Letzter Auftritt.
DIE VORIGEN ohne Wralmann und den Kammerdiener.
STARODUM (zu Prawdin, die Hände Sophiens und Milons haltend). Nun, mein
Freund, wir fahren. Wünsche uns –
PRAWDIN. Jedes Glück, auf welches ehrliche Herzen ein Anrecht haben.
FRAU PROSTAKOWA (Mitrofan stürmisch umarmend). Du allein bist mir
geblieben, mein Eins und mein Alles!
MITROFAN. Laß mich in Ruhe! ... Hängt sich an wie eine Klette!
FRAU PROSTAKOWA. Auch du, auch du kehrst mir den Rücken! O Undankbarer!
(Sinkt in Ohnmacht.)
SOPHIE (zu ihr eilend). Gott, sie ist ohne Besinnung!
STARODUM. Hilf ihr, hilf ihr. (Sophie und Jeremejewna sind um Frau
Prostakowa beschäftigt.)
PRAWDIN (zu Mitrofan). Taugenichts! Und du nimmst dir noch das Recht,
gegen deine Mutter grob zu sein? Ihre unsinnige Liebe zu dir ist’s, die
sie in ein solches Unglück gestürzt hat.
MITROFAN. Aber sie weiß ja selbst nicht, was sie will!
PRAWDIN. Grobian!
STARODUM (zu Jeremejewna). Nun, wie ist ihr jetzt?
JEREMEJEWNA (blickt Frau Prostakowa forschend an, die Hände über dem
Kopf zusammenschlagend). Ach, sie wird zu sich kommen!
PRAWDIN (zu Mitrofan). Mit dir, Freundchen, weiß ich, was ich zu thun
habe: dienen sollst du!
MITROFAN. Mir ist alles gleich!
FRAU PROSTAKOWA (zu sich kommend, in Verzweiflung). Ich bin verloren!
Meiner Macht bin ich beraubt! Wohin soll ich blicken vor Schande? Ich
habe keinen Sohn mehr!
STARODUM (auf Frau Prostakowa weisend). Das ist die Frucht der bösen
Saat!
Druck vom Bibliographischen Institut in Leipzig.
Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig.
Meyers Sprachführer.
Taschen-Konversations-Wörterbücher.