Ein paar Leute, die vom Jahrmarkt nach Hause gingen, blieben in der Ferne
stehen und sahen auf das Mädchen hin, das weinend auf der Erde kauerte.
Severin machte ihre Hände von seinen Knien los und ging davon, ohne sich
umzukehren.
* * * * *
Im Zimmer des jungen Nikolaus war in die Wand ein kleines, mit Edelsteinen
und Intarsien ausgelegtes Schränkchen eingelassen. Als Severin eines Tages
nach dem Inhalt fragte, nahm Nikolaus einen dünnen Schlüssel aus der Tasche
und öffnete es. Drin lagen sorgsam verpackt und übereinandergeschichtet
rotkugelige Opiumpillen, Giftstaub in winzigen Glasröhren und indischer
Tempelhaschisch in flachen Apothekerschachteln verwahrt.
Eine Liebhabersammlung -- sagte Nikolaus.
Severin stand lange, von einer jähen Erregung gebannt, vor dem offenen
Schranke. Seine Augen tasteten suchend in den zierlichen Fächern umher, in
denen die Geheimnisse fremder Kulturen aufgespeichert waren, Stoffe, die
einem Träume und Visionen brachten, die schwüle Räusche in das Blut
träufelten, Gifte, die töten konnten. Ein liebkosender Wohlgeruch stieg ihm
daraus entgegen. Nikolaus sah lächelnd die Spannung in seinem Gesichte und
holte aus der Ecke ein blaues Fläschchen mit gläsernem Stöpsel hervor.