»Ja, Line,« erwidert der Fischer, während er sich mühsam aufrichtet,
»das Leben is auch wohl das Höchste. Jetzt seh ich es ein. Aber ich
glaub', man muß es auch ohne Vorwürfe und in Stille leben können. -- Und
deshalb, Line -- liebes Lining -- sieh, hier geb' ich dir was -- das
lies aufmerksam -- das is unser aller Zukunft -- da drin liegt Recht und
Unrecht, und Freude und Trauer. Aber, wie das Leben es will, so müssen
wir es auf uns nehmen. Und ich am allerwenigsten darf da dazwischen
reden.«
Verwundert nimmt Line das Blatt, nun hält sie es, jetzt liest sie es,
und langsam gleitet ihr Blick von dem Papier zu dem Mann, der lautlos
auf das Meer blickt, und von dem Mann wieder zu dem Bogen.
Und in der engen Kammer und in den beiden Seelen webt alles
durcheinander, Recht und Unrecht, Abschiednehmen und Einsamkeit, Freude
und Trauer.
Es ist still geworden.
Nur draußen auf dem wieder erwachten Meer sieht Hann ein schaukelndes
Boot zwischen den Wellen.
Schiff, wohin zielst du? Ist dein Steuer fest? -- Kannst du dich selbst
regieren?