In Warschau, und im Winter war's.
In einer heimlichen Sitzung des verfolgten Nationalkomitees
trat einer ans Fenster, preßte die Haube schwarzen Haars
an die Scheiben und blickte über die Ebene weichen Schnees.
»O wie sie hinter meinem Rücken weiter raunen!
Ich fühle ihre Lippen unter schmalen Bärten zucken,
ich weiß, wie sie die Stirnen über raschelnde Papiere ducken,
und schon zusammenfahren, wenn einer schnell eintrat.
Wir können nicht mehr über unser Werk erstaunen,
wir fraßen uns hinein, es wurde dick;
Tun wurde wichtiger als die Tat.
Dies Hocken, Schieben, Flüstern heißt uns Politik!
Wie lange ist's, daß einer von uns stürmte, bat
und litt! Mich würgt der Ekel lange. Scham
in unsre Augen! Schmach, daß Ihr uns so verdarbt!
Daß nie ein Licht in diese Winkel kam!«
Er breitete die Hände vor. »Erwarbt
Ihr schleichend Euch die Zukunft denn? O nichts als Schein!
Sei laut, mein Volk. Blüh auf, mein Volk. O werde Staat!«
Er stieß das Fenster auf. Kalt strömte Luft herein.
Tausende Lichter dieser Stadt verschweben.
»O in die Städte treten, unter Menschen, schrein
zwischen die Menschen, unter Sonne, Wind und weißem Schnein!
Sprich doch, mein Volk. O groß und frei im Hellen bleiben!«