MEERFAHRT

Ich war noch jung, und konnte schon das Land

Nicht mehr ertragen, da es von bigotten

Bewohnern starrte, unbewegt. Am Rand

Von Aschenhügeln schien man hinzutrotten.

So suchte ich das Meer -- und fand es ganz!

In düstertiefer Pracht, verwühlt und wild,

Dann wieder friedlich gleitend, in den Glanz

Der Sonne eingeflossen, tief und mild.

Für meine Nacktheit hatte ich als Hülle

Den Himmel nur. Ich brauchte mich nicht bergen

Und kleiden wie die Menschen, deren Fülle

Am Stein der Stadt verkümmert wie bei Zwergen.

Ein heller Segler war mein Eigentum

Und außer ihm die kühne Himmelsweite.

Der jungen Freiheit unbegrenzter Ruhm

Schien unvergänglich wie das Weltgezeite.

Ich stand am Bug und dehnte meinen Leib

In glühnder Kraft tief in die Luft hinein.

Wie hingejubelt war ich an ein Weib,

Erschauernd süß im Welt-Umschlungensein --.

Da trieb ein giftiger Wind mich an das Land --

Gleich kamen Menschen, meinen Stolz zu lähmen

Mit Hohn. Ich warf mich weinend in den Sand

Und fühlte mich der nackten Reinheit schämen.

Der unendliche Mensch: Gedichte · 第 30 / 79 题