Die Katechetenschulen entstanden aus dem Bedürfnis, zur Einführung und
Ausbreitung des Christentums tüchtige Religionslehrer (Katecheten) zu
bekommen. Sie waren Bildungsanstalten für christliche Religionslehrer
in der ersten christlichen Zeit.
Die erste Katechetenschule bestand in +Alexandrien+ unter Pantänus (186
n. Chr.). Die Nachfolger des Pantänus sind: Clemens von Alexandrien,
+Origenes+ (der gelehrteste Mann seines Jahrhunderts, † 254), Bischof
Heraklas und Didymus der Blinde.
Lehrgegenstände der Katechetenschulen waren Dialektik (Denklehre),
Naturkunde, Geometrie und Astronomie; dann Sittenlehre, Lesung der
Schriften der alten Philosophen und Dichter und Erklärung der Hl.
Schrift. Die Lehrweise war eine sehr anregende, der Lehrer ein
erfahrener, sicherer Führer. (Vgl. Lobrede Gregors des Wundertäters auf
seinen Lehrer Origenes.)
Die Katechetenschulen bilden einen +Glanzpunkt+ in der Geschichte
der frühesten christl. Erziehung. Außer der berühmten Normal- oder
Lehrerschule des christlichen Altertums in Alexandrien bestanden
später noch Katechetenschulen in Antiochien, Edessa, Nisibis.
Diese +Lehrerbildungsanstalten+ erweiterten sich allmählich zu
+höheren christlichen Unterrichtsinstituten+. Die meisten damaligen
Kirchenlehrer sind aus ihnen hervorgegangen.