4. illegitimer Bestäubung der kurzgriffligen Form
mit Pollen dieser Form von einer verschiedenen
Form 18.7.
Sehr deutlich sprechen die Resultate für die schädliche Wirkung der
Inzucht bei Kreuzung der Blüten ein und desselben Stockes und bei
Selbstbefruchtung. Die mittlere Samenzahl war hierbei nur 15.7 bei den
langgriffligen und 6.5 (wie bei Scott) bei den kurzgriffligen Blüten
anstatt 77.5 und 18.7 (bei illegitimer Kreuzung). Die ungleiche Grösse
der Narbenpapillen bei den grossen und kleinen Griffeln stimmt bei der
+Sumpffeder+ ebenso wie bei anderen Heterostylen überein mit der
ungleichen Grösse der Pollenkörner in den oberen und unteren Antheren
(die letzteren kleiner), für welche Verschiedenheit die bisherigen
Erklärungsversuche nach neueren Versuchen nicht auszureichen scheinen.
Den frei im Wasser flottierenden Arten +submerser Gewächse+, welche
wurzellos sind, schliessen sich solche in grösserer Zahl an, die unter
gewöhnlichen Verhältnissen zwar ein Wasserleben führen, aber +am Boden
festgewachsen+ sind. Bei ihnen ist die Wurzel in den meisten Fällen
nur Haftorgan. Sie haben zumeist die Fähigkeit, bei Wassermangel auch
in der Luft längere oder kürzere Zeit zu vegetieren, oder gar eine
besondere Luftform zu bilden. Eine Umbildung der Blattorgane, welche
der neuen Lebensweise angepasst (Verbreiterung und Verkürzung der
Blattflächen, Auftreten von Spaltöffnungen etc.), tritt oft sehr bald,
zuweilen sogar an einzelnen Blattteilen, die künstlich in dem neuen
Medium gehalten werden, ein. Solche Landformen sind von Schenk z. B.
für das +Tausendblatt+ (_Myriophyllum_) beschrieben, deren Arten sonst
mit ihren feingeteilten Blättern ein ausgeprägtes Wasserleben führen.
-- Die +Myriophyllumarten+ besitzen ähnlich wie die +Wasserpest+, die
+Hornblattarten+, die +Wasserschlaucharten+ eine sehr üppige vegetative
Vermehrung, abgebrochene Zweige, die durch Strömung oder Tiere
verschleppt sind, entwickeln sehr bald wieder eine weitverbreitete
Vegetation am Grunde des Gewässers. Solche üppig sich vermehrende
Arten kommen an manchen Orten überhaupt selten zur Blüte. Das
+Ährentausendblatt+ (_Myriophyllum spicatum_) trägt in seinen in die
Luft emporgestreckten Blütenständen in den Achseln kleiner Brakteen zu
oberst männliche, unten weibliche Blütenstände, welche sich viel früher
als die ersteren entwickeln (die Pflanze ist proterogynisch). Der
+platte, leicht verstäubende Pollen, die grossen, an dünnen Staubfäden
lebhaft im Winde flatternden Antheren, wie auch die stark höckerigen
Narben kennzeichnen die Pflanze als windblütig+ (anemophil), während
bei dem quirlblättrigen Tausendblatt dadurch, dass die Blüten in
den Blattwinkeln sitzen, die Anpassung an den Pollentransport
durch den Wind vermindert ist. Es kommen aber wie bei den anderen
Myriophyllumarten (_M. alternifolium_ habe ich nicht untersucht) auch
unter Wasser normale (nicht wie Hermann Müller in seinem Referat meiner
Arbeit[7] vermutete[29] kleistogame) Blüten zur Entwickelung, so dass
hier vermutlich Übergänge von der Windbefruchtung zur Wasserbefruchtung
vorliegen. Nach dem Blühen tauchen auch bei _M. spicatum_ die Ähren
unter Wasser, um hier ihre Früchte zu reifen.
Zu den submersen Gewächsen, die aber in einigen ihrer Arten Übergänge
zu den Schwimmpflanzen bilden, indem sie bei diesen andersgestaltete,
an der Oberfläche ausgebreitete oder schwimmende Blätter entfalten,
gehören ferner die +Wassersternarten+ und die +Laichkräuter+, deren
submerse Blätter aber nicht haarförmig zerteilt, sondern einfach,
schmallinealisch etc. sind. Die völlig submersen Wassersterne
bilden auf dem Boden der Gewässer eine sehr üppige, dichte,
hellgrüne Vegetation, die an die der kleinen Armleuchtergewächse
(_Nitella_) erinnert, während die schwimmenden breitblätterigen
Blattrosetten die Oberfläche den Wasserlinsen ähnlich überkleiden.
Die einfache Blüte besteht aus einem starren Staubgefäss oder aus
einem zweifächerigen Fruchtknoten mit kurzen Griffeln. Auch sie wird
gewöhnlich für windblütig gehalten, doch dürften die an der Oberfläche
schwimmenden Rasen mit ihren starren Staubfäden und spärlicher
Pollenproduktion eher die später zu erörternden Eigentümlichkeiten
der +Wasserlinsen+ besitzen. Die zahlreichen untergetauchten Blüten
haben Wasserbefruchtung. Die +Gruppe Pseudocallitriche+, zu welcher
unser +Herbstwasserstern+ (_Callitriche autumnalis_) gehört, besitzt,
wie die früher besprochenen Wasserblütler, +Pollenkörner ohne äussere
Zellhaut+ (_Exine_), sind nach Jönsson ölhaltig und +leichter
als Wasser+, steigen daher nach der Oberfläche zu, wobei sie die
Befruchtung vollziehen können, es wechseln nicht selten mehrere
weibliche und männliche Stengelglieder mit einander ab; bei der
+Gruppe der Eucallitrichen+ dagegen, die auch wohl als Varietäten ein
und derselben Art, des Frühjahrswassersterns (_Callitriche verna_)
betrachtet werden, sind die Pollenkörner noch +von einer äussern
etwas höckerigen derben Haut umkleidet und an den Antheren ist die
den Luftblüten eigentümliche Faserschicht+ vorhanden, welche bei dem
Aufspringen der Staubbeutel eine wichtige Rolle spielt.
Zieht man die frischgrün beblätterten Zweige der Wassersterne oder
anderer submerser Wasserpflanzen (Hornblatt, Tausendblatt etc.) aus
dem Wasser, so findet man zwischen dem feinen Blattgewirr ein buntes
Tierleben von Wasserasseln, Flohkrebsen, Milben, Käfern, Larven,
Schnecken etc., das wohl hauptsächlich durch die reiche Entwickelung
des Sauerstoffs bei der Assimilation herbeigezogen wird. Es ist kaum
anders zu erwarten, als dass dieses reiche Tierleben, mit welchem diese
Wasserpflanzen in steter Berührung sind, mehr als alle Landpflanzen,
dem pflanzlichen Organismus zu mancherlei Anpassungen Veranlassung
gegeben hat. Schutzvorkehrungen gegen Tierfrass sind thatsächlich
mehrfach bekannt geworden, wie später noch hervorgehoben werden wird.
Ob aber die Pflanze Glieder dieser +Tierwelt sich zu Nutzen gemacht
hat+ und mit ihnen im +Bunde gegenseitiger Förderung+ lebt ist noch
kaum untersucht worden und +verdient seitens der Süsswasserforschung
besondere Beachtung+. Hier sei nur hervorgehoben, dass diesen Tieren
sicherlich die +Reinhaltung+ der assimilierenden +Blattflächen+
zuzuschreiben ist und dass es mir immer geschienen hat, als ob an
Standorten, wo ein besonders reiches Tierleben sich bemerkbar machte,
die submersen Pflanzenorgane frischer grün und reiner aussahen,
als an Orten wo diese fehlte. An den letzteren sind die Blätter
und Blattzipfel oft völlig eingehüllt und unkenntlich gemacht von
zahlreichen Algen (Kieselalgen, wie Exilaria, Gomphonema etc.),
Wasserpilzen (Chytridiaceen), Infusorien (Vorticellen etc.), welche ja
bekanntlich manchem der erwähnten Tiere zur Nahrung dienen.
Das Hauptkontingent liefern zur Wasserflora die +Laichkräuter+
(Potamogeton), von denen etwa 50 Arten überhaupt und etwas weniger als
die Hälfte aus den süssen Gewässern Deutschlands, Österreichs und der
Schweiz[30] bekannt sind. Sie weichen durch ihre einfachen Blätter wie
durch mannigfache Variationen von den völlig untergetauchten Formen
bis zu den ausgeprägtesten Schwimmpflanzen, wie auch schliesslich
dadurch ab, dass sie ein am Boden kriechendes sehr ausgebreitetes
Rhizom haben. Im fliessenden Wasser treiben sie, ähnlich wie andere
festwurzelnde Flussgewächse (Flusshahnenfuss etc.), lange Laubtriebe,
welche durch besondere mechanische Elemente in ihrem anatomischen
Aufbau der hohen Inanspruchnahme durch die Wasserströmung völlig
gewachsen sind. In stehenden Gewässern sind die Stengelglieder oft
sehr verkürzt. Nach der Meinung von Schenk stammen die +Laichkräuter+
von Landpflanzen ab, die sich erst der amphibischen, gegenwärtig
nicht mehr erkennbaren, Lebensweise und sodann der Lebensweise der
Schwimmpflanzen, zuletzt aber der submersen Lebensweise angepasst
haben. Es würde dann unser gemeines +schwimmendes Laichkraut+
(_Potamogeton_), welches nur ausgeprägte Schwimmblätter besitzt,
der Urtypus unserer jetzt lebenden Laichkrautarten sein. Hierfür
spricht auch dessen Verbreitung. Nach +A. de Candolle+[31] giebt es
nur 19 Phanerogamen, die sich über mehr als die halbe Erdoberfläche
verbreitet haben, zu denen z. B. das +einjährige Straussgras+ (_Poa
annua_), die +Krötenbinse+ (_Juncus bufonius_), unsere +Brennesseln+
(_Urtica dioica_ und _U. urens_), +Gänsefussarten+ (_Chenopodium album_
und _Ch. murale_), eine +Taubnessel+ (_Lamium amplexicaule_), der
+schwarze Nachtschatten+ (_Solanum nigrum_), die +gemeine Sternmiere+
(_Stellaria media_), die +Gänsedistel+ (_Sonchus oleraceus_), das
+Hirtentäschel+ (_Capsella bursa pastoris_) und das +schwimmende
Laichkraut+ von bei uns gemeinen Pflanzen gehören. Das letztere
ist aber die +einzige kosmopolitische Wasserpflanze+, alle übrigen
sind Landgewächse und zwar Ruderalpflanzen. Die übrigen Vertreter
des Laichkrautstammes _Heterophylli_ (_Potamogeton oblongus_, _P.
fluitans_, _P. spathulatus_, _P. rufescens_, _P. gramineus_, _P.
nitens_, _P. Hornemanni_) sind der submersen Lebensweise bereits
mehr oder weniger angepasst, indem sie oft nur wenige oder gar keine
Schwimmblätter mehr zeigen, während ihre untergetauchten Blätter zwar
den anatomischen Bau, aber noch nicht die Gestalt echter Wasserblätter
haben. Bei den Gruppen der Homophylli und Enantiophylli[30] fehlen
bereits die Schwimmblätter gänzlich und es bahnt sich der Übergang
von den breitblätterigen zu den sehr schmalblätterigen Arten an,
der in den Gruppen Chloëphylli und Coleophylli echt submerser
Laichkräuter (_Potamogeton pusillus_, _trichoides_ etc.) sein Extrem
erreicht. Eine gleiche Stufenleiter der Anpassung ergiebt sich auch
bezüglich der Blüteneinrichtungen. Das +schwimmende Laichkraut+ und
seine nächsten Verwandten sind ausgeprägte Windblütler, die ihre
Blüten in dicht gedrängter Ähre an langer dicker Spindel über das
Wasser heben. Das +kleine Laichkraut+ hat bereits nur noch kleine,
meist vierblütige Ährchen und das +Haar-Laichkraut+ in jeder Blüte
nur noch einen Fruchtknoten (sonst vier). Dazwischen und von dem
letztern weiter finden sich Übergangsformen bis zu solchen, welche den
submersen Wasserpflanzen sehr nahe kommen, deren Blüten nur aus einem
Staubgefäss, oder einem Fruchtknoten bestehen. _P. pectinatus_ erhebt
einen Blütenstand überhaupt nicht mehr über Wasser, sondern besitzt
lange dünne schwimmende Blütchen, die zur Fortpflanzungszeit nur
wenig über das Wasser emporragen. Ob bei unserer zweiten Gattung der
Laichkräuter, der +Zanichellie+, bereits eine echte Wasserbestäubung
eintritt nach Art der der Meerstrands-Ruppie, bedarf noch der nähern
Untersuchung, ist aber nicht unwahrscheinlich, zumal auch nach
+Fritzsche+ dem Pollenkorn die äussere Hülle fehlt. Die Windblütigkeit
der Laichkräuter, deren Blüten oft dicht an der Wasseroberfläche
stehen, wird nach +v. Kerner+[32] unterstützt durch einen
+Ausschleuderungsmechanismus der Blüte+, durch welchen der Blütenstaub
in die Luft gelangt.
Schwimmgewächse.
Wie die untergetauchten Blätter, so sind auch die Schwimmblätter
der Wasserpflanzen völlig ihren Lebensverhältnissen angepasst. Die
schwimmenden Blätter sind nie zerteilt, stets einfach, ganzrandig
rundlich oder elliptisch länglich u. dergl., auf der Oberseite
lederartig, schwer benetzbar, im anatomischen Bau eine dreifache
Anpassung verratend, eine mechanische zum Schutz gegen die an der
Oberfläche am heftigsten wirkenden Bewegungen des Wassers und gegen
die heftigere Wirkung der auffallenden Regentropfen, eine Anpassung
an die schwimmende Lebensweise und an die intensivere Einwirkung des
direkten Sonnenlichtes. Dementsprechend zeigt das Schwimmblatt an der
Oberseite, unter einer chlorophyllfreien wasserhaltigen Epidermis, die
assimilierenden grünen Zellen als Palissadenparenchym ausgebildet.
Unter diesem sind grössere lufthaltige Intercellularräume, welche das
Blatt schwimmend erhalten. Die Spaltöffnungen, welche zur Ermöglichung
des Transpirationsstromes bei den Schwimmpflanzen -- im Gegensatz zu
den submersen Pflanzen -- vorhanden sind, finden sich hier allein
auf der Oberseite des Blattes, die mit der Luft in Berührung steht,
während sie bei den Luftblättern zur Verhinderung einer zu starken
Transpiration in der Epidermis der Unterseite zur Ausbildung gelangen.
Die zur Assimilation nötige Kohlensäure wird hier hauptsächlich aus der
Luft, wohl aber auch durch Diffusion von der dem Wasser aufliegenden
Blattunterseite besorgt. Da, wo Blattstiele vorhanden sind, zeigen
diese die besondere Eigentümlichkeit, dass sie ihr Längenwachstum genau
nach der Tiefe des Wassers einrichten, so dass das Blatt immer zum
Schwimmen kommt.
+Die Wasserlinsengewächse+, von denen nur eine Art (_Lemna
trisulca_) bei uns submers vorkommt, gehören zu unseren einfachsten
Schwimmpflanzen, die gleichzeitig durch ihre Kleinheit, wie durch ihr
massenhaftes Auftreten -- sie bedecken oft weithin die ganze Fläche
der Gewässer -- auffallen. In unseren Gewässern finden sich nur fünf
Arten, von denen die kleinste, die +wurzellose Wasserlinse+ (_Wolffia
arrhiza_) nur die Grösse von 1 _mm_ erreicht -- nur die in Bengalen
lebende _Wolffia microscopica_, zweifellos die kleinste Phanerogame,
ist noch winziger -- gar keine Wurzeln erzeugt und in einzelnen
Sprossen (Stengelgliedern) vorkommt, während die übrigen Arten ein
oder mehr Adventivwurzeln nach abwärts treiben, welche mehr als zur
Nahrungsaufnahme zur Erhaltung der horizontalen Lage dienen dürften. Es
sind dies ausser der +untergetauchten Wasserlinse+ (_Lemna trisulca_),
welche bereits erwähnt wurde, noch die +buckelige+ (_L. gibba_) und
+grosse Wasserlinse+ (_Spirodela polyrrhiza_) mit mehreren Wurzeln,
welche gesellig mit der auch häufig in ganz reinen Beständen wachsenden
+kleinen Teichlinse+ (_L. minor_), unserer häufigsten Art, vorkommen.
+Hegelmaier+[33], auf dessen Monographie (die auch von +Engler+
in seinen „Natürlichen Pflanzenfamilien“ hauptsächlich zu Grunde
gelegt ist) wir hier besonders hinweisen müssen, weil es unmöglich
ist, im Rahmen dieser Abhandlung die obwaltenden Verhältnisse auch
nur einigermassen genau zu schildern, hat 19 Arten von Wasserlinsen
unterschieden, welche über den ganzen Erdkreis verbreitet sind:
1) Die wurzellosen Wolffioideen, bei denen auf dem Rücken des Sprosses
in kleinen Grübchen (zwei bei Wolffia Welwitschii, eine bei den übrigen
Arten) die einfachen Blüten mit einem Staubgefäss und Stempel (resp.
einer männlichen und einer weiblichen Blüte) entspringen und sich
auch sonst durch die Sprossverhältnisse auszeichnen. Sie zerfallen
in die beiden Untergattungen Wolffia und Wolffiella, mit je acht
und vier Arten, von denen letztere durch ihre abnorme Gestalt mit
länglich-pfeilförmigen Hauptsprossen ausgezeichnet sind.
2) Bei den bewurzelten Lemnoideen, unter denen ausser durch die
Sprossverhältnisse noch durch das Vorhandensein von vielen Wurzeln
Spirodela [mit zwei Arten: Sp. oligorhiza (im indisch-malayischen
Gebiet) und unserer L. polyrrhiza] von Lemna abgegrenzt wird, kommen
die Blütenstände (Blüten) mit je zwei Staubblüten(gefässen) und einem
weiblichen Blütenstempel in seitlichen Taschen zur Entwickelung. Von
Lemna sind ausser den einheimischen Arten noch zwei unserer kleinen
Wasserlinse nahe stehende Arten bekannt. Die Wolffiaarten scheinen
am meisten dem Wasserleben angepasst zu sein, da bei ihnen auch an
der Oberseite wenige, bei Wolffiella sogar gar keine Spaltöffnungen
vorhanden sind und die Blüten ganz auf dem Rücken stehen.
[Illustration: Fig. 12.
Wasserlinsen (Lemnaceen). _A_ _Lemna minor_ (_b_ Blüte) -- _B_
Blütenstand -- _C_ Stempel (vergrössert) -- _D_ Pollenkorn nach
610facher Vergrösserung -- _E_ _Lemna gibba_ -- _F_ Frucht derselben
(das Operculum _o_ wird bei der Keimung abgehoben) -- _G_ _Lemna
trisulca_ -- _H_ _Wolffia arrhiza_, _a_ in natürlicher Grösse,
_b_ schwach vergrössert, _c_ im Durchschnitt, um den dem Spross
eingesenkten Blütenstand zu zeigen -- _M_ _Wolffia repanda_ (von
Loanda) -- _J_ _Wolffia hyalina_ (aus Ägypten) -- _K_ _Wolffiella
gladiata_ (aus Mexiko) -- _L_ _Wolffiella oblonga_ (aus Chile) (_H_
_c_, _J_, _K_, _L_, _M_ nach Hegelmaier).]
Bezüglich der Bestäubungsverhältnisse der +Wasserlinsen+, die zu den
interessantesten Vorkommnissen der Blütenbiologie überhaupt gehören,
liegen zumteil scheinbar widersprechende Beobachtungen vor, die aber
recht wohl zugleich richtig sein können. Hat doch die Blütenbiologie
mehrfach gezeigt, dass eine Pflanze z. B. in einer Gegend typisch
proteranderisch, in einer andern, besonderen Verhältnissen
entsprechend, proterogynisch ist. Ich werde zunächst die Verhältnisse
schildern, wie ich sie bei unserer gemeinen Wasserlinse um Greiz
typisch getroffen habe und zwar in einem ruhig gelegenen Teiche sowohl,
wo sie vom Mai bis in den Juli hinein blühte, wie auch im Zimmer. Der
monöcische Blütenstand besteht hier entweder aus einem höher stehenden
kurzgriffeligen Stempel und zwei tiefer stehenden, wie jener nach oben
gerichteten Staubgefässen mit nicht allzulangem Filament und gelben
Antheren, oder Stempel und Staubgefässe kommen an verschiedenen Stellen
des Thalloms hervor, von einer unregelmässig zerreissenden Hülle
umschlossen. Die beiden Staubgefässe entwickeln sich nach einander,
aber längere Zeit bevor der Stempel hervorbricht. +Proterandrische
Dichogamie und Stellung schliessen+ demnach auch +Selbstbestäubung
aus+. Ebenso ist es undenkbar, dass der Wind bei der Kürze der
starren Sexualorgane und der geringen Pollenmenge, die in den beiden
Staubblüten erzeugt wird, unmittelbar über dem dicht durch Lemnarasen
bedeckten Wasserspiegel bei der Übertragung des Pollens eine Rolle
spielt. Von den bekannten zoidiophilen Pflanzen weicht die Wasserlinse
ab durch den +gänzlichen Mangel eines gefärbten Perigons oder anderer
auffälligen Anlockungsmittel der Blüten+; trotzdem glaube ich behaupten
zu können, dass _Lemna minor_ ausgeprägt zoidiophil ist -- und zwar
+angepasst den auf der Oberfläche des Wassers sich umhertreibenden
Wassertieren+ (Hydrometriden etc.). Die +Pollenkörner sind stachelig
mit zahlreichen Protuberanzen besetzt, wie bei den ausgeprägtesten
Entomophilen+ (z. B. Malva, Cucurbita, Compositen). Die +Pollenkörner+
haben einen Durchmesser von etwa 26 µ, ihre Stacheln eine Länge
von etwa 1 µ, sodass sie einerseits leicht dem Körper der über die
Staubgefässe streichenden Insekten, anderseits der etwas konkaven
Narbenscheibe am Ende des Griffels anhaften, während sie durch den Wind
wohl kaum von der dehiszierenden Anthere losgerissen werden könnten.
Die auf den Lemnarasen oder zwischen ihnen umherkreisenden Kerfe müssen
anderseits sowohl mit den Staubgefässen als den Narben in Berührung
kommen, ohne dass sie besonders darauf aufmerksam gemacht werden. Die
Pflanze hat es hier +nicht nötig, besondere Lockmittel zu gebrauchen,
ohne allen Aufwand+ und ohne eine andere Gegenleistung, als etwa die
Gewährung eines festen Untergrundes, +erreicht sie dasselbe, was die
„Blumen“ durch Entwickelung von Farbenpracht, von Honigsaft und
Wohlgeruch+, die zuweilen nur unberufene Gäste anlocken, +erzielen+.
+Trelease+[34] hatte später (ehe er indessen meine Arbeit[7] kannte)
vermutet, dass die Lemnarasen zusammengedrängt würden und dabei sich
wechselseitig befruchteten, an seinen Exemplaren waren die Blütenstände
proterogynisch. Im Zimmer dehiszierte das erste Staubgefäss drei Tage
nachdem die Narbe empfängnisfähig geworden und ebenso lange nachher
das zweite Staubgefäss des Blütenstandes. Auch +Hegelmaier+ hatte
_L. minor_ als proterogynisch bezeichnet und _Spirodela polyrrhiza_.
+George Engelmann+[35] hat aber bei letzterer gleichfalls Proterandrie
beobachtet. +Federico Delpino+ bestätigt meine Beobachtungen und
Deutung der Blütenentwickelung; vermutet aber, dass Schnecken bei
der Befruchtung in Betracht kommen. Er sagt[36]: „A rinforzare
la interpretazione di Ludwig noi potremmo addurre il singolare
appianamento e allivellamento di caulomi, antere e stimmi; per il che
per manifesta la designazione a pronubi striscianti e perambulanti.
Così questa rara associazione di caratteri biologici, efficiente un
apparecchio florale reptatorio, si riproduce in questa minuscole
pianticelle. E non deve far meraviglia, poi chè le lemnacee senza
dubio appartengono alla famiglia delle aroidee, presso la quale tanto
frequentemente accorono apparecchi reptatorii. Ludwig non menziona
fra i pronubi le chioccioline aquatiche, eppura noi congetturiamo que
queste sia noi principali ausiliarii della dicogamia delle lemne“. --
+Henry Gillmann+[37] berichtet von der +grossen Wasserlinse+ (_Sp.
polyrrhiza_), die er in einem Gefäss mit Wasser beobachtete, dass sich
um 4 Uhr 15 Min. nachmittags die Stamina entfalteten, in der Nacht aber
sich zurückbewegten (but closed at night). Am andern Morgen um 7 Uhr
entfalteten sich wieder zunächst drei Blütenstände, bis 7 Uhr 45 Min.
18, und bis 8 Uhr 30 Min. hatten sich 30 Blüten geöffnet.
Die von +Delpino+ vermutete Beteiligung der Schnecken bei der
Pollenübertragung der Lemnaceen, wie auch die von andrer Seite
vermutete bei einer Aroidee, der +Schlangenwurz+ (_Calla palustris_),
einer Sumpf- und Uferpflanze unserer Teiche, verdient noch besondere
Beachtung der Botaniker und Zoologen, da über die Schneckenbefruchtung
(_Malacophilie_) der Pflanzen viel hin und her gestritten worden ist,
die bisherigen Beobachtungen aber zur Entscheidung der Frage nicht
ausreichen. Auffällig und bemerkenswert bleibt es immerhin, dass +diese
beiden nach Delpino u. a. malacophilen Pflanzen in ihren Blattorganen
besondere Schutzmittel gegen Schneckenfrass+ haben. Nach +Stahl+[4]
bilden die +Raphiden+ (Bündel von beidseitig sehr spitzen Nadeln des
Kalkoxalates) eins der wirksamsten Schutzmittel gegen Schneckenfrass.
Bei der +gemeinen Schlangenwurz+ hat die Wirkung dieser Raphiden in
den Blättern schon der alte Tabernaemontanus verspürt. Er sagt von
ihr: „Am Anfang wo man sie kauet scheint sie ungeschmackt zu sein,
aber bald darauf zwackt sie die Zungen, gleich als stäche man sie mit
den allerkleinsten Dörnern“. +Auch die Zellen der Wasserlinsen sind
vollgepfropft von den spitzen Nadelbüscheln des oxalsauren Kalkes.+
+Nur Wolffia+ macht auch in dieser Hinsicht eine Ausnahme, indem sie
+keine Raphiden+ besitzt. +Dagegen+ scheint ein +brauner Farbstoff+ in
Oberhaut und Grundgewebe wie die Gerbsäure bei den +Hornblattgewächsen+
bei ihr zu wirken; denn nach +Stahls+ Versuchen verschmähen auch
die Wasserschnecken die gerbstoffreichen Wasserpflanzen wie die
Hornblattgewächse, ferner die, +gleichzeitig durch Kalkinkrustation
geschützten Laichkräuter+ und andere (Hippuris, Hydrocharis, Trapa
etc.), sowie sie die durch +ätherische Öle und Bitterstoffe+
(Bitterklee und Kalmus) oder +Verkieselung+ der Zellwände geschützten
Gräser etc. verschonen.
Die +eigentümliche Symbiose verschiedener Wasserlinsen mit Nostocaceen+
(_Hydrocytium_), die der regelmässigen Symbiose von Anabaena in den
Azollablättern und des Nostoc bei Gunnera und Cycadeen sowie bei
gewissen Lebermoosen analog ist, ist gleichfalls +als Schutzmittel+ für
die Wasserlinsen gedeutet worden. Trotzdem haben auch die Wasserlinsen
ihre +Feinde+ aufzuweisen aus anderen Abteilungen der Lebewelt, Pilzen
(Chytridiaceen) und Insekten. Eine Fliege _Hydrellia albilabris Mg._
höhlt die Wasserlinsen aus trotz ihrer Raphiden und Nostockolonien.
Bei den Wasserlinsen drängt sich uns am ersten die Frage auf nach +dem
Verbleiben der Schwimmpflanzen im Winter+. Im Herbste noch sehen wir
unsere Teiche von einem dichten scheinbar immergrünen Lemnateppich
bedeckt, im Frühjahr ist aber keine Spur mehr davon zu sehen, die
Oberfläche ist rein und klar. Wo ist die dichte grüne Decke hingekommen
und wo kommt sie in der wärmeren Jahreszeit eben so schnell wieder her?
Während die +Hornkrautarten+, die +Wasserpest+ und einige andere
völlig submerse oder an der Oberfläche blühende Pflanzen im Wasser
ganz +überwintern+, sinken +andere zu Boden+ und +bilden besondere
Winterknospen+ (_Hibernacula_), die sich im Frühjahr loslösen (die
übrige Pflanze stirbt ab) und an die Oberfläche schwimmen. Zu ihnen
gehören die +Wasserschlaucharten+ (_Utricularia_), die +Wasserfeder+
(_Hottonia_), die +Blasenpflanze+ (_Aldrovandia_), welche jedoch in
ihrer südlichen Heimat überwintert. Noch andere überwintern durch ihre
Rhizome, wie der +Kalmus+, die +Wasserrosen+, der +Knöterich+ und das
+schwimmende Laichkraut+. +Winterknospen+ bilden noch der +Froschbiss+
(_Hydrocharis morsus ranae_), die +Krebsschere+ (_Stratiotes aloides_),
die +quirlblättrige Hydrille+ (_Hydrilla verticillata_), das _kleine
Laichkraut_ (_Potamogeton pusillus_) etc. Bei manchen Laichkrautarten,
z. B. dem +krausen Laichkraut+ (_Potamogeton crispus_), wandeln sich
einzelne Seitenzweige zu besonderen Winterästen um, die sich infolge
ihrer starren Beschaffenheit leicht von der Mutterachse loslösen, zu
Boden sinken und daselbst überwintern. Dieses Laichkraut überwintert
auch durch sein im Boden befindliches Rhizom, während wieder andere
Laichkrautarten wie _Potamogeton pectinatus L._ ebenso wie das
+Pfeilkraut+ (_Sagittaria sagittifolia_), +Froschlöffel+ (_Alisma_),
+Binsen+ (_Scirpus palustris_) u. a. Knollen bilden und im Herbst
bis auf diese absterben. Die Überwinterung unserer Wasserlinsen
geschieht nach der Beschreibung von +Hoffmann+ und +Hegelmaier+ bei
der wurzellosen Wasserlinse (Wolffia arrhiza) bei uns -- in wärmeren
Gegenden sind keine besonderen Vorkehrungen nötig -- durch Sprosse,
die sich von den Sommersprossen wenig, hauptsächlich durch massenhafte
Anhäufung von Reservestoffen, unterscheiden. Sie sinken im Herbst
infolge dieser Aufspeicherung von Reservestoffen und der dadurch
bedingten Zunahme des spezifischen Gewichtes zu Boden, um im Frühjahr
wieder emporzusteigen. Auch die +grosse Teichlinse+ (_Spirodela_)
bildet besondere Wintersprosse, welche aber von den Sommersprossen
durch geringere Grösse und fast nierenförmige Gestalt unterschieden
sind, keine Lufthöhlen bilden, einen bis 2 _mm_ langen Sprossstiel
haben, durch den sie sich scharf abgrenzen, und nur zwei bis drei
sehr kurze Wurzeln treiben. Die Spaltöffnungen bleiben bei den
Wintersprossen, so lange sie auf dem Boden liegen, geschlossen. Im
Frühjahr sprossen aus ihnen die Sommersprossen hervor, brauchen die
Reservestoffe auf und steigen, indem sie Lufthöhlen bilden, an die
Oberfläche. Die Ausbildung der Wintersprosse geschieht hier auch im
Zimmer. Die eigentlichen Lemnaarten: die +gemeine Wasserlinse+ und
die +untergetauchte Wasserlinse+ (_L. trisulca_) können einen hohen
Kältegrad vertragen, bilden daher keine besonderen Wintersprosse.
Die überwinternden Sprosse trennen sich nur bei Abschluss der
Vegetationsperiode meist in jugendlichem Zustand von ihren verwesenden
Muttersprossen los und harren so den Winter aus, _Lemna minor_
verbleibt dabei am Wasserspiegel so lange er nicht zufriert.
Zu den prächtigsten Bewohnern unserer Seen, Teiche und Flüsse gehören
die Seelilien oder +Teichrosen+, die Nymphaeaceen, eine Familie
der Wassergewächse, welche in einer früheren geologischen Epoche
auf dem Höhepunkt ihrer Entwickelung stand. Unsere wenigen jetzt
lebenden europäischen Arten geben uns nur noch ein mattes Bild von
der bunten, prächtigen Nymphaeaceenflora der Braunkohlenzeit. Der
Graf von +Saporta+[38] sagt darüber: „Man muss nach Ägypten, Nubien,
an die Gewässer von Senegambien und die überschwemmten Savannen von
Guyana oder an die Lagunen von Indien und China gehen, um auch dann
noch abgeschwächte Beispiele von dem zu finden, was in Europa in der
oligocänen Zeit die Seelilien waren. Nicht allein Nelumbium Buchii
_Ett._ vom Monte Promina und die Fragmente von Wurzelstöcken, welche
+Heer+ auf der Insel Wight beobachtete, bezeugen die Gegenwart von
europäischen oligocänen Lotosblumen. Die eigentlichen Nymphaeen
(_Nymphaea parvula Sap._, _N. Charpentieri Mr._) beweisen nicht
allein die Existenz von Pflanzen, doppelt so gross als unsere weisse
Seelilie (_N. alba_); es gab auch in dem damaligen Europa Gattungen
oder Sektionen von Gattungen, die heute ausgestorben sind, deren
Charaktere wir nur in sehr unvollkommener Weise analysieren können,
die sich aber hinlänglich von unseren heutigen Arten unterscheiden,
um uns glauben zu lassen, dass ihre Blumen uns überraschen und
unsere Bewunderung erregen würden, wenn es uns möglich wäre, sie zu
betrachten. Der erste dieser tertiären Typen ist in den Gipsen von Aix
vertreten (_Nymphaea gypsorum Sap._), ein anderer in Saint-Zacharie
(_N. polyrrhiza Sap._), ein dritter, wie es scheint, in dem Aquitan
von Manosque (_N. calophylla Sap._). Ein Bruchstück seiner Früchte mit
Lappen von Blumenblättern umgeben, beweist, dass er gefüllte Blumen
hatte, die wenigstens doppelt so gross als diejenigen unserer heutigen
Seelilien und nach einem ganz anderen Plan konstruiert waren.....“.
In unseren Gewässern finden sich gegenwärtig nur noch die beiden
Gattungen der +gelben+ und +weissen Seerose+ (_Nuphar_ und _Nymphaea_),
von denen die erstere fünf grosse gelbe Kelchblätter und zahlreiche
winzige zu Nektarien umgestaltete Blumenblätter besitzt, während die
letztere weisse nektarienlose Blumenblätter und grüne Kelchblätter
hat. Von den gelben Teichrosen sind bei uns zwei Arten (_Nuphar
luteum_ und _N. pumilum_), von den weissen gleichfalls zwei Arten
(_Nymphaea candida_ und _N. alba_) mit verschiedenen Spielarten und
Bastarden bekannt. Man kennt im Ganzen gegen 52-53 lebende Arten der
Nymphaeaceen, die sehr verschiedene biologische Anpassungen zeigen. Die
(zwei) Arten von Nelumbo (Unterfamilie Nelumbonoideae) strecken ihre
schildförmigen Blätter hoch über das Wasser empor und reifen auch die
Früchte über Wasser, ihre Blüten sind gelblich oder rosenfarben. In der
Unterfamilie Cabomboideae haben dagegen die (vier) Arten von Cabomba
+schildförmige+, unten ausgerandete +Schwimmblätter und vielteilige
untergetauchte Blätter+ von ähnlicher Gestalt und Zerteilung wie
unser gemeiner Wasserhahnenfuss. Bei der Gattung Brasenia (eine Art,
_Brasenia purpurea_) sind Schwimmblätter und Wasserblätter schildförmig
elliptisch. Die dritte Unterfamilie der Nymphaeoideae umfasst 1) die
Barclayeae mit der Gattung Barclaya (drei Arten) mit fünfblättrigem
Kelche und oberständiger, walzig-röhrenförmiger Blumenkrone, der innen
die zahlreichen abwärtsgebeugten Staubgefässe eingefügt sind. Die
Blätter der _B. longifolia_ sind länglich, gestielt, denen unseres
Wasserknöterichs nicht unähnlich; 2) die Nuphareae mit der Gattung
Nuphar (sieben Arten); 3) die Tetrasepaleae mit den Gattungen Nymphaea
(etwa 32 Arten), Euryale (eine Art) und Victoria (zwei bis drei Arten).
Die Gattung Victoria, deren bekannteste Art _Victoria regia_ mit ihren
riesigen Schwimmblättern von 1 _m_ Durchmesser und Blüten von 2-4
_dm_ Durchmesser in den ruhigeren Nebenflüssen des Amazonenstromes
oft meilenweit die Wasserfläche bedeckt, und die Gattung Euryale
haben bestachelte Stengel und Blätter. In der Gattung Nymphaea selbst
sind die Arten der Untergattungen Lotos (z. B. die afrikanische
_Nymphaea Lotus_, die sich bereits auf alten ägyptischen Denkmälern
vielfach dargestellt findet und mit der _N. thermalis_ der ungarischen
Thermen identisch ist) und _Hydrocallis_ (mit grüngelblichen Blüten)
mit glattem Blütenstaub versehen und blühen nur des Nachts. Die
_Nymphaea Amazonum_ öffnet ihre Blüte nur etwa 20-30 Minuten in den
ersten Morgenstunden. Die übrigen Arten der Untergattungen Xanthantha
(mit gelber Blüte), Castalia (mit fünf Arten, worunter unsere
einheimischen), Brachyceros und Anecephya sind Tagblüher, meist mit
kurzstacheligen oder warzigen Pollenkörnern versehen. Die blaue Lotos
der Ägypter _Nymphaea coerulea_ hat blaue, die den Ostindiern heilige
_Nymphaea stellata_ und die australische _N. gigantea_ haben blau rosig
und weiss aussehende Blüten.
Die Blütenbiologie unserer einheimischen Seerosen ist bereits mehrfach
studiert worden. Bei unserer weissen Teichrose (_Nymphaea alba_) öffnet
sich die Blüte des Morgens gegen 7 Uhr und schliesst sich nachmittags
gegen 4 Uhr, dabei birgt sie ihre zarten Blüten (wohl gegen die Kälte
der Nachtluft) unter Wasser. +Linné+ (Disquis. de sexu plantarum 1760)
sagt:
Nymphaea alba quotidie mane ex aqua tollitur, floremque dilatat adeo ut
meridiano tempore tres omnino pollices pedunculo aquam superemineat.
Sub vesperam penitus clausa et contecta demergitur. Circa horam enim
quartam post meridiem contrahit florem, agitque sub aqua omnem noctem,
quod nescio an cuiquam per bis mille annos notatum sit, id est inde
a Theophrasti aevo, qui hoc observavit in Nymphaea Loto.... Scripsit
autem Theophrastus, hist. plant. IV, 10. de Loto eaquae sequuntur:
„In Euphrate caput floresque mergi referunt, atque descendere usque
in medias noctes: tantumque abire in altum, ut ne de missa quidem
manu capere sit: diluculo dein redire et ad diem magis. Sole oriente
jam extra undas emergere floremque patefacere, quo patefacto amplius
insurgere, ut plane ab aqua absit alte“. -- Idem prorsus mos est
nostrae Nymphaeae albae.
Die Seerosen sind zoidiophil, der Bestäubung durch Tiere angepasst,
da sie aber, wie wir oben hervorhoben, die Höhe ihrer Entwickelung
bereits in einer früheren geologischen Epoche erreicht hatten, wird
man heutzutage nicht mehr mit Sicherheit behaupten können, welcher
Abteilung der Tiere sie ihre Bestäubungsverhältnisse angepasst haben.
Für einige Arten scheinen die geeigneten Bestäuber ausgestorben zu
sein, so dass dieselben jetzt auf Selbstbestäubung angewiesen sind. So
soll nach +Caspary+[39] in der Unterabteilung Hydrocallis der Gattung
Nymphaea die Bestäubung vor Aufbruch der Blüten stets mit eigenem
Blütenstaub erfolgen, wobei 10000 bis 30000 Samen, die aufs beste
keimen, gebildet werden. Auch _Euryale ferox_ befruchtet sich stets
selbst, oft bei ganz geschlossener, ja völlig unter Wasser bleibender
Blüte. +Gegenwärtig+ scheinen unsere +Seerosen+ auf die Käfer und
Fliegen angewiesen zu sein. Nach +Delpinos+ Vermutung werden _Nymphaea
alba_ und _Victoria regia_ von Cetonien (Rosenkäfern) und Glaphyriden
befruchtet. Bei Nuphar sondert die Unterseite der reduzierten
Blumenblätter Honig ab, während die Kelchblätter durch Ausdehnung ihrer
Fläche und ihre gelbe Farbe die Rolle der Blumenblätter übernommen
haben. Unsere Nuphar wie Nymphaea sind proterogynisch und ist z. B. bei
Nymphaea die Narbe nur am ersten Tage des 3-7 Tage währenden Blühens
empfängnisfähig, so dass Bestäubung ohne Insekten nicht erfolgt.[40]
+Sprengel+ fand bei der +gelben Teichrose+ Blumenkäfer in den
Blüten und +Hermann Müller+ sah dieselben ausser von Meligethes von
Schilfkäfern (_Donacia dentata_) und Fliegen (_Onesia floralis_)
besucht. Neuerdings hat der amerikanische Biologe Charles
+Robertson+[41] den Bestäubungsverhältnissen der Seerosen ein
besonderes Interesse zugewandt. Nach ihm ist _Nelumbo_ und _Nymphaea_
+Pollenblume+, während _Nuphar_ +Pollen+ und +Nektar+ deren Besuchern
darbietet. +Jordan+ giebt jedoch bei _Nymphaea alba_ vor den introrsen
Staubgefässen (nach innen) gelegene flache Honigdrüsen an.[42]
+Robertson+ fand bei _Nelumbo lutea_ als Hauptbestäuber Hautflügler,
besonders Andreniden (_Halictus_) und Schwebfliegen, bei _Nuphar
advena_ sowohl im Staate Illinois (im August) wie in Florida (im
Februar) _Halictus pectoralis_ (Andrenide), _Helophilus divisus_
(Schwebfliege), _Donacia piscatrix_ (Schilfkäfer), +Trelease+ fand in
Madison gleichfalls _Halictus pectoralis_ und _Donacia piscatrix_.
Bei _Nymphaea tuberosa_ fand +Robertson+ acht Andreniden, zwei
Syrphiden, eine Bombylide, besonders häufig auch hier _Halictus
pectoralis_, letztere auch bei _Nymphaea alba_. +Piccioli+ fand bei
dieser gleichfalls _Donacia_, so dass als +besonders regelmässige
Bestäubungsvermittler der Seerosen Schilfkäfer+ (_Donacia dentata_
in Deutschland, _D. piscatrix_ in Nordamerika), +Halictusarten+ (_H.
pectoralis_ in Nordamerika) und +Fliegen+ bisher beobachtet worden sind.
Die Blüten der Seerosen scheinen nicht selten eine Todesfalle für
Insekten zu sein, so fand +Delpino+ tote Insekten bei _Nymphaea alba_
und nahm an, dass sie durch die durch einen starken Geruch bemerklichen
Ausdünstungen der Pflanze getötet worden seien. +Planchon+ (Flore des
serres et des jardins 1850) denkt an eine Anhäufung von Kohlensäure
in dem Blütenkessel. +Robertson+ fand zuweilen in den Nelumboblüten
tote Hummeln (_Bombus virginicus_) und Fliegen, die durch die Petala
eingeschlossen waren und in ihrem Gefängnis erstickt zu sein schienen.
Dagegen fand er in dem Blütenbassin von _Nymphaea tuberosa Halictus
occidentalis_ ertränkt. Auch +A. Bacon+ (Bull. Torr. Bot. Club V, 51)
berichtet, dass er in den Blüten der _Nymphaea odorata_ gefangene und
getötete Insekten eingeschlossen gefunden habe.
[Illustration: Fig. 13.
Luftgänge und Sternhaare aus dem Stengelquerschnitt einer Teichrose.
(Nach Engler.)]
[Illustration: Fig. 14.
_a_ Same von _Villarsia nymphaeoides_ -- _b_ Frucht von _Bidens
tripartitus_ -- _c_ Frucht von _Trapa natans_ -- _d_ Blüte von
_Scirpus lacustris_ -- _e_ von _Scirpus palustris_ mit widerhakigen
Perigon-Borsten -- _f_ Frucht von _Typha latifolia_. _a_–_e_ der
Verbreitung durch Tiere, _f_ der Windverbreitung angepasst; _c_
zugleich „Ankerklette“. (Nach Hildebrand und Huth.)]
Die von Lufthöhlen durchzogenen Blatt- und Blütenstiele (Fig. 13) und
Wurzelstöcke sind bei unseren Teichrosen (überhaupt bei Victoria,
Euryale, Nymphaea, Nuphar, bei letzterer Gattung nur die Wurzelstöcke
nicht) im Innern mit vielästigen Sternhaaren mit körniger Oberfläche
versehen, welche in die Zwischenzellräume hineinragen. Man bemerkt
dieselben schon mit blossem Auge deutlich, wenn man ein kurzes
Stück aus dem Blattstiel ausschneidet und durch dasselbe hindurch
sieht. Nach den Untersuchungen +Stahls+ sind solche +Feilenhaare+
ein +Schutzmittel gegen Schneckenfrass+ und die Zerstörungen anderer
omnivoren Tiere. Nun scheinen Schnecken in der That gerne das
Innere grüner Stengel auszufressen. (In meinem Garten wurden die
Stengel der Kaiserkrone mehrere Jahre hindurch durch Nacktschnecken
abgefressen, die den Stengel dicht an der Erde durchfressen und
dann aushöhlen, während die Versuche, an den Blättern zu fressen,
wohl wegen des hohen Raphidengehaltes derselben, bald aufgegeben
wurden.) Bei anderen Wasserpflanzen, welche einen solchen Schutz ihres
Stengelmarkes nicht haben, werden die Stengel nicht selten ausgehöhlt
und zu Grunde gerichtet. So leben von dem Mark des +Wasserliesches+
(_Butomus umbellatus_) die Larve einer Fliege (_Agromyza confinis_),
in dem des +Igelkolbens+ etc. die Larve von Faltern (_Orthothaelia
sparganella_, _Nonagria Sparganii_) und fressen die Stengel aus,
wenn nicht Blesshühner, Rohrdommeln und Störche, welche Raupen und
Puppen sehr geschickt herausholen, oder Schlupfwespen (_Ichneumon
divisorius_) Einhalt thun. Abgesehen von einer Blattlaus (_Aphis
Nymphaeae_, die sich auch an verschiedenen anderen Wasserpflanzen, dem
Froschbiss, Froschlöffel, Wasserliesch etc. einfindet), einigen Käfern
(_Donacia crassipes_, _Donacia Menyanthidis_, _Galeruca Nymphaeae_)
und Falterraupen (_Nymphula nymphaealis_ verpuppt sich unter einem
der oberen Blattfläche angeleimten Blattstückchen, der Falter ist
im Mai und Juni in der Nähe der Teichrosen häufig) haben unsere
Teichrosen wohl wenig +Feinde oder nutzlose Gäste+ (Bryozoën etc.)
aus der Tierwelt aufzuweisen. Auch gegen Pilzschmarotzer scheinen
sie gefeit zu sein. Ein durch dieses Vorkommen bemerkenswerter
Rostpilz (_Aecidium nymphaeoides_)[II] ist sehr wenig verbreitet. Die
+Verbreitungsmittel+ der Wassergewächse sind nicht selten derartige,
dass sowohl eine Weiterverbreitung innerhalb desselben Gewässers, als
auch eine weitere Verbreitung von Gewässer zu Gewässer möglich ist. In
ersterer Hinsicht ist es von Vorteil, +wenn die Samen oder Früchte zu
schwimmen vermögen+ (wobei sie durch Wasserströmung und Wind verbreitet
werden), +später+ aber ein +grösseres+ spezifisches +Gewicht+ als das
Wasser +erlangen und zu Boden sinken+ (wenn sie nicht wurzellosen
Pflanzen zugehören). Bei der Verbreitung von Gewässer zu Gewässer
kommen, wenn wir von Überschwemmungen absehen, hauptsächlich Wind und
Tiere als Verbreitungsfaktoren in Betracht. Bei den Schwimmgewächsen
spielen besonders die letzteren eine hervorragende Rolle und unter
ihnen besonders die geflügelten Wassertiere, Vögel und Wasserkäfer.
Bei unseren +weissen Teichrosen+ sind die +Samen mit einem Samenmantel
versehen+, so dass sie nach dem Platzen der Frucht an der Wasserfläche,
+durch die zwischen ihnen und dem Samenmantel enthaltene Luft gehalten,
umherschwimmen+ können. Dieser +Schwimmmantel umgiebt den Samen lose
als weissliche Hülle+. Zunächst sind nach dem Auseinanderfallen der
Fruchtwände die Samen zu einem schleimigen Klumpen vereinigt, der sich
aber schliesslich auflöst, so dass die Samen sich frei umherbewegen.
Zuletzt vergeht auch der Samenmantel, die Luftblasen entweichen und
der Same fällt vermöge seiner Schwere zu Boden[43]. +Anders+ verhält
sich die +gelbe Teichrose+. Bei ihr findet sich die +Vorrichtung zur
Wasserverbreitung nicht an den Samen, sondern+ sie liegt +in einer
besonderen Konstruktion der Fruchtwände+. Zur Reifezeit löst sich
die Frucht gleichfalls von ihrem Stiele ab, aber die Samen werden
dabei nicht sogleich frei, sondern es geschieht, wie es +Hildebrand+
schildert, etwas dem Verfahren ähnliches, welches man einschlägt, wenn
man eine Apfelsine in einzelne halbmondförmige Teile zerlegt. Von der
äusseren Fruchtwand löst sich nämlich nur die äussere grüne Schicht
los, während die innere mit den Scheidewänden der Frucht in Verbindung
bleibt. Die Scheidewände spalten sich dann bald von aussen beginnend
in je zwei Lamellen, wodurch jene halbmondförmigen Scheiben entstehen,
gebildet aus einer festen Aussenhaut, welche die zahlreichen schweren
Samen in einen Schleim eingebettet umschliesst. Diese Scheiben sinken
nicht unter, weil in dem Schleime ihres Inneren zahlreiche Luftblasen
entstanden sind. Erst später, wenn die Scheiben länger umhergeschwommen
sind, löst sich die äussere Hülle auf, die Luftblasen entweichen
aus dem Schleime und die Samen werden auf den Grund des Wassers
ausgesäet. Der Samenmantel der Nymphaea fehlt ganz. Noll hat darauf
hingewiesen, dass die +Wasserhühner die eigentlichen+ Verbreiter der
Samen der Teichrosen von Teich zu Teich sind. Die Früchte sind ihre
Lieblingsspeise. Bei dem Verzehren derselben bleiben die klebrigen
Samen den Vögeln an Haaren und Schnäbeln haften und werden, wie +Noll+
fand, von ihnen verschleppt. Durch Wasservögel werden auch unsere
+Wasserlinsen+ weiter verbreitet. Nicht im Wasser schwimmende Samen
und Früchte (Fig. 14) kletten sich den Wasservögeln häufig an und die
+Verbreitung vieler Wasserpflanzen+ ist von den Wanderungen und der
+Zugrichtung der Wasservögel abhängig+. So verdanken +Villarsia-+ und
+Limnanthemumarten+ den Wasservögeln ihre weite Verbreitung. +Leersia
oryzoides+ ist nach +Ebelings+ Vermutung +durch Steissfüsse+, +Enten+,
+Wasserhühner+ aus Südeuropa bis zur norddeutschen Küste verbreitet
worden. Unsere +Wasserbinsen+ _Scirpus lacustris_ und _Scirpus
palustris_, sind mit einem aus sechs Borsten bestehenden Perigon mit
rückwärts gerichteten Stacheln versehen. Ähnliche Klettvorrichtungen
sind bei +Rhynchospora+ etc., ferner vom +Zweizahn+ (_Bidens_) bekannt.
_Bidens cernuus_ ist -- jedenfalls durch Vögel verschleppt -- aus
Europa zu Anfang dieses Jahrhunderts nach Nordamerika gekommen. _B.
pilosus_ wanderte aus Nordamerika nach Teneriffa und Neuseeland, _B.
leucanthus_ aus Mittelamerika nach Madeira und der Insel Mauritius und
der in Nordamerika heimische _B. bipinnatus_ ist jetzt in Tirol eine
wahre Landplage geworden. Die mit gefiedertem Flugapparat versehenen
Samen vom +Rohrkolben+ und andere den Wind als Transportmittel
benutzende Wasserpflanzen haben gleichfalls noch das Vermögen eine Zeit
lang an der Oberfläche zu schwimmen. -- Bei einer Anzahl tropischer
Wassergewächse keimen die Samen erst, nachdem sie eine gewisse Zeit
ausgetrocknet waren[45]; es kann dies mit ihrem Vorkommen in Gewässern
zusammenhängen, die regelmässig einen Teil des Jahres austrocknen.
Möglich wäre es aber auch, dass diese, von einem vorherigen Austrocknen
bedingte Keimfähigkeit der Samen in Zusammenhang stände mit dem
Transport der Samen von Gewässer zu Gewässer durch das Trockene
hindurch.
[II] Nachdem das Obenstehende niedergeschrieben, ist die
Zugehörigkeit des _Aecidium nymphaeoides DC._ zu _Puccinia Scirpi
DC._ auf _Scirpus lacustris_ sowie die der Aecidien auf _Hippuris_
und _Sium latifolium_ zu _Uromyces lineolatus Desm._ auf _Scirpus
maritimus_ erwiesen worden. Immerhin bleibt noch eine ganze
Anzahl von Rostpilzen auf den Binsen- und Schilfpflanzen übrig,
deren Zugehörigkeit zu denen anderer Wasser- und Sumpfpflanzen
noch zu ermitteln ist -- eine der vielen Aufgaben, welche an den
Süsswasser-Stationen, wie sie Dr. _O. Zacharias_ ins Leben gerufen
hat (vergl. das 15. Kapitel dieses Werkes), ins Auge gefasst werden
können.
* * * * *
Eine Schwimmpflanze, welche nicht nur, wie die Seerosen, die Zeit
ihrer hauptsächlichsten Entfaltung an der Erdoberfläche hinter sich
hat, vielmehr +jetzt im Aussterben begriffen zu sein scheint+, ist die
+Wassernuss+ (_Trapa natans_). +Nathorst+ und +Carlsen+[46], welche
die Verbreitung dieser Pflanze in Schweden untersucht haben, fanden
ihre Früchte in vielen Seen Schwedens verbreitet, in denen die Pflanze
jetzt gar nicht mehr wächst oder jetzt sehr selten geworden ist, in dem
Schlamm des Bodens. Die Pflanze scheint gewöhnlich mit der +weissen
Seerose+ gelebt zu haben und es ist daher zweckmässig, in der Nähe
dieser auch die Seen anderer Länder nach den Trapafrüchten, die zudem
einen Reichtum von Varietäten zur Schau tragen, zu durchsuchen.
Nach +Huth+[44] sind die hakigen Früchte als „Ankerkletten“ zu
betrachten (welche ein Festhaken des Keimlings am Boden bewirken) -- im
Gegensatz zu den Verschleppungskletten des Zweizahns (_Bidens_) etc.
Die submersen Blätter, welche sich neben den Schwimmblättern
finden, besitzen eine Reihe von Eigentümlichkeiten, welche anderen
submersen Blättern abgehen. Die obersten von ihnen besitzen sowohl
Luftspalten als Wasserspalten von charakteristischer Anordnung. Luft-
und Wasserspalten sind sonst bei Wasserpflanzen sehr selten. Sie
finden sich nach +De Bary+ noch auf den Samenlappen von Batrachium,
den Laubblättern von Callitricheen, Hippuris, Hottonia. Die sehr
feinfiedrig geteilten grünen submersen Blattorgane sind Wasserwurzeln,
welche gewissermassen an die grünen von +Fritz Müller+ beobachteten
Luftwurzeln anderer Pflanzen erinnern. Eine eingehendere Darstellung
dieser Verhältnisse wie auch der Keimung hat +Wittrock+[47] gegeben.
-- In Deutschland findet sich die (mit einer anderen Wasserpflanze
Isnardia und den landlebigen Weidenröschen und Circaeaarten) zu
den Nachtkerzengewächsen (_Onagraceae_) gehörige Wassernuss sehr
zerstreut. Orte ihres Vorkommens sind ausser den seenreichen Gegenden
Norddeutschlands z. B. der Niederrhein, Seen und Teiche um Dessau, bei
Plothen und Drebra bei Gera.
Die Arten des +Wasserhahnenfusses+ (_Batrachium_), deren systematische
Bearbeitung z. B. bei +J. Freyn+[48] nachzusehen ist, zeigen
merkwürdige Übergänge von dem Landleben und amphibischen Leben zu
echten Schwimmpflanzen und typisch submersen Arten. Von den acht in
Nord- und Mitteldeutschland vertretenen Arten ist nur _Batrachium
hederaceum_ eine echte Schwimmpflanze, die lauter eigentliche
Schwimmblätter besitzt. Ihm steht eine in Sizilien, Asturien,
England etc. vorkommende Art _B. caenosum_ nahe. Die submersen Arten
bilden wie die +Tausendblattarten+ sehr ausgedehnte Wiesen unter
Wasser oder weithin flutende Rasen in unseren Flüssen. Am häufigsten
sind _B. divaricatum_ in stehenden Gewässern mit nur zerschlitzten
(untergetauchten), flächenförmig ausgebreiteten, kreisrunden
Blättern, die meist einmal dreiteilig sind mit weiterhin wiederholt
gabelspaltigen Zipfeln, _B. fluitans_, welches vorwiegend in Flüssen
und Bächen wächst, dreiteilig vielspaltige, sehr langhin ausgedehnte
Wasserblätter, nur selten aber nierenförmige oder geschlitzte
Schwimmblätter besitzt und die gemeinste und vielgestaltigste, allen
möglichen Lebensverhältnissen angepasste Art _B. aquatile_. Letztere
erzeugt im Wasser nur zuweilen Schwimmblätter und zwar zur Blütezeit.
+Askenasy+[6] ist durch Versuche zu der Ansicht gelangt, dass ein
typisches Schwimmblatt sich bilde, wenn das einer Blüte gegenüber
stehende Blatt in einer bestimmten Periode in die Luft emporgehoben
wird. Besonders merkwürdig sind die Luftformen der Hahnenfussarten
in kleinen Tümpeln etc., die sonst sehr dicht mit Wasserpflanzen
besetzt sind. Sie haben ausser submersen zerschlitzten Blättern und
echten Schwimmblättern typische Luftblätter (mit den Spaltöffnungen an
der unteren Seite) etc. Eigentliche Landformen kommen beim völligen
Austrocknen der Sümpfe bei fast allen drei Arten vor, sie haben
aber bei _B. divaricatum_ nur die typischen zerschlitzten Blätter.
Der Übergang der einen in die andere biologische Form erfolgt
meist schnell bei Eintritt anderer Lebensverhältnisse. -- Ähnliche
amphibische Wasserpflanzen sind z. B. der +Tannenwedel+ (_Hippuris_),
die +Tännel+arten Elatine etc. -- Die Blüteneinrichtung des gemeinen
+Wasserhahnenfusses+ _B. aquatile_ ist von +Herm. Müller+ (l. c.)
beschrieben worden. Die Honigblumen, zu deren Saftdrüsen die als
Saftmal dienende gelbgefärbte Basis der Blumenblätter führt, werden
besonders von Schwebfliegen (Eristalisarten, _Helophrilus florens_,
_Chrysogaster viduata_), kleineren und grösseren Musciden, Bienen
(_Apis mellifica_), Hummeln (_Bombus terrestris_) bestäubt. Ein von
+H. Müller+ beobachteter Käfer (_Helodes Phellandri_) frisst die
Blumenblätter und Staubgefässe. Bei hohem Wasserstand bleiben die
Blüten geschlossen unter Wasser und befruchten sich selbst. Ob solche
kleistogamische Blüten, wie sie sich bei dieser mit dem Landhahnenfuss
(Ranunculus) doch nahe verwandten und wohl von diesem abstammenden
Gattung von Batrachium finden, auch sonst bei echten Hydrophyten
vorkommen, oder ob hier überall die früher erörterten Anpassungen an
eine typische Wasserbefruchtung eingetreten sind, bedarf noch eines
besondern Studiums. H. Müller war nach brieflichen Mitteilungen, welche
er an mich richtete, geneigt, eine weitere Verbreitung kleistogamischen
Blühens auch bei Wasserpflanzen anzunehmen. Das Vorkommen einer gross-
und kleinblütigen Form, wie es bei vielen Landpflanzen (Stellaria
graminea, Cerastium arvense, Thymian, Gundermann etc.) bekannt ist --
in Verbindung mit einer Trennung in Zwitterblüten und weibliche Blüten,
ist z. B. von Kirchner beobachtet worden, welcher unter den normalen
Stöcken (Blüte 20-27 _mm_ im Durchmesser) solche mit Blüten von 3-4
_mm_ Durchmesser und wenigen Staubgefässen fand. Der letztgenannte
Forscher hat auch die Blüteneinrichtung des _B. divaricatum_ näher
beschrieben. Beyer[49] hat die spontanen Bewegungen der Staubgefässe
des gemeinen Wasserhahnenfusses, dessen Blüte „auf Unterbestäubung
eingerichtet ist“, in ihrem gesetzlichen Ablauf näher studiert. (Bei
_Ranunculus auricomus_ hatte schon Konrad Christian Sprengel die
Staminalbewegung beobachtet.)
Von amphibischen Schwimmpflanzen sei hier nur noch des
+Wasserknöterichs+ (_Polygonum amphibium_) mit einigen Worten Erwähnung
gethan. Der Gegensatz einer besondern Landform und Wasserform tritt
bei ihm besonders hervor. Wächst +Polygonum amphibium+ im Wasser, so
bildet es die Form +natans+ mit langgestielten, breitlanzettlichen,
am Grund herzförmigen Schwimmblättern von lederartiger Konsistenz der
Blätter und Stengel. Bei der Landform +P. terrestris+ sind dagegen
die dem Wurzelstock entspringenden Stengel aufrecht von unten auf mit
schmallanzettlichen, festsitzenden Blättern besetzt, deren Fläche
nicht glatt, sondern runzlig ist. Während bei der Wasserform der
+Luftkanal stärker entwickelt+ und dadurch das spezifische +Gewicht
des Stengels herabgesetzt ist+, bildet die +Landform zur Erreichung+
der für sie unentbehrlichen +Biegungsfestigkeit+ ausserhalb des
Bastgewebes (Phloëms) +besondere mechanische Zellen+, ein Skelett, im
Stengel aus[50]. Das ganze Hautgewebe hat zum Zweck der Transpiration
und Durchlüftung besondere Umgestaltungen erfahren. Besonders
beachtenswert ist aber, dass die +Landform besondere Schutzmittel
gegen ungeflügelte aufkriechende Tiere+ hat. Kerner[51] hebt es
besonders hervor, dass den +Wasserpflanzen+, wie +Alisma, Butomus,
Sagittaria, Hottonia, Utricularia, Villarsia, Nuphar, Nymphaea,
Hydrocharis, Stratiotes, welche durch das umgebende Medium vor
aufkriechenden Tieren+ (Ameisen, Raupen etc.) +geschützt sind, die
besonderen Schutzmittel der Blüte fehlen, welche bei den Landpflanzen
in so reichem Masse zur Entwickelung gelangt sind+. „Sehr lehrreich
in dieser Beziehung“, sagt Kerner, „ist das Verhalten des _Polygonum
amphibium_. Die schön rosenroten Blüten dieser Pflanze sind zu
kleinen Cymen vereinigt und diese bilden eine dichte, cylindrische,
ährenförmige, sehr reiche Inflorescenz von 2.5 bis 3.5 _cm_ Länge
und 1 bis 1.2 _cm_ Breite. Die Blätter des Perianthiums sind fast
bis zum Grunde getrennt; der Fruchtknoten ist von einem fleischigen,
roten, fünflappigen, nektarabsondernden Becher umgeben und der Grund
der Blüte auch reichlich mit Nektar erfüllt. Die mit der Basis des
Perianthiums verwachsenen Pollenblätter sind sehr kurz und die
Pollenbehälter bleiben in der Tiefe der Blüte geborgen; die zwei
Griffel des Gynaeceums sind dagegen sehr lang und ragen sogar über
die Blätter des Perianthiums hinaus. Während der Anthese beträgt die
Länge des Perianthiums 4 _mm_, die obere Weitung kaum 3 _mm_. Da der
Nektar im Blütengrunde durch kein besonderes Gebilde am Perianthium
geschützt ist, so erscheint er selbst kleinen Insekten zugänglich und
wird von diesen auch gern abgeholt. Bei den angegebenen Dimensionen
der Blüte können aber selbst sehr kleine +anfliegende+ Insekten nicht
vermeiden, dass sie beim Abholen des Nektars zuerst an die über das
Perianthium vorstehenden und etwas spreizenden Narben und dann an
die dicht über dem Nektar befindlichen Pollenbehälter streifen, und
da die Blüten proterandrisch sind, so wird selbst durch sehr kleine
anfliegende Insekten, welche mehrere Blüten und Blütenstände nach
einander besuchen, Kreuzung der Blüten (bald Geitonogamie, bald
Xenogamie) veranlasst. Die von unten her kommenden flügellosen,
+aufkriechenden+ kleinen Insekten würden sich aber nicht die Mühe
nehmen, über den obern Rand des Perianthiums an den aus der Apertur
hervorragenden Narben vorbei zum Blütengrunde vorzudringen, sondern
auf dem kürzesten und für sie bequemsten Wege von unten durch die
tiefen, die Perigonzipfel trennenden Spalten sich den Nektar holen.
Sie würden daher auch eine Belegung der Narben nicht veranlassen und
es würde somit der Nektar geopfert, ohne dass zugleich der Vorteil der
Allogamie erreicht wäre. Da zudem bei Polygonum amphibium infolge der
Dichogamie und der gegenseitigen Lage der Blütenteile eine Autogamie
(Selbstbestäubung) unmöglich ist, würde durch den Besuch solcher
aufkriechenden kleinen Insekten das Entstehen von Früchten überhaupt
gänzlich vereitelt werden. Zu den Blüten der im Wasser wachsenden
Stöcke des Polygonum amphibium können nun sehr kleine ankriechende
Insekten auch nicht kommen. Wie aber dann, wenn das Wasser abgelaufen
ist und Polygonum amphibium aufs Trockene gesetzt wird? -- Da ist es
nun sehr merkwürdig, +dass sich in solchem Falle besondere Schutzmittel
ausbilden, welche der im Wasser wachsenden Pflanze bisher fehlten+.
Es entwickeln sich nämlich dann aus der Epidermis sowohl der Blätter
als der Stengel eine Unzahl horizontal abstehender, im Mittel 0.7
_mm_ langer Trichomzotten („Drüsenhaare“), die insbesondere an dem
Stengelteile, welcher durch eine Inflorescenz abgeschlossen ist, so
dicht als nur möglich gestellt sind und deren kugelige Schlusszellen
einen klebrigen Stoff secernieren, so dass sich die Achse, welche die
Inflorescenz trägt, ganz schmierig anfühlt. Jene kleinen, flügellosen
aufkriechenden Insekten, welche den Nektar rauben möchten, ohne dabei
den Vorteil einer Kreuzung der Blüten zu vermitteln, können über
diese klebrige Achse nicht emporkommen, sie würden an derselben
wie an Leimspindeln kleben bleiben.“ Die Landform hat also dasselbe
Schutzmittel gegen unberufene Blütenbesucher wie die Pechnelke
(_Lychnis viscaria_) und viele andere Pflanzen. Wird der Standort
des Polygonum aber wieder einmal unter Wasser gesetzt, so entwickelt
dasselbe Rhizom wieder die Wasserform ohne diese Trichomzotten, aber
mit allen Anpassungen an das Wasserleben. -- Übrigens dürfte Kerner
bei den oben beschriebenen Exemplaren nur die langgrifflige Form des
Wasserknöterichs vor sich gehabt haben, daneben aber eine kurzgrifflige
(wie bei der +Wasserfeder+ und dem +Fieberklee+) existieren; wenigstens
hat Kirchner[52], wie bereits angedeutet wurde, in der Landform +einen
neuen Fall des Vorkommens der Heterostylie+ entdeckt. Ob bei dem
Wasserknöterich eine ähnliche Blühfolge besteht, wie ich sie für den
+gemeinen Wiesenknöterich+ beschrieben habe[53], hat ebenso besonderes
Interesse (weil diese Art +nicht+ heterostyl ist), wie die Frage,
welches der Insektenkreis der Bestäubungsvermittler der Landform und
welches der der Wasserform ist. Doch ist man zur Beantwortung dieser
wie tausend anderer ebenso einfacher und doch wichtiger Fragen zur
Biologie der Wasserpflanzen bisher nicht gekommen.
Die Luftpflanzen unserer Gewässer.
Die Luftpflanzen unserer stehenden und fliessenden Gewässer sind
stets im Boden festgewurzelt, haben zumeist auch einen sehr kräftig
entwickelten Wurzelstock, wie z. B. der +Kalmus+, die +Schwertlilien+
etc., zeigen im übrigen aber noch deutliche Anpassungen an das
Wasserleben. Wir können zwei Hauptformationen unterscheiden,
die +Schilfgewächse+ und die unter deren Schutz (gegen Wind und
Wasserströmung) gestellten, die Wasserfläche nur wenig überragenden
+Sumpfpflanzen+. Beginnen wir mit den letzteren, die sehr verschiedenen
Abteilungen, zumeist aber den Monokotyledonen angehören.
Am tiefsten in die Gewässer steigen von höheren Gewächsen (z. B.
neben der den Kreuzblütlern angehörigen Brunnenkresse, den
Wasserehrenpreisarten etc.) noch einige Doldenpflanzen, wie der
+Wassermerk+ (_Sium_, _Berula_), die +Sumpfdolde+ (_Helosciadium_),
die +Rebendolde+ (_Oenanthe fistulosa_ und _aquatica_) und der
+Wasserschierling+ (_Cicuta virosa_) hinein. Besonders +Oenanthe
aquatica+ ist mit röhrigem Stiel (wie auch der noch durch Gift
geschützte Wasserschierling) und mit haarförmigen, sehr fein zerteilten
Wasserblättern versehen und kann in sehr tiefem Wasser nur die
letzteren untergetaucht ausbilden, ein völlig submerses Wasserleben
führend. Auch die +Froschlöffelgewächse+ (Alismaceen) bilden noch
besondere Wasserblätter aus und führen gewöhnlich ein Wasserluftleben
oder unter besonderen Verhältnissen sogar ein Wasserleben. Nur der
schwimmende +Froschlöffel+, der von Buchenau, dem Bearbeiter dieser
Pflanzenfamilie, unter die besondere Gattung +Elisma+ (_Elisma natans_)
gebracht wird -- Buchenau beschreibt zehn Gattungen mit 45-48 Arten von
Alismaceen --, ist eine echte Schwimmpflanze mit Schwimmblättern und
submersen Blättern. Die beiden verbreitetsten Arten unserer Flora sind
der +gemeine Froschlöffel+ (_Alisma Plantago_) und das +Pfeilkraut+
(Sagittaria sagittifolia), welche beide mit ihren zierlichen
Blattbüscheln und hübschen Blütenständen die Ufer unserer Teiche und
Flüsse schmücken. Beide bilden in tiefem Wasserstand submerse Formen
mit schmallinealischen Blättern (_forma graminifolia_), die von
Linné sogar mit einer Vallisnerie verwechselt werden konnten, auch
der +hahnenfussblättrige Froschlöffel+ (_Echinodorus ranunculoides_)
verhält sich so. Unser +Alisma Plantago+, dessen Blütenstand sich mit
mathematischer Regelmässigkeit in die Luft erhebt (nach den Messungen
und Abbildungen von +Xaver Pfeifer+[54] träte das Verhältnis des
goldenen Schnittes besonders häufig in dem Aufbau dieser Pflanze
zutage), besitzt zierliche kleine Zwitterblüten mit sechs (2 × 3) vor
den Kelchblättern stehenden Staubgefässen, während der Blütenstand
des +Pfeilkrautes+ aus grösseren, rötlichweissen Blüten getrennten
Geschlechts besteht, von denen die oberen männlich, die unteren
weiblich mit vielen Staubgefässen bezügl. Stempeln in spiraliger
Anordnung versehen sind. Beide Pflanzen sind der Bestäubung durch
Vermittlung der Insekten angepasst (sind entomophil). Nach Hermann
Müller sind bei Alisma Plantago die pollenübertragenden Insekten
+Schwebfliegen+ (Eristalis, Syritta, Ascia, Melanostoma, Melithreptus).
Bei +Elisma natans+ kommen nach Hildebrand auch kleistogamische
Blüten vor[55]. Die Verbreitung der Samen geschieht durch den Wind
(mit teilweiser Anpassung an die nächstgelegene Verbreitung durch das
Wasser), bei der ostindischen Gattung +Limnophyton+ besitzen die Samen
zwischen der verholzten Innenschale (Endocarpium) und der Aussenschale
Lufthöhlen (Schwimmvorrichtung); +Caldesia parnassifolia+ kommt bei
uns überhaupt nicht zur Fruchtbildung, sondern pflanzt sich nur durch
Brutknospen fort. -- Die gleichfalls im Schutz der Schilfpflanzen
wachsende +Schlangenwurz+ (_Calla palustris_), welche bei uns zweimal
blüht (im Mai und September), wäre besonders in Bezug auf die
Bestäubungsweise zu untersuchen. Ob diese durch Raphiden geschützte
Pflanze durch Schnecken oder Insekten befruchtet wird oder, wie Kerner
u. A.[56] vermuten, einer Befruchtung durch Regen und Tau angepasst
ist, ist bisher nicht festgestellt worden (vgl. die Bemerkung bei
Lemna). Sie hat rote Beerenfrüchte (Verbreitung durch Vögel!).
[Illustration: Fig. 15.
Schematische Querschnitte durch Blätter der Schilfgewächse. _a_
Schwertlilie -- _b_ Kalmus -- _c_ Ästiger Igelskolben -- _d_
Einfacher Igelskolben -- _e_ Wasserveilchen oder Blumenbinse -- _f_
Breitblättriger Lieschkolben -- _g_ Schmalblättriger Lieschkolben --
_h_ Waldbinse.]
Ein hervorragendes Interesse beanspruchen noch die +Schilfgewächse+,
welche neben dem Röhricht der Schachtelhalme und +Binsen+ der
Wasserlandschaft ihr eigentümliches Gepräge verleihen. Sie gehören
alle den Monokotyledonen an, und da zudem ihre Arten bereits in den
Tertiärformationen auftreten, ist es wahrscheinlich, dass sie eine
der ältesten Anpassungen an das Luftwasserleben darstellen. In den
Luftströmungen und besonders gegen die Bewegung des Wassers, wie sie
besonders bei heftigeren meteorologischen Katastrophen (Wolkenbrüche,
Überschwemmungen etc.), die in der Vorzeit noch weit mächtiger und
häufiger eingetreten sein mögen als jetzt, vorkommen, sind die
schmallinealischen (schwertförmigen), sehr elastischen, leichten und
dabei biegungsfesten Blätter der Schilfgewächse (die Wind und Regen
eine minimale Angriffswaffe darbieten) besonders widerstandsfähig.
Ihr ganzer Aufbau (Fig. 15), das von Lufthöhlen durchzogene Blatt
(dem meist auch der Blütenschaft gleichgestaltet ist) mit seiner
verdickten Mittelrippe, den oft parallel gestellten Querwänden, die
wie Strebepfeiler wirken (bei Iris, Typha, Scirpus silvaticus), deuten
darauf hin. Mächtige, weit verbreitete Rhizome, welche am Grunde
festgewurzelt sind, sichern diesen Pflanzen eine dauernde Existenz
durch Sommer und Winter und eine rasche Ausbreitung über ein grosses
Areal. Besondere Vorkehrungen[57] schützen die jugendlichen Teile gegen
Verletzungen durch die Bodenteile (tütenförmige Niederblätter bei
Glyceria etc.). So schildert Warming[58] die besondere Entwickelung der
Rhizome von Phragmites communis. Die neuen, am Grunde der Muttersprosse
entspringenden Sprosse senken sich tief in die Erde, ehe sie sich
umbiegen und nach oben wachsen. Das ganze unterirdische Stengelsystem
wird so immer weiter in die Erde gebracht, bis es eine gewisse
Normaltiefe hat, und es entsteht in wenigen Monaten ein sehr reich und
weit verzweigtes Rhizom. -- In welcher Weise die von der mittleren
Windrichtung beeinflusste Verwachsung der Teiche, Seen und Flüsse durch
solch üppige Rhizombildung vor sich geht und durch sie ein Weiterrücken
der Flussläufe bewirkt wird, hat kürzlich +M. J. Klinge+[59] in
einer besonderen Abhandlung ausgeführt. Haben flutende, schwimmende
und untergetauchte Gewächse, die sich am günstigsten entwickeln an
Stellen, die von der Stromrichtung nicht getroffen sind, im Verein mit
dem zwischen ihnen abgelagerten Detritus soweit vorgearbeitet, dass
Butomus umbellatus, Sagittaria sagittifolia, Glyceria, Acorus, Arundo,
Phragmites, Scirpus lacustris etc. geeigneten Boden finden, so arbeiten
diese Gewächse durch Massenentwickelung darauf hin, das Gefälle der
Flüsse durch Überwachsen ganz zu heben, um für ihre Sippschaft weiten
Raum zu schaffen. Der Fluss sucht der Pflanze seitlich auszuweichen und
zwar meist unter dem Winde.
Zu den +Schilfgewächsen+ gehören zunächst von ausgeprägten Windblühern
die +Lieschkolben+ oder +Rohrkolben+ (Typhaceen), deren kolbenförmiger
Blütenstand zuoberst die männlichen, unten die weiblichen Blüten trägt.
Den eigentümlichen Blütenstand, welcher einem Lampencylinder-Putzer
nicht unähnlich ist, haben +Dietz+[60] und +Kronfeld+[61]
näher untersucht. Die Blüten stellen die denkbar einfachsten
Monokotyledonenblüten dar, aus zwei Staubfäden oder einem Stempel
bestehend, an dessen Grund haarähnliche Gebilde stehen. Sie bilden bei
den weiblichen Blüten später den Flugapparat der Früchtchen, die aber
auch zu schwimmen vermögen. Im Herbst und Frühjahr treiben sich die
letzteren in mächtigen wolligen Massen auf und an den Gewässern umher.
Gegen Tierfrass sind die Lieschkolben durch Büschel von Nadeln des
Kalkoxalats (Raphiden) geschützt. Von zwölf bekannten Arten finden sich
bei uns verbreitet der +breite+ und der +schmalblättrige Lieschkolben+
(_Typha latifolia_ und _angustifolia_), selten der +kleine
Lieschkolben+ (_T. minima_). Ihnen verwandt sind sodann die gleichfalls
windblütigen +Igelkolben+ (Sparganiaceen), deren männliche Blüten in
zahlreichen endständigen Köpfchen der einfachen oder verästelten,
ährig angeordneten Inflorescenzen drei langfädige Staubgefässe haben,
während die gleichfalls kugeligen weiblichen Köpfchen am Grunde sitzen
und 1-2 Griffel haben. Die Haargebilde fehlen und könnten die Früchte
des stacheligen Fruchtstandes wohl eher durch Tiere verbreitet werden.
Der Blütenstand ist hier wie bei den Typhaceen proterandrisch, so dass
der Wind nur Fremdbestäubung bewirkt. Am häufigsten ist _Sparganium
ramosum_ und _S. simplex_, während _S. minimum_ und _S. affine_, die
häufig flutende Formen ausbilden und echte Schwimmpflanzen darstellen
können, seltenere Arten sind.
Von anderen Gattungen, die das Wasserleben vereinigt und +in Bezug
auf die vegetativen Organe+ gleichgestaltet hat, die aber +in Bezug
auf die Biologie der Blüte sehr verschiedene Anpassungen+ -- nämlich
die der nahe verwandten Landpflanzen -- besitzen, mögen hier noch
die +Blumenbinsen+ (_Butomus_), die +Schwertlilien+ (_Iris_) und der
+Kalmus+ (_Acorus_), welche alle drei zoidiophil sind, Erwähnung
finden. Die prächtigen Blütendolden des +Wasserveilchens+ (_Butomus
umbellatus_), welche in dem schwertförmigen Blattwerk einen ebenso
fremdartigen Eindruck auf den Beschauer machen, wie die gelben,
grossen Blumen der +Wasserschwertlilie+ (_Iris Pseudacorus_) mit ihren
blattähnlichen Griffeln, werden durch Insekten bestäubt. Sprengel
und H. Müller fanden sie ausgeprägt proterandrisch, während sie
A. Schulz[62], der gleichfalls ihre Blüteneinrichtung beschreibt,
homogam oder +schwach proterandrisch+ fand. Am nächsten ist unserem
+Wasserveilchen+ die ausländische Gattung +Tenagocharis+ mit
langgestielten eilanzettförmigen Staubblättern verwandt, während eine
andere Butomacee Lemnocharis (ebenso wie die Alismaceen Echinodorus und
Hydrocoleis) auffallende Ähnlichkeit mit Nymphaea und der Gentianee
Limnanthemum nymphaioides haben. Die Wasserbinsengewächse, welche
überhaupt den Froschlöffelgewächsen nahe stehen, haben wie diese
Milchgefässe, welche eine Ölemulsion (Schutzmittel?) enthalten. -- Der
+Kalmus+ (_Acorus Calamus_) ist dagegen durch ätherische Öle geschützt,
ein Umstand, der ebenso wie die Zugehörigkeit zu den Schilfpflanzen
um so mehr auffällt, als die ihm verwandte (gleichfalls zu den
Arongewächsen gehörige) Schlangenwurz (_Calla palustris_), die die
Blattform unserer Zimmer-Calla (_C. aethiopica_) teilt, Raphiden zum
Schutz hat.
Der grünlichgelbe Blütenkolben des Kalmus gehört nach den Vermutungen
Delpinos zu den malacophilen (der Schneckenbefruchtung angepassten)
Blüteneinrichtungen. Bei uns bringt der Kalmus, der sich sehr rasch
durch sein Rhizom vermehrt, überhaupt keine Früchte, er ist „selbst
steril“, adynamandrisch, wie dies z. B. die Fliegenfalle (_Apocynum_),
gewisse Reiherschnabelarten (_Erodium macrodenum_) u. a. Pflanzen
sind. Die letzteren bringen nie Früchte, wenn die Bestäubung zwischen
Stöcken vollzogen wird, welche von demselben Rhizom abgezweigt sind,
setzen wohl aber bei Kreuzung zweier Stöcke verschiedenen Ursprungs
Früchte an. Unsere Kalmuspflanzen sollen samt und sonders von einem
Rhizom abstammen, das 1574 von Clusius in Wien eingeführt worden ist.
Verbreitet ist der Kalmus ausser in Europa in dem tropischen und
extratropischen Ostasien, Ostindien, auf der Insel Bourbon und in
Nordamerika und da trägt er Beerenfrüchte. Wäre daher die Adynamandrie
des Kalmus auf ähnliche Ursachen zurückzuführen wie bei anderen
bekannten Pflanzen, so würde ein Experiment dies leicht bestätigen, das
indessen bisher noch nicht gemacht worden ist. Man brauchte nämlich
dann nur von einem andern Erdteil Kalmuspflanzen in unsere Teiche mit
einzusetzen und -- falls die Bestäubungsvermittler fehlten -- den
Blütenstaub zwischen den Stöcken verschiedener Herkunft wechselweise
zu benutzen, um Früchte zu erzielen -- ein Versuch, den ich begonnen
habe. In Japan giebt es noch einen schmalblättrigen Kalmus (_Acorus
graminifolius_).
Bei unserer +Wasserschwertlilie+ ist es +zur Ausbildung zweier an
verschiedene Insekten angepassten Blütenformen gekommen, indem bei der
einen Form die Narbenlappen der drei äusseren Blätter der Blumenkrone
anliegen, bei der andern von ihr abstehen. Die Bestäubungsvermittler
der ersten Blütenform ist eine Schwebfliege+ (_Rhingia rostrata_),
+die der zweiten sind Hummeln+ (_Bombus vestalis_, _B. agrorum_,
_B. hortorum_). Ein ähnlicher Fall von Dientomophilie wie der hier
erwähnte, über den bei Hermann Müller (Befr. d. Bl. p. 68, 69) des
Näheren nachzusehen ist, ist nur noch für _Aconitum Lycoctonum_, eine
Landpflanze, durch +Aurivillius+ nachgewiesen worden[63]. Aurivillius
fand im mittlern Schweden von dieser Pflanze gleichfalls zweierlei
Stöcke, von denen die Blüten der einen einen +kurzen+ stärkern,
fast +geraden+ stumpfern, die der anderen einen engen, nach hinten
verschmälerten und +aufwärts gebogenen Sporn+ haben. Während die
erstere Form von +Schmetterlingen+ besucht wird, sind diese von dem
Besuch der zweiten Blütenform gänzlich ausgeschlossen. Letztere
wird denn auch regelmässig von Hummeln (_Bombus hortorum_ und _B.
consobrinus_) bestäubt. -- An der Schilfbildung unserer Gewässer
beteiligen sich noch mannigfach andere Pflanzengruppen, so besonders
die grösseren Riedgrasarten und Gräser (_Phragmites_, _Arundo_,
_Glyceria_) und die flachblättrigen +Binsen+ (_Scirpus_), von denen
häufig Verwandte submers und flutend auftreten (_Scirpus fluitans_,
_Glyceria_ etc.). Doch soll auf sie wie auch auf die eigentlichen
Wasserbinsen (_Scirpus lacustris_ etc.) hier nicht näher eingegangen
werden.
Die Schutzmittel der Schilfpflanzen gegen die Tierwelt sind schon
früher erörtert worden. Trotz derselben findet sich in dem Röhricht
und Schilf noch ein reiches Tierleben, das jedoch nur unwesentliche
Schädigungen der Pflanzenwelt des Wassers herbeiführt. Auch die
pflanzlichen Parasiten thun bei uns den Wasserpflanzen nur geringen
Schaden. Dieselben bestehen zumeist aus dem Wasserleben angepassten
Pilzen -- +Chytridiaceen+ bei +Acorus+, +Iris+ etc. (_Cladochytrium
tenue_) -- der Brandpilzgattung +Doassansia+ (bei _Butomus_, auch bei
_Alisma_, _Potamogeton_), den allenthalben verbreiteten +Ascomyceten+
und den +Rostpilzen+ (auf Iris Puccinia Iridis und Uromyces Iridis,
auf Acorus Calamus Uromyces pyriformis). Von anderen Wasserpflanzen
beherbergen ausser den bereits erwähnten Seerosen z. B. noch Hippuris
(_Aecidium Hippuridis_, dessen Teleutosporen auf Uferhalbgräsern zur
Entwickelung kommen), Limosella (_Uromyces Limosellae_), Cicuta virosa
(_Puccinia Cicutae virosae_), Hydrocotyle, Oenanthe, Nasturtium,
Veronica Anagallis, Polygonum amphibium u. a. Rostpilze. Von den
Rostpilzen sind besonders diejenigen Arten von Interesse, welche
+Beziehungen zwischen den Wasserpflanzen und gewissen Landpflanzen
unterhalten+, indem sie wirtwechselnd auftreten, +in der ersten
Generation+ (_Aecidium_) meistens +Landpflanzen, in der zweiten+
gewisse +Wasserpflanzen befallend+. So verursachen Rostpilze, welche
zuerst die +Lysimachia vulgaris+, +Cineraria palustris+, +Achillea
Ptarmica+ etc. erkranken machen, in ihren weiteren Generationen
Krankheiten verschiedener +Riedgräser+ etc. unserer Teiche und die
Krankheiten der +Landhahnenfussarten+ und +Ampferarten+ haben weitere
Rostkrankheiten des gemeinen Schilfrohres (_Phragmites communis_) zur
Folge.
Litteratur und Anmerkungen.
[1] Vergl. meinen Aufsatz in Naturw. Wochenschrift von Dr. +H.
Potonié+, Bd. II, 1888, p. 113-115, 123-125, 159: „Die Feigen und
ihre Liebesboten“.
[2] Referate über die bisher erschienenen Abhandlungen über
Myrmecophilie gab ich im Biologischen Centralblatt Bd. IV–IX.
[3] =Axell Lundström=, Pflanzenbiologische Studien II. Die
Anpassungen der Pflanzen an Tiere. Mit 4 Taf. Upsala 1887.
[4] =Ernst Stahl=, Pflanzen und Schnecken. Eine biologische Studie
über die Schutzmittel der Pflanzen gegen Schneckenfrass. Jen.
Zeitschr. f. Naturw. u. Med. Bd. XXII. N. F. XV. Jena 1888 (126 S.).
[5] Vgl. auch =Seligo=, Hydrobiologische Untersuchungen. I. Zur
Kenntnis der Lebensverhältnisse in einigen westpreussischen Seen.
Schriften d. Naturforsch.-Ges. zu Danzig. N. F. Bd. VII, H. 3. 1890
(47 S.).
[6] Das wichtigste Werk über die Biologie der Wassergewächse, das
mehrfach benutzt wurde, ist das von =H. Schenck=, Die Biologie der
Wassergewächse. Bonn 1886 (162 S. u. 2 Taf.). Von demselben Verf.
erschien „Vergleichende Anatomie der submersen Wassergewächse“ (mit
10 Taf.). Bibliotheca botanica Heft I.
[7] =F. Ludwig=, Über die Bestäubungsverhältnisse einiger
Süsswasserpflanzen und ihre Anpassungen an das Wasser und gewisse
wasserbewohnende Insekten. Kosmos V., 1881, S. 7-12. Mit 17 Holzschn.
[8] =John E. Klercker=, Sur l’anatomie et le développement de
Ceratophyllum. Meddelanden från Stockholms Högskola. No. 26 m. Bihang
t. k. Svenska Vet-Akad. Handl. 1884.
[9] =E. Rodier=, Sur les mouvements spontanés et reguliers d’une
plante aquatique submergée, le Ceratophyllum demersum. Compt. rend.
1877, T. LXXXIV, No. 18, 30. Apr. Seconde note sur les mouvements
etc. ibid. T. LXXXV, No. 20, 12. Nov. u. Sep.-Abdr. (in Bordeaux
erschienen).
[10] =Charles Darwin=, Ges. Werke in deutsch. Übers. Bd. XIII.
[11] =Herm. Beyer=, Die spontanen Bewegungen der Staubgefässe und
Stempel. Wehlau 1888 (Beil. zum Progr. d. kgl. Gymn. Ostern 1888,
Progr. No. 18, 56 S.).
[12] =Egon Ihne=, Geschichte der Einwanderung von Puccinia
Malvacearum und Elodea canadensis. 18. Ber. d. Oberhess. Ges. f. Nat.
u. Heilkunde. Giessen 1879.
[13] =Ferd. Cohn=, Die Pflanze. Breslau 1882, XI. Insektenfressende
Pflanzen, S. 341-366.
[14] =Ch. Darwin=, Ges. Werke Bd. VIII.
[15] =H. von Klinggraeff=, Schmetterlingsfang der Drosera anglica
Huds. Naturf.-Ges. zu Danzig. N. F. Bd. VII, H. 3. 1890.
[16] =Burdon Sanderson=, Die elektrischen Erscheinungen am
Dionaeablatt. Biol. Centralbl. II. 1882, S. 481-500, IX. 1889, S.
1-14, Bot. C. XXXVIII 1889, S. 701-708.
[17] =S. Korschinsky=, Über die Samen der Aldrovandia vesiculosa.
Bot. Centralbl. XXVII, 302-304, 334-335, m. 1 Taf.
[18] =Ferd. Cohn=, Beiträge zur Biologie der Pflanzen I, 3, p. 71.
1875.
[19] =M. Büsgen=, Über die Art und Bedeutung des Tierfangs bei
Utricularia vulgaris. Ber. d. D. Bot. Ges. 1888. VI, p. LV-LXIII.
[20] =H. N. Mosely=, Nature. Vol. XXX, 1884, p. 81. Naturforscher
1884, S. 276.
[21] =Ch. Darwin=, Ges. Werke (Leben u. Briefe III.) Bd. XVI, S. 315.
[22] =A. v. Kerner= und =R. v. Wettstein=, Über die rhizopodoiden
Verdauungsorgane tierfangender Pflanzen. Sitzber. d. k. Akad. d.
Wiss. Wien 1886 I. Bd. XCIII; vgl. Biol. Centralbl. VI, p. 484.
[23] =V. Fayod=, Über die wahre Struktur des lebendigen Protoplasmas
und die Zellmenbranen. Naturw. Rundschau V. 1890 (Vorläuf. Mitteil.).
[24] =Buchenau= in Bot. Ztg. 1865, S. 93.
[25] =Hildebrand= in Bot Ztg. 1869, S. 505-507.
[26] =Herm. Müller=, Die Befruchtung der Blumen durch Insekten
und die gegenseitigen Anpassungen beider. Leipzig 1873. -- The
fertilisation of flowers. London 1883 (564 S.).
[27] =Gilbert=, Reproduction végétative de l’Ultricularia intermedia.
Bull. Soc. bot. belg. Extr. Justs Bot. Jahresber. XI. (1883), S. 55.
[28] =Ch. Darwin=, Ges. Werke Bd. IX, 2. Abteil.
[29] =Justs= Bot. Jahresber. 1880-1881, S. 182.
[30] =v. Schlechtendal, Langethal= u. =Schenk=, Illustr. Flora von
Deutschland. Neue Aufl. von Hallier besorgt.
[31] =Julius Wiesner=, Biologie der Pflanzen (III. T. d. wissensch.
Botanik). Wien 1889 (305 S. m. 60 Illustr. u. 1 Karte).
[32] =A. v. Kerner=, Über explodierende Blüten. V. K. k. bot. zool.
Ges. Wien, XXXVII, 1887, S. 28 ff. Bot. Centralbl. Bd. XXX, 1887, S.
180 ff.
[33] =Hegelmaier=, Monographie der Lemnaceen. Leipzig 1868. Über
die Fructifikationsteile von Spirodela, Bot. Ztg. 1871; danach die
Lemnaceen in Englers Monographie (+Engler+ u. +Prantl+, Die natürl.
Pflanzenfamilien 1890).
[34] =William Trelease=, On the Structures which favor
Cross-fertilizization in several Plants. Proceed. of the Bost. Soc.
of Nat. Hist. Vol. XXI, 1882, March 15, p. 410-440 (m. 52 Fig. auf 3
Taf.).
[35] =George Engelmann=, Spirodela. Bull. Torr. Bot. Club Nov. 1870
I, p. 42-43; Anthers of Lemnae (l. c. März 1871 II, p. 10-11).
[36] =Federico Delpino=, Rivista botanica dell’ anno 1881. Milano
1882, S. 33.
[37] =Henry Gillmann=, Lemna polyrrhiza again discovered in flower on
the Detroit river. Amer. Naturalist. XV, 1881, Nov., p. 896-897.
[38] Graf =von Saporta=, Die Pflanzenwelt vor dem Erscheinen des
Menschen. Deutsch von Karl +Vogt+. Braunschweig 1881.
[39] Vgl. =Casparys= Bearb. d. Nymphaeaceen in Potoniés illustr.
Flora von Nord- u. Mitteldeutschl. Berlin 1889. S. 249-251.
[40] =Engler= und =Prantl=, Die natürlichen Pflanzenfamilien. Leipzig
1888.
[41] =Charles Robertson=, Bot. Gaz. Vol. XIV, S. 122-125, 297-298.
-- =W. Watson=, Notes on nymphaeas. Gardeners Chronicle 1884, XXI,
S. 87-88. (Das Öffnen u. Schliessen zu bestimmter Tageszeit kann
durch künstliche Belichtung oder Verdunkelung nicht abgeändert
werden.) -- Die Bestäubungseinrichtungen der Nymphaeaceen sind auch
von +A. Schulz+ (Beiträge zur Kenntnis der Bestäubungseinrichtungen
u. Geschlechtsverteilung bei d. Pflanzen. I. Bibl. bot. Heft X, II.
Bibl. bot. Heft XVII) beschrieben worden.
[42] =K. Fr. Jordan=, Die Stellung der Honigbehälter und
Befruchtungswerkzeuge in den Blumen. Doktordiss. Halle 1886.
[43] =F. Hildebrand=, Die Verbreitungsmittel der Pflanzen. Leipzig
1873.
[44] =E. Huth=, Die Klettpflanzen mit besonderer Berücksichtigung
ihrer Verbreitung durch Tiere. Bibl. bot. Heft IX. Cassel 1887 (36 S.
u. 78 Fig.).
[45] =F. Ludwig=, Über durch Austrocknen bedingte Keimfähigkeit der
Samen einiger Wasserpflanzen. Biol. Centralbl. VI, S. 229.
[46] =A. G. Nathorst=, Untersuchungen über das frühere Vorkommen der
Wassernuss Trapa natans. Bot. Centralbl. XXVII, 1886, S. 271-274.
[47] =V. B. Wittrock=, Einige Beiträge zur Kenntnis der Trapa natans.
Bot. Centralbl. XXXI, 1887, S. 352-357, 387-389.
[48] =Potonié=, Illustrierte Flora von Nord- u. Mitteldeutschland.
Berlin 1889, S. 241-242.
[49] Siehe 11.
[50] Vgl. =Volkens=, Beziehungen zu Standort und anatomischem Bau der
Vegetationsorgane. Jahresber. d. kgl. bot. Gart. Berlin, Bd. III,
1884.
[51] =A. Kerner=, Ritter von Marilaun, Die Schutzmittel der Blüten
gegen unberufene Gäste. Wien 1876, S. 22, 23.
[52] =O. Kirchner=, Neue Beobachtungen über die
Bestäubungseinrichtungen einheimischer Pflanzen. Stuttgart 1886.
[53] =F. Ludwig=, Biologische Notizen. I. Das Blühen von Polygonum
Bistorta. D. Bot. Monatsschr. VI, 1888, S. 4 ff.
[54] =Fr. Xav. Pfeifer=, Der goldene Schnitt und dessen
Erscheinungsformen in Mathematik, Natur u. Kunst. Augsburg 1885. --
Vgl. auch meinen Aufsatz in d. wiss. Rundsch. d. Münchener N. N,
1889, No. 84.
[55] =F. Hildebrand=, Die Geschlechterverteilung bei den Pflanzen.
Leipzig 1867.
[56] =Otto Kuntze=, Die Schutzmittel der Pflanzen gegen Tiere und
Wetterungunst etc. Leipzig 1877, S. 80-82.
[57] Vgl. =H. Ortmann=, Beiträge zur Kenntnis unterirdischer
Stengelgebilde. Doktordissert. Jena 1886 (weitere Litteratur). --
=C. Müller=, Der Bau der Ausläufer von Sagittaria sagittaefolia.
Sitzungsber. d. Ges. Naturforsch. Freunde zu Berlin. 1884.
[58] =E. Warming=, Über die Keimpflanzen von Phragmites communis.
Bot. Centralbl. XXI, S. 156 ff.
[59] =M. J. Klinge=, Über den Einfluss der mittleren Windrichtung
auf das Verwachsen der Gewässer nebst Betrachtung anderer von der
Windrichtung abhängiger Vegetationserscheinungen im Ostbalticum.
Englers bot. Jahrbücher XI, 1889, S. 264-313. Bot. Centralbl. XLII,
S. 25.
[60] =Sandor Dietz=, Die Blüten- und Fruchtentwickelung bei den
Gattungen Typha und Sparganium. Biblioth. bot. Heft 5, 1887 (mit 3
Taf.). -- Bot. Centralbl. XXVIII, 1886, S. 26-30, 56-60.
[61] =Kronfeld=, Über den Blütenstand des Rohrkolbens. Sitzungsber.
d. k. Akad. d. W. Wien 1886, I. Abt, Bd. XVI, S. 78-109.
[62] =A. Schulz=, Bibl. bot. H. 10. Cassel 1888, S. 96-97 (vgl. unter
40).
[63] Vgl. =F. Ludwig=, Ein neuer Fall verschiedener Blütenformen bei
Pflanzen der nämlichen Art etc. Biol. Centralbl. VI, 1887, S. 737-739.