Wir sind die mageren Zigeunerkinder.
Wir tanzen Seil und biegen jedes Stück
Des jungen Leibes krumm. Und immer blinder
Stellt sich die Welt zu unserm dürftigen Glück.
Wir sind gedorrt und bleich vom vielen Hoffen,
Vom vielen Wandern schmählich abgezehrt;
Und nirgends haben wir aus all dem schroffen
Applaus ein liebend gutes Wort gehört.
Kein ehrgerechter Zorn darf uns erhitzen.
Wir müssen lächeln, wenn man uns verlacht.
Wir müssen singen, springen, klingen, schwitzen --
Und alle Tage sind wie schwere Fracht.
Auf unsern Rippen spielen wir die Harfe.
Die Leute lauschen, wie es knackt und bricht.
Doch dieses Knochenspiel ist bloße Larve.
Dahinter wühlt ein Meer. Das sehn sie nicht.
Wollt ihr an unseren Skeletten schürfen?
Wozu? Das Knabbern stillt nicht eure Lippen.
Hier ist kein Fleisch, und Blut ist keins zu schlürfen.
Hier ist nur Meer, das ihr nicht seht, und Klippen.