Nach einem Bilde von J. Schlegel]

Bei der +Trauung+ weissagt man aus dem Verhalten der brennenden

Altarkerzen während des Ringwechsels das Schicksal der Getrauten:

wenn sie trübe brennen, flackern oder gar erlöschen, befürchtet man

Unglück, Zwist und selbst frühzeitigen Tod dessen, auf dessen Seite die

Flamme erlischt; brennen sie dagegen hell und gleichmäßig, so erhofft

man ein glückliches, langes Zusammenleben, Friede und Freude. Fällt

ein Ring zur Erde, dann bedeutet dies gleichfalls Unglück. Um die

Herrschaft über die andere Ehehälfte zu haben, muß der Bräutigam beim

Empfangen des Segens auf den Saum des Kleides seiner Braut niederknien,

diese dagegen beim Aufstehen zuerst auf den Fuß des Bräutigams treten,

und jeder von beiden muß versuchen, beim Händereichen seine eigene Hand

nach oben zu bringen.

[Illustration:

Phot. Solveig Lund.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 157 / 203 题