Beide Herren sahen zu Boden.
»Und an dieser Lawine begehrt mein guter Eggenberg schon wiederum schuld zu
sein? Regensburg, Abdankung des Generals. Schweden, Breitenfeld und so
weiter?«
»Ich nehme die Abdankung des Generals auf meine Kappe.«
Der Kaiser sich hochstemmend schleifte herum um die grüne Marmorsäule:
»Schon gut. Ich dachte es eigentlich anders.« Er legte die leichten Hände
auf Eggenbergs Schulter mit dunklen Blicken leise redend: »Sprecht nicht
von Regensburg. Laßt das. Ihr seid nicht daran schuld. Ich hab' mit Euch ja
gar nicht darüber gesprochen. Da ist nichts von Schuld. Wollt das nicht
bemäkeln.«
Eggenberg öffnete den Mund, der Kaiser fuhr fort: »Sprecht nicht. Es ist
wie ich sage. Man soll an den Dingen nicht deuteln und sich nicht
versündigen.« Streckte die Arme von sich breit nach beiden Seiten:
»Frieden, ihr Herren.« Er ließ seine Arme sinken. Sah sein Spiegelbild über
die Säule fließen. Ging gegen die hohe Tür; die beiden Herren betrachtete
er; seine Miene nahm etwas Überdrüssiges, Feindseliges an. Das verließ ihn
erst langsam, wie er wieder im Stuhl saß. Da lachte er in kleinen leisen
Stößen, streckte die Arme von sich breit nach beiden Seiten: »Frieden, ihr
Herren. Wir sind nur Werkzeuge, wer weiß in wessen Händen. Ich hoffe, in
Gottes, Marias und der Heiligen.«
Die beiden Herren blickten aneinander vorbei.
Der Kaiser träumerisch herumwandernd, an den Puscheln seines Schlafrocks
spielend: »Es nimmt alles so guten Verlauf. Wenn ich nur wüßte, wovon ihr
redet.«