Flora.«

Käthe war plötzlich sehr ruhig geworden; sie glättete mechanisch den

Zettel und legte ihn zu dem Briefe. Sollte die schöne Gräfin Witte

der Gast sein, für den man das Fremdenzimmer eingerichtet hatte? Sie

schüttelte energisch den reizenden, flechtengeschmückten Kopf, und die

braunen Augen begannen aufzustrahlen, während sie die Hände fest gegen

die tiefatmende Brust preßte. War sie es wert, ihm je wieder in die

Augen zu sehen, wenn sie auch nur sekundenlang an ihm zweifelte? Er

hatte gesagt: »Zu Ostern komme ich wieder.« Und er kam, und wenn die

glänzendste Menschenberedsamkeit ihr das Gegenteil versicherte, sie

glaubte nichts, als daß er sie liebe und daß er kommen werde. Nein,

nein, solch ein hochmutberauschter Schloßherr konnte es wohl übers Herz

bringen, der einst Geliebten, der unglücklichen, blonden Edelfrau,

die neue stolze Schloßherrin in der Hochzeitsschleppe zuzuführen

-- aber nicht er, nicht er in seiner Gemütsinnigkeit. Er brach der

Müllers-Enkelin nicht sein Wort um einer anderen willen, und wenn

selbst diese andere -- eine Gräfin sein sollte.

Ein unbeschreiblicher Glückseligkeitssturm wogte in ihr auf und riß

alle Gedanken in seinen Wirbel. Sie flog nach dem südlichen Eckfenster,

um nur einen Blick nach dem alten Hause zu werfen -- Himmel, dort

von der Fahnenstange flatterte eine farbenglänzende Flagge über die

Baumwipfel hin. Waren die Gäste schon da? Sollte sie hinübereilen,

um die Tante Diakonus in ihre Arme zu schließen? Nein, in dieser

stürmischen Aufregung ganz gewiß nicht. Da mußte erst die verräterische

Glut von den Wangen gewichen und der Herzschlag ruhiger geworden sein,

wenn sie sich nicht vor den seelenvollen, klaren Augen der sanften Frau

scheuen sollte ... Ruhe, Ruhe! -- Sie trat an den Schreibtisch.

Da lag aufgeschlagen das große, dicke Hauptbuch; das Fach hier barg

sechs Geschäftsbriefe, die heute noch beantwortet werden mußten, und

drunten rasselte schwerfällig einer der Mühlenwagen mit Getreidesäcken

in den Hof. Die Hunde bellten einen Bettler, dem Suse ein Stück Brot

vom Vorsaalfenster zuwarf, wie toll an; da waren Prosa und rauhe

Wirklichkeit übergenug. Und die Neuruppiner Bilderbogen, die, als

großväterlicher Nachlaß streng respektiert, immer noch die Wände

zierten, sie hatten ganz gewiß nichts Aufregendes, so wenig wie die

dickbäuchigen Federkissen des Kanapees drunter und die Schwarzwälder

Standuhr daneben, die so entsetzlich steif und geradlinig die Wand

hinaufstieg und den lebensmüden Pendel langatmig hinter dem blinden

Glase schwang.

Der Blick des jungen Mädchens streifte langsam alle diese

Herrlichkeiten, dann nahm sie einen Briefbogen und tauchte die Feder

ein. »Herren Schilling und Compagnie in Hamburg« -- ach, das konnte

ja niemand lesen! Verzweiflungsvoll fuhr sie mit der Hand über die

glühende Stirn, so daß die braunen Locken wegflogen und eine schmale,

rote Narbe hervortreten ließen. Und so verharrte sie einen Augenblick

unbeweglich, die Linke über die Augen gelegt und in der Rechten die

ungeschickte Feder auf dem Papiere festhaltend; da streifte ein kühles

Wehen ihre Wange. Die Zugluft kam durch eine offene Thür oder vom

Fenster her; sie sah auf -- und da stand er, dort auf der obersten

Stufe der in das Zimmer hinabführenden Holztreppe, lächelnd, strahlend

in Wiedersehensfreude.

[Illustration: ... und da stand er, dort auf der obersten Stufe

der in das Zimmer hinabführenden Holztreppe, lächelnd strahlend in

Wiedersehensfreude. (S. 384.)]

»Bruck! -- Ich wußte es,« jubelte sie auf, und die Feder fortwerfend,

breitete sie die Arme aus und lag im nächsten Augenblick an seiner

Brust.

Draußen kam Suse über den Vorsaal; was sollte denn das heißen? Die Thür

stand weit offen, im April, wo man noch täglich das »sündenteure« Holz

in den Ofen stecken mußte, und den Aufschrei hatte sie auch gehört. Sie

fuhr mit dem blauen Schürzenzipfel, den sie gerade in der Hand hielt,

um sich den Schweiß von der Stirn abzutrocknen, vor Schrecken in den

Mund, denn da unten auf den weißgescheuerten Dielen ihrer heiligen

Schloßmühlenstube stand der Herr Doktor Bruck und hielt ihr Fräulein

in den Armen, so fest, als wolle er sie in seinem ganzen Leben nicht

wieder loslassen -- Herr Gott -- und sie waren ja doch kein Brautpaar

vor den Leuten.

Behutsam schlich sie näher, um die Thür sacht zu schließen, aber

Käthe sah sie und bemühte sich, unter heißem Erröten, der Umarmung zu

entfliehen.

Der Doktor lachte -- er lachte wieder so frisch und melodisch wie

früher -- und hielt sie nur um so fester. »Nein, Käthe, du kamst zwar

freiwillig, aber ich traue dir doch nicht,« sagte er. »Ich wäre ein

Thor, wenn ich dir Zeit ließe, dich möglicherweise in die _Schwester_

zurückzuverwandeln. Kommen Sie nur herein, Jungfer Suse!« rief er über

die Schulter -- er hatte die alte Haushälterin sehr wohl bemerkt. --

»Erst müssen Sie bestätigen, daß Sie eine Braut gesehen, dann soll sie

ihre Freiheit haben.«

Suse wischte sich die Augen und gratulierte sehr wortreich, dann aber

beeilte sie sich, die Thür zuzudrücken, um zu »der Müllerfranzen über

den Hof 'nüber zu laufen« und ihr halb glücklich, halb klagend zu

sagen, daß es mit der Herrlichkeit in der Mühle wieder aus sei, weil

das Fräulein nun doch heiraten wolle ...

Der Doktor trat an den Schreibtisch und schlug feierlich das Hauptbuch

zu. »Die Karriere der schönen Müllerin ist geschlossen, denn -- Ostern

ist da,« sagte er. »Wie habe ich die Tage gezählt bis zu dem Ziele, das

ich mir damals selbst stecken mußte, wenn ich dich nicht ganz verlieren

wollte! Du weißt nicht, wie es thut, ohne Gewißheit gehen zu müssen,

wenn man für sein ganzes Lebensglück zittert. Mein einziger Trost waren

deine Briefe an die Tante, diese klaren Briefe voll Willenskraft und

strenger Weltanschauung, aus denen ich trotz alledem die heimliche

Liebe las -- aber wie spärlich kamen sie!« Er ergriff ihre Hand und

zog sie wieder an sich. »Ich habe wohl begriffen, daß ein Zeitraum der

Entsagung zwischen der schlimmen Vergangenheit und meinem neuen Leben

liegen müsse; ich hatte ja deinem geschwisterlichen Gefühle Rechnung zu

tragen, aber bis zu dieser Stunde ist es mir doch rätselhaft geblieben,

weshalb du gänzlich entsagen und einen einsamen unbeglückten Weg gehen

wolltest.« Er verstummte plötzlich und eine tiefe Glut bedeckte sein

Gesicht -- da, neben dem zugeklappten Hauptbuche lag ein Zettel; er

kannte diese großen und doch so unsicheren Schriftzüge nur zu gut;

solcher Papierstreifen waren ihm in der ersten Zeit seines Brautstandes

genug zugeflogen.

Mit einer entschiedenen Bewegung legte Käthe die Hand auf die Papiere.

Warum diese abscheuliche Intrigue noch einmal an das Licht ziehen?

Mochte sie doch begraben sein für immer; ihrem Glücke trat nichts mehr

in den Weg. Aber tiefernsten Blickes zog der Doktor Brief und Zettel

hervor. »Ich dulde kein Geheimnis zwischen uns, Käthe,« sagte er fest,

»und hier liegt eins.«

Er las, und nun bestand er unerbittlich auf einer Beichte, und die

Seelenkämpfe, denen das junge Mädchen unterworfen gewesen war, zogen an

ihm vorüber, er sah aber auch in die Tiefen ihrer selbstlosen Neigung

-- sie hatte willig ihre ganze Zukunft hingeworfen, um ihn zu erlösen.

»Und wie steht es mit der schönen Gräfin Witte? Ich habe geglaubt,

sie begleite die Tante Diakonus und werde drüben im Fremdenzimmer

logieren,« sagte Käthe schließlich unter Thränen lächelnd; sie

versuchte gewaltsam das unerquickliche Thema abzubrechen, das den sonst

so gelassenen Mann in die furchtbarste Aufregung versetzt hatte, und es

gelang ihr. Er lachte.

»Im Fremdenzimmer wohne _ich_,« versetzte er. »Ich hatte meine

guten Gründe, dich meine Ankunft vorher nicht wissen zu lassen und

mein Instinkt hat mich richtig geleitet. Was aber die junge Gräfin

betrifft, so ist sie, behufs einer Kur, drei Monate unsere Hausgenossin

gewesen, und legte ihre Dankbarkeit, weil es mir geglückt ist, sie

herzustellen, ein wenig zu enthusiastisch an den Tag -- das ist

alles. In vierzehn Tagen wirst du sie kennen lernen, denn bis dahin,

mein Lieb, will der Professor seine Professorin heimführen. -- Unser

Brautstand hat sieben Monate gewährt -- das bedenke. Ist es dir recht,

wenn wir da drüben« -- zeigte durch das Fenster nach einem nahe

gelegenen Kirchturme -- »an den Altar treten? Ich habe das Dörfchen

immer so gern gehabt.«

»Du darfst mich führen, wohin du willst,« antwortete sie leise und

innig; »aber ich habe hier noch Pflichten --«

»Bah, das Hauptbuch ist geschlossen, und ‚Schilling und Compagnie in

Hamburg‘ kann dein getreuer Lenz abfertigen.«

Sie mußte lachen. »Gut denn -- wie du befiehlst!« erklärte sie. »Ich

trete zurück, und damit bricht für den armen Lenz eine bessere Zeit an;

er soll die Mühle pachtweise bekommen -- sie wird ihm rasch wieder zu

blühendem Wohlstande verhelfen.«

Nun wurde auch die Schloßmühlenstube geschlossen und Käthe schritt

an Brucks Arm den Fußweg entlang, den sie oft im Sturm und Unwetter

zurückgelegt hatte. Heute war es himmlisch, unter den überhängenden,

knospenden Zweigen hinzugehen. Die Blütenkätzchen der Weiden strichen

schmeichelnd über die glühenden Wangen des Mädchens; ein weiches

Abendlüftchen flog auf, und die Flußwellen zogen gesänftigt und leise

plätschernd an den jungen, zitternden Ufergräsern vorüber. Drüben

dehnte sich der Park hin, vornehm still wie immer; man sah die Schwäne

auf dem Teichspiegel langsam kreisen, und hoch über den Wipfeln

der Parkbäume flatterte eine blaugelbe Fahne auf der Villa -- »die

Herrschaft« war zu Hause.

Was alles flutete bei diesem Anblicke durch die zwei Menschenseelen,

die sich eben Treue geschworen hatten für die Zeit und Ewigkeit!

»Weißt du auch, daß man Moritz in Amerika gesehen haben will?«

flüsterte der Doktor.

Sie nickte. »Vor einigen Tagen wurden der Witwe Franz anonym

fünfhundert Thaler aus Kalifornien zugeschickt -- sie zerbricht sich

den Kopf über den Wohlthäter, ich aber kenne ihn.« Und sie erzählte,

wie »der Arbeiter mit dem blonden Vollbarte« die Rehe vor sich

hergejagt hatte, um -- sie vor einem grauenhaften Tode zu bewahren,

weil sie in glücklichen Zeiten seine Lieblinge gewesen ....

Nun lag es vor ihnen, das liebe, alte Haus, von der Abenddämmerung

umsponnen. Die Arbeiter hatten den Garten verlassen. Es war so

feierlich still -- die weißen Götterbilder dämmerten aus den

Taxushecken, und die alte Frau kam lautlos, mit ausgebreiteten Armen

die Thürstufen herab, um »die Liebste, Beste«, die sie so lange vom

Himmel für ihren Liebling erfleht, an das mütterliche Herz zu ziehen

....

Da zitterte tief und voll der erste Glockenton von der Stadt herüber --

das Fest wurde eingeläutet -- _Ostern_!

[Illustration]

Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.

[Illustration]

W. Heimburgs Romane und Novellen.

$Illustrierte Ausgabe.$ 10 Bände. Preis geheftet 30 Mark. Elegant

gebunden, in feiner Leinwand-Truhe 40 Mark. Jeder Band ist einzeln

zum Preise von 3 Mark geheftet, 4 Mark gebunden käuflich.

_Inhalt der Bände_: Bd. 1. $Aus dem Leben meiner alten Freundin.$ Mit

Illustrationen von _W. Claudius_. -- Bd. 2. $Lumpenmüllers Lieschen.$

Mit Illustrationen von _J. R. Wehle_. -- Bd. 3. $Kloster Wendhusen.$

-- $Ursula.$ Mit Illustrationen von _Alexander Zick_. -- Bd. 4.

$Ein armes Mädchen.$ -- $Das Fräulein Pate.$ Mit Illustrationen von

_August Mandlick_. -- Bd. 5. $Trudchens Heirat.$ -- $Im Banne der

Musen.$ Mit Illustrationen von _E. Ravel_. -- Bd. 6. $Die Andere.$

-- $Unverstanden.$ Mit Illustrationen von _W. Claudius_. -- Bd. 7.

$Herzenskrisen.$ Mit Illustrationen von _C. Zopf_. -- Bd. 8. $Lore

von Tollen.$ Mit Illustrationen von _M. Flashar_ und _H. Albrecht_.

-- Bd. 9. $Eine unbedeutende Frau.$ Mit Illustrationen von _Richard

Gutschmidt_. -- Bd. 10. $Unter der Linde.$ Zwölf Novellen. Inhalt:

Am Abgrund. -- Unsere Hausglocke. -- Unser Männe. -- Jascha. -- In

der Webergasse. -- Großmütterchen. -- Nachbars Paul. -- Aus meinen

vier Pfählen (1. Dorotheens Bild. 2. Onkel Leos Verlobungsring. 3.

Flickdorchen. 4. Großvaters Stammbuch). -- Auf schwankem Boden. Mit

Illustrationen von _A. Zick_, _C. Koch_, _J. R. Wehle_, _C. Zopf_ und

_W. Claudius_.

_W. Heimburg_ zählt zweifellos zu den liebenswürdigsten

und beliebtesten unserer Romanschriftstellerinnen. Aus dem

unergründlichen Born eines tiefen Gemüts schöpfend, weiß sie

ihre Leser im innersten Herzen zu packen, aber auch über die

Alltäglichkeit hinaus zu erheben. Die Welt von heute jagt und

hastet, und der Kampf des Tages macht so viele hart, da muß uns eine

Dichterin willkommen sein, welche in sinniger Weise Herz und Gemüt

zur Geltung bringt; ihr Wirken ist versöhnend und klärend, und darum

gebührt ihr das Heimatsrecht im deutschen Hause.

Wie viele, die sich des ihnen durch die Lektüre von Heimburgs Romanen

schon gewordenen Genusses dankbaren Herzens erinnern, mögen nicht

schon lange den Wunsch gehegt haben, die Heimburgschen Schriften in

würdiger Ausstattung gesammelt als bleibenden Hausschatz zu besitzen.

Für sie, sowie für alle diejenigen, welchen die Werke der gefeierten

Erzählerin noch fremd sind, veranstaltete die Verlagshandlung

die illustrierte Sammelausgabe. Ausgezeichnete Künstler haben

dieselbe mit wohlgelungenen Bildern geschmückt, während es sich die

Verlagshandlung angelegen sein ließ, durch schönen, klaren Druck,

gutes Papier und einen geschmackvollen Einband für ein ansprechendes

äußeres Gewand Sorge zu tragen.

Zu beziehen durch die meisten Buchhandlungen.

Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.

W. Heimburgs Romane und Novellen.

$Illustrierte Ausgabe. _Neue Folge._$ 5 Bände. Jeder Band geheftet 3

Mark, elegant gebunden 4 Mark.

_Inhalt der Bände_: Bd. 1. $Mamsell Unnütz.$ Mit Illustrationen von

_W. Claudius_. -- Bd. 2. $Um fremde Schuld.$ Mit Illustrationen von

_H. G. Jentzsch_. -- Bd. 3. $Erzählungen.$ Inhalt: Sabinens Freier.

-- Franziska von Schlehen. -- Das Raupenhäuschen. -- Der silberne

Hirschfänger. -- Großmutters Whistkränzchen. -- Marianne Sievening. Mit

Illustrationen von _R. Reinicke_, _W. Claudius_ und _Fritz Bergen_. --

Bd. 4. $Haus Beetzen.$ Mit Illustrationen von _P. Schnorr_. -- Bd. 5.

$Trotzige Herzen.$ Mit Illustrationen von _W. Claudius_.

E. Marlitts Romane und Novellen.

$Illustrierte Gesamt-Ausgabe.$ 10 Bände. Preis geheftet 30 Mark.

Elegant gebunden, in feiner Leinwand-Truhe 40 Mark. Jeder Band ist

einzeln zum Preise von 3 Mark geheftet, 4 Mark gebunden käuflich.

[Illustration]

_Inhalt der Bände_: Bd. 1. $Das Geheimnis der alten Mamsell.$ Mit

Illustrationen von _C. Koch_. -- Bd. 2. $Das Heideprinzesschen.$ Mit

Illustrationen von _Erdmann Wagner_. -- Bd. 3. $Reichsgräfin Gisela.$

Mit Illustrationen von _J. Kleinmichel_. -- Bd. 4. $Im Schillingshof.$

Mit Illustrationen von _Wilh. Claudius_. -- Bd. 5. $Im Hause des

Kommerzienrates.$ Mit Illustrationen von _H. Schlitt_. -- Bd. 6. $Die

Frau mit den Karfunkelsteinen.$ Mit Illustrationen von _C. Zopf_. --

Bd. 7. $Die zweite Frau.$ Mit Illustrationen von _A. Zick_. -- Bd. 8.

$Goldelse.$ Mit Illustrationen von _W. Claudius_. -- Bd. 9. $Das

Eulenhaus.$ Mit Illustrationen von _C. Zopf_. -- Bd. 10. $Thüringer

Erzählungen.$ Inhalt: Amtmanns Magd. -- Die zwölf Apostel. -- Der

Blaubart. -- Schulmeisters Marie. Mit Illustrationen von _M. Flashar_,

_E. Herger_ und _A. Mandlick_.

Wie zur Zeit ihres ersten Erscheinens üben auch heute noch die

Marlittschen Romane einen unwiderstehlichen Reiz auf das deutsche

Lesepublikum und insbesondere auf die deutsche Frauenwelt aus. Die

Nachhaltigkeit dieses Erfolgs erklärt sich daraus, daß derselbe nicht

etwa nur auf der anerkannten Meisterschaft der Verfasserin in der

Kunst zu erzählen, in Vorführung spannender Handlung, fesselnder

dramatischer Situationen, sowie in ihrer außergewöhnlichen Kenntnis

des Frauenherzens beruht, sondern hauptsächlich dadurch, daß allen

Marlittschen Romanen hochinteressante, Geist und Gemüt bewegende,

sittliche Probleme zu Grunde liegen.

_Marlitts Goldelse_, _Zweite Frau_, _Geheimnis der alten Mamsell_ und

alle die übrigen sinnigen Schöpfungen dieser beliebtesten deutschen

Erzählerin, deren Namen bei vielen Tausenden die Erinnerung an so

manche längst vergangene, glückliche Stunden wachrufen, mögen jetzt

die Herzen der heranwachsenden Generation erfreuen! Gestattet es doch

die ungetrübte Reinheit der Marlittschen Erzählungen jeder Mutter,

sie ruhig in die Hände ihrer Tochter zu geben!

Für elegante Ausstattung der neuen illustrierten Ausgabe ist Sorge

getragen; die _Illustrationen_ stammen von hervorragenden Künstlern.

Zu beziehen durch die meisten Buchhandlungen.

Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.

E. Werners Romane und Novellen.

$Illustrierte Ausgabe.$ 10 Bände. Preis geheftet 30 Mark. Elegant

gebunden, in feiner Leinwand-Truhe 40 Mark. Jeder Band ist einzeln

zum Preise von 3 Mark geheftet, 4 Mark gebunden käuflich.

[Illustration]

_Inhalt der Bände_: Bd. 1. $Glück auf!$ Mit Illustrationen von

_W. Claudius_. -- Bd. 2. $Am Altar.$ -- $Hermann.$ Mit Illustrationen

von _A. Zick_. -- Bd. 3. $Gesprengte Fesseln.$ -- $Verdächtig.$ Mit

Illustrationen von _Richard Gutschmidt_. -- Bd. 4. $Frühlingsboten.$

-- $Die Blume des Glückes.$ Mit Illustrationen von _Erdmann Wagner_.

-- Bd. 5. $Gebannt und erlöst.$ Mit Illustrationen von _C. Zopf_. --

Bd. 6. $Ein Held der Feder.$ -- $Heimatklang.$ Mit Illustrationen

von _R. Reinicke_ und _Th. Rocholl_. -- Bd. 7. $Um hohen Preis.$

Mit Illustrationen von _Fritz Bergen_. -- Bd. 8. $Vineta.$ Mit

Illustrationen von _W. Claudius_. -- Bd. 9. $Sankt Michael.$ Mit

Illustrationen von _Fritz Bergen_. -- Bd. 10. $Die Alpenfee.$ Mit

Illustrationen von _O. Gräf_.

Im Gegensatz zu _Marlitt_ und _Heimburg_, deren sinnige und

gemütvolle Erzählungen in der meisterhaften Schilderung des

Seelenlebens der Frauen gipfeln, führt _C. Werner_ ihre Leser an

der Hand eines packend und spannend aufgebauten Romans in die laute

Welt des Ringens und Schaffens, in welcher nicht nur Menschen,

sondern auch Geistesströmungen miteinander streiten. Die Tochter

Berlins, in der Großstadt groß geworden, hatte das brausende Wehen

des Zeitgeistes vernommen und ihn wohl begriffen, die Kämpfe mit

Frauenherzen nachempfunden und mit der Wärme des Frauenherzens

nacherzählt, so daß ihre Helden allen, auch Frauen und Jungfrauen,

verständlich und sympathisch wurden.

Den reichen Bilderschmuck lieferten unsere besten deutschen

Illustratoren; die elegante Ausstattung wird selbst den verwöhntesten

Geschmack befriedigen.

Zu beziehen durch die meisten Buchhandlungen.

Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.

[Illustration]

E. Werners Gesammelte Romane und Novellen.

$Illustrierte Ausgabe. _Neue Folge_.$ 6 Bände. Jeder Band geheftet 3

Mark, elegant gebunden 4 Mark.

_Inhalt der Bände_: Bd. 1. $Freie Bahn!$ Mit Illustrationen von

_E. Siegert_. -- Bd. 2. $Flammenzeichen.$ Mit Illustrationen von

_W. Claudius_. -- Bd. 3. $Gewagt und gewonnen.$ Inhalt: Der Egoist.

-- Auf Ehrenwort. -- Erinnerung. -- Wähle! -- Warum? -- Der Wilddieb.

-- Befreit. Mit Illustrationen von _R. Mahn_. -- Bd. 4. $Fata

Morgana.$ Mit Illustrationen von _Paul Hey_. -- Bd. 5: $Hexengold.$

-- $Der höhere Standpunkt.$ -- $Der Lebensquell.$ -- $Edelwild.$ Mit

Illustrationen von _F. von Reznicek_, _C. Wedenmeyer_ und _M. Flashar_.

-- Bd. 6. $Adlerflug.$ -- $Ein Gottesurteil.$ Mit Illustrationen von

_M. Flashar_ und _F. v. Myrbach_.

[Illustration]

Die überaus freundliche Aufnahme, welche die erste Sammlung von

_E. Werners illustr. Romanen und Novellen_ gefunden hat, veranlaßt

uns, den zahlreichen Freunden der gefeierten Erzählerin neben

mehreren früheren, in der Gesamt-Ausgabe noch nicht enthaltenen

Werken die in den letzten Jahren neu entstandenen Romane und Novellen

in einer _neuen illustrierten Sammel-Ausgabe_ darzubieten. -- Für

die Illustrierung haben wir eine Reihe namhafter Künstler gewonnen,

welche dafür bürgen, daß sich die _Neue Folge_ auch im Bilderschmuck

der ersten Sammlung würdig anschließen wird. Wie bei dieser hat

die Verlagshandlung auch bei der »Neuen Folge« für eine elegante

Ausstattung, schönen, klaren Druck und gutes, dauerhaftes Papier

Sorge getragen.

Zu beziehen durch die meisten Buchhandlungen.

+------------------------------------------------------------------+

| Anmerkungen zur Transkription |

| |

| Inkonsistenzen wurden beibehalten, wenn beide Schreibweisen |

| gebräuchlich waren, wie: |

| |

| Abscheues -- Abscheus |

| Boukett -- Bouquet |

| Ellbogen -- Ellenbogen |

| etikettegemäß -- etikettengemäß |

| kömmt -- kommt |

| Meißener -- Meißner |

| Pfannenkuchen -- Pfannkuchen |

| Prinzipes -- Prinzips |

| Roheit -- Rohheit |

| Rouleaus -- Rouleaux |

| rückhaltlos -- rückhaltslos |

| Sammel-Ausgabe -- Sammelausgabe |

| superb -- süperb |

| Testamentes -- Testaments |

| Universitäts-Professorin -- Universitätsprofessor |

| |

| Interpunktion wurde ohne Erwähnung korrigiert. |

| Im Text wurden folgende Änderungen vorgenommen: |

| |

| S. 14 »zu häupten« in »zu Häupten« geändert. |

| S. 18 »enzückt« in »entzückt« geändert. |

| S. 49 »Strikt« in »Streikt« geändert. |

| S. 56 »Sie« in »sie« geändert. |

| S. 62 »ein Thräne« in »eine Thräne« geändert. |

| S. 64 »klopfte ihn« in »klopfte ihm« geändert. |

| S. 83 »Selbstverworbene« in »Selbsterworbene« geändert. |

| S. 101 »Dokter« in »Doktor« geändert. |

| S. 110 »nervöslächelnden« in »nervös lächelnden« geändert. |

| S. 120 »loßreißend« in »losreißend« geändert. |

| S. 150 »Henritte« in »Henriette« geändert. |

| S. 152 »Spitzenshwal« in »Spitzenshawl« geändert. |

| S. 162 »selbstverständig« in »selbstverständlich« geändert. |

| S. 172 »umwendeten« in »umwendete« geändert. |

| S. 174 »ereignet« in »ereignete« geändert. |

| S. 176 »zu« hinter »gedemütigt« eingefügt. |

| S. 191 »excentrisch« in »exzentrisch« geändert. |

| S. 219 »Boule-Möbel« in »Boulle-Möbel« geändert. |

| S. 223 »Haarsträhne« in »Haarsträhnen« geändert. |

| S. 237 »ratschlagender Pfau« in »radschlagender Pfau« geändert. |

| S. 244 »wir« in »mir« geändert. |

| S. 313 »gespensterisch« in »gespenstisch« geändert. |

| S. 313 »seitswärts« in »seitwärts« geändert. |

| S. 338 »Dyamit« in »Dynamit« geändert. |

| S. 342 »Rekonvalescentin« in »Rekonvaleszentin« geändert. |

| S. 389 »unsrer« in »unserer« geändert. |

| |

| Die idiomatische Schreibweise »Boukett« wurde beibehalten. |

+------------------------------------------------------------------+

Im Hause des Kommerzienrates. · 第 8 / 9 题