AMEN

Die Stunde naht, o Herr; nun benedeie

Den ausgelöschten Schlaf der Knechte.

Ich harre, Herr, dass deine Rechte

In Kellerhöhlen Rosen streue.

Ich höre, dass von deinem Hauch gesunde

Mein Herz, nun endlich sicher vor Verrat,

Ein Osterlamm, das sich im Sumpf vertrat,

Und tief in warmen Fluten eine Wunde.

Ich harre, Herr, auf Nächte sonder Ende,

Auf eine unheilbare Schwäche,

Dein Ebenbild auf schwüler Wasserfläche

Und streck' nach deinem Schatten meine Hände.

Und deiner Nächte, Vater, will ich harren,

Auf dass sich die Begierden all, die schwülen,

Und Träume in dem feuchten Abend kühlen

Und dann in einem Eispalast erstarren ...

Gedichte(#67399) · 第 23 / 63 题