Ein blühender, gepflegter Garten mit Beeten und Rosensträuchern
und im Hintergrund ein Springbrunnen auf einer kleinen, künstlich
hergestellten Anhöhe; im Hintergrund ein Pavillon mit bunten
Fenstern, _den man kaum sehen kann_. Rechts ein weinumrankter
Treppeneingang, der in die alte Villa Sonntag führt. Links im
Vordergrund ein Zelt mit Tisch, Bank und Stühlen. Zwischen
Gartenzaun und Nachbarmauer zieht sich eine in die Stadt
führende, schmale Gasse. An der Nachbarmauer ist ein Blechschild
angebracht mit üblicher Warnung, aber es ist schon alt und
ruiniert und seine Aufschrift unleserlich.
Frau Sonntag, Heinrich, Eduard, Martha, Carl Pius, Mutter Pius, Auguste
und Berta, die drei Herumtreiber: Pendelfrederech, Lange Anna, der
gläserne Amadeus.
Mutter PIUS: Lassen Se mir ihm zwischen de eurigen sehn, das freut so'n
altes Großmutterherz.
BERTA: (gnädig und geziert) Unsere Frau ist auch so freundlich zu ihm
und erst (respektvoll) der Herr Eduard.
Mutter PIUS: Was Se sagen -- aber, is er das vielleicht nich wert? In de
früh um fünf kömmt euer junger Herr und holt ihm aus dem Nest und frägt
ihm hie und da wegen dem Examen.
BERTA: (schnippisch) So klug ist der Carl?
Mutter PIUS (überlegen): Wann er _mein_ Enkelsohn ist?
BERTA (lacht vorlaut. Sie will Mutter Pius verlassen, stellt das Tablett
mit dem Abendgeschirr auf die Bank -- die Servietten vergeßlich unter
dem Arm haltend.)
Mutter PIUS: Hab'n Se's so eilig, Berta, sonst verzählen Se sich doch so
gern mit mich?
BERTA: Ich habe keine Zeit.
Mutter PIUS: Sie haben wohl den Kopf vom Schatz voll?
BERTA: Wer sagt Ihnen, daß ich einen Schatz habe? (Berta pflückt sich
eine Kamille vom Beet und läßt dabei zwei Servietten fallen.)
Mutter PIUS: Wer das sagt? Raten Sie ens! -- Die Karten. (Berta stemmt
neugierig die Hände in die Seiten. Mutter Pius hebt die zwei
herabgefallenen Servietten auf und liest wohlgefällig den Namen auf dem
Serviettenring.)
Mutter PIUS: (zu sich) Wie en Kind im Haus ....