131.
Goethe an Kestner.
Rom den 24. October 1787.
Hr. Rehberg[34] trifft mich noch hier und überbringt mir heute Euren
Brief vom 18 May indeß ich schon einen andern von Wetzlar erhalten
habe. Meine Mutter schreibt mir auch daß Ihr sie besucht habt und daß
ihr Lotte sehr lieb geworden. Ich freue mich daß es Euch unter den
Eurigen wohl geht, in Wetzlar muß es ein recht Familienfest gewesen
seyn.
Ich bleibe noch den nächsten Winter in Italien und fühle mich recht
glücklich daß mir dieses möglich ist.
Es soll mir lieb seyn wenn Hr. Rehberg zu uns paßt und ich ihm nützlich
seyn kann.
Meine Werke werden ihre Aufwartung gemacht haben, die übrigen Bände
sollen folgen wie sie nach und nach herauskommen.
Grüßt mir Lotten aufs herzlichste, auch Amalien. Einer Eurer Kleinen
hat sich, wie ich höre, mit meiner Mutter gar gut vertragen.[35]
Möge Euch alle dieser Brief gesund und zufrieden antreffen.