Es roch nach Bäckereien, Brauereien. Arbeiter schritten rüstig. Er deckte
mit beiden Händen das Gesicht. Schluchzte:
»Abtöten, abtöten . . . Abreißen, ausreißen: Arme, Beine, den Kopf. Alle
Glieder . . . Abtöten, abtöten . . . Bauch aufschlitzen, Brust aufreißen!
Wühlen, wühlen . . . Fleisch! Das Fleisch! Das Tier . . . Einsam werden,
rein. Ganz Geist. Selig sein! Heilig . . .«
Haine rauschten. Lerchen sangen.
So ward es Morgen.
Marterer setzte sich einen Augenblick. Wusch sich an einem Brunnen. Strich
sich die Haare glatt. Richtete sich auf. Bog in die Krausenstraße. Der
Gastwirtschaft und Metzgerei »Zum grünen Hof, ausgeübt von Alois Lüttich«
gegenüber. Alois Lüttich aber stand in der Tür, gelben Schnurrbarts,
aufgeblasen, in einem weiß-blau gestreiften Trikot, die weiße
blutbespritzte Schürze über, mit Hängebauch, schwarzer Soldatenhose.
Vor ihm ein Feld roten Trottoirs.
Auf anderer Seite Dienstmädchen, Marktweiber, Küchenfrauen, Henkelkörbe
unter Hakenarmen, schnarrend, dürre Hennenhälse ausgerenkt nach oben.
Herr Lüttich begann schon sein Gespräch: »Schöner Tag« usw.
Doch plötzlich Hans Marterer: »Wen haben Sie denn da abgeschlachtet?«, auf
das Feld roten Trottoirs vor sich deutend, und bemerkte, daß Blut in der
Straßenrinne handhoch stand. Ablaufkanal verstopft --