Bei der +Trauung+ weissagt man aus dem Verhalten der brennenden
Altarkerzen während des Ringwechsels das Schicksal der Getrauten:
wenn sie trübe brennen, flackern oder gar erlöschen, befürchtet man
Unglück, Zwist und selbst frühzeitigen Tod dessen, auf dessen Seite die
Flamme erlischt; brennen sie dagegen hell und gleichmäßig, so erhofft
man ein glückliches, langes Zusammenleben, Friede und Freude. Fällt
ein Ring zur Erde, dann bedeutet dies gleichfalls Unglück. Um die
Herrschaft über die andere Ehehälfte zu haben, muß der Bräutigam beim
Empfangen des Segens auf den Saum des Kleides seiner Braut niederknien,
diese dagegen beim Aufstehen zuerst auf den Fuß des Bräutigams treten,
und jeder von beiden muß versuchen, beim Händereichen seine eigene Hand
nach oben zu bringen.
[Illustration:
Phot. Solveig Lund.