Dein Freund Petros, der Rhetor von Byzanz, ist bei dir, nicht wahr?«

»Ja. Woher weißt du –«

»O, ich sah ihn vor der Coena durch deine Portikus eintreten,« sagte sie

gleichgültig.

»Das ist nicht wahr,« sprach Cethegus im Geiste: »ich hab’ ihn ja zur

Gartenthür hereinführen lassen. Also haben sich die beiden hier

zusammenbestellt. Ich soll das nicht ahnen. Aber was haben sie mit mir

vor?«

»Ich will dich nicht lange hier festhalten,« fuhr Gothelindis fort. »Ich

habe nur Eine Frage an dich. Antworte kurz ja oder nein. Ich kann das Weib

– die Tochter Theoderichs – stürzen und ich will’s: bist du darin für mich

oder gegen mich?«

»O, Freund Petros,« dachte der Präfekt, »jetzt weiß ich bereits, was du

mit Amalaswinthen vorhast. Aber wir wollen sehen, wie weit ihr schon

seid.«

»Gothelindis,« hob er ausholend an, »du willst die Regentin stürzen – das

glaub’ ich dir gern – aber daß du’s kannst, bezweifle ich.«

»Höre, dann entscheide ob ich’s kann. Das Weib hat die drei Herzoge

ermorden lassen.«

Ein Kampf um Rom: Historischer Roman. Erster Band · 第 20 / 31 题