Von Professor Hans Petersen.]

Am nächsten Morgen fuhr die Flotte wieder der Elbe zu. Das

österreichische Schiff sah sehr schlimm aus, denn der Rumpf zählte

nicht weniger als hundertneunzig Kugellöcher, und in seinem Äußern

glich das stattliche Fahrzeug einer Ruine. Die preußischen Kanonenboote

befanden sich in gutem Zustande, hatten über keinen Verlust zu

klagen, und auch die preußischen gezogenen Geschütze hatten sich

bewährt und den Dänen manchen Schaden zugefügt. Von den preußischen

Kriegsbooten litt das Kanonenboot ‚Basilisk‘ besonders unter dem Feuer

der Dänen, da die vordringenden dänischen Schiffe bei der Rückkehr

des ‚Schwarzenberg‘ aus der Feuerlinie das Kanonenboot abschneiden

wollten. Beim Rückzugsgefecht kam die führende dänische Fregatte ‚Niels

Juel‘ dem kleinen preußischen Schiff auf etwa tausend Schritt nahe.

Schon glaubten die Matrosen, daß das Kanonenboot verloren sei, jedoch

unentwegt und sicher feuerten die Vierundzwanzigpfündergeschütze mit

so vortrefflicher Wirksamkeit auf den Dänen ein, daß die feindliche

Fregatte im Schlepptau eines anderen Schiffes entfloh: die preußischen

Eisenpillen hatten das Ruder des ‚Niels Juel‘ zerschlagen.

Wenn auch England das Gefecht bei Helgoland als einen Sieg der Dänen

feierte, gehört dennoch den Verbündeten der Ruhm des Erfolges.

Augenzeugen berichteten, daß der ‚Niels Juel‘ bei seiner Ankunft in

Kopenhagen einem Wrack geglichen hätte, so furchtbar zerschossen

waren sein Rumpf und seine Takelage. Im Schiffsbug befand sich ein

mannhohes Loch, zahlreiche Tote brachte man an Land, und von der

Schiffsbesatzung blieben nicht zehn unverwundet. Eine Flaschenpost,

die ein holsteinischer Matrose, der auf der Fregatte sich befand, dem

Meere übergab und die in Cuxhaven an die Küste trieb, meldete: „Wir

haben englische Matrosen an Bord, achtzig Tote, hundert Verwundete und

Schaden an der Maschine.“

Deutsche Flagge, sei gegrüsst! Friedens- und Kriegsfahrten der Hanse, Kriegs- und Friedenstaten der deutschen Marine · 第 45 / 97 题