SOPHIE (zu Prawdin). Ganz erschöpft hat mich ihr Schreien.
STARODUM (beiseite). Ganz die Gesichtszüge ihrer Mutter. Das ist meine
Sophie!
SOPHIE (Starodum anblickend). Gott, er hat meinen Namen genannt! Mein
Herz täuscht mich nicht –
STARODUM (sie umarmend). Nein, du bist die Tochter meiner Schwester,
bist die Tochter meines Herzens!
SOPHIE (ihn stürmisch umarmend). Onkelchen, ich bin außer mir vor
Freude!
STARODUM. In Moskau, teure Sophie, erfuhr ich, daß du hier wider deinen
Willen lebst. Ich bin sechzig Jahre alt. Oft gab es Fälle, wo ich mir
zürnte, oft auch war ich mit mir zufrieden. Nichts marterte mein Herz
mehr als der Anblick einer Unschuld in den Netzen der Arglist, und nie
war ich mit mir selbst zufriedener, als wenn es mir gelungen war, ein
solches Opfer den Krallen des Lasters zu entreißen.
PRAWDIN. Wie wohl muß es thun, auch nur Zeuge dabei sein zu können!