Glaubt ein Ekoi, daß seine letzte Stunde gekommen sei, dann bittet er
den Priester des Juju Mfam, er möge ihm von dem heiligen Baume Zweige
bringen. Sofern dann überhaupt noch die Möglichkeit besteht, daß
wirklich noch nicht die Todesstunde naht, so hofft der Kranke sofort
dadurch gesund zu werden. Wenn es aber tatsächlich mit ihm zu Ende
geht, dann streicht der Priester leise mit den Zweigen über das Gesicht
des Sterbenden, damit sein Geist ohne Schmerz in das Reich von Obassi
Nsi eingehen könne. Nachdem die Leiche gewaschen worden ist, kommt sie
in einen Sarg, der mit Stoff ausgelegt ist, zu liegen; die Hände werden
ihr über der Brust gefaltet. Der Sarg wird in einer der Hütten in einer
etwa sechs Fuß tiefen Grube beigesetzt und diese zugeschaufelt. Sodann
finden verschiedene Tänze statt, und eine Kuh sowie eine Ziege werden
geopfert. Ein Teil von dem Fleisch und von den Getränken wird den
Vorfahren dargebracht, der Rest unter die versammelten Leidtragenden
verteilt. Mehrere Tage, selbst Wochen lang wird Totenwache abgehalten.
Stirbt ein Auswärtiger, dann wird er auf dem Wege, der ihn in die Stadt
führte, begraben, damit sein Geist sich ohne Mühe in die Heimat wieder
zurückfinden oder wenigstens nach ankommenden Freunden Ausschau halten
könne.
[Illustration:
Phot. F. Smend.
Abb. 67. Tänzer vom Stamme der Difalo.
Sie treten hauptsächlich bei Totenfeiern in Tätigkeit und tragen
dabei eine besondere Tracht, zu der namentlich ein höchst sonderbarer
Kopfputz gehört.]
[Illustration:
Phot. P. Amaury Talbot.
Abb. 68. Eine heilige Trommel der Ekoi zu Awaw Offong.
Nach alter Sitte begrüßt ein Fremder, wenn er einen Ort in Abwesenheit
des Häuptlings besucht, diese Trommel im Egbo-Hause, indem er sich so
tief vor ihr neigt, bis seine Fingerspitzen die Erde berühren.]
[Illustration:
Aus „Tremearne, The Tailed Head-Hunters of Nigeria“.