Über russische Literatur

(1861)

Jeder geschichtliche Zeitabschnitt hat von jeher neben seinen

herrschenden Anschauungen und Überzeugungen noch einige andere

Anschauungen, zu denen öffentlich sich zu bekennen, den Zeitgenossen

gleichsam der Mut fehlt. Die Menschen von heute können freilich eine

Menge guter Beweggründe zu einem solchen Verhalten haben, doch oft

genug, ja sogar meistens verschweigen wir unsere wahre Meinung aus einem

gewissen geheimen Jesuitismus, dessen größter Knebel unsere Eigenliebe

ist – eine bis zur eifersüchtigsten Eitelkeit, ja sogar bis zum

empfindlichsten Ehrgeiz gesteigerte Eigenliebe. Das Seltsamste an dieser

Eigenliebe ist nun wohl, daß sie alles ruhig hinnimmt, sogar

Bezeichnungen wie Schurke, Spitzbube, Dieb – d. h. sofern sie nicht

buchstäblich ausgesprochen werden – alles, außer einem Zweifel an ihrem

Verstande. Der Grund hierfür ist vielleicht darin zu suchen, daß man

gerade in unserer Zeit immer stärker und schmerzhafter zu fühlen und

sogar schon zu erkennen anfängt, daß jeder Mensch erstens seiner selbst

wert ist, und zweitens, als Mensch im Namen seiner Menschenwürde auch

jedes anderen Menschen wert sein sollte. Infolge dieser Erkenntnis

verlangt es den Menschen nach Achtung seines Ich. Da aber der überlegene

Verstand der einzige unverrückbare und unbestreitbare Vorrang des einen

Menschen vor dem anderen Menschen ist, so will eben keiner in der

Berechtigung auf den Vorrang hinter dem anderen zurückstehen. Darum ist

man denn auch heutzutage mitunter gar zu zaghaft, wenn es sich darum

handelt, eine Überzeugung zu äußern. Aber man ist es, weil man

befürchtet, die anderen könnten sie rückständig oder sogar beschränkt

nennen. Und doch müßte ein jeder, der aufrichtig überzeugt ist, seine

Überzeugungen heilig halten; wer aber seine Überzeugungen heilig hält,

müßte doch auch etwas für sie tun. Ja, jeder ehrliche Mensch ist es,

unserer Meinung nach, einfach sich selbst schuldig, für seine

Überzeugungen einzutreten, wofern er wirklich selbst an sie glaubt –

denn es gibt ja unter den Überzeugten auch solche, die selber an ihre

Überzeugungen nicht glauben. Ich habe sogar persönlich einen solchen

Herrn gekannt. Er gehörte zu jener Kategorie zweifellos kluger Leute,

die in ihrem ganzen Leben nichts anderes tun als Dummheiten. (Übrigens,

wie ist das zu erklären, daß beschränkte, stumpfe Menschen viel weniger

Dummheiten begehen als kluge Menschen?) Doch als ich jenen Herrn fragte,

weshalb er denn andere mit solchem Eifer zu überzeugen trachte und woher

er dieses Feuer, diese Leidenschaft der Überzeugung nehme, wenn er

selber an seinen Worten zweifle – da antwortete er, daß er sich eben

deshalb so ereifere, weil er sich selbst überzeugen wolle. Da sieht man,

was das heißt, eine Idee von außen lieben, nur aus Vorliebe für sie, und

ohne sie vorher wirklich geprüft zu haben (es ist sogar, als

_fürchteten_ sie sich davor), ob sie richtig ist oder falsch! Wer weiß,

vielleicht ist es nur zu wahr, daß manche leidenschaftlichen Eiferer ihr

Leben lang andere zu überzeugen suchen, nur um sich selbst zu

überzeugen, und dann doch unüberzeugt ins Grab gehen ... Doch genug

davon! ... Mag man nun von uns denken, daß auch wir uns von unserer Idee

hinreißen ließen, daß die Idee an sich falsch, unbegründet sei und von

uns übertrieben werde, daß wir aus all zu jugendlicher Leidenschaft oder

aus greisenhafter Geistesschwäche sprechen usw. usw. ... Nun, dann möge

man es denken! Wir aber sind überzeugt, daß wir damit keinem schaden,

wenn wir öffentlich aussprechen, woran wir glauben. Weshalb sollten wir

es also nicht wirklich tun?

* * * * *

Ja, wir glauben, daß die russische Nation eine außergewöhnliche

Erscheinung in der Geschichte der ganzen Menschheit ist. Der Charakter

des russischen Volkes ist den Charakteren aller anderen europäischen

Völker so unähnlich, daß die Europäer ihn bis heute noch nicht

verstehen; oder was noch schlimmer ist, sie verstehen ihn verkehrt. Die

europäischen Völker streben alle demselben Ziele zu, sie haben alle ein

und dasselbe Ideal; das wird niemand bestreiten können. Aber alle

entzweien sie sich in ihren Lokalinteressen. Ihre Exklusivität auch

unter sich geht bis zur Unversöhnlichkeit, und je weiter desto mehr

gehen sie auseinander und entfernen sich vom gemeinsamen Wege. Wie es

scheint, will jede Nation nur aus eigener Kraft und ganz allein in ihrem

Lande das allmenschliche Ideal finden, und so stören sie sich

gegenseitig und schaden damit nur ihrer Sache. Wir wiederholen jetzt im

Ernst, was wir einmal scherzend sagten: Der Engländer kann bis auf den

heutigen Tag in der Existenz des Franzosen noch keine Logik sehen, und

umgekehrt: der Franzose versteht den Engländer nicht um ein Atom besser,

und das gilt nicht nur vom Durchschnittsfranzosen, vom instinktiven

Empfinden des Volkes, sondern sogar von seinen ersten Männern, sogar von

den geistigen Repräsentanten beider Nationen. Der Engländer macht sich

bei jeder Gelegenheit über seinen Nachbarn lustig und blickt mit

unversöhnlicher Verachtung auf dessen nationale Eigenheiten. Ihre

Gegnerschaft raubt ihnen die Unvoreingenommenheit und macht sie

parteiisch. So hören sie auf, sich gegenseitig zu verstehen. Die

Franzosen sehen mit anderen Augen auf das Leben als die Engländer und

ebenso verschieden sind ihre Religionen – und darauf sind sie noch

stolz! Immer beharrlicher und eigensinniger entfernen sie sich

voneinander in ihren Gesetzen wie in ihrer Weltanschauung. Sowohl der

Franzose wie der Engländer sieht in der ganzen Welt nur sich allein und

in jedem anderen ein Hindernis auf seinem Wege; und ein jeder will nur

bei sich das vollbringen, was bloß alle Völker zusammen vollbringen

könnten, mit vereinten Kräften. Wie nun, sollte diese Gegnerschaft etwa

nur ein Überbleibsel der früheren Kämpfe sein? Muß man die Ursachen der

Entzweiung in der Zeit der Jeanne d’Arc oder in der der Kreuzzüge

suchen? Ist denn die Zivilisation wirklich so machtlos, daß sie diesen

alten Haß bis auf den heutigen Tag noch nicht hat überwinden können?

Oder sollte man die Ursachen nicht vielmehr im Boden selbst, im Blut, im

ganzen Geist der beiden Völker suchen? Auch die übrigen Europäer sind

größtenteils wie jene. Die Idee der Allmenschheit schwindet bei ihnen

mehr und mehr. Bei jedem Volk erhält sie ein anderes Aussehen, verblaßt

zunächst und nimmt dann im Bewußtsein der Menschen eine ganz andere

Gestalt an. Das Christentum, das sie bisher noch verband, verliert mit

jedem Tage an Kraft und Bedeutung. Selbst die Wissenschaft vermag die

immer mehr Auseinanderstrebenden nicht zu vereinen. Freilich haben sie

insofern recht, als eben diese ihre Exklusivität, diese Gegnerschaft

untereinander, diese ihre Abgeschlossenheit von anderen und dieses

stolze Vertrauen auf sich allein – als gerade das ihnen die Riesenkräfte

im Kampf mit den Hindernissen auf ihrem Wege gibt. Nur werden dadurch

diese Hindernisse immer größer und zahlreicher. Dieser große Gegensatz

ist es, der die Europäer hindert, die Russen zu verstehen, und so

nennen sie die größte Eigenart des russischen Charakters –

„Charakterlosigkeit“. Wir wissen, daß wir alles das vorläufig ohne

Beweise aussprechen, doch die Anführung von Beweisen würde zu weit

führen und über den Rahmen dieses Artikels hinausgehen. Aber auch so

wird man uns wenigstens beipflichten, daß der Charakter der russischen

Nation sich aufs schärfste von den Charakteren der europäischen Nationen

unterscheidet, denn wodurch er sich vornehmlich auszeichnet, ist seine

hohe synthetische Begabung. Und doch hat die russische Nation

jahrhundertelang feindlich auf Europa geblickt, hat eigensinnig nichts

mit Europa zu tun haben wollen und hat seine Zukunft nicht einmal

geahnt! Peter aber verspürte in sich gleichsam instinktiv die neue Kraft

und erriet die Notwendigkeit einer Erweiterung des geistigen Horizonts

und des Arbeitsfeldes für alle Russen. Ich sage „die Notwendigkeit“,

weil es ihr Bedürfnis war, das sie unbewußt in sich trugen und das

unbewußt aus ihnen hervorbrach, – das schon von Anbeginn, seitdem es

überhaupt Slawen gibt, in ihrem Blute lag. Man sagt, Peter habe aus

Rußland nur ein Holland machen wollen. Das wissen wir nicht. Die

Persönlichkeit Peters ist trotz aller historischen Erklärungen und

Forschungen der letzten Zeit für uns bis jetzt noch sehr rätselhaft. Wir

begreifen nur eins: daß er doch mehr als nur originell sein mußte, um

als Zar von Moskau in Holland Werftarbeiter zu werden. Jedenfalls sehen

wir in Peter ein Beispiel dafür, wozu ein Russe sich entschließen kann,

wenn er sich erst einmal voll und ganz überzeugt hat und fühlt, daß die

Zeit gekommen ist und in ihm selber die neuen Kräfte schon herangereift

sind. Schier unheimlich ist es, bis zu welchem Grade der Geist des

Russen frei ist und von welch ungeheurer Gewalt sein Wille sein kann!

Noch niemals hat sich jemand von seinem Boden so losgerissen, wie der

Russe, und ist von seinem Wege so jäh abgebogen, um seiner neuen

Überzeugung zu folgen! Und wer weiß, meine Herren Europäer, vielleicht

ist es gerade Rußlands Bestimmung, solange zu warten, bis Sie Ihre

Aufgabe beendet haben, inzwischen Ihre Ideen sich anzueignen, Ihre

Ideale, Ihre Ziele, den Charakter Ihrer Bestrebungen zu begreifen, dann

aber Ihre Ideen zu vereinen, sie zu allmenschlicher Bedeutung zu erheben

und schließlich freien Geistes, frei von allen nebensächlichen Kasten-

und Klasseninteressen, ein neues, großes, in der Geschichte noch

unbekanntes Wirken zu beginnen, dort einsetzend, wo Sie aufhören, und

Sie alle mitzureißen! Hat doch unser Dichter Lermontoff Rußland mit dem

Recken unserer Sagen Ilja von Murom verglichen, der dreißig Jahre lang

gelähmt in der Hütte saß, dann aber plötzlich aufstand und ging, als er

mit einemmal Reckenkraft in sich verspürte. Wozu sind denn so reiche und

eigenartige Fähigkeiten den Russen verliehen? Etwa nur zu dem Zweck, um

zu nichts nütze zu sein?

Vielleicht wird man uns jetzt fragen, woher wir soviel Großtuerei,

soviel Anmaßung uns angeeignet und wo denn unsere Selbstkritik

geblieben, unser nüchterner Blick? Darauf entgegnen wir: wenn wir

solange so unnachsichtige Selbstverurteilung ertragen haben, dann werden

wir auch eine andere Wahrheit ertragen können, selbst wenn sie das

gerade Gegenteil jener ersten Selbsterkenntnis ist. Wir erinnern uns

noch sehr gut, wie wir uns ‚Slawen‘ schalten, weil wir uns nicht in

Europäer verwandeln konnten. Sollten wir nun wirklich nicht gestehen

dürfen, daß wir damals ohne Einsicht sprachen? Wir wollen deshalb die

Fähigkeit der Selbstverurteilung nicht abschütteln, wir lieben sie und

halten sie für eine der besten Seiten der russischen Natur, für ihre

Eigenart, für etwas, was die Europäer nicht haben. Wir wissen, daß wir

uns in unserer Selbstverurteilung noch lange werden üben müssen, ja

vielleicht sogar – je länger, desto besser. Aber versuchen Sie doch

einmal, meine Herren, dem Franzosen etwas Abfälliges zu sagen, nun z. B.

was seine Tapferkeit betrifft oder seine _légion d’honneur_. Oder rühren

Sie den Engländer in irgendeiner allergeringfügigsten seiner häuslichen

Gewohnheiten an, und Sie werden sehen, was er Ihnen antwortet. Weshalb

sollen wir nun nicht auch einmal eine unserer guten Seiten hervorheben –

daß wir Russen nämlich nicht so empfindlich und pedantisch sind

(ausgenommen vielleicht die sogenannten Generale unserer Literatur)! Wir

glauben an die Kraft des russischen Geistes nicht weniger als gleichviel

welche anderen Völker an ihren Geist. Sollten wir nun wirklich nicht das

bißchen Lob vertragen? Nein, meine Herren Europäer! Verlangen Sie von

uns vorläufig noch keine Beweise für die Richtigkeit unserer Äußerungen

über Sie und über uns, bemühen Sie sich lieber, uns etwas besser kennen

zu lernen, wenn Sie dazu nur die Muße finden. Da haben Sie sich Gott

weiß von wem sagen lassen, wir seien Fanatiker, und Sie glauben, die

Soldaten würden bei uns zum Fanatismus aufgestachelt. Mein Gott, wenn

Sie wüßten, wie lächerlich diese Ihre Annahme ist! Wenn es in der Welt

überhaupt ein Wesen gibt, das keinen Fanatismus kennt, so ist das gerade

der russische Soldat. Und wie schlecht kennen Sie auch unsere Offiziere!

Sie haben es sich nun einmal in den Kopf gesetzt, daß es bei uns nur

zwei Stände gäbe: _les boyards et les serfs_, – und darauf sitzen Sie

nun, stolz auf Ihr Wissen. Wo sind denn hier die Bojaren? Freilich gibt

es bei uns verschiedene Stände, doch zwischen allen unseren Ständen gibt

es mehr Vereinigungs- als Entzweiungspunkte. Das ist die Hauptsache. Das

ist die Bürgschaft für den Frieden im Inneren, für die Ruhe im

allgemeinen, die brüderliche Liebe und jedes Gedeihen. Jeder Russe ist

vor allen Dingen Russe, erst in zweiter Reihe kommt in Frage, zu welch

einem Stande er gehört. Bei Ihnen dagegen ist es ganz anders, und wir

bedauern Sie deshalb. Ja bei Ihnen pflegt es gerade umgekehrt zu sein.

Bei Ihnen ist aus Standesinteresse mitunter sogar die ganze Nation zum

Opfer gebracht worden, und das noch sogar vor kurzem, das geschieht

selbst jetzt noch und wird gewiß noch mehrmals geschehen. Folglich sind

bei Ihnen die Stände noch sehr stark unterschieden, die Stände sowohl

wie alle Ihre Korporationen.

Man wird uns nun vielleicht verwundert fragen wollen: „Aber worin

besteht denn Ihre gelobte Fähigkeit, Ihre Fortgeschrittenheit? Uns

deucht, zu sehen ist sie noch nirgends!“ – Ja, Sie sehen sie nicht, denn

Sie richten Ihren Blick auch gar nicht dorthin, wohin man ihn richten

muß. Es genügt, daß sie schon im Geist und im Verlangen des ganzen

Volkes ist; es genügt, daß eine, wenn auch noch so kleine Gruppe

anfängt, unter sich wenigstens im allgemeinen übereinzustimmen. Nennen

Sie uns nicht dünkelhafte, kurzsichtige, unreife Menschen. Nein, wir

haben schon lange den nötigen Einblick und suchen längst alles zu

analysieren; wir quälen uns mit dem Hin- und Herraten; wir sind uns über

dem Analysieren sogar selber zum Überdruß geworden. Wir haben doch auch

gelebt und vieles erlebt. Übrigens, sollten wir Ihnen nicht einmal die

Geschichte unserer Entwicklung, unseres Wachstums erzählen? Natürlich

werden wir nicht mit Peter dem Großen beginnen; wir beginnen mit der

jüngsten Zeit, eben mit der Zeit, als in unsere gebildete Schicht

plötzlich die Analyse eindrang. Nun also ...

Es gab Augenblicke, wo wir, d. h. die Zivilisierten, an uns selbst nicht

glaubten. Damals lasen wir noch französische Romane, lehnten aber einen

Alexander Dumas und seine ganze Sippe mit Verachtung ab. Wir stürzten

uns damals auf George Sand, aus deren Romanen wir zuerst das erfuhren,

was die Zensur in anderen Werken nicht durchließ – oh, und mit welcher

Begeisterung lasen wir George Sand! Damals hörten wir Ihr europäisches

Urteil über uns demütig an und gaben Ihnen noch recht, meine Herren, im

übrigen aber wußten wir nicht, was tun. Und weil wir nichts anzufangen

wußten, begründeten wir die naturalistische Schule. Auch Byronianer gab

es bei uns. Die taten größtenteils nichts, saßen müßig und verfluchten

nicht einmal die Welt, was sie als Byronianer eigentlich doch hätten tun

müssen. Höchstens lächelten sie mal, wenn ihre Faulheit es der Mühe wert

fand. Ja sie spotteten sogar über Byron, weil er sich noch so geärgert

und geweint und geflucht hatte, was doch zu einem Lord ganz und gar

nicht paßte. Sie sagten, es lohne sich nicht, sich zu ärgern und zu

verfluchen, es sei alles ohnehin schon so widerlich, daß man nicht

einmal seinen Finger rühren wolle, und ein gutes Diner sei noch das

beste vom Leben. Und wir hörten ihnen in Ehrfurcht zu und glaubten, in

ihrem Ausspruch vom guten Diner irgendeine geheimnisvolle, allerfeinste

und geistreichste Ironie zu vernehmen. Sie aber wurden dick und dicker,

nicht nur mit jedem Tage, sondern fast mit jeder Stunde. Einige blieben

auch bei der Theorie vom guten Diner nicht stehen und gingen

folgerichtig weiter: sie fingen an, die eigenen Taschen auf Kosten

anderer Taschen zu füllen. Viele wurden später Falschspieler, wir aber

meinten: „Nun ja ... das tun sie doch auch aus Prinzip. Man muß doch vom

Leben alles nehmen, was zu nehmen ist“. Und wenn sie vor unseren Augen

Taschendiebstahl betrieben, so sahen wir auch darin nur eine besondere

Art angewandten Byronismus, eine weitere Entwicklung und Anwendung

desselben, die Byron noch unbekannt geblieben war. Wir seufzten und

schüttelten betrübt das Haupt und klagten: „Da sieht man, wozu die

Verzweiflung einen bringen kann: dieser Mensch ist erfüllt vom edelsten

Unmut über das Schlechte, er brennt vor Verlangen nach Betätigung, aber

man läßt ihn nichts tun, man gibt ihm kein Arbeitsfeld und da – und da

unterschlägt er nun mit dämonischem Lächeln Karten oder wird zum

Taschendieb.“ Und wie rein, wie kindlich unschuldig sind viele von uns

aus dieser schmachvollen Atmosphäre hervorgegangen! Unendlich viele! –

Fast sogar alle – außer den Byronianern, versteht sich.

Aber wir hatten doch auch manche Hochherzige, denen es gelang, ein

überzeugendes, zündendes Wort zu sagen. Oh, die klagten nicht, daß man

sie nicht sprechen und nicht arbeiten lasse, oder wenn sie auch klagten,

dann doch nicht mit müßigen Händen, sondern sie taten, was und wie sie

konnten, sie _taten_ doch wenigstens etwas und ... haben viel, sehr viel

getan! Sie waren naiv wie Kinder, konnten die Byronianer ihr Lebtag

nicht begreifen und starben als Märtyrer. Friede ihrer Asche! Wir hatten

auch Dämonen, echte Dämonen; es waren ihrer zwei[31] und – oh, wie wir

sie liebten, wie wir sie auch heute noch lieben und schätzen! Der eine

von ihnen lachte, lachte sein Leben lang, lachte über sich und über sie,

und wir alle lachten mit ihm, lachten so lange, daß wir schließlich zu

weinen anfingen von unserem Lachen. Der eine von ihnen machte aus einem

Mantel, der einem Beamten abhanden kam, die furchtbarste Tragödie. Er

zeichnete uns in drei Zeilen den ganzen Leutnant Pirogoff – den ganzen,

bis auf das letzte Tüpfelchen. Er schilderte uns alle möglichen

Menschen, Spekulanten und Hochstapler, Geizhälse und Betrüger, Beamte

und Ehrenbürger. Er brauchte nur einmal mit dem Finger auf sie zu weisen

und sie waren auf ewig gestempelt, so daß wir schon auf den ersten Blick

wußten, wer sie sind und wie sie heißen. Oh, das war ein Dämon von so

kolossaler Gewalt, wie Europa noch nie einen gehabt und bei sich

vielleicht nicht einmal dulden würde. Und der zweite Dämon – doch diesen

zweiten Dämon haben wir vielleicht noch mehr geliebt als den ersten. Er

verfluchte und quälte sich, quälte sich wirklich; er rächte sich und

vergab, er weinte und lachte, lachte auch über uns, wenn er schrieb, er

war großmütig und ... lächerlich. Er erzählte uns sein Leben, seine

Liebesabenteuer, er litt und wir litten mit ihm, und dennoch: wer weiß,

ob wir von ihm nicht nur genasführt wurden? – Oft konnten wir nicht

unterscheiden, ob er im Ernst sprach, wie es den Anschein hatte, oder ob

er sich über uns lustig machte. Unsere Beamten kannten ihn auswendig und

ein jeder von ihnen spielte den Mephisto, sobald er die Kanzlei verließ.

Wir teilten niemals seine Ansichten, aber er bedrückte uns, machte uns

traurig und wir ärgerten uns und wir empfanden Mitleid mit irgend

jemandem, den wir nicht greifen, nicht nennen konnten, und sogar Wut

erfaßte uns. Zuletzt langweilten wir ihn und er verfluchte und verhöhnte

uns alle und verließ uns. Unsere Blicke folgten ihm lange – bis er

schließlich irgendwo umkam, zwecklos, aus Kaprice, und sogar, wie

gesagt, etwas lächerlich. Wir aber lachten nicht. Uns war damals

überhaupt nicht nach Lachen zu Sinn. Jetzt ist es etwas anderes. Jetzt

haben wir begriffen, daß wir diese ganze Mephistofelei, alle diese

dämonischen Anschauungen etwas zu Voreilig uns angelegt, daß es für uns

noch etwas zu früh war, uns selber zu verfluchen und an uns zu

verzweifeln. Ja, das waren unsere Dämonen. Doch es gab auch noch andere

Typen.

Zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft gibt es eine sogenannte „goldene

Mittelmäßigkeit“, die auf die führende Rolle Anspruch erhebt. Diese

„Goldenen“ haben eine ungeheuere Eigenliebe. Mit geradezu vernichtender

Verachtung und unverschämter Anmaßung blicken sie auf alle herab, die

noch unbekannt und nicht so „bedeutend“ sind wie sie. Sie aber sind die

ersten, die auf jeden Neuerer Steine werfen. Und wie hämisch boshaft,

wie beschränkt sind sie in ihrer Verfolgung jeder Idee, die noch nicht

Zeit gehabt hat, in das Bewußtsein der Gesamtheit einzudringen. Dann

aber – was für Marktschreier sie dann sind, was für eifrige und dabei

doch stumpfe Anhänger derselben Idee, sobald diese erst einmal in der

Gesellschaft Bedeutung erlangt hat! Allerdings begreifen auch sie

schließlich den neuen Gedanken, nur begreifen sie ihn immer erst nach

allen anderen und immer gleichsam roh, beschränkt, stumpf, und niemals

lassen sie die Einsicht gelten, daß, wenn die Idee richtig ist, sie dann

auch entwicklungsfähig sein muß und folglich mit der Zeit unbedingt

einer anderen Idee weichen wird, die aus ihr selber hervorgeht und sie,

wiederum den neuen Anforderungen einer neuen Generation entsprechend,

vervollständigen muß. Aber die Goldenen verstehen nie die neuen

Anforderungen, und was die neue Generation betrifft, so hassen sie diese

stets und sehen stolz auf sie herab. Das ist sogar ihr bestes

Erkennungszeichen. Unter diesen Goldenen gibt es immer eine große Menge

Händler und Hausierer, deren Handelsobjekt die moderne Phrase ist. Sie

sind es, die jeden neuen Gedanken gemein machen, ihn in eine Modephrase

verwandeln. Alles was sie anfassen, machen sie gemein. Jede lebendige

Idee wird in ihrem Munde zu einem Leichnam. Sie aber sind die ersten,

die den Lohn für die neue Idee einheimsen: am Tage nach der Beerdigung

des genialen Menschen, der die Idee verkündet hat und der gerade von

ihnen zu seinen Lebzeiten verhöhnt und verachtet worden ist. Einige von

ihnen sind sogar dermaßen beschränkt, daß sie im Ernst glauben, der

geniale Mensch habe nichts getan – getan hätten alles sie allein. Ihr

Eigendünkel ist schier unermeßlich. Sie sind geistig stumpf und

unoriginell, ja sogar knechtisch sind sie, obschon sie der Menge klug

erscheinen. Mit ein paar Schlagworten machen sie Eindruck, mit einigen

gewagten scharfen Phrasen; dabei geraten sie gewöhnlich in Ekstasen, da

sie weder den Sinn noch den geistigen Bau der Idee verstehen, und so

schaden sie ihr selbst dann, wenn sie auch noch so aufrichtig die neue

Ansicht teilen. Ein kleines aktuelles Beispiel: Die Denker und

Philantropen beschäftigen sich mit der Lösung eines Problems, sagen wir

meinetwegen mit der Frauenfrage. Es handelt sich um die soziale Stellung

der Frau, um ihre Gleichberechtigung mit dem Mann, ihre bisherige

Abhängigkeit vom Mann, usw. usw. Die „Goldenen“ verstehen das nun

unbedingt in dem Sinne, daß die Ehe _von Stund’ an_ über den Haufen

geworfen werden soll – die Hauptsache ist für sie, daß es _von Stund’

an_ geschehe. Ferner denken sie, daß jede Frau ihrem Manne nun nicht nur

untreu sein _kann_, sondern ihm sogar untreu _sein muß_, und daß eben

darin der ganze sittliche Wert und Sinn der Idee enthalten sei.

Am komischsten wirken diese Herren, wenn die Gesellschaft in einer

zerfahrenen Übergangszeit sich in zwei Parteien teilt. Dann wissen sie

nämlich nie, welcher Partei, welcher Meinung sie sich anschließen

sollen, und dabei sind sie doch oft Autoritäten! Da heißt es nun für

sie, sich entscheiden, seine Meinung äußern. Was tun? Nach langem

Schwanken entscheidet sich der Goldene endlich und – jedesmal fürs

Falsche. Das ist schon so sein Gesetz. Das ist sogar der

charakteristische Zug der Goldenen. Ein Beispiel erleben wir jetzt in

der Volksschulfrage. Man stützt sich auf die Tatsache, daß das gebildete

Volk – d. h. das des Lesens und Schreibens kundige – die Gefängnisse

fülle, und daraus folgern die Goldenen, daß Bildung fürs Volk schädlich

sei. Die Tatsache, die sie als vermeintlichen Beweis dieser

Schädlichkeit anführen, gibt es nur deshalb, weil die Kenntnis des ABC

unter dem Volk noch so wenig verbreitet ist. Anstatt sie nun noch

weniger zu verbreiten, sollte man sie gerade soviel als irgend möglich

zum Allgemeingut machen. Erst dann, wenn der Bauer, der lesen und

schreiben kann, nicht mehr eine solche Ausnahme unter seinesgleichen

sein wird, erst dann wäre die eine Ursache aufgehoben, weshalb gerade

die Nichtanalphabeten die Gefängnisse bevölkern. Überdies sollten unsere

Goldenen doch nicht vergessen, daß das ABC der erste Schritt zur Bildung

ist. Oder vielleicht gehört es sogar zu ihrem Regierungssystem, das Volk

im Dunkeln zu halten? Freilich ... es gibt keinen Menschen, der

verstockter und kapriziöser und schädlicher wäre, als es manch einer der

Kabinettphilantropen ist. Doch genug davon. Wir sind überzeugt, daß

selbst die geringste Elementarbildung das Volk sittlich heben, dem

einzelnen mehr Selbstachtung verleihen und somit die Wurzel vieler

Laster ausrotten würde. Alles hängt von den Verhältnissen ab, alles

verändert sich nur entsprechend den Verhältnissen. Ist erst einmal das

dringende Bedürfnis nach einem Neuen vorhanden oder wenigstens die

Erkenntnis, daß die Gesamtheit zu ihrem Gedeihen einer Neueinführung

bedarf, so wird sie alsbald auch Mittel und Wege finden, um das

Notwendige auszuführen. Dagegen wird keine selbst wirklich gute Reform

von der Masse als Verbesserung empfunden, sondern viel eher als neue

Bedrückung, oder jedenfalls als etwas Lästiges, wenn ihr noch nicht die

Notwendigkeit dieser Verbesserung zum Bewußtsein gekommen ist, und wäre

es auch nur in einer noch so geringen Erkenntnis. Ebenso verhält es sich

mit unserer Elementarschulfrage. Doch trotz aller Goldenen und deren

Ansichten wissen wir, daß unsere Intelligenz, die sich vom _Volksboden

gelöst_ hat, das Volk – diese „unerratene Sphinx“, wie einer unserer

Dichter es nennt – zu guter Letzt doch verstehen lernen wird. Sie wird

den Geist des Volkes erfassen und ihn in sich aufnehmen, denn sie weiß

bereits, daß dies die Grundlage unserer zukünftigen Entwicklung ist. Und

sie hat schon erkannt, daß es an ihr ist, den ersten Schritt zu tun, um

die Versöhnung und Vereinigung zustande zu bringen, und sie wird auch

die Lösung finden, _wie_ das geschehen muß.

Nun hängt alles vom ersten Schritt zur Annäherung ab: daß wir

herausbekommen, wie wir es anfangen sollen, damit das Volk uns sein

mißtrauisches Gesicht wieder zuwendet. Natürlich werden sich noch eine

Menge Herren finden, die über unsere Worte lachen können. Wir wissen,

daß es solcher Menschen eine Legion gibt, doch gehen sie uns nichts an.

Übrigens hat jemand, wie wir hören, versichert, wir, d. h. unsere

Zeitschrift, sähe ihre Aufgabe darin, eine Versöhnung zwischen der

europäischen Zivilisation und unserem Volksgeist zustande zu bringen.

Wir halten diese Äußerung nur für einen Scherz. Nicht ein einzelner

Mensch kann das noch unbekannte Wort der Versöhnung sagen und dieses

Problem lösen. Wir versuchen ja nur die Hauptidee, die uns leiten wird,

anzugeben. Wir werden gleich allen anderen die Lösung des Problems

suchen, werden unermüdlich wiederholen und beweisen, daß gesucht werden

_muß_; wir werden forschen, das Material verarbeiten, unsere Eindrücke

und Gedanken den Lesern mitteilen – darin wird unsere ganze Tätigkeit

bestehen. Ein Wort ist gleichfalls eine Tat, und bei uns noch mehr als

sonstwo. Ein Wort zur rechten Zeit kann von unschätzbarem Nutzen sein.

Deshalb haben wir die Hoffnung, daß auch wir nützlich sein werden.

Unsere Zeitschrift wendet sich an unsere gebildeten Kreise, nicht an das

Volk, denn noch immer ist das erste Wort und der erste Schritt die

Aufgabe der gebildeten Kreise gewesen. Dasselbe erwarten wir auch in

diesem Fall, um so mehr, als es die gebildete Schicht war, die sich vom

Volk entfernte. Die Annäherung wird noch viel Mühe kosten, das fühlen

wir alle, obschon wir noch nicht klar sehen, worin die Schwierigkeiten

bestehen werden. Die Hauptsache ist wohl die Beseitigung der

Mißverständnisse, und die sind immer durch Geradheit, Offenheit und

Liebe zu beseitigen. Wir haben bereits erkannt, daß die Interessen

unseres Standes im Volk ruhen und die des Volks in uns. Wenn diese

Erkenntnis allgemein wäre, so wäre der Erfolg gewiß. Aber obschon sie

noch nicht allgemein ist, so sind doch Anzeichen vorhanden, daß sie sich

bereits zu verbreiten anfängt, vorläufig aber genügt das auch. Es ist

möglich, daß diejenigen, die die Annäherung wünschen, in ihren Versuchen

tausend Fehler begehen werden, doch was tut das! – eine gerechte Sache

ist deshalb noch nicht verloren. Wenigstens bleibt die Idee

unerschüttert. Worauf es ankommt, ist – daß das Volk unseren Willen

sieht und ihn begreifen lernt. Und das zu erreichen, dazu wird uns die

Liebe am ehesten helfen, da sie verständlicher ist als alle Schlauheiten

und diplomatischen Finessen. Liebe ist leicht zu erkennen, das Volk ist

einsichtig und dankbar und fühlt sofort, von wem es geliebt wird. Ein

Vorbild der Annäherung hat uns der Zar gegeben, indem er das letzte

Hindernis auf dem Wege zur Vereinigung beseitigte: indem er die

Leibeigenschaft aufhob – und es gibt nichts Höheres, Heiligeres in der

ganzen tausendjährigen Geschichte Rußlands als es diese Tat des

Herrschers ist. Wohl haben wir in den letzten anderthalb Jahrhunderten

nichts getan, als das Volk zu Mißtrauen gegen uns zu erziehen, aber wenn

nur der Wille da ist, werden wir es doch erreichen, daß wir wieder sein

Zutrauen und seine Achtung erringen. Und welche Riesenkräfte werden wir

dadurch gewinnen! Wie wird alles wachsen, erstarken, sich erneuern!

Natürlich wird von der ganzen dazu erforderlichen Kraft nur ein Zehntel

von uns stammen, die übrigen neun Zehntel bringt das Volk selber auf.

„Aber was wollen Sie denn mit Ihrer Bildung anfangen?“ hören wir fragen.

„Sie wollen das Volk bilden, d. h. dem Volk dieselbe europäische

Zivilisation geben, die Sie selbst schon als nicht zu uns passend

erkannt haben. Sie wollen also einfach das Volk europäisieren?“

Hierauf entgegnen wir, daß es doch nicht gut möglich ist, von der

europäischen Idee auf einem ihr vollständig fremdem Boden dieselben

Früchte zu erwarten, die sie auf ihrem europäischen Boden gezeitigt hat.

Bei uns ist alles dermaßen anders, ist alles so unähnlich Europa, sowohl

innerlich wie äußerlich, wie überhaupt in jeder Beziehung, daß es ganz

ausgeschlossen ist, europäische Resultate von uns zu erwarten. Deshalb

wiederholen wir: was zu uns paßt, das wird bleiben, was nicht paßt, wird

von selbst wegfallen. Es ist ausgeschlossen, daß man unser Volk zu

Deutschen oder anderen Europäern machen könnte. Im Vergleich zum Volk

sind wir, die Intelligenz, nur ein verschwindend kleines Häuflein, und

folglich sind auch unsere selbständigen Kräfte um soviel geringer als

die der ganzen riesengroßen Volksmasse. Und doch haben wir uns ganze

anderthalb Jahrhunderte in Europa aufgehalten, ohne deshalb zu Deutschen

geworden zu sein. Folglich haben auch wir, ungeachtet unserer geringen

Zahl und Kräfte und unserer Losgelöstheit vom Volksboden, die großen

russischen Grundideale der Allmenschlichkeit und Allversöhnung in uns

getragen und sie auch in dieser Zeit nicht eingebüßt. Jetzt haben sie

sich in uns erhoben. Wir begriffen, daß wir nichts anderes werden

können, als das, was wir sind. Und es kam das Verlangen über uns, zu

unserem Volk zurückzukehren. Wir fingen an, uns unserer Untätigkeit,

unserer Unselbständigkeit inmitten der ungeheuren Tätigkeit der

europäischen Völker zu schämen – und wir begriffen, daß wir in Europa

nichts zu tun haben. Anderseits steht nicht zu befürchten, daß die

europäische Wissenschaft unserem Volk eine Fessel auflegen werde; sie

wird nur sein Arbeitsfeld vergrößern und ihm die Möglichkeit geben, auch

sein Wort in der Wissenschaft zu sagen. Bisher war die Wissenschaft bei

uns wie eine seltene Treibhauspflanze, und unsere Gesellschaft hat eine

besondere wissenschaftliche Betätigung weder in der Theorie noch in der

Praxis bewiesen, denn sie war vom Volk losgerissen und an und für sich

kraftlos. Nur die Krone hat Brücken und Wege gebaut und auch das meist

mit Hilfe fremder Ingenieure. Aber auch die Wissenschaft wird

schließlich bei uns Wurzel fassen – vielleicht erst in einer Zeit, wenn

wir nicht mehr sind. Wir können noch nicht einmal ahnen, was dann sein

wird, doch wir wissen, daß unsere Zukunft nicht schlecht sein kann.

Unserer Generation aber ward die Ehre zuteil, das erste Wort

auszusprechen und den ersten Schritt zu tun.

Sämtliche Werke 12 · 第 28 / 44 题