Heinz verbrachte seine Zeit im Pfarrhaus ernst und gesammelt bei
ernsten und gesammelten Menschen, gepflegt von der alten Magd, die Wege
außer dem Haus allein wandelnd, darunter mit Bitternis reich besetzt
den zum Grab seiner ehemaligen Geliebten. Über allen männlich offenen
und gefaßten Gesprächen mit dem Dechanten erschien das Hohelied Salomos
wieder am Licht, heilten seine Verletzungen, reinigte sich seine Seele,
und jetzt steht er aufs neue in Frankreich und ist ein Held wie vorher,
wenn auch ohne Zielfernrohr.
Die Tante hat ihr weltläufiges Leben wieder aufgenommen, wenn auch
zunächst in einem Sanatorium. Obwohl sie nach wie vor auf ihren
Rationalismus stolz ist, so hat sie doch genug von andern Mächten
erfahren, um ihre Wunden zeitlebens nicht zu vergessen; hier und da
denkt sie auch an das, was dabei wohllautete und Lieblichkeiten zeigte,
aber es sind nicht ihre besten Stunden.
Die Geschichte des Domes ist inzwischen doch geworden, und der
Erzbischof hat nichts gegen sie einzuwenden. Wenn sie erscheinen wird,
so wird sie kein kunsthistorisches Ereignis sein, sondern ein frommes,
und ihren Verfasser hat sie nicht zum Mann einer Zunft gemacht, sondern
zum Mann Gottes.
[Illustration]