Dem Einfluß der bösen Geister sucht man auf alle nur mögliche Weise
zu begegnen, durch Opfer, Amulette, Beschwörungen und manches andere.
Bevor man die Zelte zur neuen Wanderung abbricht, umreitet man
dreimal das Lager, um die bösen Geister zu bannen. Aus demselben
Grunde speit man dreimal in das Wasser, wenn man auf der Wanderung
eine Brücke überschreitet. Erwachsene tragen häufig Stechapfelsamen
als wirksames Abwehrmittel in den Schuhen bei sich, um bei wichtigen
Unternehmungen Glück zu haben, hängen sich kleine aus Lindenholz,
gleichfalls einem kräftigen Zaubermittel, geschnittene Täfelchen
auf den bloßen Leib, um vor ansteckenden Krankheiten bewahrt zu
bleiben, schlingen sich eine aus Eselshaaren geflochtene Schnur um
den linken Oberschenkel, um bei Frauen Glück zu haben, und wenden
noch eine ganze Reihe ähnlich gearteter Maßnahmen an. Helferinnen
erstehen den Menschen in den +Zauberfrauen+. In erster Linie sind
diese ihnen sowie den Tieren nützlich als Heilkünstler, denn sie
gelten als mit besonderen Kenntnissen und Kräften ausgestattet, um
das Schlechte, die Krankheitsdämonen, aus dem Körper zu vertreiben.
Hiervon abgesehen, verstehen sie sich aber auch darauf, das Gelingen
eines Unternehmens zu fördern, Liebe und Haß zu entfachen, die Seele
des Menschen zu „binden und zu lösen“, das Wetter zu regeln, das Bild
der Zukünftigen herbeizuzaubern, die Toten zu bannen und dergleichen.
Ihre übernatürlichen Kräfte werden meistens vererbt und von den älteren
Zauberfrauen bei den dafür Begabten weiterentwickelt. Aber auch durch
geschlechtlichen Verkehr mit den Wassergeistern (Niwaschi) oder
Erdmenschen (Pçuvusche) kann man zur Zauberin werden.
[Illustration: Totenwache, ein Brauch bei den spanischen Zigeunern.