Die erste Unterscheidung der Süsswasserschwämme geschah nach ihrer
äusseren Gestalt. Wie wir aber gesehen haben, kann man nur eine einzige
Art (_Eusp. lacustris_) und diese auch nur im ausgewachsenen Zustande
an ihrer busch- oder baumförmigen Gestalt erkennen. Man hat sich daher
genötigt gesehen, die Gestalt der Skelett- und Gemmulaenadeln zur
systematischen Unterscheidung zu benutzen (+Ehrenberg+, +Lieberkühn+).
Ausser diesen Skelettelementen hat man neuerdings auch den Bau
der Gemmulaschale zur Erkennung benutzt. In der That bietet die
Beschaffenheit der genannten Teile die einzige Möglichkeit, die Arten
von einander zu unterscheiden, wenn man nicht gewisse histiologische
Besonderheiten herbeiziehen will. -- Nun sind aber die Gemmulae,
die hauptsächlich zur Erkennung der einzelnen Arten dienen, nicht
integrierende Bestandteile des Spongillidenkörpers und man ist deshalb
öfters in die Verlegenheit gesetzt, einen Süsswasserschwamm nicht
bestimmen zu können. Man thut daher gut, bei der Bestimmung oder beim
Sammeln von Schwämmen sich von dem Vorhandensein der Gemmulae zu
überzeugen.
Wir geben im folgenden eine kurze Beschreibung der deutschen Arten
und wollen auch die beiden übrigen europäischen Arten, die sich
wohl bei näherer Nachforschung auch in Deutschland finden werden,
berücksichtigen.
Familie Spongillidae, Süsswasserschwämme.
Skelett aus einachsigen Kieselnadeln bestehend, welche durch Spongiolin
zu einem netzförmigen Gerüst verbunden sind. Bei den einheimischen
Arten unterscheidet man an denselben Haupt- und Verbindungsfasern.
Die Spongiolinsubstanz hüllt entweder die Nadelzüge vollständig ein
oder sie ist schwach entwickelt und verkittet nur die Enden der Nadeln
mit einander. Fleischnadeln vorhanden oder fehlend. Die kugeligen
Geisselkammern münden seitlich in ausführende Kanäle, welche nach ihrer
Vereinigung zu weiteren Bahnen endlich in eine einzige grosse Höhle,
die Kloakenhöhle, sich vereinigen oder getrennt von einander in einen
unmittelbar unter der äusseren Haut liegenden Ausströmungsbezirk von
oft sternförmiger Gestalt sich ergiessen. Ausser der geschlechtlichen
Fortpflanzung kommt noch eine ungeschlechtliche durch innere Keime
(Gemmulae) vor. Sie leben mit einer einzigen Ausnahme nur im süssen
oder im brackischen Wasser. Kosmopolitisch.
Das System und die folgende Beschreibung der Arten ist entlehnt aus
+Vejdovskys+ Darstellung in dem Werke von Potts; den Beschreibungen
haben wir einige Bemerkungen hinzugefügt.
A. Subfamilie _Spongillinae_ (+Carter+).