(vorige. tutu.)
tutu (in einer Art von Schlafrock, eine große bunte Laterne in der
Hand). Was machts denn da bei der Nacht für ein
Revolter? Nicht einmal ausruhn kann man sich
ordentlich.
zoraide. Papa! Freuen Sie sich mit mir.
tutu. Über was soll ich mich denn freuen? Ich weiß ja von
nichts.
zoraide. Ich habe dem Fremden seine Zaubergaben
abgelockt, und nun hat er nichts mehr, alle sind in meiner
Hand. Er selbst ist entflohen. Zum Fenster hinaus.
tutu. Das sein Gschichten! Aber warum sagt mir denn
niemand etwas davon?
zoraide. Wann soll man denn Ihnen etwas sagen? Alle drei
Wochen werden S einmal munter, hernach setzen Sie
sich zum Essen und nach dem Essen legen Sie sich wieder
nieder.
tutu. Ein jeder Mensch hat seine Passion, ich bin halt am
lustigsten, wenn ich schlaf.
zoraide. Niemand wird diese Nacht mehr schlafen. Ein großes
Freudenfest wird zubereitet, welches morgen den ganzen
Tag nicht enden soll. Gedichte auf die Größe meines
Verstandes müssen auf allen Straßen ausgestreut werden.
Freude muß diese Insel beleben! So freuen Sie sich doch
auch ein wenig mit Ihrem kanavassenen Schlafrock.
TUTU. Nu, wann ich mich nicht freu, so weiß ichs auch
nicht. Vor Freuden tut mir schon ordentlich der Magen
weh.
zoraide. Ich gehe jetzt, mich umzukleiden, Triumph, es ist
gelungen! Durch diesen Sieg werde ich um zehn Jahre
jünger. (Eilt ab.)
tutu. Und ich werd alle Augenblick älter. Jetzt richts alles
zum Fest her. Im chinesischen Lusthaus wird gspeist; auf
einhundertundfünfzig Personen. Und meine roßhaarenen
Polster nicht vergessen. Nach Tisch wird großer Ball;
wenn ich vielleicht einschlummern sollte, so wird der
Menuett mit dem Paukenschlag gemacht. Meiner Tochter
zu Ehren die Fopp-Deutschen. Mit Stiefel und Sporn
wird nicht getanzt. Auch bittet man, keine Hunde
mitzunehmen.
(Alle ab.)