2. Die Opfer der Samoainseln.

Schon in den siebziger Jahren bildeten die Samoa- oder Schifferinseln

eine wichtige Station für die deutschen Handelsbeziehungen in der

Südsee. Die Natur hat gerade über diese Inselwelt ihre Schätze in

verschwenderischer Pracht ausgeschüttet und ihnen ein Klima gegeben,

das sie mit Recht den Namen ‚Paradies der Südsee‘ führen läßt. Doch

nicht ungetrübt können wir diese Inselwelt nennen, ohne der schweren

Opfer zu gedenken, die hier zur Ehre des deutschen Namens fielen oder

umkamen im Wüten der aufgeregten Elemente. Die für das Deutsche Reich

so schicksalsschweren Jahre 1888/89 brachten hier der deutschen Marine

große Verluste.

Bereits seit dem Jahre 1872 tobten auf diesen Inseln Kämpfe zwischen

zwei Parteien, in die oft genug unsere dort anwesenden Kriegsschiffe

eingreifen mußten.

Im Jahre 1876 wurden von beiden Gruppen die dortigen deutschen

Niederlassungen als neutraler Boden anerkannt; dieser Vertrag erfuhr

1877 eine Erweiterung, die bestimmte, daß die Insulaner versprachen,

die deutschen Rechte auch gegen eine Benachteiligung von anderer Seite

zu sichern.

England und Nordamerika versuchten im Laufe der Zeit zum Schaden

der deutschen Handelsbeziehungen ihren Einfluß geltend zu machen.

Daneben nahmen die Parteikämpfe weiter ihren Fortgang. Entgegen den

abgeschlossenen Verträgen wurden im Jahre 1879 auf neutralem Boden

sogar Befestigungen angelegt. Unter der geschickten Leitung des

Kapitäns zur See Deinhardt, der die damalige Kreuzerfregatte ‚Bismarck‘

führte, die zum Schutze der deutschen Faktoreien herbeigerufen war,

gelang es, die Beseitigung der Befestigungen zu erreichen, desgleichen

auch Frieden zu stiften und die Anerkennung Malietoas als König über

sämtliche Samoainseln durchzusetzen.

[Illustration: Der Untergang des „Iltis“.

Deutsche Flagge, sei gegrüsst! Friedens- und Kriegsfahrten der Hanse, Kriegs- und Friedenstaten der deutschen Marine · 第 54 / 97 题