4. _Ephydatia Mülleri_ (+Lieberkühn+).

Diese Art bildet Krusten mit einer glatten oder unregelmässigen

Oberfläche, an der man oft kurze Zapfen (Fig. 41) oder blattförmige

oder mäandrisch gewundene Fortsätze sieht. Selten scheinen verzweigte

Exemplare vorzukommen. Die Farbe ist weiss, gelb, gelbbraun oder

hellgrün. Die Skelettnadeln sind entweder ganz glatt oder ganz rauh,

oder es finden sich sowohl glatte als rauhe Nadeln in ein und demselben

Schwamme. Die Rauhigkeit der Nadeln ist entweder nur eine geringe oder

sie tritt sehr deutlich als kleine Höcker auf, die aber stets kleiner

sind als bei _Trochosp. erinaceus_. Die Nadeln sind gerade oder schwach

gekrümmt, scharf zugespitzt und zu Bündeln vereinigt, deren Kittmasse

weniger stark als bei der eben genannten ist. Die Luftkammerschicht ist

in geringerer oder grösserer Mächtigkeit vorhanden. Die Amphidisken

bilden entweder nur eine, zwei oder selten drei Lagen um die Gemmula.

Im letzteren Falle ist die dritte Lage keine ununterbrochene. Die

Amphidisken haben einen dicken Schaft; die Zähne der Endscheiben

sind entweder glatt oder an ihren Rändern gezähnt. -- Ganz

charakteristisch für diese Art sind die Blasenzellen des Weichteiles,

welche modifizierte, mit einer sehr grossen, amylumhaltigen

Flüssigkeitsalveole ausgestattete Zellen der Bindesubstanzschicht sind

[+Wierzejski+[79]].

Diese Art wurde von +Lieberkühn+ nach Exemplaren aus der Spree

aufgestellt. Die Amphidisken der in diesem Flusse lebenden _Eph.

Mülleri_ zeigen einen kurzen Schaft und Endscheiben, welche wenig aber

tief eingezackt sind.

[Illustration: Fig. 41.

_Ephydatia Mülleri_ (Lieberkühn). ½ natürl. Grösse, nach einem

getrockneten Exemplar. (Tharandt, Schlossteich.)]

In stehenden und fliessenden Gewässern verbreitet in ganz Deutschland.

Die Tier- und Pflanzenwelt des Süsswassers. Erster Band. · 第 65 / 112 题