In dieser Nacht bleibt das junge Paar endlich zum ersten Male allein.
Es bleibt dort eine ziemliche Zeit lang wohnen, die zwischen einem
Monat bis zu zwei Jahren schwankt; darauf siedelt es in das Zelt über,
das seither den Eltern des Bräutigams gehört hatte, wo dann das junge
Paar für immer Wohnung nimmt, während die Alten sich ein neues Zelt
herrichten.
[Illustration:
Phot. H. H. Johnston.
Abb. 116. Kleidung der Nkimbogeheimgesellschaft.
Wenn die jungen Leute alle Weihen empfangen und die Geheimsprache der
Gesellschaft erlernt haben, dürfen sie ein besonderes Gewand anlegen,
das einem Reifrock gleicht und aus Gras oder aus Palmfasern angefertigt
ist. Gesicht und Oberkörper sind mit Ton weiß gefärbt.]
Das Kongobecken.
Das Kongobecken, der äquatoriale Teil Westafrikas, wird in der
Hauptsache von Bantustämmen bewohnt, zwischen die eingesprengt sich
vielfach noch mehr oder minder zahlreiche Pygmäen- oder Zwergstämme
finden, wahrscheinlich die Überreste der Urbevölkerung, die einst ganz
Mittel- und Südafrika eingenommen haben dürfte.
Von der +Körperbeschaffenheit+ der +Pygmäen+ war bereits an anderer
Stelle die Rede, so daß wir hier nicht weiter darauf einzugehen
brauchen. Nur ein paar Worte über ihre heutige +Verbreitung+ mögen
hier folgen. Der südlichsten Ausläufer dieser Rasse, der Buschmänner,
gedachten wir ausführlicher schon oben. Weiter nördlich sitzen in den
Urwäldern von Kamerun die Badjeri oder Bojaeli, die Bekerelle und
die Bako, im Hinterlande der Loangoküste die Bakke-Bakke, Dongo und
Obongo. Von der Westküste aus verbreiten sich die Zwergvölker über das
Kongobecken hinaus in zum Teil zahlreichen Trupps (Bakoa, Batua, Bopoto
und so weiter) bis zu den großen ostafrikanischen Seen hin, wo sie ihre
größte Dichtigkeit zu erreichen scheinen. Man kennt sie hier unter den
Namen der Tiki-Tiki, Akka, Wambutti, Ewé, Ituri, Batwa und anderer
mehr. Teilweise sind sie bereits Kreuzungen mit den hochwüchsigen
Nachbarnegern eingegangen.
[Illustration:
Aus: Czekanowski, Forschungen im Nil-Kongo-Zwischengebiet.