G.

135.

Goethe an Kestner.

v. 2. Märtz 1790.

Euer Brief, lieber Kestner, hat mir viel Freude gemacht, besonders das

Zettelchen vom Brocken, welches mir ein rechter Beweiß Eures dauernden

Andenkens ist; dafür hab ich auch oft an Euch gedacht, wenn es mir wohl

ging.

Heute sage ich wenig, das ihr für viel nehmen mögt weil ich gleich

schreibe. Es folgt auch der sechste Band meiner Schriften, zu deßen

Genuß ich Euch gute Stunden wünsche.

Lebet wohl, grüßet Lotten und die Eurigen. Ich bin wieder auf dem

Sprunge zu verreisen, wie weit weiß ich selbst nicht.

Adieu! behaltet mich lieb.

W. d. 2 März 1790.

Goethe und Werther: Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit · 第 59 / 63 题