Wäre sie doch da. Ich könnte mit ihr reden. Aber sie ist auf der Jagd
mit dem Oberst, schon seit acht Tagen. Und ich verbrenne hier in meinem
Kummer. Sie schreibt mir:
»Ich weiß nicht, wie ich Dich anreden soll. Vidl ist so abscheulich, so
dumm. Ich glaube Du sagtest einmal, es kommt von Vitus. Aber das ist
viel schöner. Dein Wunsch, daß ich von Dir träume, ist in Erfüllung
gegangen. Du warst in meinem Zimmer, ich wollte zu Dir, konnte aber
nicht gehen, und Du gingst ganz langsam einen Schritt um den andern
zurück; es war furchtbar, bis ich mit schrecklichem Herzklopfen
aufgewacht bin. Es ist sehr einsam und ich habe recht Sehnsucht nach
Dir. Ich kann keine Ruhe finden. Ich wünsche mir nichts, als die Zeit
möchte doch bald kömmen, wo wir glücklich und zufrieden beisammen sein
können. Ich weiß, es ist ein Unsinn, und doch, ich denke so gerne dran.
Wenn Du nur hier sein könntest, ich fürchte mich hier so, die Ruhe ist
unheimlich. Ich glaube, das betrübt mich so. Oder es ist die Luft zu
weich für meine Nerven.«
Ich kann es nicht glauben. Mein Verdacht, der schon die Form der
Gewißheit angenommen hatte, versinkt in Nichts. Ich bin ein lächerlicher
Spürhund, weiter nichts. Ich werde aber doch mit Doktor Wendland noch
einmal reden. Ich werde ihn bitten, – als Freund – – Der Arzt kann
sich täuschen.