26. März.

Wäre sie doch da. Ich könnte mit ihr reden. Aber sie ist auf der Jagd

mit dem Oberst, schon seit acht Tagen. Und ich verbrenne hier in meinem

Kummer. Sie schreibt mir:

»Ich weiß nicht, wie ich Dich anreden soll. Vidl ist so abscheulich, so

dumm. Ich glaube Du sagtest einmal, es kommt von Vitus. Aber das ist

viel schöner. Dein Wunsch, daß ich von Dir träume, ist in Erfüllung

gegangen. Du warst in meinem Zimmer, ich wollte zu Dir, konnte aber

nicht gehen, und Du gingst ganz langsam einen Schritt um den andern

zurück; es war furchtbar, bis ich mit schrecklichem Herzklopfen

aufgewacht bin. Es ist sehr einsam und ich habe recht Sehnsucht nach

Dir. Ich kann keine Ruhe finden. Ich wünsche mir nichts, als die Zeit

möchte doch bald kömmen, wo wir glücklich und zufrieden beisammen sein

können. Ich weiß, es ist ein Unsinn, und doch, ich denke so gerne dran.

Wenn Du nur hier sein könntest, ich fürchte mich hier so, die Ruhe ist

unheimlich. Ich glaube, das betrübt mich so. Oder es ist die Luft zu

weich für meine Nerven.«

Ich kann es nicht glauben. Mein Verdacht, der schon die Form der

Gewißheit angenommen hatte, versinkt in Nichts. Ich bin ein lächerlicher

Spürhund, weiter nichts. Ich werde aber doch mit Doktor Wendland noch

einmal reden. Ich werde ihn bitten, – als Freund – – Der Arzt kann

sich täuschen.

Melusine: Ein Liebesroman · 第 51 / 57 题