[18] Diese Ergebenheit und Treue der Württemberger beschreibt am

angeführten Ort Thetinger. Als einen sehr wichtigen Grund gegen die

Angriffe Huttens führt sie auch Nikolaus Barbatus in seiner zu Marburg

gehaltenen Rede auf. Vergl. Schradius II. 386. Wir machen auf diesen

Umstand besonders aufmerksam, weil man gewöhnlich annimmt, es sei den

Württembergern recht gewesen, daß man Ulrich verjagte; Thetingers Worte

sind: »Als dies die Württemberger hörten, beklagten sie ihr Schicksal

heftig, das ihnen nicht vergönne zu fechten.« -- ~Magno fremitu

fortunam suam questi.~ -- Noch merkwürdiger sind die Worte Nikolai

Barbati; er sucht die Beschuldigungen Ulrichs von Hutten zu widerlegen:

»Welcher Tyrann war den Seinigen wert? Ulrich lieben die Seinigen.

Welcher Tyrann wird, wenn er verjagt ist, von seinen Untergebenen

zurückgewünscht? Mit Bitten und Gebet wünschen sich seine Untergebenen

den Herzog zurück und bitten die Götter, sie möchten ihnen den Herrn

zurückgeben« usw.

[19] Ulrich beklagte sich mehreremal über die Nachstellungen seiner

Feinde. Im Jahr 1534 soll ein für ihn von Dietrich Spät gedungener

Meuchelmörder gefangen worden sein. Sattler, Gesch. d. Herzoge.

3. Seite 47. Im Jahre 1536 wurde im Amt Dornstetten ein Zigeuner

verhaftet, welcher aussagte, von Herzog Wilhelm in Bayern für

Ermordung des Herzogs drei Gulden bekommen zu haben. C. Pfaffs

Geschichte I. 288. Ein Beweis, daß solche Versuche vorkamen.

[20] Diese Sage erzählt G. Schwab, der treue, freundliche Wegweiser

über die schwäbische Alb. Er hat sie in einer Romanze: »Der Bau des

Reissensteins« der Nachwelt aufbewahrt.

[21] Ausführlicher beschreibt diese Operationen des Bundes Sattler in

seiner Gesch. d. Herz. v. W. II. § 6 usw. Man vergleiche hierüber auch

die Geschichte des Herrn von Frondsberg, zweites Buch, und Friedrich

Stumphardt von Kannstatt, Chronik der gewaltsamen Verjagung des Herzogs

Ulrich, 1534, und Spener, ~Histor. Germ. univers. L. III. C. 4. 23~.

[22] Dieser Verrat von Teck fand wirklich also statt. Vergl. z. B.

Sattler II. § 7.

[23] Lebensbeschreibung Götzens von Berlichingen, von ihm selbst

geschrieben, ~edit. Pistorius~. Nürnberg 1731.

[24] Sattler II. § 9. Hierüber ist vorzüglich zu vergleichen Friedr.

Stumphardt, Chron. § 3. Die Geschichte der Herren von Frondsberg.

Frankfurt a. M. 2. Buch, und Thetinger, ~Commentarius de Würt. reb.

gest. Lib. II~.

[25] Bei dieser Belagerung wurde Georg von Frondsberg das Barett vom

Kopf geschossen. So erzählen Sattler, Stumphardt, Thetinger u. a.

[26] Diese Griechen sind eine sonderbare Erscheinung bei der Belagerung

von Tübingen: man hieß sie Stratioten; ihr Hauptmann war Georg Samaras

aus Corona in Albanien. Er ist in der Stiftskirche in Tübingen

begraben. Ausführlich beschreibt sie Thetinger, ~Comment. de Würtemb.~

gest. 931. Crusius nennt sie vorzüglich berühmt im Lanzenschwingen.

[27] Man vergleiche über diesen Volkswitz des _Freiherrn von Aretin_

Beiträge zur Geschichte und Literatur. 1805. 5. Stück, S. 438. Das

Lied wurde zu Anfang des Jahres 1520, nachdem Reutlingen von Herzog

Ulrich genommen war, von des letztern Feinden verbreitet und ihm in den

Mund gelegt.

[28] In der Chronik des Georg Stumphardt über die gewaltsame Verjagung

des Herzogs Ulrich findet sich als eigener Artikel ein: »_gereimter

Spruch, also lautend_«, wo in einer großen Menge Knüttelversen das

Unglück des Herzogs und des Landes beschrieben ist. Aus diesem Gedicht

sind jene Verse im Text entlehnt.

[29] Anspielung auf das Wappen von Württemberg. Vergl. Anm. 31.

[30] Diese merkwürdige Höhle haben wir nach der Natur zu zeichnen

versucht. Es bleibt noch übrig, hier einige Notizen über ihre inneren

Verhältnisse zu geben. Die Vorhöhle beträgt etwas über 150 Fuß im

Umfange; von hier aus laufen zwei Gänge nach verschiedenen Richtungen,

die aber nach einer Länge von beinahe 200 Fuß wieder zusammentreffen.

Auf diesen Wegen trifft man zwei Felsensäle, den einen von 100, den

andern von 82 Fuß Länge. Wo diese Gänge sich vereinigen, bilden sie

wieder eine Grotte; von hier aus rechts gegen Norden, mehr in der Höhe,

liegt wieder eine kleinere Kammer, es ist die, in welche wir den Leser

zu dem vertriebenen Mann geführt haben. Die weiteste Entfernung vom

Eingang der Höhle bis zu ihrem Ende beträgt 577 Fuß. Man vergleiche

hierüber die so interessante als getreue Beschreibung der schwäb. Alb

von G. Schwab.

[31] Drei Hirschgeweihe, wovon die zwei obersten vier, das untere aber

drei Enden hat, sind das _alte Wappen_ von Württemberg.

[32] Crusius beschreibt in seiner Chronik das Schlößchen Lichtenstein,

wie wir es hier nacherzählen. Er sah es zu Ende des sechzehnten

Jahrhunderts, also etwa 70 Jahre nach dem Jahre 1519. Dort findet sich

auch die hieher gehörige Stelle:

»Im obern Stockwerk ist ein überaus schöner Saal, ringsum mit

Fenstern, aus welchen man bis an den Asperg sehen kann: _darin hat

der vertriebene Fürst, Ulrich von Württemberg, öfter gewohnt, der des

Nachts vor das Schloß kam und nur sagte: ›Der Mann ist da!‹ so wurde

er eingelassen._« Wo aber wohnte er den Tag über? Wo hielt sich der

Vertriebene auf? Die Frage lag sehr nahe.

Jetzt ist in die Ruinen des alten Schlosses ein Jägerhaus erbaut, das

noch immer den Namen des »Lichtensteiner Schlößleins« trägt und am

fröhlichen Pfingstfest einer lebensfrohen Menge zum Tummelplatz dient.

[33] Er schickte einen tapfern Ritter, Marx Stumpf von Schweinsberg,

an sie mit einem beweglichen Schreiben, das Schloß nicht zu übergeben,

sondern, wo sie solches auch tun wollten, ihm wieder Gelegenheit zu

machen, in dasselbe zu kommen; weil er in selbigem zu sterben bereit

sei, wenn es Gott über ihn verhänge. Sattler, Gesch. der Herz. v.

Württemb. II. 15.

[34] Diesen merkwürdigen Hund beschreibt Thetinger als einen Liebling

Ulrichs ausführlich. A. a. O. S. I. 58.

[35] »Hie gut Württemberg alleweg« findet sich oft als Wahlspruch

dieser Partei. Vergl. Pfaffs Geschichte Württembergs Bd. I. S. 306.

[36] »Der Tüfell gsegen jn allen!« sind die Worte des Chronisten

Stumphardt, die ihm unwillkürlich entschlüpfen, indem er die

Unterhandlung der Ritter »beim kühlen Wein« beschreibt.

[37] Herzog Ulrich beklagt sich wiederholt, namentlich in diesem

Zeitpunkt, daß seine Gegner so viele Lügen gegen ihn ausstreuen.

Er verteidigt sich darüber, besonders in seinen Briefen an die

schweizerische Eidgenossenschaft. So streuten seine Feinde im Jahre

1519 aus, er habe einen Edelknaben, Wilhelm von Janowiz, entzwei

gehauen. Doch Janowiz lebte noch im Jahre 1562 und war Anno 1560

Kommandant der Feste Asperg. Aber jene Lüge machte damals großes

Aufsehen, daher kam es, daß ein Schweizer, dem man diesen Mann zeigte

und sagte, was die Feinde des Herzogs von ihm ausgestreut haben,

antwortete: »_Er muß nochten ein guter Barbier gsyn syn, der den Knaben

so suber gehailt hat._« (Sattler II. § 24.)

[38] _Sattler_ erzählt dies folgendermaßen: Der schwäbische Bund hatte

einen großen Teil seiner Kriegsknechte abgedankt, diese wurden darüber

schwierig, sie rottierten sich zusammen, richteten zwölf Fähnlein

auf, erwählten ihre Hauptleute und machten unter sich nach damaligem

Gebrauch eine Regimentsordnung. Es ist sehr wahrscheinlich, daß der

Herzog diese Leute an sich gezogen. Geschichte der Herzoge v. Württemb.

II. § 16.

[39] Dieses Lied führt auch Lessing in der Sammlung auf, die den Namen

trägt: »Altdeutscher Witz und Verstand.«

[40] Der Schwaben- und Frankenbund hielt in diesem Sommer einen

Bundestag in Nördlingen. Auch die Herzogin Sabina und der Herzog von

Bayern fanden sich dort ein, um hauptsächlich über Württemberg zu

entscheiden. Sattler II. § 15.

[41] Die Regentschaft mußte zu jener Zeit viel seltsamer,

leichtfertiger und böser Reden hören. Der Keller in Göppingen

berichtete einmal, man habe auf der Straße zwischen Grunbach und

Heppach einen Kieselstein gefunden, auf dessen einer Seite ein

Hirschgeweih mit der Unterschrift: »Hie gut Württemberg alleweg«, auf

der andern Seite ein Jagdhorn mit den Worten: »~Vive Dux Ulrice~« zu

sehen waren. Vergl. Pfaffs Geschichte von Württemberg I. 306.

[42] Ueber dieses neutrale Verhalten des Adels ist zu vergleichen

Sattler II. § 19.

[43] »Der Herzog zog sich mit ungefähr 6000 Mann Landvolk nach

Stuttgart, und die angeworbenen Knechte legte er nach Kannstatt.«

Sattler II. § 21. »Der Herzog, als er erfuhr, daß der Feind so nahe

sei, rief die Seinigen schnell aus Städten und Dörfern herbei, die auch

sogleich erschienen.« ~Thetingeri Commentarius etc. lib. III.~

[44] Wir benützen zur Beschreibung dieser Schlacht hauptsächlich: Joh.

Bezzi hist. ~Ulrici Ducis Würt.~ und Thetinger, der besonders bei dem

Angriff der Reiterei auf den mit Geschütz besetzten Hügel sehr ins

einzelne geht.

[45] Graf Georg von Württemberg und Mömpelgard, der Bruder Ulrichs, ist

der Stammvater des jetzigen Regentenhauses von Württemberg.

Sein Sohn war Friedrich I. reg. Herzog, der das Herzogtum erhielt, weil

Ludwig, Christophs Sohn, ohne männliche Deszendenz starb.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die

Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.

Korrekturen:

S. 6: Fußnote ohne Anker gelöscht:

Die Anmerkungen befinden sich am Ende dieser Erzählung.

S. 33: viel → viel wie

muß sich so {viel wie} möglich

S. 78: überrascht → überraschend

Entscheidung doch zu {überraschend}

S. 87: Ritterschaft → Ritterhaft

Das ist halt die {Ritterhaft}

S. 101: Laune → Leute

Gastfreundschaft der guten {Leute}

S. 142: bunten → runden

Tafeltuch über den {runden} Tisch

S. 143: Schlüssel → Schüssel

schob die {Schüssel} weit hinweg

S. 237: ficht → ficht keiner

wie der {ficht keiner} in der Türkei

S. 341: Ermorderung → Ermordung

in Bayern für {Ermordung} des Herzogs

Wilhelm Hauffs sämtliche Werke in sechs Bänden. Bd. 3 · 第 32 / 32 段