IV

Es dalberte der Satrap von Donaueschingen – laßt ihn uns so nennen – im

Grase seines Gartens mit den Musikern herum. Er hatte sich aus

Zeitungspapier einen Helm gedreht, und den Musikern desgleichen. Dann

hieß es: Augen links und stramm gestanden unter dem Papierhut, und so

wurde die Parade abgenommen. Ja, und so lobe ich mir das Militär.

V

Aber es kam noch viel schöner. Am letzten Abend, als alle Konzerte

glücklich hinter uns lagen, standen im Kurhaus noch einige

Gelegenheits-Kompositionen Paul Hindemiths in Aussicht. Man saß bei Wein

oder Tee und Kuchen, als das Amarquartett mit der bescheidenen Bitte

aufzog, man möge eine Weile nicht servieren; sie gedachten noch einiges

zum besten zu geben.

„Es darf nicht serviert werden!“ rief in unbändiger Fröhlichkeit der

Satrap durch den Saal. Und nun ertönte als erstes ein Militärmarsch, ein

Militärmärschlein sage ich, ein goldiges Militärmärschli, dessen

geringelte Ritornelle, dessen Ringelschwänzchen von einer Ritornelle die

ulkigste, witzigste, übermütigste und zugleich saftigste Verhöhnung war,

welche militaristischer Dünkel und Stupidität jemals erfuhren. Der

Komponist spielte in sich hinein, machte seinen runden, lustigen Kopf,

und sooft die Ritornelle seinem Bogen entquirlte, ging unwiderstehliches

Gelächter durch den ganzen Saal. Oh! Hätte man solchen Rattenfängern von

Hameln eher gelauscht!

Wera Njedin: Erzählungen und Skizzen · 第 24 / 42 题