Longimanus. Und Longimanus sagt er nur in der Geschwindigkeit so
zu mir, als wann wir schon hundert Jahre bekannt wären.
Eduard. Verzeihung, mächtiger Geisterfürst! Ich bin ein
Wahnsinniger, ich kann ohne Aminen nicht leben! Habe Mitleid und
schenke mir ihre Hand.
Longimanus. Untersteh dich nicht mehr, ein Wort zu sagen! Jetzt
schaut's ihn an! Macht der auf einmal einen Ernsthaften! (Dreht
die geöffnete Hand.) Ein Wahnsinniger ist er? Geh, geh, geh, geh,
du Spaßiger! Was du begehrt hast, wirst du erhalten. Du hast dir
Reichtum gewünscht, du wirst ihn finden. Du kriegst den Diamant
und ich das Mädel, so hat ein jeder einen Schatz.
Eduard. O Zauberfürst, nimm alle deine Schätze zurück, ich will
sie nicht, ich verlange sie nicht. Gib mir Aminens Hand, und ich
will auf alles verzichten.
Longimanus. Jetzt fangt er gar zum Handeln mit mir an, als ob wir
auf dem Tandelmarkt wären. Was wir ausgemacht haben, dabei
bleibt's; du bekommst die diamantene Statue und sonst nichts, und
damit du geschwind nach Haus kommst, so werd' ich kutschieren.
Allons! (Winkt. Die Wolken erheben sich, und es präsentiert sich
Zephises' Zaubersaal mit sechs Statuen. Auf dem roten Postament,
worauf jetzt das transparente Wort: Diamant geschrieben ist, steht
Amine im rosensarbnen Kleide mit einem reich mit Flitter gestickten
Schleier, der ihr Gesicht nicht verhüllt, sondern mit hübschem
Faltenwurf um den ganzen Körper fließt, ihre Figur muß sehr grell
beleuchtet sein.) Da ist sie, ich übergeb' sie dir; wir sind quitt!
Eduard (ohne hinzusehen). Ist sie mein Eigentum?
Longimanus. Ja!
Eduard. So will ich sie vernichten, denn sie ist die Ursache
meiner Verzweigung! Ich will sie nicht haben, ich zerschlage sie!
(Eilt mit Wut gegen die Statue.)
Amine (steigt von dem Piedestale und sinkt in seine Arme). Eduard,
ich bin dein!
Eduard. Amine! Meine Amine!
Florian. Er hat sie nicht zerschlagen.
Eduard (stürzt freudig zu Longimanus Füßen). Herr, wie soll ich
dir danken?
Longimanus. Ja, jetzt! Gelt, ich hab' dich erwischt? Du
Tausendsapperment! Ich hab' dich nur auf die Prob' g'stellt, wenn
dir das Geld lieber g'wesen wär', als sie, hättest du sie in deinem
Leben nicht bekommen. Da hast du s' jetzt. Ein Weib, wie die sein
wird, ist der schönste Diamant, den ich dir geben hab' können.