Anmerkungen zur Transkription
Im Original gesperrter Text ist _so ausgezeichnet_.
Im Original kursiver Text ist +so ausgezeichnet+.
Im Original fetter Text ist =so ausgezeichnet=.
Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am Ende des
Buches.
Wasserjungfern
_Geschichten von
Sommerboten und Sonnenkündern_
Von
Hermann Löns
_Vierte Auflage_
[Illustration]
_1919_
_R. Voigtländers Verlag in Leipzig_
Druck von Otto Regel in Leipzig
[Illustration]
Inhalt
Seite
Vorbemerkung 5
Sommerboten und Sonnenkünder 7
Am Strande 15
Auf der Wanderschaft 23
Im Röhricht 35
Am Schilfe 45
Am Graben 53
Über dem Teiche 65
In der Mergelgrube 71
Über der Bucht 79
Auf der Schneise 89
Am Ufer 99
Im Moore 105
Auf der Heide 115
[Illustration]
[Illustration]
Vorbemerkung
Rede mit der Erde,
Die wird Dich's lehren.
_Hiob_ XII. 8.
Hermann _Löns_, der uns Entrissene, ist uns ein Führer gewesen, der uns
half, die Schönheit der Welt zu sehen, uns zu befähigen, den großen
Rhythmus allen Naturgeschehens staunend zu erkennen.
Das vorliegende Büchlein ist eine seiner liebenswürdigsten
Naturstudien. Wie klein und eng scheint das Thema dem Uneingeweihten,
wie wenig kann darüber geschrieben werden, dünkt es ihm wohl. Und
doch -- was hat Löns aus seinem Stoffe gemacht. Mit Verzicht auf alle
und jede wissenschaftliche Beschreibung und exakte Erörterung will
er erst einmal die »Wasserjungfern« dem Leser näherbringen, ihn für
diese bunten, schillernden Wesen interessieren. Er schildert ihre
Umwelt, ihr Leben, Leiden und Lieben. Der Künstler hat sich dabei
so restlos mit dem Zoologen verbunden, daß wir beim Lesen ein Stück
Natur direkt zu erleben glauben und spielend Einblick und Verständnis
gewinnen in diese wunderliche Kleinwelt. In zwölf Kapiteln stellt Löns
zwölf Wasserlandschaften vor uns hin, jede anders, jede intimsten
Lebens voll, jede ein Organismus für sich. Mit unvergleichlichem
Einfühlungsvermögen und mit der Liebe des Künstlers und Naturforschers,
der »draußen« für sein eigenes Leben immer wieder Balance, Sicherheit
und Glück fand, geht er allen großen und kleinen Erscheinungen nach,
baut er, ohne sich ins Kleinliche zu verzetteln, eine Miniaturwelt
auf, voll von Farben und Glanz. Sommerlich wirds uns zu Mute, und wir
glauben ganz ordentlich den strengen Ruch von Altwasser, den Duft von
Minze und Weidicht zu spüren. Knabenzeit mit ihrem geheimnisvollen
Entdeckertum an Tümpeln und Bachläufen steigt wieder vor uns auf,
und mit ihr all die verlorene Phantasie jener Tage. Daß Löns solche
Stimmung heraufbeschwören kann, das danken wir ihm ganz besonders, denn
nie waren wir reicher als damals, da wir mit brennenden Wangen und
klopfendem Herzen uns stundenlang über einen grüngolden durchsonnten
Wasserspiegel beugen konnten oder atemlos Vögeln und Faltern im
Dickicht nachpirschten und belauschten.
Daß das liebe Buch vielen stilles Glück bringen möge, das wünsche ich
von ganzem Herzen.
_Monti della Trinita_, Oktober 1918.
=Karl Soffel.=
Sommerboten und Sonnenkünder
[Illustration]
Alle Vögel sind zurückgekommen, jeder Baum blüht, und die Wiesen
starren von Gold; der Wald ist erfüllt von lustigen Liedern und die
Luft gesättigt mit fröhlichem Gesumme; es rennt auf den Wegen und
krabbelt an den Stämmen, nagt an den Blättern und bohrt im Holze,
flattert über den Blumen und flirrt durch die Halme, und doch ist es,
als wenn noch etwas fehle.
Da, wo das Wässerlein sich durch die Wiese schlängelt, von Schaumkraut
umblüht, von Lichtnelken eingefaßt, von Hahnenfuß begleitet, fährt
ein silberner Blitz über die Blumen hin, verschwindet, fährt zurück,
beschreibt einen Kreis, senkt sich und steigt empor, bleibt auf dem
Fruchtstern der Dotterblume hängen, wirft silberne Strahlen um sich,
verlöscht, blitzt wiederum auf, zieht einen goldenen Ring um den
Weidenbusch und jagt jetzt dahin, wo ein gleiches Wesen sein Spiel im
Sonnenlichte treibt.
Die ersten Libellen sind es; sie fehlten dem Landschaftsbilde noch.
Solange sie nicht da sind, vermißt der Mensch sie kaum, und nicht
begrüßt er ihr Erscheinen wie das des ersten gelben Schmetterlings.
Aber er würde den Sommer nicht so stark empfinden, wären die schlanken
Wasserjungfern nicht da; ohne das Funkeln ihrer schmalen Leiber, das
Schimmern ihrer knisternden Flügel wäre der Sommer nicht so schön und
so lustig.
Ein Sommer ohne Libellen ist kein Sommer; mißlungen und verpfuscht ist
er. Die Wasserjungfern leben nur, wenn die Sonne scheint und die Luft
warm ist; dann fühlen sie ihre Kraft, zeigen sie ihre Pracht, treiben
sie ihr fröhliches Spiel. Wenn aber graue Wolken am Himmel dahinfegen,
der Regen strömt und ein hohler Wind heult, verschwunden sind sie dann,
die Sonnentiere; matt hängen sie im Laube, kraftlos kleben sie im
Grase, unfähig, die Schwingen zu rühren zum frischen Fluge.
Der Mensch ist undankbar; dem Maikäfer, der ihm als Engerling die
Saaten zerstört und als Käfer die Blätter der Bäume zerfrißt, dem
wandte er seine Aufmerksamkeit zu. Mit Begeisterung wird der erste,
der durch den Garten fliegt, begrüßt, die Kinder jubeln, die Eltern
lächeln; es ist, als ob Wunder was für ein herrliches Wesen dahinflöge,
und es ist doch nur ein dicker, plumper Käfer, der dahinbrummt.
Der Mensch ist dumm; seine Augen werden blank und sein Mund breit,
sieht er den ersten Schmetterling fliegen; er bedenkt nicht, daß der
lichte Falter einst eine düstere Raupe war, die Schaden über Schaden
anrichtete.
Die Libelle aber sieht er kaum, und es fällt ihm nicht ein, sie als
Sommerboten und Sonnenkünder zu grüßen. Mag ihr Leib auch in Edelerz
und Karfunkelgestein gekleidet sein, mögen ihre Flügel auch schimmern,
als wären sie aus Tautropfen und Sonnenschein gewebt, ist ihr Flug auch
herrlicher als der der Schwalben und vornehmer als der der Falter, er
denkt nicht daran, ihr mit bewundernden Augen nachzusehen, und wenn sie
sich auch dicht vor ihm niedersetzt, achtlos geht er vorbei, ohne ihren
seltsamen Bau zu betrachten und sich ihrer wunderbaren Farben zu freuen.
Sie sind für ihn nicht da, wie die Sonne für die Augen der Kröte und
der Büchsenschuß für das Ohr der Fledermaus; sie sind zu schnell für
seine Blicke, zu fein und zu leicht, als daß er, der mit den Füßen auf
der Erde haftet und nichts begreift als das, was er mit Händen fassen,
mit Fingern fühlen kann, Obacht auf sie geben könnte. Vom Maikäfer weiß
er, daß der erst ein feister Engerling war, und von dem Schmetterling,
daß er als eklige Raupe ein Kohlblatt zerfraß, und deswegen ist er
ihnen dankbar und widmet ihnen seine Aufmerksamkeit. Denn man kann doch
klug und weise ein langes und breites darüber reden und tiefsinnige
Vergleiche von dem Wurm, so an der Erde kriecht, und aus dem doch
ein lichter Falter wird, mit dem Leibe und der Seele des Menschen
anstellen, und das macht sich in Vers und Prosa ausgezeichnet und ist
bei allen Völkern ein beliebtes Thema aller flachen Poeten gewesen.
Wenn aber ein Tier ganz und gar Poesie ist, als ein Wesen sich
darstellt, scheinbar völlig unirdischer Art, wie aus Sonnenschein und
Wellenfunkel entstanden, schnell wie ein Gedanke und flüchtiger denn
ein Traum, dann versagt der Mensch; er weiß nicht, woher sie kommen
und wohin sie gehen; er kann keine gelehrten Gespräche darüber führen,
und mit ihrer Verwendung zu symbolischen Vergleichen hapert es erst
recht, und so sind sie ihm halb unheimlich, halb gleichgültig, er sieht
darüber hinweg, und wenn er ihnen Namen zulegt, dann sind sie dummer
Art und aus Verlegenheit, Unwissenheit und Aberglauben entstanden.
Einst, als das deutsche Naturempfinden noch nicht mit
asiatisch-romanischer Brühe übergossen war, als wir noch mit klaren
Kinderaugen über das blühende Land sahen, da galten die schönen Tiere
als Friggas, der Sommergöttin, Vorboten. Vielleicht, daß man ihnen
gerade darum Ekelnamen, Übelworte gab, denn alles, was unseren Urahnen
hold und heilig war, wurde durch den Kot gezerrt und in den Schlamm
getreten; aus lichten Göttinnen wurden düstere Hexen, aus lieben
Elfen und guten Wichtlein unholde Nachtmare und böse Kobolde, und wo
einstmals eine Stätte war, wo die Weidebauern den Überirdischen für ihr
Walten dankten, daraus wurde ein Platz, wo der Teufel sein Wesen trieb.
So wurden auch die lieblichen Wasserjungfern zu Teufelsbolzen und
Satansnadeln umgedeutet, gleich als ginge Unheil vor ihnen her und
folge Leid, wo sie fliegen. Man weiß kaum, daß sie vielerlei Geschmeiß
vertilgen, das Mensch und Vieh plagt, und gibt sich nicht die Mühe, sie
näher zu betrachten und an ihrer Pracht sich ebenso zu ergötzen wie an
der Schönheit der Blumen und an den Farben der Falter. Wenn auch ihre
Leiber glühen wie die Morgenröte oder blitzen wie die vom Abendrot
beschienene Welle, wenn auf ihren Flügeln auch alle Farben spielen, die
das Sonnenlicht in sich birgt, des Menschen Augen gehen so gleichgültig
über die Sommerbringer und Sonnenboten hin wie über die schwarzen
Schnecken auf dem Wege.
Die grauen Krähen, die dem Winter voranfliegen, und die schwarzen
Turmschwalben, die hinter dem Frühling herfahren, würdigt er seiner
Aufmerksamkeit; den silbernen Sonnenvögeln, die ihm goldene Tage
verkünden, schenkt er keinen Blick. Aber würden sie nicht da sein, dann
würde er sie doch wohl vermissen, öde würde ihm der Strand erscheinen,
langweilig das Röhricht, verlassen die Schilfbucht; der blumenumhegte
Wiesenbach dünkte ihm lange nicht so reizvoll und weniger schön der
stille Teich, ohne rechtes Leben die sonnige Waldstraße und tot die
blühende Heide. Er sieht sie nicht und erblickt sie doch, er hört
nicht darauf hin und nimmt sie doch wahr, sein Verstand weiß nichts
von ihnen, aber sein Gemüt nimmt doch etwas mit von den silbernen
Sonnentieren, den zierlichen Libellen.
Hat er aber Augen im Kopfe, Schönheit zu sehen, so wird er ihnen erst
verloren nachblicken, bis ihm die Mannigfaltigkeit ihrer Formen und der
Reichtum ihrer Farben zum Bewußtsein kommt; er wird sie unterscheiden
lernen, wird die beiden Gruppen trennen, die wilden Flieger und
die schüchternen Flatterer, wird Art von Art trennen können, ihre
wunderlichen Liebesspiele beobachten und über ihre Gewandtheit
erstaunen, mit der sie in der der Edelfalken und Schwalben, einzig
unter den Kerfen, ihre Beute im Fluge haschen; wird ihrem Vorleben
nachspüren, das sie, bevor sie am Sonnenlichte sich freuten, auf dem
Grunde der Gewässer führten, die wichtige Rolle erkennen, die sie im
großen Haushalte der Natur spielen, sie schmerzlich vermissen, ist ihre
Zeit um, und sich freuen, weist ihm ein sonniger Maientag die erste
Wasserjungfer.
Am Strande
[Illustration]
Libellula depressa +L.+
Wo die letzten Häuser der Stadt liegen, da ist der Strand kahl. Das
Gänsefingerkraut wuchert dort und schmückt den Sand mit goldenen
Blumen, Kriechseggen durchflechten ihn mit ihrem zähen Wurzelwerk, und
zwischen ihren harten Blättern rennen allerlei kleine hurtige Käfer.
Ein strenger Schwefelwasserstoffgeruch liegt über dem ganzen
Strande, denn der Wellenschlag hat dicke Bänke der zerbrechlichen
Armleuchtergewächse auf das Ufer geschoben, und nun fault das
Wasserkraut, und sein Schwefelgehalt wird frei.
Ganz langsam und sacht fällt der Strand ab, so daß die Kinder fünfzig
Fuß in den See waten können, bis zu dem Abhang, wo die gewaltigen, ganz
von weißen Blumen bedeckten Rankenmassen des Wasserhahnenfußes auf den
Wellen treiben und die Stelle anzeigen, wo der Abgrund beginnt.
Aber die Kinder waten an dieser Stelle nicht gern in den See, sondern
viel lieber mehr nach der Stadt zu, weil dort der klare Sand unter
dem Wasser steht; hier aber bedeckt ein butterweicher, graublauer Ton
den Seegrund, in den die nackten Füße tief einsinken, und werden sie
herausgezogen, dann steigen dicke Blasen aus dem Wasser auf, die nach
Jauche riechen.
Weil nun die Kinder hier fast nie umherwaten, wird diese Strecke des
Strandes wenig beunruhigt, und da die lange, silbernleuchtende Bank,
die der Wasserhahnenfuß bildet, den Wellenschlag abhält, ist das Wasser
hier still. Laichkräuter gedeihen hier, und in dichten Polstern wuchern
die Armleuchterpflanzen.
Oberhalb dieser Strecke ist die Stelle, wo das Vieh zu trinken pflegt,
wenn es von der Weide kommt; der Wellenschlag führt den aufgelösten
Dünger weiter und lagert ihn auf der Tonbank ab. Das ist das beste
Futter für die Wasserflöhe, und darum wimmelt es zwischen der Bank aus
Wasserhahnenfuß und dem Ufer von ihnen, so daß zu gewissen Stunden das
ganze Wasser rötlich aussieht, denn nach Millionen und Abermillionen
zählt das winzige Getier.
Alles, was Wasserflöhe frißt und im flachen Wasser leben kann, ist
in Menge an dieser Stelle vertreten; kleine braune, gelbgefleckte
Schwimmkäfer und ihre Larven, Wasserskorpione, Ruderwanzen,
Rückenschwimmer und vor allem Weißfischbrut. In ganzen Schwärmen ziehen
die jungen Ukeleis, Plötzen, Rotfedern, Brassen, Güstern und Zährten
dahin und fressen und nehmen zu, und eingewühlt im Schlamme liegen die
jungen Steinbeißer und Gründlinge und fangen mit jedem Atemzuge die
hin- und herhüpfenden Zwergkrebschen ein. Vor den Raubfischen ist die
Fischbrut hier sicher, denn der Wasserhahnenfuß schützt sie und der
niedrige Wasserstand.
Andre Feinde aber lauern auf sie, unheimliche Wesen, die zwischen dem
Gekräut in den Schlamm eingebettet sind und nur den breiten Kopf mit
den großen Glotzaugen herausstecken. Fast zollgroß sind sie, häßlich
graugrün, plump gebaut, faul und langsam. Regungslos liegen sie da,
nur ab und zu den Kopf nach der Richtung drehend, wo ein Schwarm von
winzigen Jungfischen auftaucht. Libellenlarven sind es und böse Räuber.
So plump sie sind, sie fassen nie fehl; ihre Schlammfarbe macht sie
unsichtbar, so daß die Fischbrut arglos über sie hinwegschwimmt.
Hunderte von ihnen liegen hier im Schlamme, die kleinsten nach dem
Lande zu, wo das Wasser kaum zollhoch ist, denn sie müssen sich vor den
größeren Stücken in acht nehmen.
Es ist warm heute, das Wasser ist lau. Die Krebschen steigen in
ganzen Wolken vom Seegrunde, schwimmen dem Strande zu und erfüllen
das flache Wasser mit rötlichem Gewimmel, gefolgt von großen Scharen
von Jungfischen, die Tausende und Tausende von ihnen verschlucken.
Unter ihnen lauern dickköpfig und glotzäugig die Wasserjungferlarven,
regungslos, als wären sie Stücke zusammengeballten Schlammes. Ab und
zu schleudert eine die Zange hinaus und zieht sie mit einem Krebschen
wieder zurück.
Jetzt aber kommt ein Schwarm Fischbrut angeschwommen. Die vielen
Hunderte von Larvenköpfen drehen sich ihm zu, doch der Schwarm zieht
zu hoch. Ein zweiter kommt heran, mordet unter den Krebschen und
schießt wieder in das hohe Wasser hinein, denn der Schatten einer mit
klirrendem Rufe dahinjagenden Seeschwalbe verscheuchte ihn. Nun aber
naht, dicht über den Schlammgrund hinziehend, ein dritter Schwarm, und
alle Libellenlarvenköpfe drehen sich langsam ihm entgegen. Hier wird
eine Fangmaske hervorgeschleudert, da auch eine, und dort wieder eine,
überall, wo der Fischschwarm erscheint, packen die grimmigen Zangen
zu, schnellen mit einem Fischchen zwischen den Widerhaken zurück und
langsam und bedächtig zerpflücken die scharfgezähnten Kiefer ihre
zappelnde Beute.
Aber nicht nur den Fischen stellen sie nach; alles, was sie bewältigen
können, fällt ihnen zum Opfer, die flinken, langgeschwänzten Larven
der Eintagsfliegen, der hurtige Bachflohkrebs, der sich an ihnen
vorüberschiebt, die Schwimmkäferlarven, die in den Wirkungskreis ihrer
schrecklichen Zangen gerät, und der Wurm, der sich über den Schlamm
schlängelt. Aber auch ihnen naht das Verderben. Es schiebt sich ein
platter Leib heran, so flach wie ein Blatt, mit Schlamm bedeckt, von
dünnen Füßen vorangehaspelt. Die eine Larve, die sich eben gehäutet
hat und von der Anstrengung ermattet noch nicht Zeit fand, sich
wieder einzuwühlen, fühlt sich von den Fangarmen des Wasserskorpions
ergriffen. Ein schrecklicher Schmerz durchzuckt sie und macht sie
wehrlos, denn der Rüssel des unheimlichen Geschöpfes, der sich ihr
zwischen die Leibesringel schob, spritzte ihr den tödlichen Giftsaft
ein und lähmte sie. Regungslos, keiner Bewegung fähig, verharrt sie in
ihrer Stellung, während der böse Feind ihr die Lebenssäfte aussaugt.
Wenn aber auch der Wasserskorpion und seine noch schrecklicher
aussehende Verwandte, die unheimliche, klapperdürre Stabwanze, und der
blitzschnelle Rückenschwimmer manche Larve umbringen, es leben Tausende
an den flachen Stellen des Sees auf dem blauen Stinkton, und wenn
ihre Zeit gekommen ist, kriechen sie scharenweise an das Ufer, halten
sich an den silbernen Blättern des Gänsefingerkrautes, an den Ranken
des Vogelknöterichs und an den harten Blättern der Sandsegge fest,
bis ihnen die Hülle auf der Brust zerreißt und aus der scheußlichen
Larve sich die reizende Wasserjungfer entwickelt, mit den silbernen,
kupferrot am Grunde gefleckten Flügeln und dem flachgedrückten, wie
ein griechisches Kurzschwert geformten, hellblauen Leibe.
Mögen auch lange schon die Lerchen auf den Feldern und um den See
gesungen haben, alle Blumen aufgeblüht sein und viele Falter fliegen,
erst dann, wenn die Wasserjungfern knisternd über die Ähren des Roggens
fliegen, silbern dahinblitzend und beim Umwenden golden aufleuchtend,
dann erst ist die wahre Sommerstimmung da.
Auf der Wanderschaft
[Illustration]
Libellula quadrimaculata +L.+
Heute wird es noch heißer, als es gestern und vorgestern war; die Luft
hat sich über Nacht kaum abgekühlt; sie ist geladen mit Hitze.
Ein Tag ist es für alles, was die Sonne liebt, ein Bienentag, ein
Faltertag, ein Schwalbentag; hoch ist der Himmel und wolkenlos, und ein
weicher Wind geht über das Korn.
Hoch im hellen Blau spielen die Schwalben; sie haben es heute gut. In
der letzten Woche, als der Himmel grau war und ein grämlicher Wind
heulte, mußten sie sich, dicht an der Erde, hinter den Hecken und um
die Kronen der Bäume flatternd, mühsam ihr Futter zusammensuchen.
Jetzt ist das anders. Alles, was Flügelchen hat und den Tag und die
Wärme liebt, kam hervor aus Moos und Mulm, Rohr und Ried, Gras und
Gesträuch, entfaltete die Schwingen und ließ sich emportragen von
der lauen Luft, höher, immer höher, und mit den Kurzflüglern und
Rapskäfern, Mückchen und Fliegen stiegen die Schwalben empor, und nun
jagen sie dort oben nach Herzenslust.
Auch den Schmetterlingen gefällt der blanke Tag. Über der Wiese, aus
der Hahnenfuß und Kuckucksnelke einen grüngelbroten Teppich machten,
ist ein lustiges Getümmel. Weißlinge, Bläulinge und Lischgrasfalter
tanzen bunt durcheinander, die bunten Widderchen schwärmen,
Schwalbenschwänze schweben, am Raine sausen die Karpfenschwänze hin und
her, und um die zerbohrten Pappeln fahren die Glasschwärmer.
Überall ist außerdem ein eifriges Summen und Brummen, Schwirren und
Flirren; alle Bienen und Fliegen, Wespen und Hummeln sind unterwegs,
denn allerorts ist der Tisch gedeckt. Um die Brombeerblüten geht es zu
wie um den Tanzplatz beim Schützenfest; auf den Dolden des Schneeballes
drängt es sich wie um die Würfelbuden beim Jahrmarkte; die Bienen
wissen nicht, welche Blüte sie zuerst besuchen sollen, denn zu groß ist
die Auswahl; die Hummeln brummen vor Vergnügen vor sich hin, und die
Schwebfliegen führen vor lauter Wonne ihre wildesten Tänze auf. Selbst
der behäbige Pappelbock fühlt sich veranlaßt, die Flügel zu lüften,
und sogar der dicke rote Blattkäfer läßt sich zu einem Fluge herbei,
denn wenn ringsumher alle Heuschrecken fiedeln, dann kann man schlecht
widerstehen.
Die Dorngrasmücke findet auch, daß heute ein Prachttag ist; alle
Augenblicke schwingt sie sich singend aus ihrem Brombeerbusche in
die Luft, und das Weißkehlchen, das in dem Bandgrasgewirr bei dem
Weidenbusche wohnt, macht es genau so. Sogar das Dorndrehermännchen,
das sich meist für viel zu vornehm hält, um zu singen, fängt mit einem
Male an, zu zwitschern, denn so gut, wie heute, ist es ihm lange nicht
gegangen; auf dem dürren Schlehenzweige hat es schon für mindestens
drei Tage Vorräte an Käfern und Heuschrecken aufgespießt, damit es ihm
nicht wieder so gehen soll wie in der vorigen Woche, wo es zufrieden
war, wenn es schließlich irgendwo ein mageres Fröschchen erwischte.
Heute aber ist es anders; da ist eine dicke Hummel, hier ein fetter
Käfer, dort eine leckere Heuschrecke. Es läßt sich heute schon leben.
Aber die große Wasserjungfer, die dort in so sonderbar stetigem Fluge
einherzieht, muß er doch noch haben; schnell flattert er ihr nach,
holt sie ein, faßt sie und fliegt mit ihr nach seinem Dornenzweige.
Eine Weile hält er sie noch im Schnabel, dann spießt er sie neben den
blanken Laufkäfer, wippt zufrieden mit dem bunten Schwanze hin und
her und fängt wieder zu singen an. Aber da ist ja schon wieder eine
Wasserjungfer, ganz dieselbe Art, und sie fliegt in derselben Richtung
und in derselben stetigen Weise. Der Würger fliegt hin und holt sie
sich auch. Und eine dritte spießt er auch noch auf, aber als er dann
aufsieht, da fliegt schon wieder eine dahin, und noch eine, und jetzt
zwei, und dann drei, und immer mehr; die ganze Luft ist voll davon.
Hoch oben in der Pappel sitzt der Turmfalke. Ab und zu schießt er
herab, rüttelt über der Wiese oder läßt sich in ihr nieder, um mit
einer Heuschrecke oder einem Käfer wieder nach seiner Warte zu fliegen,
sie zu kröpfen und wieder zu lauern, bis er wieder eine Beute erspäht.
Die Libelle kommt ihm gerade recht; ehe sie ihn erblickt, ist er über
ihr und greift sie. Kaum hat er sie hinabgewürgt, da kommt schon wieder
eine an, und eben hat er sie gefaßt, da ist noch eine da und hinter ihr
abermals eine, und es will damit kein Ende nehmen, Libellen, nichts
als Libellen, neben- und hinter- und übereinander, alle von derselben,
großen, vierfleckigen, grünköpfigen Art, alle nach derselben Richtung
in derselben ruhigen Weise fliegend, wie es sonst nicht Sitte bei ihnen
ist. Ebenso verdutzt, wie der Würger, sieht der Falke ihnen nach.
Und ebenso verblüfft sind die Menschen des Städtchens. Wasserjungfern
sind sie ja gewohnt, sehr viele sogar, denn um die Zeit, wenn die Tiere
flugreif geworden sind, wimmelt es am Ufer von ihnen, und mitten in den
Straßen der Stadt trifft man sie oft an, fliegend oder ermattet an den
Hauswänden hängend. Das sind aber zumeist andere, mit dünnen, schwarz
und gelb gemusterten Leibern, und nicht diese Art, und selbst wenn
viele von ihnen da sind, in solchen Massen sind sie noch nie gekommen,
und sie flogen auch nie, wie diese hier, alle in derselben Richtung
und in einem geschlossenen Schwarme, der über fünfzig Fuß breit und
an zehn Fuß hoch ist, und der anscheinend gar kein Ende nehmen will,
denn als die Jungens zur Schule gingen, erzählten sie dem Lehrer schon
davon, und jetzt, wo die Frühstückspause ist, fliegen sie noch immer
und in noch größerer Menge.
Die Jungens vergessen ganz ihre Butterbrote, denn so etwas haben
sie noch nie erlebt; ganz unheimlich kommt ihnen die Sache vor.
Sie versuchen die Tiere zu zählen, aber das geht nicht; Tausende
und Tausende sind es, die über den Schulhof hinwegziehen, doch so
hoch, daß das Werfen mit den Mützen und Hüten sich nicht lohnt.
Eine Viertelstunde dauert die Pause, und als sie aus ist, ist
noch kein Ende des Libellenfluges abzusehen. Der Lehrer, der auch
noch nie einen solchen Flug erlebt hat, sieht ein, daß es mit dem
Mathematikunterrichte heute nichts gibt; die ganzen dreißig Jungens
haben die Augen, statt auf der Tafel, bei den Fenstern, und die so
sitzen, daß sie nicht hinaussehen können, die flüstern den anderen alle
Augenblicke zu: »Fliegen sie noch immer?«
Der Lehrer lächelt; ihm wäre es nicht anders gegangen, als er noch
ein Junge war, und so macht er mit der Mathematik Schluß und holt
die Naturgeschichte aus dem Schranke und trägt den Schülern über
die Wasserjungfern und ihre großen Wanderflüge vor, die schon oft
beobachtet sind, von denen man aber nur weiß, daß es meist die
vierfleckige Art ist, die in solchen Mengen auftaucht, daß aber
Ursache und Ziel dieser Auswanderungen noch unbekannt sind, denn
bestimmte Gesetze über die Rolle, die der Wind dabei spielt, hat man
noch nicht herausfinden können, und auch für den heutigen Flug fehlt
jede Erklärung. Man könnte vielleicht denken, die Libellen fühlten,
der See könne nicht alle die Millionen von Larven ernähren, wenn die
unzähligen Tiere in dem See ihre Eier ablegten; aber das sei nicht
der Fall, weil der See Milliarden von winzigen Krebstierchen, Larven,
Würmern und Jungfischen enthalte; austrocknen könne er auch nicht, weil
er zu starke Quellen habe, und sonderbar sei es, daß die Libellen nicht
nach dem nächsten, noch größeren See, sondern in einer Richtung flögen,
in der auf Meilen hin gar keine Seen lägen.
Die einzige Erklärung, die es gäbe, sei die: die kalte Witterung der
letzten Wochen habe das Ausschlüpfen der Wasserjungfern verzögert.
Nun sei mit einem Male die starke Hitze eingetreten, und es habe eine
Massenentwickelung stattgefunden, und es sei eine alte Erfahrung,
daß, wenn eine Tierart in außergewöhnlicher Menge auftrete, sie
Neigung habe, zu wandern, wie man es bei dem Heerwurm, dem Lemming
und dem Baumweißling beobachtet habe, und daß dann diese Massen sich
zusammenschlössen und alle nach derselben Richtung wanderten. Warum sie
das aber täten, das wisse man nicht.
Als es Mittag läutete, hatten es die Jungens noch eiliger als sonst,
und fast alle machten den Umweg am See vorbei, ehe sie nach Hause
gingen, denn vom See kam der Libellenzug her, und auch der Lehrer
ging zum Seeufer. Aber dort gab es auch keine gute Erklärung für die
seltsame Erscheinung. Zwar saßen überall am Ufer, an den Binsen und
an Rohr und Schilf, an den Balken der Waschbänke, an den Wänden der
Fischerboote die leeren Larvenhüllen, und auf dem blauen Tongrunde des
flachen Seeufers krimmelte und wimmelte es von breiten, flachen Larven,
und überall sah man Wasserjungfern, die eben die Hülle verließen, und
andere, die frisch ausgeschlüpft waren und mit schlaffen, farblosen
Flügeln an Halmen und Treibholz hingen, und andere, die den ersten Flug
wagten; aber der Hauptflug kam von der anderen Seite des Sees, wo die
großen, flachen, kahlen Buchten waren.
Quer über den Spiegel des Sees kamen sie geflogen in fünfzig Fuß
breitem, zehn Fuß hohem Bande, das so scharf abgegrenzt war, daß nur
ganz selten einmal ein Stück außerhalb der Reihe flog. So wie sich
der Zug dem Ufer näherte, erhoben sich die frisch ausgeschlüpften
Stücke, die schon kräftig genug waren, und reihten sich ein, aber
immer nur, wenn sie zu der vierfleckigen Art gehörten, denn es flogen
auch solche mit den gelben Leibern, die aber dem Schwarme auswichen
und unter ihm herjagten, denn er hielt sich immer in Manneshöhe über
dem Wasserspiegel und hob sich noch höher, als er die ersten Häuser
der Stadt erreichte, um sich wieder etwas zu senken, wenn er die Stadt
hinter sich hatte.
Hätte der Zug seine Richtung ein klein wenig nach rechts genommen,
so hätte er nicht über die Häuser zu fliegen brauchen, sondern wäre
gleich im freien Felde gewesen; und noch eins war merkwürdig, die Tiere
flogen ganz anders als sonst, wenn sie am Ufer auf- und abjagen, so
ruhig, so stetig, und so gar nicht hastig. Auch sah man nicht, daß
auch nur ein einziges Stück raubte, trotzdem es an Fliegen, Haften und
anderem Getier durchaus nicht mangelte; auch waren alle in demselben
Alter, denn die, welche die Leute mit langen Stangen, an die sie Zweige
gebunden hatten, herunterschlugen, die waren alle so frisch und hatten
so schimmernde Flügel, daß man es ihnen ansah, daß sie alle erst an
diesem Tage ausgeschlüpft waren.
Den ganzen Tag über dauerte der Flug; erst als die Sonne unterging,
nahm er ab, und an allen Hauswänden, an allen Bäumen, Hecken und Zäunen
hingen die Tiere die Nacht über; als aber der Morgen kam und die Sonne
über dem See stand, erhoben sie sich und schlossen sich dem Zuge an,
der wieder über die Stadt zog; er war immer noch stark, wenn auch
nicht mehr so wie am Tage vorher, und noch am Tage darauf ging ein Zug
Libellen über die Dächer, der noch schwächer war, und einzelne flogen
auch am vierten Tage noch in der alten Richtung, doch fielen sie kaum
mehr auf.
Weiterhin im Lande, in der Richtung des Zuges, waren die großen Massen
von Libellen auch beobachtet, wo aber das Ende des Zuges war, wo er
sich verteilte, das erfuhr man ebensowenig wie in früheren Fällen, und
unter der Bevölkerung des Städtchens ging noch lange das Gerede von den
vielen Libellen, und eine alte Frau, die die Karten legte und das Vieh
besprach, prophezeite, daß nun die Cholera oder ein großer Krieg kommen
müsse wie jedesmal, wenn sich das fremde Ungeziefer sehen lasse.
Die Cholera kam aber nicht, und ein Krieg brach auch nicht aus, und es
war auch gar kein fremdes Ungeziefer, sondern es entstammte dem See bei
der Stadt und den vielen anderen Seen und Teichen in der Umgegend. Sie
ist ein häufiges Tier, die vierfleckige Jungfer, und wo ein Wasser ist,
da jagt sie, und auch über den Feldern und auf den Wiesen. Aber wer
achtet auf sie? Den Löwen und den Tiger lernen die Kinder in der Schule
kennen, und einige sammeln auch Käfer und Schmetterlinge, besonders die
schönen und großen, und tragen in kindlichem Unverstande mit dazu bei,
die Natur zu verwüsten. Aber die Wasserjungfer, die sie täglich sehen,
kennen sie nicht, denn auch der Lehrer weiß meist nicht allzuviel
davon, obgleich es ein Tier ist, das seine Bedeutung hat, weil es
Unmengen von Ungeziefer vertilgt.
Sehr lehrreich wäre es für die Kinder, richtete der Lehrer ein
Schulaquarium ein und führte darin die seltsame, unheimliche Larve
vor, damit die Kinder beobachten könnten, wie sie den Bachflohkrebs
belauert und den Regenwurm anschleicht oder, an dem Stengel des
Wasserhahnenfußes langsam emporkriechend, die Schmeißfliege mit der
Fangmaske packt und verzehrt, oder aber, ärgert der Lehrer sie mit dem
Bleistifte, durch Ausstoßen und Einziehen von Wasser durch den Darm
sich schnell quer durch das Glasgefäß fortbewegt. Die Kinder könnten
beobachten, wie sie sich häutet, wie dann die Nymphe entsteht, die
im Gegensatze zu der Larve Flügelscheiden aufweist, wie die Nymphe
freßunlustig wird, das Wasser verläßt und aus dem plumpen, unheimlichen
Wesen die schlanke, schöne Jungfer entsteht, wie sie sie täglich am
Seeufer und auf den Wegen beobachten können.
Mit ganz anderen Augen würden die Kinder ihnen dann nachsehen, und
später, wenn sie groß sind und einen Libellenflug erleben, würden sie
wissen, daß Seuche und Kriegsgefahr andere Ursachen haben als die
flinken Flatterer, die am Seeufer hin- und herflittern.
Im Röhricht
[Illustration]
Gomphus vulgatissimus +L.+
Hinter dem Galgenberge, der jetzt den Kirchhof trägt, erweitert sich
der See zu einer breiten Bucht, die von dichtem Röhricht umschlossen
ist.
Am Strande entlang wächst erst Riedgras und Schilf, mit Kalmus,
Froschlöffel, Schwertlilie, Igelkolben und Bandgras durchmischt.
Dann beginnt das Kolbenrohr und dahinter das Rohr, und wo das Rohr
aufhört, breitet sich die Seerose aus, bis endlich Laichkräuter, von
den dicken Pferdebinsen überragt, und Wasserhahnenfuß sich noch gegen
Wind und Wellenschlag behaupten.
In der Mitte der Bucht haben die Fischer eine breite Schneise quer
durch das Röhricht gehauen, und weil sie täglich hier auf und ab gehen
und ihre Kähne landen, kann das Rohr hier nicht hochkommen, und so
ist das Wasser frei. Sein Grund ist mit faulenden Rohrstengeln, toten
Ästen und Binsenstücken besät, zwischen denen es von Bachflohkrebsen,
Köcherwürmern, Egeln und Wasserkäferchen wimmelt.
Die vielen Wasserjungferlarven, die hier leben, Hunderte und
Aberhunderte, brauchen sich nach Futter nicht weit umzusehen. Sind
sie noch ganz klein, so schwimmen ihnen genug Wasserflöhe und winzige
Eintagsfliegenlarven entgegen, und sind sie erwachsen, so haben sie an
Flohkrebsen und Jungfischen Fraß in Hülle und Fülle. Faul und träge
sitzen sie an dem toten Gezweig, auf den untergetauchten Binsenstücken
und Rohrstengeln und warten, was die Bewegung des Wassers ihnen
zutreibt.
Sie sind fast alle von derselben Art, nicht so kurz und so plump wie
die Larven der blaubäuchigen Jungfer, die auf dem blauen Tone des
offenen Strandes gleich hinter den letzten Häusern der Stadt leben, und
nicht so schlank wie die Larven der Edellibellen, die weiterhin mit
den Köpfen nach unten an den Rohrhalmen und an den Blattstielen der
Seerosen hängen und auf Beute lauern.
Von allen Größen finden sie sich, ganz kleine und ganz große, die schon
Flügelschuppen aufweisen und auf einen Tag warten, so heiß, wie es
heute ist. Schon mehrere Tage haben sie nicht mehr fressen mögen, denn
sie sind das Larvenleben unter dem Wasser leid. Ihre Darmkiemen sind
eingeschrumpft, Atemlöcher haben sich an ihren Seiten gebildet; sie
sind schon mehr Luft- als Wassertiere. An jedem weißlich schimmernden
Zweige, der aus dem Wasser hervortaucht, an den Wänden der Kähne, an
den Pfählen, an die die Kähne geschlossen sind, an dem Fischkasten, an
dem Netze, das zum Trocknen aufgespannt ist, haften sie.
Sie sehen scheußlich aus mit ihren breiten Krötenköpfen, den dünnen
Spinnebeinen und dem plumpen, roh gezackten Leibe.
Ob sie, wenn sie sich an eine Beute heranpirschen, langsam kriechen,
oder, wenn der Fischer, der seinen Kahn auf das Land zieht, sie stört,
jäh dahinschießen, oder, wie heute, wo es sie aus dem Wasser treibt,
sich mit eckigen Bewegungen an den Halmen und Stengeln emporhaspeln,
immer wirken sie häßlich und unheimlich, und der Fischer, der sie doch
schon von Jugend auf kennt und weiß, was es für Wesen sind, schüttelt
sie, als er das trockene Netz abnimmt, mit einer Gebärde des Ekels von
seiner Hose.
Die Sonne brütet nur so auf der Bucht; sie ist den Libellennymphen
gerade recht. Überall wird ein feines Knistern vernehmbar, bei
einer nach der anderen reißt die Hülle, und aus ihr taucht ein
nasser, klebriger, glotzäugiger Libellenkopf auf. Das war eine große
Anstrengung, und eine Weile ruht das sonderbare Doppelwesen. Dann
zerrt es Bein auf Bein aus der Scheide, aber die Mühe war zu groß, und
schlaff hängt die halbfertige Libelle mit dem Kopfe nach unten. Lange
hängt sie so; dann richtet sie sich auf, stemmt die Beine gegen die
halbleere Hülle und zieht den Hinterleib heraus, aus seiner Spitze
einige grüne Tropfen fallen lassend. Schlaff, feucht und kraftlos, mit
Flügeln, so weich, daß sie wie nasse Lappen im Winde flattern, hängt
sie auf der leeren Hülle.
Aber die Sonne, der Stern der Libellen, trocknet sie rasch ab und flößt
ihrem Leibe Festigkeit ein. Luft füllt das Röhrenwerk der schlaffen
Flügel; es trennen sich die zusammengeklebten Schwingen, richten
sich auf, spreizen sich und breiten sich endlich wagerecht aus. Noch
aber hängt der Leib haltlos herab, noch hat der Hals keine Kraft, so
daß der dickäugige Kopf bald auf dieser, bald auf jener Seite hängt,
und die Beine entbehren auch noch der Sicherheit. Aber nach einigen
Stunden hat sich der Leib gestrafft, sind die Beine vollends erhärtet,
hat der Kopf Halt bekommen, und mit gespreizten Flügeln und weit von
sich gestrecktem Hinterleibe sitzt das Tier da, sich von der Sonne
bescheinen lassend.
Endlich wagt es den ersten Flug. Sehr plump fällt er aus, denn zu wenig
gefestigt ist noch der Leib, und die Atmung läßt noch zu wünschen
übrig. Manch eine fällt auf das Wasser und bleibt so lange hilflos
liegen, bis die Flut sie an das Ufer spült und sie sich mühsam an
einem Halme heraushaspelt. Andere sinken in das Ried oder auf den Sand
und bleiben dort liegen, bis sie sich kräftig genug für einen neuen
Flugversuch fühlen. So schön gefärbt wie die alten Libellen sind sie
aber noch nicht. Erst, wenn sie einige Tage zwischen dem Röhricht
umhergeflattert sind, sticht bei den Männchen das helle Gelb, bei den
Weibchen das lichte Grün scharf von der schwarzen Zeichnung ab, und
dann erst ist der Flug sicher und selbstbewußt.
Tag für Tag haben die Nymphen hier in der Bucht das Wasser verlassen;
überall an den Halmen und Stengeln hängen die leeren, offenen Hüllen,
die einen noch braun und fest, andere schon abgebleicht und von dem
Winde zerfetzt, immer aber noch mit den leeren Krallenscheiden die
Stengel festhaltend und gespenstig mit den toten Augen in den breiten
Köpfen in die Sonne starrend. Neben ihnen, über ihnen, unter ihnen,
auf ihnen sitzen frisch aus dem Wasser gekrochene Nymphen, haften eben
ausgeschlüpfte, noch weiche und weiße, kraftlose Libellen und andere,
die schon erstarkten, und noch welche, die sich vom Fluge ausruhen.
Die ganze Bucht ist erfüllt von den schlanken Tieren. Überall knistert
und raschelt es, allerorts schwebt und flattert, blitzt und schimmert
es. Es ist ein fortwährendes Hin und Her, ein unaufhörliches Auf und
Ab von gelben und grünen, schwarzgemusterten Leibern und silbernen
Schwingen. Hunger und Liebe jagt die bunten Tiere hin und her.
Die Mücken und Fliegen, die über dem Röhricht schweben, müssen zu
Tausenden sterben, denn sie sind heißhungrig, die frisch geschlüpften
Wasserjungfern, und ihre Verdauung ist rasch. Und liebestoll sind sie;
überall hängen die seltsam verknoteten Pärchen, überall fassen die
Männchen die Weibchen und schleifen sie hinter sich her, bis sie mit
ihnen auf einem Rohrblatte niedersinken und sie ihnen ganz zu Willen
werden.
Andere aber sind der Liebe schon satt; die Männchen jagen auf dem
Lande, alle Augenblicke sich setzend, und die Weibchen tanzen über
die Flut, ab und zu niederwippend und ihre Eier ablegend. Hier und
da treibt schon eins von ihnen halbtot auf dem Wasser oder flattert
hilflos im Ufersande; die Ameisen zerren daran herum, der große,
bronzefarbige, goldgezierte Raubkäfer, der unter dem Treibholzblock
wohnt, braucht nicht lange zu suchen, wenn er in der Dämmerung auf Jagd
geht, und die Spitzmäuse haben gut zu leben.
Auch der rotrückige Würger, der in dem Schlehenbusche unter der
Friedhofsmauer brütet, und der schwarzstirnige, der in einer der
Fichten gebaut hat, und der Raubwürger, der sein Nest in dem hohen
Wildbirnbaum hat, der bei dem Teiche im Felde steht, sind sehr
zufrieden, daß es so viele Wasserjungfern gibt; fortwährend kommen sie
angeflogen und fliegen wieder ab, ganze Büschel von halbreifen Stücken
in den Schnäbeln, und überall im Grase liegen Libellenflügel umher.
Außerdem kommt Tag für Tag der Eisvogel, der in der Steilwand des
Fließes, das das überflüssige Wasser des Sees weiterführt, seine
Nesthöhle hat, in der Bucht zu Besuch; mit hellem Schrei fährt er über
das Wasser hin, das seine märchenhaften Farben widerspiegelt, fällt auf
dem Rande des Kahnes ein und streicht, den Schnabel voller Libellen,
wieder ab, mit den Leibern seine hungrigen Jungen fütternd, während die
silbernen Flügel liegenbleiben und schließlich den Boden der Nesthöhle
mit einer dicken Schicht bedecken.
Solange die Sonne scheint, geht es den Wasserjungfern gut. Wenn sich
aber der Himmel bezieht, der Regen auf den See prasselt und der Sturm
das Röhricht peitscht, dann sind böse Tage für sie da. Zu Hunderten und
Tausenden werden sie in die Wellen geworfen und an den Strand gespült,
und wenn der Sturm abläßt und die Sonne wieder scheint, glitzert
die ganze Uferkante von ihren Flügeln, und dazwischen kriechen, mit
Algenfäden bedeckt und mit Sand beklebt, unbeholfen die Larven umher,
die die Schlagwellen auf das Ufer warfen, den Krähen ein willkommener
Fraß.
Aber auch die Sonne hat ihre Tücken und der klare Tag seine Gefahren.
Zwischen dem Ufergebüsch und den Halmen des Bandgrases haust die
böse Kreuzspinne, und jede Libelle, die gegen die klebrigen Fäden
des Spinnennetzes anfliegt, bleibt hängen. Nichts helfen ihr die
starken Flügel, die kräftigen Beine und das scharfe Gebiß; trotz ihres
Flatterns und Zappelns wickelt die Spinne sie ein und saugt ihr bei
lebendigem Leibe den Lebenssaft aus.
Aber immer bleiben noch Tausende von Libellen übrig, die um das
Röhricht flattern und das Knistern und Rascheln ihrer Schwingen in das
Rauschen des Rohres und das Klatschen der Wellen mischen, bis ihre Zeit
vorüber ist.
Am Schilfe
[Illustration]
Calopteryx splendens +Harr.+, C. virgo +L.+
Wo der Seestrand so flach ist, daß zwischen dem Rohre und dem Ufer ein
freier Raum bleibt, da bildet das Schilf große Dickichte.
Nicht ganz allein herrscht es dort. Die Wasserminze bildet dichte,
bläulich blühende Gebüsche, die einen betäubenden Geruch ausströmen,
der Thyrsusstab prangt mit seinen goldenen Blütenkugeln, der
Wasserampfer reckt sich hoch empor, Wolfsfuß schafft sich Platz, und
hier und da erhebt sich ein runder Weidenbusch.
Vielerlei Getier bietet das Schilfdickicht Unterschlupf und Nahrung.
Die Blätter sind mit Bernsteinschnecken und Rohrkäfern bedeckt, in
ihren Winkeln verbergen sich Köcherfliegen und Motten, zwischen dem
Wurzelwerk wimmelt es von Kaulquappen und von Larven aller Art, Krebse
verstecken sich an den tieferen Stellen, mit Vorliebe liegen die Enten
dort, Wasserhuhn und Zwergtaucher vertrauen ihm ihre Nester an, in der
Dämmerung schlüpft die Zwergrohrdommel zwischen den Halmen umher, nach
Egeln suchend, und die Wasserfrösche suchen zwischen ihnen Zuflucht
vor dem Reiher und dem Hechte.
Alle Libellen, die am See leben, lieben das Schilf und rasten gern
auf seinen Blättern oder an den bräunlichen Rispen, am meisten aber
die prachtvollen Seejungfern. Als Larven wuchsen sie zwischen dem
faserigen Wurzelwerk des Schilfdickichtes auf, nährten sich von
Flohkrebsen, Würmern und Eintagsfliegenlarven, und wenn sie die
Nymphenhülle verlassen haben, bleiben sie dem Schilfe treu. Denn
es sind keine wilden, tollen Flieger wie die ganz großen Libellen;
schüchterne Flatterer sind es, die sich nicht gern auf das offene
Wasser hinauswagen. Mit schwankendem Fluge, die Flügel hochhaltend,
als hätten sie es den weißen Faltern abgelernt, die am Strande entlang
tanzen, schweben sie von Stengel zu Stengel. Gleich als ob sie keine
Kraft in ihren herrlich gefärbten Flügeln hätten, so sinken sie nach
kurzem Fluge müde auf ein Blatt hin, bleiben sie an einer Rispe kleben,
rasten ein Weilchen und flattern wieder weiter.
Es sind zarte, hinfällige, gebrechliche Tiere, in Flugbild und Form den
zierlichen himmelblauen Schlankjüngferchen ähnelnd, die um die Blüten
der Wasserminze flirren, nur bedeutend größer und noch prächtiger
gefärbt. Ihre dünnen Leiber sehen aus, als wären sie aus blauem oder
grünem Stahl geschmiedet, ihre Flügel tragen märchenhafte Farben und
spielen in den wunderbarsten Tönen, sehen im Schatten tiefblauschwarz
aus, leuchten grellblau in der Sonne auf oder schimmern auf einmal in
goldigem Seidenglanz, um im nächsten Augenblicke zu stumpfem Braun zu
verlöschen oder zu trübem Grün abzubleichen.
Sie sind es, die dem Schilf seinen Zauber geben. Ob sie nun, Leib und
Flügel geradeausgestreckt, still an einem Blatte sitzen oder regungslos
an einer Blüte hängen, oder ob sie, unsicher flatternd, zwischen den
Blättern hindurchhuschen, werfen sie ein fortwährendes Blitzen und
Funkeln, Leuchten und Schimmern über das hellgrüne Blättergewirre und
die dunkelgrüne Flut und mischen das leise Geraschel und Geknister
ihrer Schwingen mit dem Geruschel des Schilfes und dem Klucksen der
Wellen.
So blumenhaft zart sie aber auch aussehen, von Blütensaft leben sie
ebensowenig wie die wilden Libellen, die hastig über sie herschießen.
Ihr Tändeltanz ist ebensosehr Raubflug wie der großen Jungfern
Dahinrasen, und alles, was langsame Flügel hat, fällt ihnen zur Beute.
Die schwerfällige blinde Fliege, die wie ein grauer Fleck auf dem
Ampferblatte klebt und das Blut verdaut, das sie den Kühen, die am
Ufer entlang grasen, abzapfte, findet unter dem scharfen Gebisse der
blauen Seejungfern ebenso ihr Ende wie die frisch geschlüpfte Mücke,
die in der Sonne ihre Flügel trocknet, wie die plumpe Käferlarve am
Weidenzweig und die zierliche Zikade, die massenhaft das Mannagras
umschwirrt.
So wild und gierig jagen sie freilich nicht wie die blauen Edellibellen
und die gelben Strandjungfern, die zwischen Wald und See auf- und
abschießen, und auch ihre Liebeskämpfe sind nicht so rauher Art. Fast
zaghaft naht sich das Männchen dem Weibchen und läßt sich mehr als
einmal abschrecken, wenn dieses den goldgrünen Leib steil emporrichtet
und unwillig die braunen, seidenglänzenden Florflügel schüttelt, daß es
laut raschelt. Dann ist sofort ein zweites Männchen da, und ein drittes
naht und ein viertes, und das raschelt und knistert durcheinander
und schimmert und blitzt, bis das keckste Männchen die Nebenbuhler
beseitigt, sich des Weibchens bemächtigt und es sich trotz dessen
Sträubens willfährig macht.
Soweit das Schilf reicht, überall dasselbe Geflatter der blauen,
bräunlichen und grünlichen Flügel, überall das Blitzen und Funkeln der
stahlblauen und erzgrünen Leiber, ein Leben, sorglos und lustig, wenn
auch einmal die große Edellibelle jäh herniederstößt und mit einem
der zierlichen Tänzer davon schwirrt, oder eine gelbe Strandjungfer
zwischen die fröhlichen Flatterer stürzt und mitten aus der lustigen
Hochzeitsgesellschaft ein verliebtes Männchen herausgreift.
Unter dem Wasserspiegel aber, wo die langen, rosenroten Wasserwurzeln
der Erlen im leisen Wellenschlage hin und her wallen, umwimmelt von
glänzend braunen, goldgelb gestrichelten Käferchen, hausen die Larven
der Seejungfern. Sie sind nicht so breit und so plump wie die der
großen Raublibellen und nicht so zierlich und schlank wie die der
feinen Schmaljungfern; sie halten zwischen beiden die Mitte in Form
und Aufbau, denn sie atmen zugleich durch den Darm wie die einen und
mit Schwanzkiemen nach der Weise der Schmaljungferlarven, bis die Zeit
kommt, da sie das Wasser verlassen, denn kurz vorher entwöhnen sie sich
der Larvenatmung und nehmen aus der Luft den Sauerstoff auf, von Zeit
zu Zeit an den Wurzeln emporklimmend und das Ende des Hinterleibes aus
dem Wasser streckend.
Sonst leben sie so versteckt wie möglich, denn zwischen den
Wasserwurzeln der Erlen wimmelt es von Bachflohkrebsen und
Eintagsfliegenlarven, so daß es ihnen an Fraß nicht mangelt, denn sie
müssen sich vor dem Barsch hüten, der ihnen allzugern nachstellt,
besonders, wenn sie sich frisch gehäutet haben und noch weich sind.
Auch den unheimlichen Wasserskorpion fürchten sie, und wenn er, sich
langsam zu ihnen hintastend, heranschleicht, so ziehen sie den Leib
zusammen und spritzen das Atemwasser so jäh von sich, daß der Rückstoß
sie weit durch das Wasser treibt; aber hastig bergen sie sich dann
wieder in dem Wurzelgewirre.
Wenn der Sturm den See aufwühlt, dann geht es ihnen schlecht. Der
Wellenschlag peitscht dann die Erlenwurzeln und wirft manche von ihnen
auf das Ufer, wo die Ameisen und Raubkäfer ihnen den Garaus machen, und
wenn sie sich zwischen die überrieselten Tagewurzeln der Erlen retten,
so erwischt sie dort die Wasserspitzmaus oder die Erdratte. Aber zu
Tausenden leben sie im Schilf, so daß genug von ihnen übrigbleiben,
die steif und still über Winter in den Uferlöchern unter dem Randeise
verharren, bis die Sonne das Eis bricht, das Wasser erwärmt und sie
wieder erweckt, daß sie sich häuten und fressen und strecken und
schließlich das Schilf erklimmen, um sich aus häßlichen Larven zu den
zauberhaften, märchenschönen Seejungfern zu entwickeln, die flirrend
und flatternd, schimmernd und flimmernd der schönste Schmuck des
Schilfes sind.
Am Graben
[Illustration]
Agrion minium +Harr.+, A. elegans +Lind.+, A. cyathigerum +Charp.+
Unter dem Galgenberge mündet ein Graben in die Bucht des Sees; er kommt
von den Wiesen und ist das ganze Jahr über in seinem unteren Teile mit
Wasser gefüllt.
Seine Ufer tragen reichen Blumenschmuck, und allerlei Kräuter wachsen
in ihm, Froschlöffel, Wasserhahnenfuß, Riesenampfer, Schwertlilie,
Binsen, Riedgräser, Vergißmeinnicht, Bachlungenkraut und in der Nähe
des Sees auch Froschbiß und Krebsschere.