Der Aberglaube, daß das Essen von dem Fleisch bestimmter Tiere die
Eigenschaften dieser auf den, der es genießt, und selbst auf die Frucht
in dessen Leibe übergehen lasse, mag Veranlassung dazu gegeben haben,
daß viele Stämme die Aschenreste ihrer Vorfahren unter ihr Getränk
mischen, um sich so deren gute Eigenschaften anzueignen. Die Kobéua,
die diese Unsitte üben, halten dabei zugleich Tänze ab, wo die Masken
eine große Rolle spielen, die wir eingangs schon kennen gelernt haben.
Wir erinnern ferner an die unter vielen Naturvölkern verbreitete oder
richtiger verbreitet gewesene Sitte der +Menschenfresserei+, die
zumeist ähnlichen Zwecken dienen sollte wie das erwähnte Vermischen
des Getränks mit der Asche Verstorbener. Sie war früher allgemein
üblich und soll auch jetzt noch bei gewissen Stämmen, zum Beispiel den
Uitóto, vorkommen. Der Indianer, der dies tut, will dadurch sowohl die
guten Eigenschaften seines Feindes in sich aufnehmen als auch dessen
Persönlichkeit vollständig vernichten und sich dadurch gegen die Rache
des Geistes des Verstorbenen schützen.
[Illustration:
Phot. E. Nordenskjöld.