Über den naßgrünen Wiesen flatterten schwarzweiße Kiebitze i

Anmerkungen zur Transkription

Das Original ist in Fraktur gesetzt. Im Original gesperrter oder

unterstrichener Text ist _so ausgezeichnet_. Im Original in Antiqua

gesetzter Text ist ~so markiert~. Im Original fetter Text ist =so

dargestellt=.

Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des

Buches.

Landesverein Sächsischer

Heimatschutz

Dresden

Mitteilungen

Heft

7 bis 9

Monatsschrift für Heimatschutz und Denkmalpflege

Band XI

_Inhalt_: Kriegerehrungen aus Porzellan – Schradenwanderung –

Tierschutz – Hexenabend – Wolftitz – Werbekunst in Dorf und

Stadt – Die Osterblume am Wachtelberg bei Wurzen – Ein altes

Patrizierhaus – Gefährdete heimische Pflanzenwelt – Zur

Geschichte des Bibers in Sachsen – Vom romantischen zum

denkenden Wanderer – Das Abkochverbot – Antons –

Die Pflege der Schönheit und Eigenart der Heimat als soziale

Aufgabe gerade für unsere arme Zeit – Das Raubwild im Haushalte

der Natur – Landheimbau – Heimatschutzbewegung und Hotel –

Die Pfarrlinde in Markersbach bei Gottleuba – Die Bekämpfung

der Nonne – Johann Pezel und die Turmsonate – Schußpreise

für Raubvögel – Schattenbäume für den Hof – Förderung des

Anbaues von Nußbäumen – Die Postsäule von Aue

Einzelpreis dieses Heftes M. 50.–, Bezugspreis für einen Band

(aus 12 Nummern bestehend) M. 200.–, für Behörden und Büchereien

M. 50.–. Mitglieder erhalten die Mitteilungen kostenlos,

_Mindest_jahresbeitrag M. 50.–, freiwillige Einschätzung

erbeten

Geschäftsstelle: Dresden-A., Schießgasse 24

Postscheckkonto: Leipzig 13987, Dresden 15835

Stadtgirokasse Dresden 610

Dresden 1922

Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten ...

Im letzten Hefte unserer Mitteilungen erbaten wir freiwillige Beiträge

zur Erhaltung der Zeitschrift. Wenn dieses stattliche Heft im alten

Umfange noch erscheinen kann, so ist dies ein Erfolg obiger Bitte, eine

Tat unserer Mitglieder. Und dabei hat noch nicht einmal ein Zehntel

unserer 21000 Freunde unserm Aufruf entsprochen. Wir haben so viele

und so begeisterte Zuschriften über den Wert unserer Mitteilungen,

unserer grünen Hefte, empfangen, daß unser Wille »durchzuhalten« noch

stärker geworden ist, selbst von einer Einschränkung des Umfanges der

Zeitschrift wollen unsere Mitglieder nichts wissen. Unser herzlichster,

aufrichtiger Dank sei denen gesagt, die uns halfen. An die, die uns ihr

Scherflein noch nicht brachten, die vielleicht glaubten, es hat doch

keinen Zweck, ein Durchhalten sei unmöglich, richten wir die Bitte,

dem letzten Hefte die Zahlkarte zu entnehmen und uns einen Betrag

freiwillig für weiteres Durchhalten zu spenden. Die Zeiten haben sich

sehr, sehr geändert, mehrere Millionen Mark sind notwendig, damit die

Sächsischen Heimatschutz-Mitteilungen weiter erscheinen können. Wenn

uns alle unsere 21000 Mitglieder helfen, wird es möglich sein, und

darum bitten wir.

_Dresden_, im September 1922

Landesverein Sächsischer Heimatschutz

~Dr. ing. e. h.~ _Karl Schmidt_, Geh. Baurat

_O. Seyffert_, Hofrat Professor

Band XI, Heft 7/9 1922

[Illustration: Landesverein Sächsischer Heimatschutz

Dresden]

Die Mitteilungen des Vereins werden in Bänden zu 12 Nummern

herausgegeben

Abgeschlossen am 1. September 1922

Kriegerehrungen aus Porzellan

von der Staatlichen Porzellanmanufaktur, Meißen

Ein neuer Kunstwillen hat sich in alle Zweigströme der schaffenden

Künste ergossen, ist über mannigfache Klippen dahingebraust und oft auf

Untiefen geraten und hat doch immer und unaufhaltsam die Schaffenden

zu neuem Ausdruck mit fortgerissen. Es ist wohl ratsam, von Zeit zu

Zeit im bunten Wirbel der neuen Erscheinungen Ausblick zu halten und

bei solchen Erzeugnissen der werdenden Kunst, die ernster Kritik

standhalten, prüfend haltzumachen.

Noch vor Kriegsende und besonders nach der Niederlegung der Waffen

empfand man es als sittliche Pflicht, dem Gedenken der Opfer des

verlorenen Krieges würdige Erinnerungszeichen zu setzen und ging mit

opferwilligen Händen und viel Liebe an diese Aufgabe heran. Wenn auch

einer stattlichen Reihe dieser Denkmäler ein guter künstlerischer

Erfolg beschieden war, so wurden doch andernorts diese gutgemeinten

Ehrungen gar zu oft katalogmäßige Ware oder gar kunstwidrige Greuel

schlimmster Art. Da ist es uns eine rechte Freude, an dieser Stelle

von einer Reihe guter Leistungen auf einem Sondergebiet plastischen

Schaffens berichten zu können, nämlich von den in der Staatlichen

Porzellanmanufaktur Meißen entstandenen Kriegergedenktafeln. Man wird

fragen, eignet sich Porzellan denn zu monumentalem Ausdruck, ist es

denn nicht zu zart und zu flüssig für den Ausdruck des Herben, den

man doch bei solchen Toten geweihten Denkzeichen fordern muß? Man sehe

sich aber darauf die hier abgebildeten Erzeugnisse unserer Meißner

Manufaktur an, und man wird zugeben müssen, daß ihnen durchaus jene

ernste Würde innewohnt, zu der uns der Anblick oder die Erinnerung

an liebe Tote zwingt. Und doch ist das nicht die einzige Empfindung,

die uns bei Versenkung in die Tafeln beherrscht, ich finde bei aller

Getragenheit spiegeln diese mannigfachen Gebilde sämtlich auch eine

Erhobenheit wider: sie sind frei von Mutlosigkeit und wirken in dieser

für unser Volk so entsetzlich hoffnungslosen Zeit wie ein feiner

Sonnenstrahl, der sich zwischen schwarzen Winterwolken durchstiehlt,

als wolle er sagen, es muß doch endlich Frühling werden.

[Illustration: Abb. 1 =Gedenkplatte in der Großdobritzer Kirche=]

Gehen wir zunächst von den Kleinsten der hier vorgeführten, sämtlich

vom Bildhauer Paul Börner stammenden Keramiken aus. Sie wurden für

malerische Dorfkirchen geschaffen und in deren Innern an sorgfältig

ausgewählter Stelle in die Architektur der Kirchenwände eingefügt.

Während die für einen Gefallenen des Siebziger Krieges gewählte Tafel

in der Großdobritzer Kirche (Abb. 1) wegen ihres strengen und trotz

der geringen Größe monumentalen Ausdruckes hervorgehoben werden muß,

erinnert das in der Liebschützer Kirche aufgehängte Ehrenzeichen

(Abb. 2) mit seinen trauernden Engelköpfen an ältere Vorbilder

volkstümlicher Kunst. Es ist ein rührender Zug schlichter Liebe in

dieser Weihetafel; das ist eben das Beste an diesen Schöpfungen, daß

sie weit entfernt vom Reindekorativen und der Ausdruck eines inneren

Erlebnisses sind.

Nicht ganz auf gleicher Höhe steht die in der Porzellanmanufaktur

selbst aufgehängte Gedenktafel für die Gefallenen des Werkes.

Inschrifttafel und ihre Umrahmung sind nicht in so innige Verbindung

gebracht worden, als man hätte wünschen müssen, auch ist das Figürliche

ohne genügenden inneren Zusammenhang. Aber im ganzen zeigt auch diese

Arbeit, was aus dem Porzellan herausgeholt werden kann.

[Illustration: Abb. 2 =Gedenkplatte in der Liebschützer Kirche=]

Nun aber zu der im ehrwürdigen Meißner Rathaus an bedeutungsvoller

Stelle des Treppenhauses angebrachten Gedächtnistafel (Abb. 3) für die

städtischen Beamten und Angestellten. Eine Schriftfläche von schöner

Umrißlinie fügt sich formvollendet zwischen die Konturen der sie

tragenden trauernden Frauengestalten. Ausdruck von Gesicht und Haltung,

Faltenwurf und plastische Abtönung, alles klingt in prächtiger Harmonie

zusammen. Trotz starker stilistischer Sonderart ist das Übertriebene,

das wir oft an neueren Kunstwerken bedauern, vermieden. Komposition und

Ausdruck, Ideeliches und Stoffliches halten sich die Wage.

Ich glaube nicht zuviel zu sagen, wenn ich behaupte, daß uns solche

Leistungen ein gut Stück weiter vorwärts bringen und vielleicht tragen

unsere Abbildungen dazu bei, festeingewurzelte Vorurteile gegen das

neue Kunstwollen zu mildern und zu beheben.

Aber auch im braunen Böttcherporzellan, dessen Wiederbelebung die

Porzellanmanufaktur tatkräftig und mit schönem Erfolg fördert, wurden

verschiedene Versuche angestellt. So wurde den im Kriege gebliebenen

Arbeitern und Angestellten der Meißner Jutespinnerei eine derartige

Tafel geschaffen. Etwas nüchtern und vielleicht etwas fabrikmäßig wird

manchem die hierfür gewählte, streng geometrische Zusammenreihung von

Namenstafeln erscheinen, aber das erfordert eben gerade der Organismus

eines großen Industriewerkes, wo das Gefühlsmäßige zurückgedrängt,

intimere Bildungen ausgeschlossen werden.

[Illustration: Abb. 3 =Gedächtnistafel im Rathaus zu Meißen=]

Welche reichen Entwickelungsmöglichkeiten sich darbieten, zeigen

die beiden Schlußabbildungen (Abb. 4). Die obere, für die Kirche in

Röhrsdorf bestimmte Platte beweist, verglichen mit der Großdobritzer

Platte, auf wie einfachem Wege der kleinere Entwurf für eine größere

Zahl von Gefallenen nutzbar gemacht werden kann, die untere Zeichnung,

für eine studentische Verbindung berechnet, aber lehrt uns, wie durch

Zusammenreihung kleiner Namenstafeln derartige Gedächtnisplatten

je nach der Eigenart der Wandflächen und je nach der Gefallenenzahl

entstehen und reizvoll gestaltet werden können.

[Illustration: Abb. 4 =Denkplatten für die Röhrsdorfer Kirche= (oben)

=und für eine studentische Verbindung= (unten)]

Es ist hier nicht möglich, auf die in Ausführung begriffene

Umwandlung der mittelalterlichen Nikolaikirche in Meißen zu einer

Kriegergedächtniskirche einzugehen. Auch dieses großzügige Unternehmen

wurde der Staatlichen Porzellanmanufaktur anvertraut. Der Lösung

dieser Aufgabe sehen wir mit Spannung entgegen, die nicht ganz frei

von Sorge ist, daß der Eingriff in das mittelalterliche Gepräge des

Kircheninneren zu stark werden könne, aber der Vorwurf, daß wir bei

solchen Aufgaben die Gegenwart und ihre künstlerischen Tendenzen nicht

zu Worte kommen lassen, soll nicht erhoben werden können, auch war

die Erhaltung dieses vom Verfall bedrohten unbenützten Bauwerkes nur

dadurch möglich, daß man ihm einen neuen Zweck gab.

~Dr.~ Paul Goldhardt.

Schradenwanderung

Von _Edgar Hahnewald_

Drei Großenhainer Kasernenjahre lang lag der bewaldete Hügelzug

nördlich der flachen Ebene vor meinen Augen. Dahinter lockte das

Unbekannte, die Ferne, die Freiheit, das Unerreichbare. Diese blaue

Mauer verstärkte das Gefühl des Gebundenseins: darüber hinaus konnte

der Blick nicht schweifen. Felddienstritte drangen nie bis dahin vor,

denn dicht vor diesen Hügeln lief die Zickzacklinie der Grenze; der

blaue Wall schied Sachsen und Preußen.

Die Karte zerlegte den Hügelzug in benannte Gruppen: das Pfeifholz,

die Heidelberge, die Finkenberge, den Latschenberg. Aber das waren

Namen, die vor der sinnlichen Wahrnehmung nichts besagten – da erhob

sich die blaue Mauer, fern und unerreichbar. Dahinter lag eine andere

Welt, von der Sehnsucht sich eine Vorstellung bildete, die sich nicht

an die Karte band. Der kleine Hügelzug, an sich um nichts bedeutender

als tausend andere Hügel in der weiten Welt, bekam eine Bedeutung: er

begrenzte drei Jahre lang einen Lebensbereich.

* * * * *

Später, als man die Freiheit genoß, so weit zu wandern wie der

Geldbeutel reichte, lockten andere Fernen. Die symbolische Hügelmauer

nördlich von Großenhain geriet in Vergessenheit.

Aber eines Tages fand ich in den Kursächsischen Streifzügen

von Otto Eduard Schmidt die Schilderung einer Fahrt um die

Meißnisch-Lausitzische Nordostgrenze. Und während ich las, trat jener

blaue Grenzwall wieder deutlich vor mich hin. Und aus der Begrenztheit

dreier Großenhainer Jahre rückte ihn das Buch in den weitgespannten

Rahmen der Kulturgeschichte.

Denn: dieser Hügelzug, der aus der Röderniederung südlich von

Elsterwerda allmählich ansteigt und in einer ungefähr zwanzig Kilometer

langen Schlangenlinie nach Osten streicht, um sich in der Gegend von

Ortrand im Lausitzer Wald- und Hügelland fast unauffällig zu verlieren,

war in der Zeit der germanischen Eroberung tatsächlich ein Grenzwall,

der zwei Welten trennte. Diesseits, südlich der Hügelmauer, lag das von

fränkischen und thüringischen Kolonisten durchsetzte meißnische Land,

jenseits dämmerten die slawischen Gaue der Niederlausitz.

Es war kein Zufall, daß die Deutschen nur bis zu jenen Hügeln und nicht

weiter vordrangen, denn hinter diesem Wall bildete ein unzugänglicher

Urwald ein natürliches Hindernis. Im Norden begrenzte ihn ein zweiter

Hügelzug. Dazwischen fließen heute die Pulsnitz und die Schwarze Elster

in einem sauberen, nahezu gradlinigen Spitzwinkel aufeinander zu, um

sich bei Elsterwerda zu vereinigen. Damals aber versumpften sie im

Urwald zwischen der nördlichen und südlichen Hügelkette. Berge, Urwald

und Sumpf bildeten die natürliche, schützende Grenze, eine viele

Stunden lange und mehrere Stunden breite Flächengrenze, wie sie damals

die Deutschen liebten. Sie hatte schon die Semnonen und Hermunduren,

die Lusizi und Dalaminzier voneinander geschieden. Sie schied nun die

Mark Meißen von der slawischen Niederlausitz. Sie scheidet seit der

Abtrennung der Provinz Sachsen sächsisches und preußisches Gebiet. Die

fränkischen Kolonisten erstiegen gerade noch den Wall und schoben an

seinem Nordhange entlang eine Reihe von Siedlungen gegen den Urwald

vor, die alle heute noch daliegen: Wainsdorf, Merzdorf, Seiffertsmühl,

Groeden, das schon die Dalaminzier als Deckung gegen die Liusitzen

angelegt hatten, Hirschfeld, Großthiemig, Frauwalde, Großkmehlen

(Kmehlen bedeutet Hopfendorf), Burkersdorf und Ortrand. Vermutlich

waren diese Siedlungen durch Verhaue untereinander verbunden; sie

bildeten eine Grenzwacht auf vorgeschobenem Posten.

Unter den Dörfern erstreckte sich der düstere, sumpfige Urwald. Und

»wenn sich nun im Herbste die weißen Nebelschleier aus dem Sumpfwald

hoben und das Brüllen des Elchs und des Auerochsen aus der Tiefe

herauftönte, da fürchteten sich nicht nur die Ahnfrau und die Kinder,

sondern auch den Männern war es wie eine tröstende Verheißung der

Nähe des Christengottes, wenn der Sakristan in der Dämmerstunde

das Glöcklein läutete. Sie nannten den unheimlichen Wald, den sie

vor sich sahen, den Schraden, das heißt den Wald der bösen Geister

(althochdeutsch: ~scrato~ = böser Geist, neuhochdeutsch: Schratt.)«

* * * * *

Diese Kunde gab mir Schmidts Buch.

Noch heute heißt jenes Gebiet zwischen den beiden Hügelketten der

Schraden, und der Volksmund spricht von den Schradendörfern. Der

Schradenwald ist längst verschwunden, das Oberbuschhäuser Forstrevier,

das einen kleinen Teil der Ebene bedeckt, hat mit seinen schnurgeraden

Gestellen gar keine Ähnlichkeit mit einem Urwald. Wo einst Elch

und Auerochs durch unwirtliche Wildnis brachen, breiten sich heute

künstlich entwässerte Wiesen und Felder. Aber immer noch hebt sich der

Schraden schon auf der Karte als eine andere Welt von seiner Umgebung

ab. Neben der dichter besiedelten Großenhainer Pflege und von ihr durch

das dunkle Gestrichel der Hügel getrennt, liegt er als große leere

Fläche ohne Dörfer, durchsetzt von dem feinen Raster, der auf der Karte

sumpfige Wiesen kennzeichnet, durchzogen von geradlinigen Straßen und

Wassergräben und den beiden feingezackten Bändern der Pulsnitz und der

Schwarzen Elster. Vor allem diese beiden Flußkanäle geben dem Schraden

das besondere Gepräge.

Und man beschließt: da liegt eine andre Welt und da mußt du einmal hin.

* * * * *

Das stand als Vorhaben lange fest. Und nun, auf einer Osterwanderung

von Radeburg nach Großenhain am Zickzacklauf der Röder entlang kam

wieder dieser blaue Hügelwall in Sicht und lockte.

Am nächsten Morgen fuhr ich in den Schraden.

* * * * *

In der Nacht setzte starker Regen ein, und am Morgen regnete es noch.

Es regnete während der Bahnfahrt nach Ortrand, es regnete auf die

samtbraunen Äcker, auf die malachitgrünen Saaten, auf fröstelnde Dörfer

in der Ebene. Es regnete in Ortrand. Ein herbstlich kühler Wind trieb

graue Wolken über die kleine Stadt, deren gefällige Bescheidenheit

selbst noch bei solchem Wetter anheimelt. Man geht nur einige Minuten

und steht schon am jenseitigen Rande des Städtchens. Die hohen Bäume

einer sauberen Allee rahmen hübsche Kleinstadtbilder ein: halb

übersponnen von sprossendem Gezweig gucken braune Dächer über die

Obstgärtchen weg, eine alte Kirche ragt, umringt von Dächern, Narzissen

betupfen regengrüne Graspläne, über andere Dächer weg spitzt ein keckes

Kapellentürmchen, ein Wasserstrahl gulkert in einen Steintrog, eine

Frau in verwaschenem blauem Rock und blauer Hausjacke kommt und setzt

ihren Eimer unter den Strahl und macht sich gar nichts aus dem Regen,

draußen liegen grüne Wiesen mit Baumreihen an Wassergräben. Das alles,

vom Regen bespritzelt, von grauem Gewölk überflogen, sah recht hübsch

aus. Dabei gab es keine großen Geschichten mit Lichteffekten. Dach,

Wiese, Acker, Garten gaben sich dem Regen so naiv grün, braun, rotbraun

hin, wie sie eben von Haus aus sind.

Und als die Frist bis zum Abgange des Zuges nach Großenhain zurück bald

verstrichen war, hörte der Regen auf. Fünf Minuten später lag Ortrand

hinter uns und Kmehlen vor uns zu beiden Seiten der Allee mit den hohen

Bäumen. Links stieg ein bewaldeter Hügelzug aus Feldern auf. Das war

die blaue Mauer, und jetzt marschierten wir hinter ihr entlang.

* * * * *

Kmehlen, das alte Hopfendorf, hat zwei Sehenswürdigkeiten: einen

reichgeschnitzten, reichvergoldeten niederländischen Flügelaltar

des Brüsseler Bildschnitzers Jan Bormann, ein Werk, von dem die

Kunsthistoriker heute noch nicht wissen, wie es in das weltferne

Schradendorf geriet, und ein Wasserschloß. Schmucklos und dunkel

steigen die Mauern aus dem tiefen Wassergraben auf, der das burgartige

Schloß umzieht. Schwere, runde Ecktürme verstärken den Eindruck der

Wehrhaftigkeit. Spätere Zeiten haben Blumen, gefällige Holzbrücken,

verschnittene Hecken hinzugefügt, und wohl auch die Renaissancegiebel

sind später hinzugekommen, die die Schwere des dunklen Daches

auflockern und gleichsam das Schloß leichter gegen den Himmel

aufstreben lassen. Aber man kann sich das Schloß wohl gut in die

graue Schradenvergangenheit zurückdenken, wenn in Novembernächten

die Nordstürme in den alten Kastanien zausen, wenn der Regen auf

das Dach rauscht und um das feuchte Dunkel der Gräben Schatten aus

Nordlands-Balladen ziehn: »Der Sturmwind brauste im Kamin, die Hunde

heulten laut am Tor ...«

* * * * *

Freundlicher, gleichsam sommerlich auch unter Aprilwolken liegt das

Wasserschloß Lindenau in der Pulsnitzaue. Von Kmehlen geht man auf

lichten Wegen nur ein halbes Stündchen bis dahin, aber Schloß und

Dorf Lindenau zählen schon zur Lausitz, weil sie jenseits des Flusses

liegen. Diese Landschaft hat einen eigenartigen, frohstimmenden Reiz.

Unter lichten Birken und breitästigen Eichen fließt die Pulsnitz heran.

Zwischen hochbogigen Bäumen sieht man hinaus auf den weiten Schraden,

auf die Vorpostenkette der Dörfer am Hügelhang. Linker Hand liegt ein

lockerer Auwald. Muskulöse Eichen, riesenstarke Erlen, weißstämmige

Birken mit dem feinsten Zweigregen um sich, tausend weiße Anemonen

blühen zu ihren Füßen, Linden mit der feinen Kuppelarchitektur ihrer

noch kahlen, eben erst sprossenden Äste, saftige Wiesen darunter, und

Wasserläufe von allen Seiten – wie ein alter englischer Park liegt das

da. Und dann wird es wirklich ein Park. Rhododendronbüsche breiten

sich unter Bäumen aus, Edelkoniferen treten zu schönen Gruppierungen

zusammen. Es ist kein Zaun da, der den Schloßpark abschließt – ein

Graben mit samtbraunem Wasser ersetzt ihn. Und dann steht ein heiteres

Schloß mitten drin, ein Schloß mit Renaissancegiebeln rechts und

links und einem schlanken Turm in der Mitte. Gegenüber, in der Reihe

der Wirtschaftsgebäude, steht ein Torhaus mit einem Türmchen. Und

geht man durch das weitgewölbte Tor, so steht dahinter eine weiße,

ländliche Kirche, und an einer geraden Straße mit hohen Bäumen reiht

sich das Dorf auf. Parkweg und Wassergraben zwischen Schloß und Torhaus

überspreiten uralte Linden mit ihrem Gezweig. Kastanien sprossen da

und dort, Lärchen streben auf, von den grünen Funken der aufbrechenden

Knospen umschwärmt, und hinter Gezweig und Gezweig steht das Schloß,

der schlanke Turm vor der Baumfülle des Parks, von stillen Wässern

umzogen, vom Bogen des Tores eingerahmt. Man ahnt, wie sonnig und

schattig, wie licht und kühl an blühenden Junitagen das alles sein wird.

Das ist Lindenau, Linden-Au an der Pulsnitz.

* * * * *

Und dann die Pulsnitz selber.

Es regnete wieder. Während wir im Dorfgasthaus einen Kaffee tranken

(die Wirtin plättete in der Gaststube und draußen bauschte der Wind

eine Karussellplane) hatte es begonnen. Vor uns lagen einige Stunden

Weg durch den Schraden, ohne Haus, ohne Dach – noch konnten wir

umkehren, nach Ortrand zurückgehen.

Aber vor uns zog die Pulsnitz hinaus in die Weite, ein schmales

Silberband zwischen glatten Grasdämmen, in der nebligen Ferne

verschwindend. Das lockte uns hinaus.

Und nun lag der Schraden vor uns, um uns.

* * * * *

Man tritt in diese Landschaft, wie man einen Raum betritt – mit einem

Schritt. Da liegt die Parkaue mit ihren Bäumen, mit dem Schloß, mit dem

Reiz einer gewissen Verfeinerung – und da breitet sich der Schraden,

die einsame Ebene im Regengrau, mit Wasserspiegeln und Sümpfen und

Torfstichen, mit Birkenalleen und verstreuten Bäumen im Grenzenlosen.

Grenzenlos – so lag der Schraden vor uns. Der Horizont verschwand im

Grau. Alle Formen lösten sich auf und wurden weich im Gesprühe, das

uns der Wind entgegentrieb. Es regnete nicht entschieden, es war mehr

ein nässendes Wehen, als ob fortwährend die Kohlensäurebläschen eines

Selterwassers ins Gesicht spritzelten. Und nach einer halben Stunde

war man naß. Dabei sickerte durch die übereinander hintreibenden

Wolkenschleier ein milchiger Lichtschimmer, der das Grau ringsum

durchscheinend machte und keine Trostlosigkeit aufkommen ließ. Die

Landschaft überließ sich einer Melancholie, die ihr selber wohltat.

In den flachen Wässern spiegelte sich der geronnene Himmel. Durch das

Wasser sproßte spitzes Gras. Regenperlen bedeckten das junge Grün mit

einem ganz zarten Silberreif. Sumpfdotterblumen tupften die Wiesen

mit ihrem selbstzufriedenen Gelb. Es war ein Vergnügen, die fetten,

fleischig knapsenden Stengel zu brechen und den leuchtenden Strauß wie

einen Klumpen Sonne durch den silbergrauen Tag zu tragen.

* * * * *

Geradefort, kilometerweit, wie mit dem Lineal gezogen, durchschneidet

die Pulsnitz den Schraden. Der Moorgrund schimmert durch die Flut –

klarflüssiges, samtbraunes Glas scheint zwischen grünen Uferrändern

dahinzufließen. Im Dialekt der Gegend heißt das Flüßchen »die

Pulse« – das Wort gibt das gleichmäßig ruhige Wallen dieses Wassers

lautmalerisch wieder. Blickt man aber geradeaus, so liegt die Pulsnitz

als gestrecktes Silberband in die grüne Ebene eingelassen. Hohe Dämme,

ebenso geradlinig gezogen wie der Fluß selbst, fassen die Ufer ein.

Manchmal steht ein Baum dicht dabei, ein Gebüsch wächst halb auf den

Damm herauf, eine helle Birkenallee kommt von weither, steigt über die

Dämme und zieht weiter, eine Brücke spiegelt sich im Fluß, vereinzelte

Bäume stehen nah und fern in den Sumpfwiesen, und weit drüben, halb

verloren im Grau, dämmert der Hügelzug mit den Schradendörfern.

* * * * *

Stundenlang schritten wir auf dem »Pulsdamm« dahin. Weit und breit

war kein Mensch. Einmal ging ein Bauernwagen über eine ferne Brücke

– Karren, Pferdchen, Brücke und ein Baum dabei trafen sich für ein

Weilchen als feingeschnittenes Schattenbild grau in grau über dem

Silberfluß, dann verschwand das lautlose Gefährt hinter flockigem

Gebüsch und wir waren wieder allein in der weiten Landschaft, unter dem

verschleierten Himmel, der als graue Riesenwand von der flachen Erde

aufstieg und unter dem Fluß und Damm, Baum und Wiese groß und einsam

ihre stillen Reize ausbreiteten.

Über den naßgrünen Wiesen flatterten schwarzweiße Kiebitze im

Taumelflug. Unaufhörlich erfüllten sie die Luft mit ihren besorgten

Rufen. Manchmal klingt es schnalzend: knuiuiui knuii, manchmal erregt,

durch die Luft fallend: kiwitt – kiwitt. Kiebitzrufe im Nebel – in der

Erinnerung steigt die Einsamkeit russischer Landschaften auf. Sand und

Sumpf und Nebel im Frühlingslicht und Kiebitzschreie im litauischen

Moor: kiwitt – kie-witt ...

* * * * *

Das Sprühen hatte aufgehört – man empfand es kaum noch, so gut stimmte

es zu dieser Landschaft. Die grauen Wolken flogen höher. Von den Hügeln

in der Ferne hoben sich die Schleier. Die Dörfer grüßten.

Und nun standen wir an einem Kreuzweg. Geradeaus blinkte die Pulse.

Und quer zu ihrem Lauf zog eine Straße durch das weite Land, eine vom

Regen reinlich gewaschene Straße, von weißstämmigen Birken gesäumt. Das

zarte Gezweig flutete wie gelöstes Frauenhaar über der hohen Wölbung

zusammen. Unter den Birken hin liefen Gräben mit klarem Wasser, in dem

grüne Gewächse wie von Glas umschlossen sproßten.

Die Pulsnitz lockte und die Straße lockte. Wir schlugen die Straße ein

und marschierten unter den Birken hin. Draußen hinter der Säulenreihe

der weißen Stämme lag die weite Ebene. Fichtenwald mit schnurgeraden

Schneisen. Verträumte Kanäle. Und wieder die Ebene.

Und wieder ein samtbrauner Fluß zwischen hohen Dämmen: die Schwarze

Elster. Der Fluß ist breiter und die Dämme sind höher, aber reizvoller

ist die Landschaft an der Pulsnitz.

Wir gingen von Plessa nach Elsterwerda immer auf dem Elsterdamme hin.

Rechts begrenzten Hügel die kargere Landschaft: der nördliche Grenzwall

des Schradens. Links, leicht verschleiert im kühlen Grau weitete sich

die eigentliche Schradenlandschaft mit Gräben und Wässern und Dämmen

und Sümpfen und dem lockeren Geflock der Bäume in der Wiesenaue und mit

dem graublauen Hügelsaum in der Ferne. Als dunklerer Streifen und ganz

allmählich an den Elsterlauf heranbiegend zog drüben der Pulsnitzdamm

durch die Ebene, an den man an der Elster zurückdenkt und den man

noch einmal gehen wird, im Hochsommer, wenn die Mittagsglut über dem

duftenden Heu der Schradenwiesen zittert.

Tierschutz

Als ich vor vielen Jahren mal in Ziegenrück übernachtete, lag im Zimmer

meines Gasthofes ein altes Schwarzburg-Rudolstädter Gesangbuch von

1856, das ich aufschlug und folgendes schöne Lied darin fand:

Der weise Schöpfer, dessen Ruf

Einst mächtig scholl: Es werde!

Und aller Welt Bewohner schuf,

Bestimmte diese Erde

Nicht für den Menschen nur allein,

Auch Tiere schuf er groß und klein,

Des Lebens sich zu freuen.

Sein Wille war, daß ihre Zahl

Sich allenthalben mehre.

Sie füllen Wälder, Berg und Tal

Und Seen, Flüß’ und Meere,

Beleben hier die hohe Luft

Und dort der Erde tiefste Kluft

Und freuen sich des Lebens.

Nie kann des klügsten Menschen Sinn

Der Arten Anzahl wissen,

Doch sänk auch nur die kleinste hin,

So wär’ das Band zerrissen,

Das auf der weiten Gotteswelt

Die Wesen aneinanderhält

Zu einem großen Ganzen.

Das kleinste Tier betritt die Welt

Mit mir auf gleiche Weise,

Es fühlt sein Dasein und erhält

Sich auch mit Trank und Speise,

Hat ebenso, wie ich ein Herz,

Hat Sinneskraft, fühlt Lust und Schmerz,

Und liebt wie ich, das Leben.

Dem, der für alles Sorge trägt,

Dem Schöpfer aller Dinge,

Ist nichts, was auf der Welt sich regt,

Zu klein und zu geringe.

Er, dessen Huld kein Engel mißt,

Er, der des Menschen Vater ist,

Ist auch des Wurmes Schöpfer.

Und er, der alle Wesen liebt,

Er sollte mir erlauben

Dem Tiere, dem er Leben gibt,

Mutwillig es zu rauben?

Was gäbe mir wohl den Beruf,

Ein Leben, das die Allmacht schuf,

Aus Leichtsinn zu zerstören?

Nein, kein Geschöpf, das mit mir lebt,

Darf ich aus Frevel quälen;

Mag, was mich übers Tier erhebt,

Mag auch Vernunft ihm fehlen.

Sie macht mich zu der Gottheit Bild,

Doch lehrt sie mich auch, göttlich mild,

Glück um mich her verbreiten.

Vernunft, du sollst mich immer mehr

Die wahre Weisheit lehren,

In der Geschöpfe großem Heer

Will ich den Schöpfer ehren.

Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht,

Das unter Gottes Aufsicht steht,

Entehrt auch seinen Schöpfer.

Wen eines Tieres Qual erfreut,

Der sieht mit kaltem Herzen

Gar bald auch seiner Brüder Leid

Und spottet ihrer Schmerzen.

Wer frech sein Mitgeschöpf betrübt

Und Härt’ und Grausamkeit verübt,

Der kann auch Gott nicht lieben.

Warum ich das alte Lied ganz hersetzte? Weil es eine berechtigte Klage

der Tierschützer ist, daß die christliche Kirche sich wenig um die

Tiere kümmert. Beweis: Die gähnende Leere der Gesangbücher, soweit der

Tierschutz in Frage kommt. Es gab aber eine Zeit, wo es hierin besser

war. So z. B. enthielt das _alte_ Magdeburger Gesangbuch von 1837 eben

dieses und auch ein anderes gutes Tierschutzlied.

_Heimatschutz umfaßt unbedingt auch Tierschutz._ Ich glaube, der Satz

bedarf keiner besonderen Begründung. Pflanze und Tier beleben erst die

an sich tote Rinde. Es ist daher nicht zu verteidigen, wenn selbst

zu wissenschaftlichen Zwecken Vögel, die zu Zeiten (nur zu gewissen

Zeiten!) schädlich sind, in maßloser Weise in Unzahl abgeschossen

werden, um ihren Mageninhalt zu untersuchen. Dadurch muß die Natur

notwendig verarmen und kein Geringerer als ein Brehm hat schon auf

die bedauerliche Tierarmut Westeuropas hingewiesen. Im allgemeinen

vollzieht die Natur selber den notwendigen Ausgleich und tritt einer

übermäßigen Vermehrung einer Art entgegen. Wir können also Herrn Prof.

~Dr.~ Hoffmann nur recht geben, wenn er Einspruch erhebt gegen den

Abschuß zahlloser Elstern, und was noch weit schlimmer ist, von so

seltenen Vögeln wie Wasseramseln, die man nur noch an Gebirgswässern

trifft, ferner von insektenfressenden Singvögeln. Und beistimmen

muß ihm jeder, wenn er sagt, daß der durch die Magenuntersuchung

unter der Vogelwelt angerichtete Schaden _viel größer_ ist als der

Nutzen, den diese Untersuchungen uns und den überlebenden Artgenossen

gebracht haben. ~Nisi utile est quod agimus, _vana_ est gloria nostra~

(Hufeland).

~Dr.~ Pause.

»Hexenabend«

Von ~Dr. phil.~ _Gerhard Stephan_

In der Nacht des 30. April zum 1. Mai reiten die Hexen zum Brocken,

um dort mit dem Teufel ihre alljährliche Versammlung abzuhalten. Auf

ihrer Fahrt nach dem Harz verwünschen und verzaubern sie Haus und Hof,

Felder und Gärten. Doch vor offenem Feuer scheuen sie zurück, deshalb

werden im Kamin und auf Bergeshöhen mächtige Brände unterhalten. Die

Grundstücke werden durch Kreuze, die mit Kreide an die Türpfosten

gemalt werden, geschützt, auch die Anfangsbuchstaben der heiligen

drei Könige, C(aspar), M(elchior) und B(althasar), werden gern

dazugeschrieben.

So geschah es im Mittelalter. In unserer Zeit glaubt kein Mensch mehr

an diesen tollen Unfug, aber die Sitte des Feuerbrennens und der

Kreidebemalung hat sich vielerorts, besonders auch in katholischen

Gegenden, erhalten. So auch bei uns im Kamenz-Bautzner Bezirke, und

zwar besonders in den wendischen Gegenden, während die deutschen

Gebiete nur in ihren Grenzstreifen sich am »Hexenabend« beteiligen.

Die Jugend ist es natürlich, die diese Sitte hochhält. Tagelang vorher

sieht man die Jungens von Haus zu Haus laufen, um sich einen alten

Besen zu erbetteln. Und auch gar mancher, der noch nicht ausgedient

hat, muß dran glauben nach dem bekannten Motto: »Geh weg, oder ich

find’ch«. Die Besen werden schön mit Holzwolle und ähnlichen brennbaren

Stoffen ausgestattet, besonders Teer und Petroleum werden gern

verwendet, und nun ruhen sie im Schuppen – den Abend erwartend.

Doch damit man nicht selbst den teuflischen Geistern verfällt, wird man

von einer liebevollen Hand »bekreuzelt« oder, in schlichtes Deutsch

übersetzt, einem der Rücken mit Kreide vollgeschmiert. Da kann man

oft recht erboste und anderseits wirklich »teuflisch« sich freuende

Menschenkinder beobachten. Aber merkwürdig: Es scheint, als ob nur der

Choleriker eines solchen »Schutzes« vor dem Reich des Satans bedürfe!

Es beginnt kaum zu dunkeln, da brennen schon die Feuer auf den Höhen.

Wir steigen den Kamenzer Hutberg hinan. Vor uns und hinter uns ein

unendlicher Schwarm. Denn der »Hexenabend« ist ein Ereignis. Das weiß

auch der geschäftstüchtige Hutbergwirt – im alten Gasthaus hat er –

zeitgemäß – eine »Ef-Zet-Likörstube« eingerichtet. Nun, wir nehmen sie

nicht in Anspruch, sondern wenden uns lieber der »Mark« zu, wo auf

der Höhe ein gewaltiges Feuer brennt. Und daherum die »Hexen«, das

heißt eigentlich sollten es ja gerade deren Vertreiber sein, aber im

Volke, wo sich die »historischen« Zusammenhänge etwas verwischt haben,

sind es eben die »Hexen«. Sie schwingen ihre Besen im Kreise. Einem

feurigen Rade gleicht es von fernen. »Auch die brave Polizei ist wie

gewöhnlich schnell dabei«, – um den unvergleichlichen Busch in etwas

abgeänderter Form zu zitieren – ihr Zweck wird ersichtlich aus dem

immer wiederkehrenden Mahnwort: »Daßerr mirr ni de Felderr zerrtrretet«.

Wir blicken in die Ferne. Soweit das Auge nach Osten und Südosten

schaut – Feuer und Feuerräder. Die wendische Gegend. Über fünfzig kann

man zählen, die vorderen noch groß und mächtig, dazwischen öfters der

Schatten vorbeihuschender Gestalten – es sieht ganz unheimlich aus.

Nach dem Horizont zu wird es immer kleiner und die fernsten Feuer –

in der Wittichenauer, Königswarthaer und Bautzner Gegend grüßen nur

als kleine Punkte. Anders ist das Bild gegen Westen. Hier hemmen

allerdings die letzten Ausläufer der Kamenzer Berge einen weiten Blick,

aber soviel ist doch ersichtlich: außer in den nächsten Orten, wie

Lückersdorf und Gelenau, gibt es nur vereinzelte Brände. Das Gelände

liegt im Schatten der Nacht. Die Deutschen Kolonistendörfer. So zeigt

sich auch hier der Unterschied zwischen zwei Volksstämmen, aber wie

überall mit der »Übergangszone«.

* * * * *

Unsre hiesigen »Pfadfinder«, unter ihrem tätigen Feldmeister Mai,

feierten ihren »Hexenabend« besonders schön. Sie waren schon am

Nachmittag ausgerückt – zum Galgenberg, in einen alten Steinbruch,

der sich schluchtartig nach hinten zog. Hier begann bald ein rühriges

Treiben. Nachdem jede Gruppe um ihren Wimpel ihre mitgebrachten Sachen

(was mochten die wohl alles enthalten?) verstaut hatte und die große

Fahne auf der Höhe eingerammt war, um Gönnern und Freunden den Weg zu

zeigen, gings an die Arbeit. Da mußte zunächst Holz herbeigeschafft

werden – also zog ein Holzholerkommando mit einem Wagen los in den

nahen Busch. Die andern aber scharten sich um Satanas, den Oberteufel,

und probten für die »Wolfsschluchtszene« des »Freischütz«. Und als sie

dann im Abenddunkel beim Schein des Holzfeuers gespielt wurde – »frei«

nach Carl Maria von Weber oder besser Friedrich Kind, mit Hexen und

Teufeln, mit Irrlichtern und Schrecken, da wirkte sie in ihrer Umgebung

recht hübsch. Dann kam ein fröhlicherer Teil: Man sprang über das Feuer

unter allerlei Heil- und Weherufen, die Besen wurden entzündet und der

Schwarm der Hexen und »Hexriche« machte einen feierlichen Umzug um

den Steinbruch. Einem vorbeifahrenden Zuge, aus dem die Klänge einer

Gitarre ertönten, wurde eine besondere Ehrung durch das Schwenken der

Besen zu teil – der Anblick für die Zuschauer war prächtig. Volkslieder

am verglimmenden Feuer und ein fröhlicher Heimmarsch bildete den

Abschluß für diesen Tag, während der folgende, der 1. Mai, der ja

bekanntlich dieses Jahr schulfrei war, unsere Pfadfinder – ~carpe

diem~ – draußen am Deutschbaselitzer Teiche in einem Waldlager bei

selbstgekochtem Essen wiedersah.

Wolftitz

Von ~Dr.~ Ing. _Hubert Ermisch_, Leipzig

Bilder von _J. Mühler_, Leipzig

Dort, wo sich im Süden der weiten Leipziger Ebene die ersten Höhenzüge

zeigen, liegt freundlich eingebettet die alte Töpferstadt Frohburg.

An einem prächtigen Vorfrühlingstage wanderte ich durch die stillen

Straßen des Städtchens. Wer ahnt, daß hier der Sitz einer Kunsttöpferei

ist, die – besonders durch die Ausstellungen auf der Leipziger Messe –

einen Weltruf hat?

Auf der Höhe hinter der Stadt, wo die alte Chemnitzer Straße die

stattlichen Rittergutsbauten und das Schloß hinter sich läßt, bietet

sich dem Auge ein überraschend schönes Landschaftsbild. Der Horizont

wird gerahmt von den weitgedehnten Waldungen, hinter denen das

berühmte Schloß Gnandstein liegt. Links ragen über die Hügel die zwei

nadelspitzen Türme der Kirche von Greifenhain. Vor uns an den Wald

geschmiegt, zum Teil von drei Seiten vom Wald umgeben, liegen die

beiden fast zu einem verschmolzenen Dörfer Streitwald und Wolftitz,

zwei als Sommerfrischen und Ausflugsorte allen Leipzigern wohlbekannte

Stätten. Weiter nach rechts an der alten Chemnitzer Straße, umgeben von

prächtigem alten Baumbestand, liegt das Rittergut Wolftitz. Der erste

Anblick erweckt den Eindruck eines alten umwehrten Ritterschlosses. Ein

spitzgedeckter Turm ragt zwischen den hohen Giebeln und breitgelagerten

Dächern hervor. Die ganze Gruppe der Gebäude und Bäume bildet ein

so einheitliches Ganzes, daß es in kunstliebenden Augen nur helle

Freude wecken kann. Und noch eine weiter rechts vor dem Walde auf

einem vorgelagerten Hügel sichtbare schöne, alte Baumgruppe zieht

das Auge unwillkürlich an. Man denkt an alte heidnische Opferstätten

oder an die Hünengräber der Lüneburger Heide. Diese Vermutung barg

etwas Wahres in sich: Es ist die Totengruft, die Begräbnisstätte der

Herren von Einsiedel, die seit 1455 Besitzer von Schloß und Rittergut

Wolftitz sind. Ein selten schöner, weihevoller Platz, würdig des alten

Herrengeschlechtes.

Ich wandere von der Höhe hinter dem Frohburger Schloß talwärts auf

Wolftitz, meinem Ziele zu.

Kunstgeschichtliche Streifzüge soll man nicht unvorbereitet

unternehmen. Das hat bei Schloß Wolftitz einige Schwierigkeiten. Die

»Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler«, die

sich zur Zeit der Bearbeitung dieses Gebietes im Wesentlichen mit

kirchlichen Bauten beschäftigt, sagt über das Schloß nur wenig. Die

geschichtlichen Nachrichten stammen aus dem bekannten Schumannschen

Ortslexikon von Sachsen. Aus diesen beiden Quellen kann man entnehmen,

daß der Bau des heutigen Schlosses Wolftitz aus dem fünfzehnten

Jahrhundert stammt und 1625 bis 1626 restauriert wurde. Beides wird

bestätigt durch die Architekturreste, die sich am Bau befinden. Die

schlichten Fasenfenster, die spitzen Giebel sind noch gotischen

Ursprunges, die Balkendecken und die meisten anderen künstlerischen

Schmuckteile stammen aus dem zweiten Viertel des siebzehnten

Jahrhunderts. Der Bau scheint im dreißigjährigen Kriege, der in dieser

Gegend erst in den dreißiger Jahren des siebzehnten Jahrhunderts

wütete, wenig gelitten zu haben.

[Illustration: Abb. 1 =Schloß Wolftitz=, Blick vom Pächterhof aus]

Die Landstraße führt zwischen dem Schloß und der ehemaligen Schmiede

hindurch. Neben der Schmiede sieht man ein schönes barockes Tor und

seitlich zwei gleichfalls barocke Figuren. Das Tor führt nach dem

sogenannten Lustgarten, der jetzt der Obstgarten des Schlosses ist.

Der Name in Verbindung mit den Architekturresten weist auf die Zeit,

da man an die Herrensitze kleine nach französischer Art zugestutzte

Architekturgärten anfügte. Was der prachtliebende August der Starke

in und um Dresden in großem Stile ausführte, das fand in etwas

bescheidenerem Umfang wohl auch hier Aufnahme.

Gegenüber diesem Portal zum Lustgarten lag der jetzt leider

verstümmelte Eingang zum Schloßhof. Wie er gestaltet war, das läßt sich

nur mutmaßen aus dem im Torpfeiler vermauerten Schlußstein mit der

immer wiederkehrenden Jahreszahl 1625. Der Blick in den Hof ist überaus

erfreulich. Breitästig steht ein schöner alter Nußbaum in seiner

Mitte. Links, das Wirtschaftsgebäude mit seinen großen Toren barg wohl

dereinst Rosse und Wagen, darüber zieht sich eine reizvoll ausgebildete

Holzgalerie. Der Hof wird beherrscht von dem Treppenturm, der sich an

den einen Flügel des Schlosses – wohl ursprünglich dem eigentlichen

Wohnflügel – anlehnt. Nach der äußeren und inneren Gestaltung des

Treppenturmes möchte ich auch ihn dem Umbau der Jahre 1625 bis 1626

zuschreiben. Wo dereinst die alte Uhr die Stunden kündete, hat nun ein

Wasserbehälter zu Nutz und Frommen der Schloßbewohner seinen Platz

gefunden.

[Illustration: Abb. 2 =Wolftitz=, Schloßhof]

Leider stört in der schönen Harmonie des Schloßhofes das neben dem

Hofeingang gelegene Försterhaus, dessen Architektur sich so gar

nicht den anderen Bauten – besonders durch das recht flache Dach –

anschmiegt. Wie leicht hätte man mit nahezu gleichen Mitteln diesen

Mißton vermeiden können.

[Illustration: Abb. 3 =Schloß Wolftitz=, Tor zum Lustgarten]

Das Schloß, das sich mir gastlich öffnete, betrat ich zunächst in dem

dem Hoftor gegenüberliegenden Flügel, den ein Spätrenaissancedachaufbau

über dem Portal ziert. Vermutlich war dies der Saalbau. Die neuerdings

erfreulicher Weise freigelegten alten gekehlten Balkendecken gehen

durch die ganze Geschoßtiefe hindurch, das Erdgeschoß ist überwölbt.

Eine für die Zeit der Erbauung immerhin breite gradläufige Treppe führt

zu diesem großräumigen Obergeschoß hinauf. Heute ist das ganze Geschoß

durch eine Anzahl eingefügter Trennwände und durch eine liebevolle

Behandlung der Wände, Decken und vor allem der Fensternischen zu

einer sehr behaglichen und sonnigen Wohnung umgewandelt worden. Die

freigelegten Balkendecken fügen sich trefflich ein. Jede Zeit hat dem

Schlosse ihre Spuren hinterlassen und ich glaube, daß dieser Ausbau der

ehemaligen Festsäle des Schlosses ein Musterbeispiel genannt werden

kann für unsere Zeit. Wir sind arm geworden in der großen Welt. Unsere

Heimat, unser deutsches Heim wird aber die Quelle werden für einen

neuen Reichtum.

Im Gegensatz zu diesem ausgebauten Saalbau trägt der an den Turm sich

anschließende Flügel noch ganz den Charakter des alten Herrenschlosses.

Über dem architektonisch ausgeschmückten Rundbogentor sind die

Wappen derer von Einsiedel und von Haugwitz angebracht. Eine weite

überwölbte Halle empfängt uns. Die Schlußsteine dieser Gewölbe zeigen

übereinstimmend das Wappen der Einsiedel. Von der Halle aus ist die

sogenannte Kapelle zugänglich, ein rechteckiges geräumiges Zimmer mit

einer schönen gegliederten Holzdecke, die die Inventarisation auf die

Jahre um 1530 datiert. Hier haben nach alten Verträgen die Pfarrer

von Frohburg aller vierzehn Tagen zu predigen. Schumann erzählt, daß

das Rittergut nach Eschefeld eingepfarrt sei, während eigentümlicher

Weise das Dorf zu Greifenhain gehöre. Die Kapelle enthält ein schönes

Taufbecken, Nürnberger Arbeit aus der ersten Hälfte des sechzehnten

Jahrhunderts, auf dem der Sündenfall dargestellt ist. Außerdem sind

eine Anzahl Bilder beachtlich, unter denen zwei echte Chranachsche

Gemälde: Georg den Bärtigen und eine Judith darstellend, sowie die

beiden von Luther und Melanchthon aus der Chranachschen Schule wohl

die bedeutendsten sind. Die Farbstimmung des ganzen Raumes ist

überaus wohltuend. Möchte doch die beabsichtigte Neubemalung – wenn

sie wirklich nicht zu umgehen ist – nur einem Künstler ersten Ranges

übertragen werden. Denn bei der nahezu gänzlichen Architekturlosigkeit

des Raumes bedeutet die Farbstimmung alles.

Die eigentlichen Wohnräume des Schlosses liegen im Obergeschoß. Sie

gruppieren sich um den schönen bildergeschmückten Vorsaal. Auch

hier oben scheinen noch unter den Putzflächen der Decken, an denen

vereinzelt Stuckverzierungen zu sehen sind, die alten Balken der

Renaissance der Wiedererweckung zu harren. Schöne eingebaute Schränke,

der Schmuck der noch alten Renaissancetüren und vor allem auch eine

Anzahl Öfen aus der Zeit um 1800 lenken den Blick auf sich.

Sehenswert sind auch die Holzkonstruktionen der riesenhaften Dächer. Da

ist noch nichts zu spüren von Holzmangel. Die Holzstärken wirken wie

ein Spott auf unsere »Normen«.

An das Herrenhaus schließt sich der große Pachthof an. Besonders

die Blicke von dort auf die hochgiebligen Flügel des Schlosses sind

malerisch.

Prächtig schön ist der Wald, der zu dem Rittergut gehört. Der

verstorbene Förster August Schmidt und der jetzige Förster Böttrich,

der nunmehr dreißig Jahre diesen Wald und seinen guten Wildbestand

behütet, haben sich damit ein lebendiges Denkmal gesetzt. Möchte jeder,

der dort Stunden der Erholung genießt, wie vor allem allsommerlich

die vielen Sommerfrischler von Wolftitz und Streitwald mithelfen die

Schönheit dieses Waldes zu behüten.

Dort wo die Dorfstraße auf die Hauptstraße stößt, steht der von den

Schloßherren gestiftete Kriegergedächtnisstein von Wolftitz. Schlicht

und ernst, ein Zeichen der schweren Zeit, aber auch ein Zeichen dafür,

daß man heute wie dereinst vor dreihundert Jahren Sinn für edle schöne

Kunst in Wolftitz hat.

Werbekunst in Dorf und Stadt

Der Kampf der Heimatfreunde gegen die Auswüchse des Reklamewesens hat

in der Regel seinen tiefsten Anlaß in der geringen künstlerischen

Qualität der Reklamemittel, die allein der Zweck, zu wirken, heiligte.

In der schönen Gottesnatur draußen zwar richtet sich die Kampfansage

wohl an das Auftreten geschäftsmäßiger Anpreisungen überhaupt: denn

in der Stille des Waldes, an grünen Hängen und zwischen blumigen

Auen kränkt den Wanderfrohen schon der Versuch, ihn mehr oder

minder gewaltsam in seiner reinen Freude an der ewigen Schöpfung

durch Hinweise auf Erzeugnisse der Industrie oder auch besonders

bemerkenswerte Ereignisse des Geschäftslebens stören zu wollen. In

den Straßen der großen und kleinen Städte des Landes, im heimatlichen

Dorfbilde aber ist es nicht das Vorhandensein der Reklame schlechthin,

was das Auge auf Schritt und Tritt beleidigt, es ist viel mehr noch die

mangelnde Fähigkeit, die Anforderungen der Werbekunst mit den Gesetzen

der Baukunst, des Städtebaues, in Einklang zu bringen.

Sieh, wie ungeschickt sitzt dort das grasgrüne lackierte Schild am

ehrwürdig grauen Giebel des schönen alten Hauses, an dem eine schlichte

deutliche Schrift in zurückhaltender Farbgebung dem Fremden dasselbe

künden könnte, wie das häßliche Schild, nur in viel edlerer Sprache!

Oder wie schrecklich plump hängt das himmelblaue Blechbanner mit

den gußeisernen Quasten an der freundlichen Schauseite der behäbig

gelagerten Herberge, der ein Wirtshauszeichen, nach alter guter

deutscher Art an langer Eisenstange befestigt, der schönste Schmuck

sein würde. Und dann die vielen schwarzglänzenden Glasfirmenschilder

mit den steifen gelben Buchstaben! Überhaupt – fort mit dem Glas in

der Außenreklame, wo es fast stets alsbald in einen unüberbrückbaren

Widerspruch zu Holz und Stein des Straßenbildes tritt. Eins der

schönsten Städtebilder in sächsischen Landen können wir seit einiger

Zeit nicht mehr betrachten, ohne zugleich den Ärger über eine riesige,

buntfleckige Glastafel hinunterschlucken zu müssen, auf der eine

Unmenge verschiedener Firmen in allen Farben des Regenbogens einander

überschreien, um ihre Erzeugnisse anzupreisen. Das wäre nicht nötig

gewesen, denn erst kürzlich ist es der umsichtigen Verwaltung einer

kleinen Stadt unser engeren Heimat gelungen, sich mit Erfolg der

Entstellung des wohlerhaltenen Stadtbildes durch solcherlei Reklame zu

widersetzen: Fürwahr ein schöner Beweis praktischen Heimatschutzes, der

Nachahmung verdient.

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XI, Heft 7-9 · 第 1 / 7 段