Sie fragte lieb: »Wünschen Sie etwas von mir?«

»Luise, warum danken Sie mir nicht, wenn ich Sie grüße?«

Pause.

»Wir sind gesehen worden, von jemanden von der Schule, und dann ...«

nach einem Gedankenstrich erklärte sie, »habe ich Ihnen schon gesagt:

Nein.«

»Warum: Nein?«

»Ich will nicht.«

Da regte sich in ihm etwas:

»Aber Sie hätten doch früher einmal gerne gewollt? ...« Mit den Fingern

streicht er geräuschvoll über Bartstoppel im Werden.

»Sie werden doch nicht sagen, daß ich Ihnen nachgelaufen bin?« Sie

stützt die linke Hand in die Hüfte.

»Nein, das nicht«, und seine Hand fällt herab.

Eine Freundin kam auf Luise zu. Sie wollte sich empfehlen, die Freundin.

»Also gute Nacht, ich habe keine Zeit,« sagte Luise. Und sie bot ihm die

Hand.

Werther trat an sie heran: »Luise, liegt Ihnen an Ihrer Freundin mehr

wie an mir?« Und Gesichtsmuskel zucken, die Freundin war schon da.

»Natürlich«, sah sie ihre Freundin an. »Also gute Nacht«, und daran

ändert niemand etwas. Sie hielt ihm ihre Hand hin.

25. Dezember, denkt er ... und ihm, ohne ihn anzusehen, bot sie die

Hand. Und das war am 25., Monat: Dezember.

Er hatte es sich genau gemerkt. Seine Rede zu Lockenberg war: Heute ist

die Luise schön. Es war sechs Uhr, abends. Luise hatte sich nach ihm

umgedreht.

Und dann bei der nächsten Runde kam das mit der Hand.

Das im Hamerlingpark. Schnee und darauf Laternenlicht, und Mond um sechs

Uhr ...

»Luise, ich kann Ihren Entschluß nicht so ruhig hinnehmen«, sagt er

heftig.

»Sie müssen«, schließt sich ihr Mund.

Plötzlich war sie ganz anders. Um ihren Mund ein Lächeln und »müssen«

hingesagt, langsam, das war der Genuß. --

Luisens Freundin sieht zuerst sie, dann ihn an.

Die Freundin war ernst und sicher blutarm, und ihre Augen waren, als ob

sie beständig nachsähen.

»Also gute Nacht«, sagt er kurz. Ihre Hand nahm er nicht.

Adelina; oder, Der Abschied vom neunzehnten Lebensjahre. Aufzeichnungen · 第 15 / 40 题