1. Das Seegefecht bei Jasmund.

Der Krieg mit Dänemark tobte; als die preußischen und österreichischen

Truppen vorrückten und die Preußen schon vor den Düppeler Schanzen

standen, wurden die Dänen besorgt um ihre Rückzugslinie, die sie

durch die preußischen Kanonenboote bedroht sahen. Um sicher zu gehen,

schickte Dänemark eine Gruppe seiner Flotte aus, die preußischen

Schiffe, die in Swinemünde lagen, zu blockieren, denn daß es

Preußens kleine Seemacht wagen würde, die dänische Flotte zur See

anzugreifen, glaubte in Dänemark niemand. Jedoch konnten die Dänen

es bald merken, daß die kleine preußische Flotte auf dem Posten

war; wo sich ihr Gelegenheit bot, erprobte sie ihre Kräfte. Man

schrieb den 17. März 1864. Im Hafen von Swinemünde hielten sich zwei

Kriegsschiffe, die ‚Arkona‘ und die ‚Nymphe‘, auf, die ausgerüstet

und zur Abfahrt bereit waren. Die letzte rastlose Tätigkeit vor der

Abfahrt machte sich bemerkbar, die Ankertaue wurden eingeholt, aus den

Schornsteinen wirbelte der Rauch auf. Unter den Mannschaften der beiden

preußischen Schiffe herrschte Siegeszuversicht; sie wollten hinaus,

um den dänischen Gegner zu suchen und anzugreifen, um auch in einer

Seeschlacht Lorbeeren zu holen.

Kapitän Jachmann, der Führer des kleinen preußischen Geschwaders,

hatte den Feind festgestellt und wollte ihm einen Besuch abstatten; es

sollte ein Ehrentag der preußischen Marine werden. Selbstverständlich

blieben die notwendigen Vorbereitungen den Einwohnern des Städtchens

nicht unbekannt, und gar bald sammelten sich zahlreiche Leute, die dem

Beginnen auf den Schiffen zusahen. Die schwatzende Menge erörterte das

waghalsige Unternehmen, den seetüchtigen Gegner anzugreifen, und manche

ängstlichen Stimmen wurden über das Vorgehen laut.

Schon aber flog auf der ‘Arkona‘ das Signal zur Abfahrt in die Höhe,

die blaue Antwortflagge stieg auf der ‘Nymphe‘ empor, die letzten

Haltetaue wurden eingeholt, die Schiffsmaschinen setzten sich in

Tätigkeit, die Schiffsschrauben wirbelten das Wasser auf, und von den

guten Wünschen der zurückbleibenden Zuschauer begleitet fuhr die

kleine Flotte unter der preußischen Kriegsflagge stolz in die offene

See hinaus. Es war ein schöner, klarer Märzmorgen, keine Wolke stand

am Himmel. Das Ziel der kleinen Flotte bildete die Höhe von Jasmund.

Kapitän Kuhn hatte die Dänenflotte bereits durch eine Beobachtungsfahrt

mit der ‘Loreley‘ festgestellt. Sechs dänische Schiffe, darunter fünf

größere Fahrzeuge, lagen vor Jasmund vereinigt vor Anker.

[Illustration: Das Seegefecht bei Jasmund.

Deutsche Flagge, sei gegrüsst! Friedens- und Kriegsfahrten der Hanse, Kriegs- und Friedenstaten der deutschen Marine · 第 41 / 97 题