SEHNEN IM WINTER

Ich weine über Lippen ohne Farben,

Auf denen keine Küsse je geboren,

Und über Wünsche wein' ich, die verloren

In hingemähten Traurigkeiten starben.

Und immer ist der Himmel regenblass,

Und immer deckt der Schnee die Meeressäume.

Und Wölfe sind gelagert in das Gras

Vor der geschlossnen Schwelle meiner Träume.

In meine matte Seele, ganz verschwommen

Von fernen Tagen, ist ihr Blick gesenkt;

Sie sehn sie von der Lämmer Blut getränkt,

Die eines Tags im Eise umgekommen.

Und endlich tritt der Mond hervor

Und starrt mit seinem Strahl, dem trübsalschweren,

Darin des Herbstes welkes Laub gefror,

Auf all mein krankes, hungerndes Begehren.

Gedichte(#67399) · 第 21 / 63 题