Bei den edosprechenden Völkern hängt die Art des Begräbnisses davon ab,
ob der Verstorbene kinderlos war oder nicht. In der Regel erfährt ein
Mann oder eine Frau, die ohne Nachkommenschaft sterben, keine bessere
Behandlung als ein Kind; dieses sowohl wie jene werden einfach in den
Busch geworfen. Handelt es sich aber um eine Person mit Erben, dann
wird sorgfältiger mit ihr verfahren. Nachdem die Leiche gewaschen,
in ein weißes Tuch gehüllt und auf das Bett gelegt worden ist, wird
eine Ziege oder ein Huhn zu ihren Füßen geopfert, damit der Geist
kräftig genug werde, um den richtigen Ort aufzusuchen. Überlieferte
Begräbnislieder werden bei der Beisetzung gesungen, manchmal auch,
nachdem das Grab zugeschaufelt worden ist, noch ein weiteres Opfer
auf ihm dargebracht. Sodann reinigen sich die Totengräber mit Wasser
oder mit der läuternden Wirkung eines Huhnes. Jeder Schwiegersohn des
Verstorbenen muß eine Opfergabe, bestehend in Stoffen, Yamwurzeln,
Kokosnüssen und anderen Gegenständen, nicht zu vergessen die Ziege,
darbringen; meistens wird mehrere Tage und Nächte hindurch geopfert.
Am letzten Abend der Trauerfeier kleidet sich ein Familienglied wie
der Verstorbene an und nimmt dessen Platz ein. -- Wurde jemand von
einem Krokodil aufgefressen, dann bringt man ein Palmblatt und einen
Topf zu dem Wege, auf dem der Verstorbene den Ort verließ. Ein Sohn
oder eine Tochter ruft ihm zu, er solle zurückkehren, und berührt die
Erde mit dem Blatt, nimmt dann dieses und den Topf wieder mit nach
Hause und legt die Sachen auf das Bett des Toten; hier werden noch
einmal dieselben oder ähnliche Förmlichkeiten vollzogen. -- Während
der beiden letzten Monate in der nassen Jahreszeit dürfen Tote nicht
begraben werden; bei einem währenddessen etwa eingetretenen Todesfall
werden die Leichen in den Busch gebracht und hier so lange belassen,
bis die Regenzeit vorüber ist.
[Illustration:
Phot. C. H. Firmin.
Abb. 71. Eine Haussafrau,
die die Anwendung der Hennah zeigt. Aus besonders festlichen Anlässen,
zum Beispiel bei einer Hochzeit, werden die Handflächen und Fußsohlen
damit eingerieben und die Farbe mittels Binden für einige Stunden
darauf festgehalten. Dieses Verfahren soll die bösen Geister vertreiben
und die Person reinigen.]
[Illustration:
Aus „Tremearne, Hausa Superstitions and Customs“.
Abb. 72. Szene vom Ringspiel der Haussa,
das, wie sportliche Kämpfe überhaupt, unter ihnen sehr verbreitet ist.]
[Illustration:
Phot. T. J. Alldridge.
Abb. 73. Bundumitglieder in Tanztracht.