Abb. 70. Reiben der Rotholzschminke in Nordkamerun.]

Bei den edosprechenden Völkern hängt die Art des Begräbnisses davon ab,

ob der Verstorbene kinderlos war oder nicht. In der Regel erfährt ein

Mann oder eine Frau, die ohne Nachkommenschaft sterben, keine bessere

Behandlung als ein Kind; dieses sowohl wie jene werden einfach in den

Busch geworfen. Handelt es sich aber um eine Person mit Erben, dann

wird sorgfältiger mit ihr verfahren. Nachdem die Leiche gewaschen,

in ein weißes Tuch gehüllt und auf das Bett gelegt worden ist, wird

eine Ziege oder ein Huhn zu ihren Füßen geopfert, damit der Geist

kräftig genug werde, um den richtigen Ort aufzusuchen. Überlieferte

Begräbnislieder werden bei der Beisetzung gesungen, manchmal auch,

nachdem das Grab zugeschaufelt worden ist, noch ein weiteres Opfer

auf ihm dargebracht. Sodann reinigen sich die Totengräber mit Wasser

oder mit der läuternden Wirkung eines Huhnes. Jeder Schwiegersohn des

Verstorbenen muß eine Opfergabe, bestehend in Stoffen, Yamwurzeln,

Kokosnüssen und anderen Gegenständen, nicht zu vergessen die Ziege,

darbringen; meistens wird mehrere Tage und Nächte hindurch geopfert.

Am letzten Abend der Trauerfeier kleidet sich ein Familienglied wie

der Verstorbene an und nimmt dessen Platz ein. -- Wurde jemand von

einem Krokodil aufgefressen, dann bringt man ein Palmblatt und einen

Topf zu dem Wege, auf dem der Verstorbene den Ort verließ. Ein Sohn

oder eine Tochter ruft ihm zu, er solle zurückkehren, und berührt die

Erde mit dem Blatt, nimmt dann dieses und den Topf wieder mit nach

Hause und legt die Sachen auf das Bett des Toten; hier werden noch

einmal dieselben oder ähnliche Förmlichkeiten vollzogen. -- Während

der beiden letzten Monate in der nassen Jahreszeit dürfen Tote nicht

begraben werden; bei einem währenddessen etwa eingetretenen Todesfall

werden die Leichen in den Busch gebracht und hier so lange belassen,

bis die Regenzeit vorüber ist.

[Illustration:

Phot. C. H. Firmin.

Abb. 71. Eine Haussafrau,

die die Anwendung der Hennah zeigt. Aus besonders festlichen Anlässen,

zum Beispiel bei einer Hochzeit, werden die Handflächen und Fußsohlen

damit eingerieben und die Farbe mittels Binden für einige Stunden

darauf festgehalten. Dieses Verfahren soll die bösen Geister vertreiben

und die Person reinigen.]

[Illustration:

Aus „Tremearne, Hausa Superstitions and Customs“.

Abb. 72. Szene vom Ringspiel der Haussa,

das, wie sportliche Kämpfe überhaupt, unter ihnen sehr verbreitet ist.]

[Illustration:

Phot. T. J. Alldridge.

Abb. 73. Bundumitglieder in Tanztracht.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 74 / 203 题