Durchschnürung des Kerns.]

[Illustration: Fig. 23.

Der Teilungsprozess ist beendigt; die beiden Schalen und ihr Inhalt

sind vollkommen kongruent; an den Mündungen beginnen Pseudopodien

auszutreten. Buchstabenerklärung wie bei Fig. 18.]

Oberflächlich betrachtet scheinen nun zwei vollkommen kongruente

Euglyphen aus der einen ursprünglichen entstanden; dem ist aber noch

nicht so, denn die neu entstandene enthält ja noch keinen Kern und

noch kein pulsierendes Bläschen. Dieses tritt vielmehr erst ganz am

Schlusse des Teilungsprozesses auf, nachdem es auch im Muttertier

verschwunden gewesen war. Der Kern hat von dem Moment an, wo das

Plasma aus dem Muttergehäuse auszutreten begann (Fig. 19), auffallende

Veränderungen gezeigt, die seine Teilung einleiteten; nachdem die neue

Schale sich gebildet hat, ist auch er in zwei Teile zerfallen, unter

Erscheinungen, die ich noch eingehender besprechen werde. Nun wandert

die eine Hälfte des geteilten Kernes in den Tochterspross hinein,

während die andere im hinteren Ende des Muttertieres zurückbleibt.

Aber auch damit sind die beiden Hälften noch nicht vollkommen

gleichwertig, denn der Tochterspross enthält fast nur Plasma der

ersten und zweiten Zone (Fig. 21 u. 22), während das der dritten Zone

im alten Gehäuse zurückgeblieben ist. Damit nun eine gleichmässige

Verteilung aller Plasmaelemente bewerkstelligt werde, beginnt eine

lebhafte zirkulierende Strömung von einer Schale zur andern, wie wenn

in dem lebenden Brei herumgerührt würde. Die Strömung hält so lange

an, bis jedes Individuum seinen gleichen Anteil an Plasma erhalten

hat, ja sogar die Nahrungskörper, welche zur Zeit der Teilung sich in

der Euglypha befanden, werden annähernd gleich auf die beiden Hälften

verteilt. Mittlerweile haben auch die beiden Kerne ihre normale

Struktur und Lage angenommen und in jedem Tiere pulsiert wieder eine

contraktile Vacuole, jetzt erst sind beide Hälften einander kongruent

(Fig. 23). Bald sieht man zwischen den Randplatten feine Scheinfüsschen

sich hervordrängen, die Mündungen lösen sich von einander ab und die

beiden Euglyphen gehen selbständig ihre Wege. Dies ist die merkwürdige

Vermehrungsweise der Euglypha alveolata. Wir haben aber noch eine

Beschreibung der Kernteilung nachzuholen mit Berücksichtigung der

inneren Vorgänge im Kern. Trotz der Kleinheit des Objektes -- der

Durchmesser des Kernes beträgt nur etwa ⁸⁄₁₀₀₀ _mm_ -- sind dieselben

doch genau bekannt: Die Teilung wird dadurch eingeleitet, dass in

dem bisher homogen erscheinenden Kerne eine feinmaschige Struktur

sichtbar wird (Fig. 24); zwischen den Maschen ist das Kernkörperchen

noch deutlich zu sehen. Aus der maschigen wird eine faserige Struktur

(Fig. 25) und bald erkennt man in den Fasern regelmässige Fäden, welche

einen dicht verschlungenen Knäuel bilden. Während der Kern stetig

an Umfang zunimmt, werden die Fäden dicker und werden dann in eine

grössere Anzahl unter sich gleich langer Stücke zerlegt (Fig. 26); das

Kernkörperchen verschwindet und die einzelnen Fadenstücke biegen sich,

so dass sie allmählich eine V-förmige Gestalt annehmen.

[Illustration: Fig. 24[III].

Die Tier- und Pflanzenwelt des Süsswassers. Erster Band. · 第 29 / 112 题