Lindo blickte zuweilen nach der Kluft hin, aus der die Saurier

hervorgekommen waren, befanden sich dort noch mehr, so mußte sie der

Aufruhr der Elemente aus ihren Schlupfwinkeln hervortreiben.

Aber das geschah nicht, die drei Tiere, welche dort gelebt, waren von

Lindo und dem Kapitän getötet worden. Von den Bestien dieser neuen Welt

war jetzt nichts mehr zu fürchten, wohl aber von den Elementargewalten.

Die unheimlichen Töne kamen aus dem alten Krater, in welchen das

Weltenfahrzeug gestürzt war. Dort rauschte und zischte und brodelte es,

das war ein richtiger Höllenkessel geworden.

Dort kam die Lava langsam empor, die feurige Masse, welche so lange in

der Tiefe geschlummert hatte.

Man vernahm die unheimlichen Töne, welche diese siedenden Massen

hervorbrachten. Die Hitze nahm zu, zuweilen glaubte Lindo schon, die

glühenden Massen leuchten zu sehen.

So arbeiteten die drei Männer mit fieberhafter Hast an der Herstellung

des Weltenfahrzeuges.

Es war aber vorauszusehen, daß die Elemente schneller arbeiteten, als

die Menschenhand. Die Lava mußte hervorbrechen und das Weltenfahrzeug

erreichen. Geschah dies, so wurde das geniale Wunderwerk in die

glühenden Massen eingebettet und dann war es für alle Zeiten verloren.

Kapitän Mors holte jetzt den Professor, nicht um ihn arbeiten zu lassen,

sondern damit van Halen die langsam empordringende Lava beobachtete.

Der Astronom konnte die Arbeitenden noch rechtzeitig warnen, damit sie

sich mit ihm in das Weltenfahrzeug flüchteten.

War aber dann die Arbeit noch nicht getan, so mußte eben Kapitän Mors

zum äußersten Mittel greifen, zu dem letzten Ausweg, der noch eine

Rettung versprach, obwohl diese Hilfe das Fahrzeug und seine Insassen in

die höchste Gefahr brachte.

Der Professor versah sich ebenfalls mit dem Lufthelm, und begab sich zu

der schrecklichen Kluft.

Dort war bereits alles rötlich erleuchtet, der Widerschein der glühenden

Lava, die langsam, aber unaufhörlich höher und immer höher drang, die

zuletzt den unheimlichen Todeskrater überfluten mußte.

Dazu donnerte der Vulkan, man hörte sein Brüllen, man sah, wie die

Lavablöcke durch die Dunstmassen heruntersausten. Man hörte das

Aufprasseln der gewaltigen Massen, die auf dem steinigen Boden in

tausend Stücke zersprangen.

Aber niemand hatte Zeit, einen Blick auf dies ebenso grausige, wie

wunderbare Bild zu werfen. Die Sorge für das Weltenfahrzeug nahm alle

Sinne in Anspruch.

Plötzlich kam der Professor zurückgerannt.

Seine Stimme klang dumpf und hohl in dem aus Metall und Glas bestehenden

Helm. Er deutete mit der Rechten nach der Kraterkluft hinüber.

Es war gar nicht nötig, daß er sprach und die drei arbeitenden Männer

auf die Gefahr aufmerksam machte. Diese sahen bereits, wo die Gefahr

nahte.

Dort bei dem Kraterkessel war ja alles in wilder Bewegung, da stieg eine

leuchtende, rote Masse hervor, rotglühender Brei floß zwischen den

schwarzen Steinen hindurch, es war die glühende Lava, die einen Weg nach

außen suchte.

Noch lag das Weltenfahrzeug höher, als die feurige Masse, aber es durfte

keinen Augenblick Zeit verloren werden.

Diesmal klang Kapitän Mors' Stimme dumpf und hohl, aber jedem

verständlich.

Er forderte seine Begleiter auf, daß sie sich auf der Stelle nach dem

Weltenfahrzeug begeben sollten.

Der Professor eilte hinüber, Lindo und Star folgten, nachdem sie die

Werkzeuge zusammengerafft hatten.

Sie warfen dabei bedauernde Blicke auf den Lenkapparat, der noch immer

nicht ganz in Ordnung war. Der Riesenmagnet konnte noch nicht in

Tätigkeit treten.

Der Kapitän folgte als letzter und schloß hastig die beiden metallnen

Türen.

Dann kam er nach dem Maschinenraum, wo Star, Lindo und der Professor auf

ihn warteten.

»Wir hätten uns ohnehin zum letzten Mittel entschließen müssen,« sprach

der Luftpirat, als er den Lufthelm abgenommen. »Die Instrumente sind ja

alle in wildester Verwirrung, wie es bei solchem Ausbruch elementarer

Naturgewalten nicht anders sein kann. Da wäre es sehr fraglich gewesen,

ob der Riesenmagnet gearbeitet hätte. Selbst wenn er sich in gutem

Zustande befand, hätte also doch die Maschine, die hier für den Notfall

aufgestellt ist, in Tätigkeit treten müssen. So, jetzt ist es Zeit,

Professor, gehen Sie nach dem Mittelraum, damit Sie keinen Schaden

nehmen. Wir wissen schon, wie wir uns hier schützen können. Lindo, Star,

Ihr beide tretet hinter die Panzerwand, jetzt kommt die Entscheidung.«

Wenige Minuten später befand sich Kapitän Mors mit Star und Lindo allein

im Maschinenraum.

Der Ingenieur und der Inder waren hinter die Panzerwand getreten, welche

die Männer gegen die Wirkungen der Maschinengewalt schützte. Kapitän

Mors aber hantierte an jenem eigenartigen Apparat, welcher bei einer

früheren Fahrt die beiden Meuterer zu Asche verwandelt hatte.

Er zog an Hebeln, er drehte Schwungräder und bald erschallte ein Lärm,

der die Sinne betäuben konnte.

Die seltsame Maschine war in voller Bewegung, die Schwungräder wirbelten

mit fürchterlicher Schnelligkeit herum, man sah leuchtende Strahlen und

zuckende Blitze, die zuweilen im Innern der Maschine entstanden, die

sich gleich elementaren Blitzen kreuzten.

Die Maschine war eine Erfindung des Kapitän Mors, er hatte über ihre

Konstruktion stets den Schleier des Geheimnisses gebreitet. Die

Beschreibung dieser Maschine und ihre Wirkung war in der Bibliothek

verwahrt und lag dort in einem stählernen Kasten, dessen Schlüssel

Kapitän Mors niemals von sich ließ.

Er war auch der einzige, der diese gefährliche Maschine in Tätigkeit

setzen konnte und imstande war, bis zum letzten Augenblick in der Nähe

der herumwirbelnden Schwungräder auszuhalten.

Plötzlich sprang der Luftpirat mit mächtigem Satz hinter die Panzerwand,

welche Lindo und Star schützte.

»Nun kommt die Entscheidung,« sprach Mors, während seine feurigen Augen

nach der Maschine hinüberblickten. »Entweder kommen wir jetzt aus dem

Krater heraus, oder wir werden samt dem Weltenfahrzeug in Atome

zerschmettert. Menschliche Kraft und menschliches Wissen sind

aufgeboten, aber jetzt stehe ich an der Grenze des Erreichbaren.«

Im Maschinenraum tobte jetzt ein wahrer Höllenlärm, das rätselhafte Werk

des Kapitän Mors arbeitete, als würde es von bösen Geistern bedient und

getrieben. Es war ein Sausen und Brausen, ein Knattern und Krachen, ein

Zischen und Summen, daß Lindo und Star sich die Ohren zuhielten.

Plötzlich ging ein Ruck durch das Weltenfahrzeug, dem bald darauf ein

zweiter und dritter folgte.

Nun geschah etwas anderes, schier Unheimliches, Star und Lindo hatten

die Empfindung, als ob das Weltenfahrzeug emporgehoben würde.

»Die Lava ist unter unserem Fahrzeug,« rief Star, als sich der Stoß

wiederholte.

»Nein, sonst wäre alles vorüber,« erwiderte der Kapitän. »Die Maschine

hat jetzt ihre volle Kraft entwickelt und diese Kraft ist es, die uns

emporhebt und uns ein Stück von der gefährlichen Stelle hinwegtragen

soll. Gelingt dies nicht, so kann auch ich nicht mehr helfen.«

Eine unheimliche Ruhe lag in diesen Worten des Kapitän Mors, ein Beweis,

daß diesem Manne der Tod gleichgiltig war. Der Ruck aber wiederholte

sich und wieder hatten Star und Lindo die Empfindung, als wenn eine

unheimliche Gewalt das Fahrzeug emporhebe und es gewaltsam hin- und

herschüttelte.

»Wir schweben,« erwiderte Kapitän Mors. »Ich habe den Kurs des

Fahrzeuges nach Osten gerichtet, denn dort war eine ebene, wenn auch

steinige Fläche. Aber dort droht kein vulkanischer Ausbruch.«

Das Weltenfahrzeug schwankte hin und her, aber es schwebte offenbar.

Sicherlich flog es nicht hoch und Star fürchtete, daß es jeden Moment

gegen eine der nahen Klippen rennen möchte, zumal sich diese oft mehrere

hundert Meter hoch erhoben.

Aber Kapitän Mors hatte den Kurs des Fahrzeuges aufs Genaueste berechnet

und die Richtung des Fahrzeuges so bestimmt, daß es zwischen den

drohenden Felsen hindurchfuhr.

Wieder schwankte der Koloß hin und her, dann erhielt es plötzlich einen

Stoß, noch einen und das Weltenfahrzeug stand unbeweglich.

»Ich glaube, wir sind gerettet,« rief der Luftpirat.

Star wollte hinter der Panzerwand hervorkommen, aber Kapitän Mors hielt

ihn krampfhaft fest.

»Stürze Dich nicht ins Verderben,« sprach er ernst. »Du siehst doch, daß

die Maschine noch immer in Tätigkeit ist. Es dauert noch eine Weile, ehe

sich die gigantische Kraft beruhigt.«

Diese Warnung war notwendig, denn im Maschinenraum leuchtete es zuweilen

unheimlich auf. Es waren bläuliche und grünliche Blitze, welche die

Maschine schleuderte, und jeden Menschen, der sich in ihren Bereich

wagte, mit Verderben bedrohten.

Diese Entladungen ließen allmählich nach, auch die Schwungräder

arbeiteten nicht mehr so wild wie erst. Sie drehten sich langsamer,

immer langsamer, bis sie endlich unbeweglich stehen blieben.

Der Kapitän aber betrachtete mit stolzen Blicken dieses Werk, das sein

Genie geschaffen.

»Ich habe viel von dieser Maschine erwartet,« sprach er halb für sich,

halb zu seinen Leuten. »Aber, sie hat meine Erwartungen übertroffen.

Jetzt, Star, kannst Du einen der Schieber vor dem Glasfenster öffnen.«

Der Ingenieur tat, wie ihm geheißen, der schwere Schieber bewegte sich

seitwärts, ein roter Schimmer drang in das Innere des Maschinenraumes.

Star stieß einen Ausruf des höchsten Staunens aus, als er ein nie

geschautes Bild erblickte. Lindo und Kapitän Mors waren sofort an seiner

Seite.

Das Weltenfahrzeug lag auf einer steinernen Hochfläche, wenigstens

tausend Meter vom Todeskrater entfernt, aus dem es das Geschick und das

Genie seines Erbauers emporgehoben hatte.

Dort aber war jetzt der Tod und das Verderben entfesselt, deutlich sah

man von diesem hochgelegenen Standpunkt aus die Lavaströme aus dem

scheinbar erloschenen Krater hervorbrechen und allgemach die Umgebung

überschwemmen.

Man sah, wie die glühenden Lavamassen die Körper der drei getöteten

Rieseneidechsen umspülten und wie die Kolosse unter der Lava zu Asche

verbrannten. Dann bildeten die glühenden Massen einen kleinen See, aus

dem nur die höheren Felsen aus der Nähe des Todeskraters hervorragten.

Dazu kam noch das Gebrüll des Vulkans, den man aber noch immer nicht zu

sehen vermochte. In der Nähe des Feuerberges wirbelten jetzt

dicke Mengen von Dampf und Qualm, die nur zuweilen durch die

herniederprasselnden, glühenden Steine erleuchtet wurden.

Star betrachtete dieses großartige Bild, er sah, daß auch weiterhin

Ausbrüche stattfanden. Die Oberfläche des kleinen Planeten schien jetzt

ein Bild des Grauens und der Verwüstung zu bieten.

»Es scheint, als ob der ganze Weltkörper auseinander gehen wollte,«

sprach der Ingenieur endlich zum Kapitän, der mit eiserner Ruhe das

großartige Bild betrachtete.

»O nein,« lautete die Antwort, »das mag hier öfters vorkommen, und so

ist es auch früher auf der Erde gewesen. Das sind eben noch die

entfesselten Naturgewalten, die in der Erde nur noch in der Tiefe

schlummern. Hier ist die Kruste, welche diese Erde bedeckt, noch nicht

stark genug, um die tobenden Elemente zu bändigen, aber mit der Zeit

wird auch hier die Erstarrung eintreten.«

Damit sah Kapitän Mors nach rechts und links, um die Umgebung des

Weltenfahrzeuges in Augenschein zu nehmen.

Er war offenbar befriedigt.

All seine Berechnungen waren in Erfüllung gegangen, der »Meteor« lag an

einer Stelle, wo ihm keine Gefahr drohte. Hier konnte man, wenn die Luft

wieder reiner geworden war, die Reparatur des Lenkapparates beenden und

den unheimlichen, kleinen Planeten verlassen.

Nicht weit von der Fläche sah man Wald, der ebenfalls von Sumpf umgeben

war. Der Wald schien sich überhaupt nur an Stellen zu befinden, wo der

Sumpf die tieferen Stellen des Planeten bedeckte.

In diesem Walde war alles in Bewegung, die tierischen Bewohner schienen

sich zu flüchten. Man sah zuweilen große graue Massen, die am Rande des

Gehölzes sichtbar wurden, aber sofort wieder in dem undurchdringlichen

Unterholz verschwanden.

Am wunderbarsten aber sahen jene fledermausartigen Geschöpfe aus, die

jetzt durch das Toben der Elemente aufgestört, zuweilen über den Kronen

der Palmen oder der Riesenfarren auftauchten und mit sonderbaren

gaukelnden Bewegungen hin- und herflatterten.

Es war jetzt gerade der kurze Tag und da konnte man diese Tiere durch

Ferngläser genauer betrachten. Sie waren halb Vögel, halb Eidechsen und

besaßen Flughäute wie die Fledermäuse, sowie große mit spitzen Zähnen

besetzte Rachen.

Man konnte sogar im Weltenfahrzeug die schrillen Laute hören, welche die

flatternden Ungetüme ausstießen. Sie wußten offenbar nicht, wohin sie

sich wenden sollten und waren auch wohl durch das Licht der Sonne

geblendet.

Dann aber verschwand wieder alles und es war, als ob sich ein dichter

Schleier auf diese Landschaft legte. Aschenwolken verhüllten die

Landschaft, sie senkten sich vom Vulkan herab und die Asche bedeckte die

ganze Umgegend mit einer silbergrauen Schicht, die sich zuletzt zollhoch

anhäufte.

Aber das war ein gutes Zeichen.

Kapitän Mors wußte, daß große Vulkanausbrüche gewöhnlich mit einem

Aschenregen zu enden pflegen. So war es auf der Erde, so war es auch

höchstwahrscheinlich auf dem neuen Planeten.

Er täuschte sich nicht, denn das fürchterliche Donnern ließ allmählich

nach, das Krachen und Prasseln verstummte, der Boden zitterte nicht mehr

so wie bisher, der Vulkan ging zur Ruhe.

Noch mußte man stundenlang ausharren und es wurde abwechselnd Nacht und

Tag, aber dann konnte man das Weltenfahrzeug verlassen und sogar die

Lufthelme zur Seite legen.

Freilich war die Luft noch immer dick und schwer, aber viel reiner als

vor dem Vulkanausbruch, die ungeheuren Naturgewalten schienen die

Wirkung eines Gewitters gehabt zu haben. Sie hatten die Luft gereinigt.

Dort aber am Todeskrater, wo das Fahrzeug gelegen, brodelte und kochte

ein Feuersee, dort war die Lava hoch emporgestiegen, der Krater war

vollständig ausgefüllt, später mußte dann diese brodelnde Masse

erstarren.

Mit Bewunderung betrachteten die Mannschaften des Weltenfahrzeuges den

genialen Führer, der sie alle vom Tode rettete und der jetzt, als wäre

nichts geschehen, mit Star und Lindo die Arbeit am Lenkapparat

fortsetzte.

Freilich hatte das Fahrzeug andere Beschädigungen erlitten.

Als es durch die unheimliche Maschine emporgehoben den Todeskrater

verließ, war es ziemlich schwer, ja unsanft auf die Steine gestoßen. Die

Röhren, welche die flüssige Luft im Fahrzeug verteilten, waren zum Teil

verbogen, gequetscht, auch die Einrichtung für die Luftversorgung hatte

gelitten.

Freilich reichte der Vorrat der verwendbaren Luft noch einige Zeit, aber

eine Fortsetzung der großen Fahrt konnte vorerst nicht unternommen

werden. Man mußte die vorhandenen Vorräte benutzen, um zunächst nach der

Erde zurückzukehren. Die Fahrt nach dem Monde mußte von neuem

unternommen werden.

Aber Kapitän Mors gehörte ja zu jenen Männern, die nie die Geduld

verlieren, er wußte, daß dies, was er unternommen, von niemand anders

auf der Erde geleistet werden konnte. Er hatte auch keine Veranlassung,

alles, einem verzweifelten Spieler gleich, auf eine Karte zu setzen.

»Sowie der Lenkapparat in Tätigkeit gesetzt ist, nehmen wir Kurs nach

der Erde,« sprach der Kapitän, indem er auf die kleine, seltsam

leuchtende Scheibe zeigte, die jetzt wieder am Himmel sichtbar wurde.

Das war die Erde, dorthin ging der Lauf, nach dem irdischen Planeten

zurück, dessen Beobachter nichts von dem Vorhandensein des kleinen

Planeten ahnten.

Nach harter Arbeit war das Werk vollendet, der Riesenmagnet konnte

wieder in Tätigkeit treten, der Lenkapparat gehorchte der Hand des

Meisters und als wieder eine der kurzen Nächte vorüber war, erhob sich

der »Meteor« stolz von der Oberfläche des kleinen Planeten.

Durch die dicken Glasfenster aber sahen die Männer herunter auf den

kleinen Planeten, auf dem sie so viele Abenteuer erlebt hatten. Sie

sahen den Todeskrater oder vielmehr die Stelle, wo sich derselbe

befunden. Sie sahen den glühenden Lavasee und den Vulkan, aus dessen

Krater noch immer dicke schwarze Dampfwolken stoßweise emporfuhren.

Sie sahen die Wassermengen in den tiefen Tälern, die Sümpfe, die

unheimlichen Wälder, welche eine noch unheimlichere Tierwelt bargen,

aber das alles entschwand in wenigen Minuten.

Kleiner, immer kleiner wurde der seltsame Planet, jetzt zeigte er schon

die Kugelgestalt, dann schrumpfte er allmählich zum Stern zusammen, ein

winziges Teilchen des Weltalls wurde der kleine Planet, während das

Weltenfahrzeug mit furchtbarer Schnelligkeit zurück nach der Mutter Erde

sauste.

Das Weltenfahrzeug schwebt im Weltenraum. Links unten sieht man

die Oberfläche des Mondes mit seinen Ringgebirgen; rechts den

Planeten Saturn mit seinen eigenartigen Ringen, die den Planeten

umkreisen.

1. Der Metallrumpf des Weltenfahrzeuges.

2. Fenster aus stärkstem Glas, durch Gitter geschützt und durch

Metallschieber verschließbar.

3. Die Tür zur Außengalerie, luftdicht verschließbar.

4. Treppe zur oberen Galerie.

5. Der Ausguck.

6. Obere Galerie.

7. Der Scheinwerfer.

8. Der Riesenmagnet.

9. Die Leitungen für den Riesenmagneten, mit ungeheuren Diamanten.

10. Lenkapparat.

11. Die Kraftzentrale.

12. Einrichtung für die Luftversorgung.

13. Elektrizitätsbehälter.

14. Metallbehälter.

15. Röhren für flüssige Luft.

16. Apparat für Gegenwirkung des Riesenmagneten, auf Diamanten

montiert.

17. Beweglicher Metallring.

18. Klappen, zu luftleeren Räumen führend.

19. Das »Gelenk« des Riesenmagneten.

20. Der elektrische Lichtkegel.

Anmerkungen zur Transkription

Dieser Text wurde nach einem Nachdruck-Auswahlband transkribiert: Heinz

J. Galle (Hrsg.): Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff. Dieter

von Reeken, Lüneburg, 2005, S. 123-160. Moderne Zusätze und Anmerkungen

wurden nicht übernommen.

Eine Ungereimtheit findet sich in Kapitel 3: Lindo, der eigentlich

die Arbeiten am Weltenfahrzeug fortsetzten sollte, ist plötzlich

doch unter den Teilnehmern der Expedition anzutreffen.

Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten. Auch

Variationen in der Schreibweise von Namen wurden nicht verändert.

Lediglich offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.

Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff 42: Im Todeskrater des neuen Planeten · 第 3 / 3 段