»Zum Tee geladen, und dann vier Gänge -- warm --. Und zum Schluß Eis,«
flüsterte Fräulein Dewitz Line anerkennend zu, als sie sich endlich vom
Tisch des Konsuls erhoben, um sich in das Musikzimmer zu begeben. »Und
hast du auf die Selleriestauden geachtet? -- Dein Bruder Paul fragte
mich, wozu man diese brauche? -- Mein Gott -- aber dein Bruder Bruno --
wirklich, er hat recht ansprechende Manieren, es tut ordentlich wohl,
wie gut er zu essen versteht. -- Ja, ja, daran erkennt man gleich die
Lebensart. Und nun gib dem Konsul die Hand, Lining -- und sei nicht so
still; das bist du doch sonst nicht.«
* * *
Man hatte während des Mahls über den Text des Yankee doodle gestritten,
von dem Bruno in drolliger Weise berichtet hatte, daß ihn die jungen
Damen der ersten Hamburger Kreise seit kurzem auf eine merkwürdige Art
zu tanzen pflegten. Der Konsul, der am unteren Ende der Tafel gesessen,
neben Fräulein Dewitz, der er stets in überaus höflicher Weise die
Honneurs erwies, war über diese neue Torheit der Zeit entrüstet gewesen.
»Werden wohl demnächst Negertänze aufführen -- --« hatte er der
Handarbeitslehrerin brummig zugeflüstert. Und das alte Fräulein mußte
erwidern: »Ja, ja, zu unserer Zeit wurde Menuett getanzt, und höchstens
mal ein Schottischer -- ach Gott, und es war doch auch schön.«
»Recht -- ich besinne mich noch,« pflichtete Hollander bei. »Sie hatten
damals einen lütten, zierlichen Fuß.«
»Hm.«
Fräulein Dewitz schluckte an ihrem süßen Wein und begann noch heute
ehrlich zu erröten, und der Steuerrat Knabe, der als Schulfreund des
Konsuls und alter Junggeselle der einzige Fremde an der Tafel gewesen
und Line zu Tisch geführt hatte, räusperte sich und äußerte zum
erstenmal ein Wort: »Ja, ich besinne mich auch noch ganz gut.« Und dann
zupfte er an seiner altertümlichen schwarzen Halsbinde, zwinkerte in
sein Glas hinein und lachte still in den spiegelnden Rheinwein hinunter.
* * *
An einem großen amerikanischen Flügel fanden sich die Jüngeren zusammen.
Der Konsul und sein Jugendfreund hatten sich in dem anstoßenden
Herrenzimmer ihre Zigarren entzündet, Tante Mathilde, die Schwester des
Konsuls, die seinem Hauswesen vorstand, trippelte hin und her, und Dina
Hollander lehnte in der Beugung des Flügels und blätterte in einem Stoß
Noten. »Nichts --« entschied sie endlich, »in diesem Heft nationaler
Lieder fehlt der Yankee doodle.«
In ihrer Stimme lebte etwas Ruhiges, Sicheres, Überlegtes. Wie sie so
dastand in dem einfachen weißen Gewand mit ihrem leuchtenden, blonden
Haar und der großen, schlanken Gestalt, gleichsam von einem Duft der
Reinheit umweht, da erhöhte sich bei Bruno, der ihr Nachbar bei Tisch
gewesen, von neuem der Eindruck, daß er vor der Klarheit dieses Mädchens
eine Scheu empfinde, ja, daß in der gleichmäßigen Ruhe ihrer Augen eine
Art Beleidigung für ihn läge. Es war ein toller Gedanke, aber er hielt
ihn von ihr fern, um ihn dann ganz unvermittelt wieder anzutreiben,
diese Gleichgültigkeit zu mildern, zu überwinden, oder wenigstens zu
entdecken, ob etwa das Mißtrauen des Vaters von diesem auf die Tochter
übertragen worden sei.
Aber warum? -- Warum?
Ohne daß er es wußte, war dadurch in sein Benehmen eine Art
Zwiespältigkeit gedrungen; erst eine Scheu, ein ängstliches Achten auf
sich selbst, und dann wieder eine aufspringende Lebhaftigkeit, der
Wunsch, mit sich fortzureißen, zu gefallen. Und durch alles hindurch
bohrte das Gefühl, daß er unausgesetzt und heimlich von den grauen,
unbestechlichen Augen des Konsuls beobachtet würde.
Nein, diese Familie war nicht zu gewinnen.
Während des ganzen Abends empfand er nur eine einzige Unbehaglichkeit,
die er gern bannen wollte, und die ihn doch immer wieder zu neuen
Versuchen zwang.
»Schade,« äußerte Tante Mathilde, die gerade wieder mit kleinen
Mokkatassen hereintrippelte, »ich hätte den amerikanischen Gassenhauer
ganz gern einmal gehört. Denn, nicht wahr, in der Familie schadet das
doch nichts, liebes Fräulein Dewitz?«
»Wenn Sie gestatten, dann möchte ich Ihnen gern die Melodie vorspielen,«
erbot sich unerwartet Bruno, während er der Tante eine leichte
Verbeugung machte, jedoch gleichzeitig halb ängstlich wieder auf die
Tochter seines Chefs blicken mußte.
Man war allgemein erstaunt. Der Theologe, der in einem unmodernen,
schwarzen Rock unter der Gardine des Fensters lehnte, rückte besorgt hin
und her. Von musikalischen Fähigkeiten seines Bruders hatte er bis dahin
nichts gewußt.
»Spielen Sie denn?« fragte Tante Mathilde nicht unfreundlich.
»Ja -- ein wenig nach dem Gehör.«
»Sieh -- sieh,« meinte der Konsul, der einen Augenblick durch die Tür
lugte. »Das ist ja interessant.« Er winkte seiner Tochter jovial mit der
Hand zu und ließ sich wieder bei seinem Jugendfreund nieder, von wo die
beiden Alten trotz eifrigen Rauchens aufmerksam auf das Folgende zu
lauschen schienen.
Und Bruno löste seine Aufgabe meisterhaft.
Ein frischer, fröhlicher Klang quoll unter seinen Fingern hervor, seine
Hände flogen, voll und melodiös, mit rauschender Begleitung, tönte der
pikante Gassenhauer durch das Zimmer.
»Yankee doodle went to town.«
Da teilte sich allen die innere Fröhlichkeit mit. Selbst Dina wandte
sich langsam und blickte den Spielenden erstaunt an; und der kleine
Funke, der ihr Auge vorüberhuschend durchblitzte, feuerte Bruno an, noch
mehr zu wagen.
Oh, er mußte diese schweigende Abneigung, die hier gegen ihn wirkte,
endlich besiegen, er war doch ein Kind des Glücks, ihm flogen ja sonst
die Herzen zu, und hier sollte -- -- -- er begann plötzlich mit seiner
hellen Stimme den Text des Liedes zu singen.
»Oh, wie nett,« flüsterte Tante Mathilde, wobei sie Fräulein Dewitz
bezeichnend auf die Schulter tippte; auch der Konsul erschien wieder an
der Tür, scheuerte sich ein wenig am Kinn und kehrte darauf von neuem zu
dem Steuerrat zurück; Dina aber öffnete leise den Mund, und an ihrem
flüchtigen Lächeln erkannte Bruno, daß er der Schweigsamen jetzt besser
gefalle.
Weiter -- weiter, er mußte sich hier Sympathien erringen. Das Gefühl
verließ ihn nicht mehr, als ob er um sein ganzes ferneres Leben kämpfe.
Line saß hinter dem Fauteuil der Handarbeitslehrerin und hatte ihr
feines Köpfchen so vorgebeugt, daß ihr Kinn fast auf der Lehne des
Sessels ruhte. Durch das enge, schwarze Kleid hindurch hätte Bruno, wenn
er einen Blick für sie gehabt, das rasche Atmen der jungen Brust
wahrnehmen, er hätte schauen können, wie feucht ihre Augen schimmerten,
und wie dennoch die kleinen, schmalen Füße, unbewußt einem mächtigen
Trieb folgend, nach seiner Melodie auf und nieder zuckten.
Allein Bruno war von seiner eigenen Erregung bereits hingerissen, und
nur der Theologe, der noch immer, halb von der Gardine verborgen,
schweigend verharrte, beobachtete es allein, und er sah auch, welch ein
schneller, dunkler Blick aus diesen Augen gegen die Tochter des Hauses
züngelte, die immer ahnungsloser und erfreuter vor sich hin lächelte.
* * *
Im Herrenzimmer beugte sich der Konsul zu seinem Jugendfreund heran und
raunte ihm etwas ins Ohr.
Daraufhin musterte der Steuerrat sehr ernsthaft die Gruppe am Flügel,
dann zog er einen schwarzen Hornkneifer hervor, und nachdem er ihn
sorgfältig geputzt, sah er eine Zeitlang angestrengt auf den hübschen,
jungen Menschen, der die anderen dort drin augenscheinlich so angenehm
unterhielt.
»Na, Julius, was meinst du?« forschte Hollander, indem er sich, beinahe
wie ratlos, hinter dem Ohr kraute.
»Ja, Kindchen, was ist da viel zu meinen?« entgegnete der alte Herr
leise. Über sein glattrasiertes, feingepudertes Junggesellenantlitz zog
ein schlaues Schmunzeln. Das kannte der Konsul. In seinen langen
Dienstjahren bei dem Hafenzollamt hatte sich sein Freund daran gewöhnt,
den Dingen durch die Emballage zu blicken. Ein durchdringender
Menschenkenner.
»Na?«
»Gott, scheinbar ein sehr talentvoller junger Herr.«
»Schön, aber?«
»Was, aber?«
»Menschenskind, ich meinte -- gefällt er dir denn?«
Der Steuerrat lachte leise in sich hinein. Die Frage schien ihn zu
ergötzen. Dann legte er seinem Schulkameraden sacht die Hand auf das
Knie, und mit gutmütigem Spott kam es heraus: »Will ich ihn denn
heiraten? Aber sieh dir mal die beiden jungen Damen an. Kuck. Die eine
lacht und die andere weint.«
»I, das wäre ja -- --« Der Konsul sprang auf und warf seine Zigarre
fort.
»Mir gefällt er im übrigen sehr gut,« schloß der alte Junggeselle,
ironisch blinzelnd.
* * *
Der Konsul schritt in das Musikzimmer und stellte sich breitbeinig an
das Instrument, an dem Bruno gerade unter großem Beifall geendet hatte.
»Bravo -- Bravo!« klatschte der Werftbesitzer schallend in die Hände.
Bruno stutzte. Die lärmende Anerkennung seines Chefs machte ihn
betroffen. Man konnte aus diesem wunderlichen alten Manne nie so recht
klug werden. Hatte Hollander seinen Gesang vielleicht unpassend
gefunden? Blitzschnell blickte er sich um, um aus den Gesichtern der
anderen möglicherweise die Wahrheit zu erspähen. Allein ringsum
herrschte nichts als Zufriedenheit.
»Wie frisch und wohllautend Ihre Stimme klingt,« unterbrach Dina die
Stille. »Vielen Dank, Herr Klüth.« Sie wollte ihm die Hand reichen,
allein ihr Vater schob sich wie unbeabsichtigt dazwischen.
»Schön -- schön -- ausgezeichnet, lieber Klüth -- hätte nicht geglaubt,
daß Sie das auch verstehen -- na also --« er klopfte ihm auf die
Schulter -- »Nun wollen wir aber mal den jungen Damen das Feld räumen.
Wie --?« Damit schlurfte er auf die kleine Line zu, mit der er stets
seinen brummigen Spaß trieb, faßte ihre beiden Hände und zog sie empor.
»Na, wie wär's, Sie kleiner Racker? Da über dem Klavier hängen noch die
beiden Klappern -- Tarantella -- wissen Sie noch? Zu meinem Geburtstag
-- he?«
»Herr Konsul!« stotterte Line.
»Na, weshalb weinen Sie denn, Sie kleine Balletteuse?«
»Ich weine nicht.«
Unmutig schleuderte sie den hellen Tropfen, der ihr noch an den Wimpern
hing, fort. Dann eilte sie an das Instrument und nahm hastig das Paar
Kastagnetten von der Wand, lehnte sich in die Beugung des Flügels, und
ihre Augen suchten Bruno, als harre sie nur auf ein Zeichen von ihm, um
den schnellen, schlangenhaften Tanz, den sie vor etwa Jahresfrist
gelernt, zu beginnen.
Sie sah keinen anderen mehr in dem Kreis, nur vor ihm, der so oft ihre
Gedanken beschäftigt, wollte sie aus gekränkter Eitelkeit ihre Künste
zeigen.
»Sieh -- sieh,« schmunzelte der Steuerrat, der voller Erstaunen in das
Zimmer getreten war, »das wird ja hübsch.«
»Line,« rief Fräulein Dewitz nun strafend, die an den Ernst der
Situation nicht glauben wollte, während sie sich langsam aus ihrem
Fauteuil erhob. Inzwischen war auch Paul aus seiner Verborgenheit
besorgt zu der Pflegeschwester getreten. Deutlich hatte er die
merkwürdigen Blicke des Steuerrats und des Konsuls gesehen, sowie das
verwunderte, ein wenig überlegene Lächeln Dinas, und wie von ferne hatte
er das Gefühl, als ob diese reichen Leute aus seiner Familie eine Schar
Gaukler zu machen gedächten.
»Line,« sagte er herb, »der Herr Konsul treibt nur Scherz mit dir.«
»Es ist überhaupt Zeit, daß wir jetzt gehen,« fügte die
Handarbeitslehrerin bestimmt hinzu und stopfte ihr Taschentuch in das
Gesellschaftstäschchen.
»Schau? Schau?« bedauerte der Konsul und klopfte Bruno auf den Rücken.
»Hätte Sie gern noch länger bei uns gesehen. Na, aber ein andermal,
lieber Klüth --. Nicht wahr, ein andermal?«
Allgemein brach man auf.
Nur Line verharrte noch einen Moment an dem Flügel und legte langsam,
wie im Traum, die Kastagnetten auf die Platte.
»Line!« rief Fräulein Dewitz ungeduldig.
Da schreckte sie auf, flog hinter den anderen her und half dem alten
Fräulein, dienstbeflissen wie immer, in den altmodischen Pelzumhang
hinein.
Der Steuerrat, der einen vornehmen, grauen Zylinder trug, bot Fräulein
Dewitz den Arm.
Da drängte sich in der letzten Minute noch der Konsul in den Flur und
händigte Line verstohlen ein kleines Paketchen ein.
»Pst!« bemerkte er und klopfte ihr auf die Backen. »Zum Andenken --«
und mit einer plumpen Verbeugung setzte er für alle laut hinzu: »Gut
Nacht -- gut Nachting -- kommen Sie gut nach Hause.«
* * *
Paul und Bruno hatten die beiden Damen bis an die Haustür geleitet.
Jetzt schritten sie über den dicken, weichen Schnee ihren Weg wieder
zurück. Langsam und schwer fielen die Flocken um sie her. In den engen
Gäßchen hallte kein Laut, neblige Schwärze überall, und nur ganz
vereinzelt brach gespensterhaft das trübe Licht einer Petroleumlampe
durch die dunklen Schleier hindurch.
»Du,« sagte Bruno endlich, der seinen Arm unter den des Älteren
geschoben, »wollen wir nicht noch in die Weinstube zu Kroll gehen?«
Jedoch der Kandidat schlug kurz ab. Das sei in der kleinen Stadt nicht
Sitte. Er bat auch den Bruder, solche Vergnügungen künftig nicht auf
eigene Faust zu unternehmen.
Der andere atmete kurz und nickte dann. Ja, ja, jetzt hieß es ja wieder:
»Strecken nach den Decken.«
Zu dumm -- wirklich.
Wieder wanderten sie fürbaß.
Der Theologe mit schweren Gedanken darüber, ob sich Bruno bei dem ersten
Besuch im Hause seines Chefs nicht zu ungeniert, zu aufdringlich
benommen, und dann auch von der Erinnerung bedrückt, warum wohl der
Konsul die kleine Line zu dem wilden Tanz animiert habe. Ob er seiner
Tochter gegenüber ebenfalls auf diesen Einfall geraten wäre?
Immer tiefer bohrte er sich in diese ihn verletzende Vorstellung hinein.
Bei dem Heimgekehrten hingegen hatte sich der Mißmut über die
aufgegebene Weinkneiperei längst wieder verloren. Immer heller wurden
seine Mienen, immer freundlicher seine Gedanken, leise begann er den
Yankee doodle vor sich hinzusummen.
»Du,« sprach er plötzlich aus seinem Sinnen heraus, »doch eine schöne
Erscheinung, diese Dina, was?«
Der Theologe verzog die Stirn. »Ja,« entgegnete er langsam, »sie hat
viel innere Vornehmheit.«
Allein der junge Kaufmann überhörte diese Abwehr. Wohlig schüttelte er
sich in seinem Pelze und stäubte den Schnee von seinen Füßen ab.
Ȇberhaupt scheint der Konsul ganz in sie vernarrt zu sein. Meinst du
nicht auch?«
Ungeduldig bewegte der Theologe den Kopf und zog rasch seinen Arm von
dem Bruder fort: »Hier bist du zu Hause,« versetzte er, ohne direkt zu
antworten, »schließ leise auf, damit du nicht störst.«
»Ach, richtig, solche Nachtexzesse liebt ja der Alte nicht.«
Nachdem er den Schlüssel in dem alten Holztor umgedreht hatte, reichte
er dem Bruder warm die Hand. Dabei fiel ihm im Zurücktreten ein Licht
auf, das oben aus einem Seitenfenster rötlich durch den Vorhang
dämmerte. Interessiert starrte Bruno hinauf, dann stieß er seinen
Begleiter leicht in die Seite.
»Da oben schläft sie.«
Immer peinlicher wurde dem Kandidaten dieses Gespräch.
»Geh du nun zu Bett, Bruno --« ermahnte er, »aber leise, hörst du?«
»Ja -- ja -- auf Zehenspitzen -- War doch heute ein hübscher Abend. --
Was? -- Na, gute Nacht.«
* * *
Einsilbig war auch Fräulein Dewitz in ihr Bett gezogen. Auch ihr wollte
die Aufforderung, welche Hollander an ihre Pflegebefohlene gerichtet
hatte, nicht aus dem Sinn, und ohne daß sie es selbst wußte, grollte sie
der kleinen Line dafür, weil so etwas überhaupt geschehen konnte.
Sie mußte in Zukunft wohl doch besser auf das Mädchen acht geben. Ja,
ja, die Kleine wurde jetzt älter, und die Welt war nach der Ansicht
aller verständigen Leute seit den Jugendtagen des Fräulein Dewitz
erheblich schlechter geworden.
»Ja, ja, also besser Obacht geben!«
Damit faltete sie die Hände, rückte ihr schneeweißes Häubchen zurecht,
sprach ihr umständliches Nachtgebet und entschlief.
Kaum hörte Line das leichte Näseln, so schlich sie in die Küche, um die
Kleider der Lehrerin zum Reinigen hinzuhängen. Mit wenigen Bewegungen
warf sie auch ihr eigenes Gewand ab, dann zog sie rasch das Päckchen aus
der Tasche, das ihr Hollander so heimlich zugesteckt.