Abb. 349. Mecklenburgischer Brautwagen.]

Vor seinem Fortgang pflegt das junge Paar noch einen „Ehrentanz“ zu

tanzen, und zwar um drei brennende Lichter herum, die entweder auf dem

Fußboden stehen oder von drei Mädchen gehalten werden. Es darf aber

auf keinen Fall eins der Lichter von den Tanzenden ausgelöscht werden,

da es sonst Unglück in der Ehe geben würde. Eine Weiterbildung dieser

Sitte ist der bekannte Fackeltanz, wie er bei Hochzeiten im Hause der

Hohenzollern aufgeführt wird.

Die Hochzeit endet in Norddeutschland mit dem sogenannten +Kehraus+,

einer Polonäse, bei der die mit allen möglichen Wirtschaftsgegenständen

bewaffneten Gäste nach einer bekannten Melodie durch das ganze Haus und

auch durch die Ställe ziehen, wonach sie in frühern Zeiten schließlich

mit einem Besen tatsächlich ausgekehrt wurden.

[Illustration: Abb. 350. Hessische Bauernhochzeit.

Nach einer Originalzeichnung von A. v. Roeßler.

Den Neuvermählten wird auf dem Wege nach ihrem neuen Heim der Weg

versperrt; erst nachdem der Bräutigam sich durch ein Trinkgeld

losgekauft hat, kann der Zug seinen Weg fortsetzen.]

[Illustration:

Mit Erlaubnis des Schlesischen Museums für Kunstgewerbe und

Altertümer in Breslau.

Bauernhochzeit in Oberschlesien.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 161 / 203 题