Abb. 282. Blumengeschmückte Tänzer in der Zentralschweiz.]

[Illustration: Abb. 283. Alter Volkstanz der oberschlesischen Jugend

(Gegend von Tarnowitz).]

Auch das +Osterfest+ war ursprünglich ein Frühlingsfest, obgleich

es sich, oberflächlich betrachtet, aus dem jüdischen Passah- oder

Pesachfeste entwickelt hat, dem Feste zum Gedächtnis des Auszuges

der Kinder Israel aus Ägypten, das mitzufeiern Jesus nach Jerusalem

eingezogen war. Das Passahfest, das das nachweisbar älteste Fest der

Juden ist und in Wirklichkeit schon lange vor der Zeit ihres Auszuges

aus Ägypten gefeiert wurde, ist keineswegs als ein den Israeliten

eigentümliches Fest anzusprechen, sondern war, wie die in noch

früheren Zeiten in Ägypten und Babylonien begangenen Festlichkeiten,

ursprünglich ein Frühlingsfest, ein Fest, an dem man Gebete an die

Götter richtete, um Fruchtbarkeit für Tiere und Pflanzen von ihnen zu

erreichen. Die alten Deutschen kannten gleichfalls ein Frühlingsfest,

das sie zu Ehren ihres Gottes Thor und seiner Schwester Ostara

oder Eostra feierten. An seine Stelle setzte die christliche Lehre

das Passahfest. Mit allen Mitteln versuchte sie, den von den Juden

überkommenen Namen für dasselbe beizubehalten; indessen blieb die

Erinnerung an die heidnische Göttin in den Bezeichnungen Ostern und

Easter beim deutschen und englischen Volke erhalten.

[Illustration:

Phot. The Topical Preß Agency.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 136 / 203 题