mit einem bis zu den Knien reichenden Keuschheitsgürtel. Er ist aus
Zwirn geflochten und schwarz gefärbt.]
Der +Typus+ (Abb. 2) der westafrikanischen Neger gleicht im allgemeinen
dem der Sudan- und Bantuneger, wie wir ihn bereits geschildert haben,
so daß wir von einer Wiederholung hier absehen können. Natürlich
hat er durch die langjährigen Vermischungen mit den Fulbe und
Haussa, desgleichen mit den in früheren Jahrhunderten eingewanderten
Portugiesen vielfach eine Veränderung, oft genug zu seinem Besten,
erfahren.
Die +Bekleidung+ der westafrikanischen Neger ist je nach dem Grade,
in dem sie von der europäischen Kultur beeinflußt worden ist,
eine ganz verschiedene. Im Inneren gehen die Männer noch vielfach
im paradiesischen Zustande einher, auch die Frauen, wenn man von
Schmucksachen, die sie sich umhängen, absieht (Abb. 3 und 4). Meistens
aber tragen sie schon einen kleinen Schamschurz; die Kinder pflegen
indessen meistens ganz nackend zu erscheinen. An der Küste dagegen
bedeckt man sich den Körper bereits in größerer Fläche mit Umhängen
oder Tüchern (Abb. 5) nach Art einer Toga (Abb. 6 und 7), vielfach hat
man sich auch bereits der europäischen Kleidung angepaßt (Abb. 9) und
macht selbst die neuesten Moden mit; so aufgeputzte Schwarze wirken
geradezu lächerlich.
+Schmuck+ wird allenthalben getragen in Gestalt von Schnüren aus
Perlen oder Metallreifen um Hals, Arme und Leib (Abb. 8, 10 und
12). Auch begegnen wir vielfach der Ausdehnung der Lippen und der
Ohrläppchen durch Einführung immer stärker werdender Gegenstände, bis
sie ganze Scheiben zu halten vermögen (Abb. 15 und 16), die öfters
mit Samenkörnern, Perlen und Zinnauslagen verziert sind. Ebenso wird
verschiedentlich auch Nasenschmuck (Abb. 11), Perlen, Korallen,
Vogelklauen und so weiter, getragen. Sehr beliebt sind +Tatauierungen+,
sowohl im Gesicht wie auch am Körper. Diese Muster, die entweder in
feinen Punkten oder in Strichen bestehen (Abb. 3, 4, 13 und 14), dienen
teils als Stammes- oder Herkunftsabzeichen, teils als Kennzeichen
bestimmter Lebensabschnitte. Bei vielen Stämmen beginnt man mit der
Tatauierung bereits in der Kindheit und fügt aus bestimmten Anlässen
(Reifezeit, Hochzeit) neue Muster hinzu. Bei den Haussa vermag man aus
den Tatauierungszeichen herauszulesen, welcher Stadt sie entstammen
und welches Gewerbe sie betreiben. Die größeren Einschnitte in
die Haut werden vielfach durch Einreiben verschiedener Mittel an
der frühzeitigen Heilung gehindert, so daß mit der Zeit aus ihnen
daumendicke Narben hervorgehen, was um so leichter zu erreichen ist,
als gerade bei den Schwarzen die Haut große Neigung bekundet, üppig zu
wuchern (Keloidbildung; Abb. 17). Ganz eigenartig und abwechslungsreich
sind die Haarfrisuren der Neger, im besonderen derer von Kamerun, so
daß es unmöglich ist, sie im einzelnen vorzuführen (Abb. 18 bis 27).
[Illustration:
Phot. _Dr._ G. Buschan.