»Daß Du ungerecht bist, zum ersten Mal in Deinem Leben; ungerecht und
grausam gegen einen edlen und guten Menschen ... Es ist herzlos und
thut ihm weh -- gerade von Dir -- denn Du bist es ja ...« Ihre Lippen
zitterten, der Ausdruck des bittersten Schmerzes zuckte über ihr
Gesicht -- »der ihm der Liebste ist von uns Allen ...«
Sie hielt tiefathmend inne, Gottfried murmelte ein zorniges Wort, und
der Vater stand in stummer Betroffenheit vor seinen beiden Kindern.
In einer bisher ahnungslosen Seele dämmerte das Bewußtsein zerstörter
Hoffnungen, eines nahenden Unglücks auf. Eh' er sich's versah, bevor
ihm zu einer Befürchtung Zeit geblieben, war der Friede aus seinem
stillen Hause entwichen und aus den Herzen seiner Kinder ...
In dem Augenblicke wurde an der Hausglocke gestürmt, bald darauf
durcheilten leichte Schritte das Vorgemach.
»Da ist er doch,« sagte Feßler.
Halwig erschien auf der Schwelle, er schwenkte seinen Hut und sah so
glücklich aus, als ob er eben eine Welt erobert hätte.