XLIX

Abb. 190. Altar des Bischof Angilbert in S. Ambrogio zu Mailand.

Wolvinius fec. ca. 835.]

Darum ist es höchste Pflicht des deutschen Volkes wie aller Germanen,

zuerst dem alten Stamme, der leiblichen und geistigen Heimat treu zu

sein und zu bleiben, sich ihrer völlig bewußt zu werden.

Es ist ihm Pflicht, dieses Stammestum immer eifriger zu pflegen, es

nicht vergehen und verwischen zu lassen; hier edelste Inzucht zu

treiben.

Aber vor allem auch: sich selber kennen zu lernen, sich, sein Wesen,

seinen Geist und seine Kunst; deren Grund zu begreifen und zu sichern.

Wenn Chamberlain in seinen Grundlagen des 19. Jahrhunderts das Beste

des für diese Grundlagen Geleisteten und die sicherste Bürgschaft für

den Wert des Künftigen in dem germanischen Wesen fand, wenn Gobineau

eine Zukunft der Menschheit nur von dem sich völlig rein erhaltenden

Germanentum erwartete, so waren das bedeutende Weiser genug für unseren

Weg.

Vielleicht wirkt der hier gewagte Versuch, unser Volkstum in seiner

ältesten greifbaren Gestalt und Betätigung auf dem Gebiete der

bildenden Kunst in einigem zu erfassen und erkennen zu lernen, als

ein bescheidener weiterer Beitrag in der großen Sache, zum wenigsten

nach der Richtung des bitter nötigen Begreifens, daß deutsche oder

germanische Kunst der Zukunft, wenn sie überhaupt sein will, bis ins

tiefste national sein muß.

[Illustration]

Die älteste Kunst, insbesondere die Baukunst der Germanen von der Völkerwanderung bis zu Karl dem Grossen · 第 107 / 114 题