Am nächsten Morgen fuhr die Flotte wieder der Elbe zu. Das
österreichische Schiff sah sehr schlimm aus, denn der Rumpf zählte
nicht weniger als hundertneunzig Kugellöcher, und in seinem Äußern
glich das stattliche Fahrzeug einer Ruine. Die preußischen Kanonenboote
befanden sich in gutem Zustande, hatten über keinen Verlust zu
klagen, und auch die preußischen gezogenen Geschütze hatten sich
bewährt und den Dänen manchen Schaden zugefügt. Von den preußischen
Kriegsbooten litt das Kanonenboot ‚Basilisk‘ besonders unter dem Feuer
der Dänen, da die vordringenden dänischen Schiffe bei der Rückkehr
des ‚Schwarzenberg‘ aus der Feuerlinie das Kanonenboot abschneiden
wollten. Beim Rückzugsgefecht kam die führende dänische Fregatte ‚Niels
Juel‘ dem kleinen preußischen Schiff auf etwa tausend Schritt nahe.
Schon glaubten die Matrosen, daß das Kanonenboot verloren sei, jedoch
unentwegt und sicher feuerten die Vierundzwanzigpfündergeschütze mit
so vortrefflicher Wirksamkeit auf den Dänen ein, daß die feindliche
Fregatte im Schlepptau eines anderen Schiffes entfloh: die preußischen
Eisenpillen hatten das Ruder des ‚Niels Juel‘ zerschlagen.
Wenn auch England das Gefecht bei Helgoland als einen Sieg der Dänen
feierte, gehört dennoch den Verbündeten der Ruhm des Erfolges.
Augenzeugen berichteten, daß der ‚Niels Juel‘ bei seiner Ankunft in
Kopenhagen einem Wrack geglichen hätte, so furchtbar zerschossen
waren sein Rumpf und seine Takelage. Im Schiffsbug befand sich ein
mannhohes Loch, zahlreiche Tote brachte man an Land, und von der
Schiffsbesatzung blieben nicht zehn unverwundet. Eine Flaschenpost,
die ein holsteinischer Matrose, der auf der Fregatte sich befand, dem
Meere übergab und die in Cuxhaven an die Küste trieb, meldete: „Wir
haben englische Matrosen an Bord, achtzig Tote, hundert Verwundete und
Schaden an der Maschine.“