuchen, sie

wolle dann mit dem Hausknecht die Geschenke in die Pfarrerswohnung

schicken. Der Rath gefiel dem jungen Manne, und nachdem die Glocke die

zweite Mittagsstunde geschlagen hatte, begab sich derselbe nach der

Wohnung des Pfarrers, wo er höchst freundlich aufgenommen wurde.

Er dankte der braven Familie für alle die Güte, die sie ihm und der

Maria erwiesen, mit den herzlichsten Worten. In demselben Augenblick

trat der Hausknecht des goldenen Schwanes mit den Geschenken in die

Stube, welche Theodor der Frau Pfarrin mit folgender Bemerkung übergab:

Hier schickt Ihnen Vater Leinbach zwei ganz vortreffliche Schinken,

mit dem Wunsch, dieselben gefälligst anzunehmen und sich gut schmecken

zu lassen. Die Familie denke stets mit Liebe an ihren guten Pfarrer,

es ist eine höchst brave und religiös gesinnte Familie und er danke

Gott, daß er ihn zu Leinbach’s geführt, wo er wie ein Sohn und Bruder

behandelt werde. -- Mühlenberg bat dann den guten Mann, der Familie

Leinbach herzlichen Dank für das schöne Geschenk zu sagen und weiter

erwähnte, wenn ich mal wieder in die Gegend von Oley komme, wo ich

so viele und treffliche Leute kenne, so werde ich die Familien

+Leinbach+, +Guldin+, +Keim+, +Yoder+, +Bartholet+ und +Griesemer+

besuchen, die alle Mitglieder meiner Gemeinde waren.

Die Berg-Maria, oder: Wer nur den lieben Gott läßt walten. Eine Geschichtliche Erzählung aus Pennsylvanien. · 第 1 / 4 段