Ferner dürfen wir bei diesen größeren Induktoren die Befestigung der

Spule nicht mehr in der oben beschriebenen Weise mit den Holzrähmchen

(_b_) bewerkstelligen, sondern wir müssen, wie aus Abb. 143 hervorgeht,

unter entsprechender Verlängerung des Eisenkerns die Randscheiben

_R_ aus Holz herstellen. Sie müssen fest auf dem Kern aufsitzen und

mindestens 5 _mm_ von der Spule abstehen. Ihr Durchmesser sei um 2 _cm_

größer als der der Spule.

Es müssen jetzt noch die Zwischenräume, die in Abb. 143 mit _P_

bezeichnet sind, mit Paraffin ausgegossen werden. Wir legen um die

Spule herum einen Kartonstreifen, der so groß ist, daß er beiderseits

fest an den Randscheiben _R_ anliegt, aber die Spule nicht ganz

umschließt, sondern oben einen 1 _cm_ breiten Spalt freiläßt, durch

welchen das Paraffin in die Hohlräume _P₁_, _P₂_ und _P₃_ eingegossen

wird. Nach Erkalten des Gusses wird der Karton wieder entfernt,

da bei diesen größeren Apparaten die Schutzhülle aus einem besser

isolierenden Material hergestellt werden muß. Am geeignetsten ist ein

Überzug aus gutem Seidenstoff oder aus einer dünnen Hartgummiplatte,

die in kochendem Wasser weich gemacht und dann solange als sie noch

heiß und biegsam ist, um die Spule herumgelegt wird. Entlang der

zusammenstoßenden Ränder der Ebonitplatte werden schon vor ihrem

Erhitzen mit einem glühenden Nagel Löcher eingebrannt, durch die jetzt

ein Seidenband genestelt wird, damit es die Hülle zusammenhält.

[Illustration: Abb. 144. Befestigung der Induktorrolle.]

Wie schon erwähnt, bildet der Kasten, in dem der Kondensator

untergebracht wird, zugleich die Grundlage für die Induktorrolle. Um

dieser einen sicheren Halt zu geben, werden die hölzernen Randscheiben

(_R_) auf der Unterseite etwas abgeflacht und von der Innenseite des

Kastens angeschraubt. Für sehr große und schwere Apparate dürfte sich

die in Abb. 144 dargestellte Befestigungsart am meisten empfehlen. Die

Randscheiben erhalten auf ihrem Umfange eine Furche, wie auch auf Abb.

143 ersichtlich, durch die eine starke Saite läuft (_S_ in Abb. 144);

diese geht durch entsprechende Löcher in dem Deckel (_a_) des Kastens

hindurch und wird innen verknotet.

[Sidenote: Isoliermethode bei grösseren Induktoren.]

Für Apparate, die Funken von 15 _cm_ Länge und mehr liefern sollen,

genügt es nicht, die sekundäre Wickelung in zwei oder vielleicht auch

drei Spulen zu trennen, sondern wir müssen uns etwa 20 bis 30 einzelne

ganz flache Spulen herstellen, die die Form von Scheiben mit einer

Dicke von 0,5 bis 1 _cm_ und einen Durchmesser von 8 bis 16 _cm_ haben.

Zum Wickeln der Scheiben müssen wir uns eine besondere Einrichtung

herstellen. Zuerst fertigen wir auf der Drehbank eine Holzwalze,

deren Durchmesser gleich dem der mit starkem Papier umwickelten

primären Spule ist. Zwei Holzscheiben, die je auf einer Seite völlig

eben sein müssen -- man stellt sie am besten auf der Drehbank her

-- sind in der Mitte durchbohrt, so daß sie knapp passend auf die

Holzwalze aufgeschoben werden können. Jetzt schneiden wir uns einen

Kartonstreifen, der 5 _mm_ breit und so lang ist, daß seine Enden, wenn

er um die Holzwalze herumgelegt wird, gerade zusammenstoßen. Mit einem

Papierstreifen leimen wir die Enden des Kartons zusammen und achten

darauf, daß dieser selbst nicht an der Walze kleben bleibt. Nun werden

die beiden Scheiben von rechts und links auf die Walze geschoben, so

daß der Kartonring zwischen sie zu liegen kommt; die Scheiben werden

fest an ihn angepreßt und mit ein paar in die Walze geschlagenen Nägeln

oder mit Klammern festgehalten. Vorher mußten wir jedoch noch in jede

Scheibe möglichst nahe des mittleren großen Loches ein kleines von

1 bis 2 _mm_ Weite bohren. Bevor wir nun die zweite Scheibe auf die

Holzwalze schieben, führen wir das Ende des aufzuwindenden Drahtes

durch dieses kleine Loch, so daß ein Stück von etwa 10 _cm_ Länge

herausragt und mit einem Reißnagel an der Holzwalze befestigt werden

kann. Die Spulmaschine ist ähnlich herzustellen wie die auf Seite 165

abgebildete; die abgeänderte Einrichtung ist aus Abb. 145 zu erkennen,

wo mit _a_ das Grundbrett, mit _b_ das Lagerbrett, das oben mit einem

Einschnitt für die Holzwalze versehen ist, mit _c_ der Träger der Spule

_d_, von der der Draht abgenommen wird, mit _e_ die Holzscheibe, und

mit _f_ die an _d_ schleifende Bremsfeder bezeichnet ist. Eine Kurbel

ist überflüssig, da wir die dicke Holzwalze bequem selbst anfassen und

drehen können.

[Illustration: Abb. 145. Spulmaschine für den Funkeninduktor.]

Wenn wir mit dem Bewickeln beginnen wollen, so stellen wir auf einen

Spiritusbrenner ein Gefäß mit siedendem Paraffin hart neben die

Spulmaschine und richten uns einen Pinsel her, der so schmal und lang

ist, daß man mit ihm zwischen den beiden Holzscheiben bis auf die

Holzwalze reichen kann. Mit diesem Pinsel tragen wir Paraffin auf den

zwischen den Scheiben liegenden Ring auf, doch nicht zu viel, damit die

Unterlage für die erste Wickelung nicht uneben wird. Jetzt beginnen wir

mit dem Aufspulen des Drahtes. Jede Lage, die aus 20 bis 30 Windungen

bestehen wird, soll mit einer dünnen Schicht von heißem Paraffin

überstrichen werden. Nach jeweils fünf oder sechs Lagen, so lange die

Windungen dem Kern noch nahe und somit klein sind, bei den mittleren

Windungen nach je drei, bei den äußersten nach je einer Lage, schalten

wir einen Streifen dünnen, paraffinierten Papiers ein.

Wie aus Abb. 150 zu ersehen ist, soll der Durchmesser der nach den

Spulenenden zu liegenden Scheiben kleiner sein, als der der in der

Mitte liegenden. Ist eine Spule fertig gewickelt, so wird zuletzt noch

soviel Paraffin aufgestrichen, daß die oberste Drahtlage noch 1 _mm_

hoch überdeckt ist.

Sollten sich während des Bewickelns durch das Bestreichen mit Paraffin

Unebenheiten einstellen und die einzelnen Windungen nicht mehr genau

nebeneinander legen lassen, so braucht uns das weiter keine Sorge zu

machen; wir wickeln dann regellos unter reichlicher Zugabe von Paraffin

einige Lagen auf, winden einen paraffinierten Papierstreifen mehrmals

darüber, wickeln wieder einige Lagen, schalten wieder Papier ein und

so fort. Das sorgfältige, regelmäßige Wickeln hat nur den Vorteil

einer geringen Raumersparnis, den wir mit einem recht beträchtlichen

Zeitverlust ziemlich teuer bezahlen müssen. Bei schlecht isolierten

Drähten, z. B. solchen, die nur einmal mit Baumwolle umsponnen sind,

ist es freilich doch sehr zu empfehlen, die Bewickelung möglichst

regelmäßig auszuführen, da sich sonst einige Kurzschlußstellen bilden

und bei größerer Zahl dem Apparat recht schädlich werden könnten.

Nach Erkalten des letzten Paraffingusses werden die Holzscheiben

entfernt. Sollte dies mit Schwierigkeiten verbunden sein, so kann

man durch Beklopfen mit dem Hammer etwas nachhelfen. Dem Übelstande

des Haftenbleibens können wir auch dadurch vorbeugen, daß wir die

Innenseiten der Holzscheiben mit passenden, in Schellacklösung

getränkten und gut getrockneten Papierscheiben belegen. An der Spule

bleibt dann das Papier haften, während sich das Holz leicht löst; aber

auch das Papier muß dann wieder sorgfältig, eventuell durch Befeuchten

mit reinem Alkohol entfernt werden.

In dieser Weise werden alle Spulen hergestellt. Dabei ist aber auf

eines besonders zu achten. Bei der einen Hälfte aller Drahtscheiben

beginnen wir mit der ersten Windung auf der ~rechten~ Seite, lassen

also das Drahtende zu dem kleinen Loch der ~rechten~ Scheibe

heraussehen und hören mit der letzten Windung auf der ~linken~ Seite

auf; diese Spulen werden im folgenden mit I bezeichnet. Bei den Spulen

der anderen Hälfte, die mit II bezeichnet sind, beginnen wir ~links~

und hören ~rechts~ auf.

[Illustration: Abb. 146.]

[Illustration: Abb. 147.

Verbindung der einzelnen Spulen.]

Es handelt sich nun darum, alle die einzelnen Spulen auf die primäre

Rolle aufzuschieben und ihre Drahtenden in gute leitende Verbindung zu

bringen. Wir legen je eine Spule I und eine Spule II so aufeinander

(siehe Abb. 146), daß die inneren Drahtenden _a₁_ und _a₂_, die vorher

vollständig von ihrer Isolierung befreit wurden, aufeinander zu liegen

kommen; die Enden selbst führen wir, wie Abb. 147 zeigt, nach rechts

zu dem Loche der Spule hinaus und drehen sie so weit ~fest~ zusammen,

daß wir die Drahtscheiben nachher noch 3 bis 5 _mm_ voneinander

entfernen können. Darauf wird der überschüssige Draht abgeschnitten,

so daß die zusammengedrehten Enden, die noch verlötet werden müssen,

nur ein kleines Stümpfchen bilden. Letzteres wird mit einem kleinen

Tropfen Lötwasser, das völlig säurefrei sein muß -- man setze zur

Vorsicht noch etwas Salmiaksalz zu -- versehen; ein kleines Stückchen

Lötzinn, das wir papierdünn gehämmert haben, wird auf die Drahtenden

gelegt und mit einem 3 bis 4 _mm_ dicken glühenden, auf Salmiak von

der Oxydschicht gereinigten Kupferdraht berührt, worauf es zwischen

den Drähten verfließt. Das verlötete Ende wird zwischen den Spulen so

nach außen gerichtet, wie das aus Abb. 148 zu ersehen ist. In gleicher

Weise werden sämtliche Spulen I und II miteinander verbunden, und dann

die einzelnen Paare auf die primäre Rolle aufgeschoben, alle freien

Drahtenden nach oben gerichtet. Jede der Spulen soll von der nächsten

einen 3 bis 5 _mm_ breiten Abstand haben, und die dadurch entstehenden

Hohlräume müssen mit Paraffin ausgegossen werden, nachdem die hölzernen

Randscheiben in der oben beschriebenen Weise befestigt wurden (Seite

172).

[Illustration: Abb. 148. Verbindung zweier Spulen.]

[Illustration: Abb. 149. Kartonkamm zum Einrichten der Spulen.]

Um diese Arbeit genau ausführen zu können, fertigen wir uns ein

kammartiges Gebilde aus starkem Karton oder Pappendeckel (Abb. 149),

dessen Zähne eine Breite von 5 _mm_ und eine Länge haben, die gleich

dem Durchmesser der Drahtscheiben ist; die Zwischenräume zwischen den

Zähnen sind gleich der Dicke der Drahtscheiben. Ferner richten wir

uns einen Karton, der so groß ist, daß er, um die Rollen herumgelegt,

an den hölzernen Randscheiben fest anliegt, aber oben nicht schließt,

sondern einen zum Eingießen des Paraffins genügend breiten Spalt frei

läßt. Bevor wir jedoch diesen Kartonmantel befestigen, legen wir die

Zähne unseres Kammes zwischen die Drahtrollen, so daß alle genau in

gleichem Abstande und parallel nebeneinander liegen. Dann erst wird der

Karton herumgelegt und mit einer Schnur mehrfach fest umwickelt. Die

Drahtenden müssen alle zu dem freigelassenen Spalt heraussehen. Jetzt

kann der Kamm herausgenommen und das Paraffin eingegossen werden. Nach

dem Erkalten des Gusses wird der Kartonmantel abgenommen, die freien

Drahtenden werden verlötet und im übrigen wird verfahren, wie oben

(Seite 172) schon beschrieben wurde.

Für größere Induktoren seien außer dem Gesagten noch einige besondere

Winke gegeben. 1. Da das Verhältnis der sekundären Rollenlänge zur

Länge des Eisenkernes mit der primären Wickelung nicht einerlei ist, so

ist es ratsam, sich die im Verhältnis zur übrigen Arbeit kleine Mühe

zu machen, etwa 3 bis 5 verschieden lange Primärrollen herzustellen.

Die Sekundärspule wird dann am besten auf ein Hartgummi-, eventuell

auch Glasrohr aufmontiert, in das die Primärspulen gerade hineinpassen.

Die beste Wirkung wird ausprobiert. Ist dann die größte oder die

kleinste Spule die beste, so machen wir uns noch eine größere resp.

kleinere. Als Ausgang für die Bemessungen dienen die in Abb. 150

dargestellten Verhältnisse. (In Abb. 150 sind die einzelnen Scheiben

der Deutlichkeit wegen dicker und daher in etwas geringerer Anzahl

gezeichnet.) Als Ergänzung für die allgemeine Tabelle auf Seite 182

dienen die folgenden Angaben speziell für die oben beschriebene

Wickelungsart. Endlich muß bei solchen Apparaten die Isolation noch

sorgfältiger hergestellt werden. Als isolierende Masse genügt auch

hier reines Paraffin; besser ist es, wenn man 4 Teile Kolophonium

schmilzt und darin 4 Teile Bienenwachs und 2 Teile Guttapercha löst.

An Stelle des oben beschriebenen Kartonmantels wird jetzt ein ganz

geschlossener Blechmantel gelegt; die Längsnaht wird verlötet und

gegen die Randscheibe mit Glaserkitt oder einer Mischung aus Asbest

und Wasserglas abgedichtet. In dem Blechmantel müssen zwei Löcher

vorgesehen sein; durch das eine wird die Isoliermasse eingegossen,

wobei die Luft durch das andere Austritt findet. Ist der Raum, der

in Abb. 150 schwarz angelegt ist, ganz ausgefüllt, so wird das eine

Loch in dem Mantel mit einem Kork verschlossen; in das andere wird

mit einem durchbohrten Kork ein Glasrohr angesetzt, das man mit einer

Wasserstrahlsaugpumpe verbindet. Während man den Blechmantel möglichst

~gleichmäßig~ (durch eine größere Anzahl kleinerer Flämmchen) auf

115 bis 120° erhitzt, saugt man mit der Strahlpumpe die Luft ab. Das

Verfahren soll 24 Stunden ununterbrochen fortdauern; es hat den Zweck,

die ~sehr schädlichen~ Luftreste aus der Isoliermasse zu entfernen.

[Illustration: Abb. 150. Schematischer Schnitt durch einen großen

Funkeninduktor.]

Die Klemmschrauben, an die die Drahtenden der sekundären Wickelung

geführt werden, dürfen keine Kanten, sondern müssen möglichst runde

Formen haben, da, wie wir im ersten Kapitel schon sahen, hochgespannte

Elektrizität aus Spitzen und scharfen Kanten leicht ausströmt (siehe

Seite 44). Bei den größeren Apparaten ist es auch vorteilhaft, die

Klemmen nicht auf die Randscheiben aufzuschrauben, sondern auf zwei

Glassäulen zu befestigen, die wir neben der Induktorrolle in das

Grundbrett eingelassen haben.

[Illustration: Abb. 151. Kommutator (Horizontalschnitt).]

[Illustration: Abb. 152. Kommutator (Vertikalschnitt).]

Ferner ist es vorteilhaft, auf dem Apparat noch einen Kommutator

anzubringen; wir können ihn wie den auf Seite 101 beschriebenen

herstellen. Geeigneter ist der im folgenden beschriebene Stromwender,

der zugleich auch als Ausschalter dient. Eine Holzwalze _a_ (Abb.

151 und 152) wird der Länge nach durchbohrt; zwei Achsenhälften _b_

werden von rechts und links in die Bohrung hineingeschoben, dürfen

aber einander innen nicht berühren. Wie sie befestigt werden, geht aus

Abb. 153 hervor: wir löten an _b_ ein Messingscheibchen _c_ an, das

an _a_ angeschraubt wird. Die eine Achsenhälfte (_b₂_) wird am Ende

quer durchbohrt, und in dem Loch wird der dünnere Messingstift _f_,

der als Griff dient, angelötet. Nun werden an _a_ auf zwei einander

gegenüberliegenden Seiten die Kupferblechstreifen _d_ angeschraubt; der

Streifen _d₁_ wird mit _b₁_ und _b₂_ mit _d₂_ in leitende Verbindung

gebracht. Die Lagerträger _e_ verfertigen wir aus starkem Messingblech

und die Lager selbst, welche hier nicht geölt werden dürfen, in der

bekannten Weise (Seite 22). Zwei kupferne Schleiffedern _g_ werden

so auf dem Grundbrett angeschraubt, daß sie rechts und links an der

Walze _a_ schleifen. Jetzt verbinden wir _e₁_ mit der Kontaktspitze des

Unterbrechers und _e₂_ mit dem freien Ende der primären Wickelung durch

dicke Kupferdrähte oder Kupferblechstreifen. Die Verbindungsstellen

sind zu verlöten. Auf den Federstreifen _e₁_ und _e₂_ ist je eine

Klemmschraube (α und β) anzulöten. Steht nun die Walze _a_ wie in Abb.

151, so tritt der Strom bei α ein und geht durch _d₁_, _b₁_ nach _e₁_,

durch den Unterbrecher in den Apparat und kommt durch _e₂_, _b₂_, _d₂_

und β zurück. Drehe ich _a_ um 90°, so ist der Strom ausgeschaltet;

drehen wir in der gleichen Richtung nochmals um 90°, so geht der Strom

von α zuerst nach _d₂_, _e₂_ und kommt durch _e₁_, _d₁_ nach β zurück,

durchfließt also den Apparat in umgekehrter Richtung wie vorhin.

[Illustration: Abb. 153. Befestigung der Achse des Kommutators.]

[Sidenote: Drahtmasse für Induktionsapparate.]

Bei einfachen Elektrisiermaschinen brauchen wir uns an keine bestimmten

Verhältnisse der Bewickelungen zu halten; es gilt hier ganz allgemein:

primäre Spule aus wenig Windungen eines dicken Drahtes, sekundäre Spule

aus viel Windungen eines dünnen Drahtes.

Bei der Herstellung von Funkeninduktoren halte man sich an die

folgenden Tabellen Seite 182 und 183.

[Sidenote: Unterbrecher.]

Bei kleineren Apparaten bis zu 4 _cm_ Funkenlänge reicht der

gewöhnliche Unterbrecher aus. Auch für größere Induktoren, bis zu

15 _cm_ Funkenlänge, genügt diese Konstruktion, nur müssen dann die

Kontaktteile des Unterbrechers aus ziemlich starken Platinstücken

bestehen. Auch können wir, da bei den dicken Induktorrollen der

Eisenkern ziemlich hoch liegt, die Feder des Hammers senkrecht

stellen, wie aus Abb. 154 hervorgeht: _K_ bezeichnet den Eisenkern,

_H_ den Hammer, _P_ den Platinkontakt, _F_ die Feder, die durch die

Stellschraube _S_ mehr oder weniger gegen die Spule hineingedrückt

werden kann, welcher Umstand es ermöglicht, die Schnelligkeit der

Unterbrechungen etwas zu regeln. Man mache den Eisenkern _H_ möglichst

leicht und den Hebel _c_ kurz.

Maße für einfachere Funkeninduktoren

Funkenlänge|| Primäre Rolle ||

|| ||

|| Drahtstärke | Zahl der ||

|| | Lagen ||

mm || mm | ||

------------||-------------|----------||

1 bis 10 || 0,8 bis 1 | 2 ||

10 bis 50 || 1 bis 1,3 | 2 oder 3 ||

50 bis 100 || 1,3 bis 1,7 | 3 ||

|| | ||

100 bis 200|| 1,7 bis 2,2 | 3 oder 4 ||

|| | ||

Funkenlänge|| Sekundäre Rolle ||

|| ||

||Drahtstärke| Drahtlänge | Drahtgewicht ||

mm || mm | m | ca. kg ||

------------||-----------|---------------|-------------------------||

1 bis 10 ||0,1 |400 bis 800 |-- ||

10 bis 50 ||0,1 |1000 bis 7000 |-- ||

50 bis 100 ||0,1 bis 0,2|7000 bis 15000 |0,75 bis 1,5 (bei 0,1 mm)||

|| | |2,5 „ 5 ( „ 0,2 „ )||

100 bis 200||0,2 (0,1) |15000 bis 30000|5 bis 10 (bei 0,2 mm) ||

|| | |1,5 „ 3 ( „ 0,1 „) ||

Funkenlänge|| Nötige

|| Stromspannung

||

mm || Volt

------------||-------------

1 bis 10 || etwa 2 bis 5

10 bis 50 || etwa 5 bis 7

50 bis 100 || etwa 7 bis 8

|| (Akkumulator)

100 bis 200|| etwa 8 bis 12

|| (Akkumulator))

Maße für bessere Funkeninduktoren

Alle || ||

Maße || Eisenkern ||

in || ||

mm || ||

------------||-------------------------||

Funkenlänge ||Länge |Dicke |Stärke der ||

|| | |einzelnen ||

|| | |Eisendrähte||

------------||------|------|-----------||

100 ||150 |16 |0,8 ||

200 ||360 |35 |1 ||

300 ||600 |42 |1,2 ||

Alle || ||

Maße || Primärrolle ||

in || ||

mm || ||

------------||------------------------------------------||

Funkenlänge ||Länge |Zahl der |Drahtstärke |Durchmesser ||

|| | Lagen | | ||

|| | | | ||

------------||------|---------|------------|------------||

100 || 140 | 2 | 1 | 34 ||

200 || 300 | 3 | 2 | 70 ||

300 || 540 | 3 | 2,5 | 85 ||

Alle ||

Maße || Sekundärrolle

in ||

mm ||

------------||-----------------------------------

Funkenlänge ||Länge | Äußerer | Breite der

|| | Durchmesser | Einzelspulen

|| | |

------------||------|-------------|--------------

100 || 130 | 80 | 4

200 || 260 | 140 | 4

300 || 440 | 230 | 3

[Illustration: Abb. 154. Einfacher Unterbrecher.]

[Illustration: Abb. 155. Quecksilberunterbrecher.]

[Illustration: Abb. 156. Träger des Hebels zum Quecksilberunterbrecher.]

[Sidenote: Quecksilberunterbrecher.]

Abb. 155 zeigt einen sehr gut arbeitenden und für Apparate bis zu

30 _cm_ Funkenlänge ausreichenden Unterbrecher, einen sogenannten

Quecksilberunterbrecher. Eine Messingsäule oder auch aus Holz

gefertigte Säule _S_ wird an ihrem unteren Ende zur Beseitigung im

Grundbrett etwas abgedreht und mit einem Gewinde versehen, an ihrem

oberen zweiseitig abgeflacht. Auf diese abgeflachten Stellen werden

zwei Messingblechstreifen (_a₁_ und _a₂_ in Abb. 156) angelötet, die je

mit einer Bohrung zu versehen sind, in welche eine Stricknadel (_b_)

hineinpaßt. _c_ zeigt uns einen gleicharmigen Hebel aus Aluminiumblech

oder Holz, der links den Eisenanker (_H_) trägt und rechts zur Aufnahme

eines 2 bis 3 _mm_ starken Kupferdrahtes (_d_) durchbohrt ist. In der

Mitte erhält _c_ ein Loch, in welches die oben erwähnte Stricknadel

paßt. Um die Säule _S_ wird ein Messingring (_R_) gelegt, der an

einer Stelle durchlocht wird. Über das Loch lötet man eine kleine

Schraubenmutter, durch die man eine Schraube eindrehen und damit den

Ring an der Säule befestigen kann. Außerdem wird an _R_ ein Häkchen zum

Einhängen der Feder _e_ angelötet. Unter das rechte Ende des Hebels

wird auf einem Holzfuß _f_ ein kleiner Glasbehälter _g_ aufgestellt,

in welchen das Quecksilber eingegossen wird. Das Ende des Drahtstiftes

_d_ wird mit einer Platinspitze versehen. Ferner wird ein schmaler

Messingblechstreifen (_h_) rechtwinkelig umgebogen, auf einer Seite

durchbohrt, mit einem Muttergewinde versehen und mit der anderen über

dem Anker (_H_) an der Randscheibe des Induktors angeschraubt. Durch

das Gewinde geht die Schraube _i_, mit der wir die Entfernung des

Ankers vom Magnetkerne _K_ regeln können. Zum Gebrauch wird über das

Quecksilber, das von dem Platinende des Stiftes _d_ gerade berührt

wird, eine etwa 2 _cm_ hohe Schicht Petroleum aufgegossen. Der

Strom tritt durch einen über den Rand des Glases in das Quecksilber

eingetauchten Kupferblechstreifen _k_ ein und geht durch _d_, _c_ und

_b_ in die Säule _S_ und von da den üblichen Weg durch den Apparat.

Bei welcher Stellung der Schraube _i_ und des Ringes _R_, durch dessen

Verschieben die Spannung der Feder _e_ reguliert werden kann, der

Unterbrecher am besten funktioniert, ist durch Probieren ausfindig zu

machen.

[Sidenote: Elektrolytischer Unterbrecher nach Wehnelt.]

Für Unterbrechungen sehr hoher Zahl wird gewöhnlich der Wehneltsche

oder elektrolytische Unterbrecher gebraucht. Für unsere Zwecke ist er

jedoch nicht geeignet, schon deswegen nicht, weil er sehr starke Ströme

erfordert. Rudi hatte sich trotzdem nur zur Demonstration für seinen

Vortrag einen Wehneltschen Unterbrecher hergestellt, zu dessen Betriebe

ihm seine zwölfzellige Akkumulatorenbatterie gerade ausreichte.

An das Ende eines 2 bis 3 _mm_ starken Kupferdrahtes lötete er ein 5

_mm_ langes Stückchen Platindraht und hämmerte es zur feinen Spitze

aus. Diesen Draht schob er mit der Spitze voran in eine Glasröhre und

schmolz sie gerade über der Platinspitze so ab, daß letztere noch

1 _mm_ weit herausragte. Die Platin- und die daran anschließende

Glasspitze brachte er in der Stichflamme des Lötrohrs bis zur hellen

Weißglut, damit die beiden Teile innig miteinander verschmelzen

sollten. An das aus der Glasröhre hervorragende Ende des Kupferdrahtes

lötete er eine Klemmschraube. In ein ziemlich großes rundes Einmachglas

stellte er dann einen halbzylindrischen Mantel aus Bleiblech, der einen

über den Rand des Gefäßes hinausragenden Fortsatzstreifen trug, an dem

eine Klemme angelötet war. Die Glasröhre befestigte er in einem auf

das Gefäß passenden Holzdeckel nahe dem Rande, so daß er durch Drehen

des Deckels sie der Bleiplatte beliebig nähern konnte. Die Röhre ragte

von oben ungefähr bis in die Mitte des Gefäßes, das er mit verdünnter

Schwefelsäure gefüllt hatte.

Zum Gebrauch eines Wehneltschen Unterbrechers wird der Unterbrecher des

Induktors kurz geschlossen; dann verbinden wir den ~positiven~ Pol der

Akkumulatorenbatterie mit der Platinspitze und die Bleiplatte mit der

einen Klemme des Induktionsapparates, dessen andere Klemme wir mit dem

negativen Pol der Batterie verbinden. Der Kondensator ist hierbei am

besten auszuschalten.

Die Wirkungsweise dieses Apparates ist ungefähr folgende. Beim

Durchgang des Stromes durch die Schwefelsäure entstehen durch

Elektrolyse an den Elektroden Gase, und zwar tritt an der Platinspitze

Sauerstoff, an der Bleiplatte Wasserstoff auf. Da nun aber der starke

Strom die feine Platinspitze sehr stark erhitzt, so entwickelt sich um

diese herum Wasserdampf, der durch die große Hitze in Sauerstoff und

Wasserstoff zerlegt wird. Diese Gase nehmen ein so großes Volumen um

die Spitze herum ein, daß diese ganz von der Flüssigkeit getrennt wird.

Damit ist der Strom unterbrochen, die Gasblase steigt auf, und der

Vorgang beginnt von neuem.

Die an der Spitze auftretende Wärme ist so groß, daß die sich bildenden

Gase bis zum Glühen erhitzt werden, was zur Folge hat, daß auch die

Flüssigkeit eine hohe Temperatur annimmt, so daß man nach kurzer Zeit

die Arbeit mit dem elektrolytischen Unterbrecher einstellen muß.

Elektrotechnisches Experimentierbuch: Eine Anleitung zur Ausführung elektrotechnischer Experimente unter Verwendung einfachster, meist selbst herzustellender Hilfsmittel · 第 13 / 24 段